Ein Tag guter Botschaft (2. Könige 6,24-7,20)
Sonntag 21. September 2025 von Johann Hesse

1. Ein Tag guter Botschaft, trotz des verdienten Gerichts
1.1 Der Prophet Elisa und das Strafgericht über Israel
Der Prophet Elisa lebte in der Zeit des geteilten Reiches. Er wirkte unter den Königen des Nordreiches: Joram, Jehu, Joahas und Joasch, also zwischen 852 v. Chr. und 782 v. Chr. Israel war zu dieser Zeit von Gott abgefallen. Der Bund mit Gott wurde mit Füßen getreten. Was war die Folge? Der Segen ging verloren, schwer lagen die Flüche des Bundes auf dem Land.
Wie kam das Gericht über Israel? Es gab politische Unruhen, Hungersnöte, Missernten und Krieg. Gott hatte die Syrer dazu bestimmt, Israel für seinen Ungehorsam zu strafen. Zur Zeit von König Joram (852-841 v. Chr.) zog der aramäische König Ben-Hadad II. (860-843 v. Chr.) über den Golan, um Samaria, die Hauptstadt des Nordreiches zu belagern.
1.2 Die Belagerung Samarias
„Danach begab es sich, dass Ben-Hadad, der König von Aram, sein ganzes Heer versammelte, und er zog herauf und belagerte Samaria. Und es war eine große Hungersnot in Samaria. Sie aber belagerten die Stadt, bis ein Eselskopf achtzig Silberstücke und eine Handvoll Taubenmist fünf Silberstücke galt“ (2. Kön 6,24-25).
Der Aramäerkönig Ben-Hadad wollte die Stadt durch Aushungern zur Aufgabe zu zwingen. Wie schrecklich der Hunger in der Stadt wütete, wird hier an den horrenden Preisen deutlich, die an den leergefegten Marktständen für Dinge verlang wurden, die sonst kein Mensch essen würde: Ein Eselskopf für 80 Silberstücke (rd. 900 Gramm Silber/1000 Euro), fünf Silberstücke für eine Handvoll Taubenkot. Riesige Summen für echtes Ekel-Essen.
1.3 Der Horror des Hungers
„Und als der König von Israel auf der Mauer einherging, schrie ihn eine Frau an und sprach: Hilf mir, mein Herr und König! 27 Er sprach: Hilft dir der HERR nicht, woher soll ich dir helfen? Von der Tenne oder von der Kelter? 28 Und der König sprach zu ihr: Was ist dir? Sie sprach: Diese Frau da sprach zu mir: Gib deinen Sohn her, dass wir ihn heute essen; morgen wollen wir meinen Sohn essen. 29 So haben wir meinen Sohn gekocht und gegessen. Und ich sprach zu ihr am nächsten Tage: Gib deinen Sohn her und lass uns ihn essen! Aber sie hat ihren Sohn versteckt“ (2. Könige 6,26-29).
Hilf mir, mein Herr und König! Mit diesem verzweifelten Hilfeschrei ruft eine verhungernde Frau den König an. Doch auch der kann nicht helfen. Hilft dir der HERR nicht, woher soll ich dir helfen? Von der Tenne oder von der Kelter? Er sagt: „Wenn Gott dir nicht hilft, wie soll ich es tun, auch meine Vorratskammern sind leer.
Doch es ist alles viel schlimmer: In ihrer Verzweiflung wurden zwei Mütter zu Kannibalinnen. Weil sie wussten, dass ihre Kinder sowieso verhungern würden, vereinbaren sie das Unfassbare. Der Hunger tötet die Gewissen.
1.4 Von König Salomo zu König Joram
„Als der König die Worte der Frau hörte, zerriss er seine Kleider, während er auf der Mauer ging. Da sah alles Volk, dass er darunter den Sack auf seinem Leib trug. 31 Und er sprach: Gott tue mir dies und das, wenn Elisa, der Sohn Schafats, heute seinen Kopf behält!“ (2. Könige 6,30-31).
Doch nach der ersten Greueltat, betrügt nun die eine Mutter die andere und versteckt ihr Kind. Zum Kannibalismus kommen Täuschung und Verrat. Die verzweifelte Frau ruft den König als den obersten Richter des Landes an. Zwei Mütter, zwei Söhne, einer tot, der andere lebendig, Anrufung des Königs.
Kommt uns das bekannt vor? Über hundert Jahre vorher hatte Salomo in Jerusalem das salomonische Urteil gesprochen. Es war eine Zeit des Segens, ein weiser und gottesfürchtiger König spricht ein weises Urteil, das die Welt bis heute staunen lässt.
Und jetzt? Joram zerreißt voller Entsetzen seine königlichen Kleider und schwört, den Repräsentanten des Gottes Israel, den Propheten Elisa zu töten: „Und er sprach: Gott tue mir dies und das, wenn Elisa, der Sohn Schafats, heute seinen Kopf behält!“ Der König trägt zwar unter seiner königlichen Kleidung einen Sack (bzw. ein härenes Gewand [härenes ist abgeleitet von Haar], also ein sehr einfaches, unbequemes, aus Ziegenhaar gefertigtes Bußgewand) als äußeres Zeichen der Reue und Umkehr, doch sein Herz ist unbekehrt, denn er sucht die Schuld bei Gott und will Elisa töten. Nein, dieser König hat keine salomonische Weisheit, sondern er ist voller Torheit. Es ist Zeit des Fluches, eine Zeit der Torheit, der ungerechten Urteile, eine Zeit des Todes, es ist dunkle Zeit, Gerichtszeit.
Vergessen wir nicht, dass auch heute wieder Israeliten in den Tunneln der Hamas in den Horror des Hungers gezwungen werden.
1.5 Der Fluch des Gesetzes
Warum wird dieser Fall von Kannibalismus überhaupt berichtet? Rund 600 Jahre früher war Israel einen Bund mit Gott eingegangen. Gott hatte gesagt: Wenn ihr diesen Bund und meine Gebote und Satzungen haltet, werdet ihr gesegnet sein (5. Mose 28,3-6). Wenn aber Israel den Bund brechen würde, dann würde der Segen sich in Fluch verkehren. Fluch über die Städte, über die Äcker über die Familien über Volk und Land:
Deine Feinde „werden dich belagern in allen deinen Städten, bis es niedergeworfen hat deine hohen und festen Mauern, auf die du dich verlässt, in deinem ganzen Lande; und du wirst belagert werden in allen deinen Städten, in deinem ganzen Lande, das dir der HERR, dein Gott, gegeben hat. 53 Du wirst die Frucht deines Leibes, das Fleisch deiner Söhne und deiner Töchter, die dir der HERR, dein Gott, gegeben hat, essen in der Angst und Not, mit der dich dein Feind bedrängen wird“ (5. Mose 28,52-53).
Der Bund mit Gott brachte Segen oder Fluch. Der Feind vor den Mauern und der leere Backtrog, der Horror des Hungers und verzweifelter Kannibalismus in den Mauern waren die Zeichen des Fluches. Gott steht zu seinem Wort, zum Wort der Verheißung und zum Wort des Gerichts. Gott tut, was er sagt und er hält, was er verspricht, auch im Gericht!
1.6 Das Gericht Gottes über alle Menschen
Dieser uralte Bericht von Gottes Gericht über Samaria erinnert uns daran, dass wir alle Gottes Strafe und Gericht verdient haben. Weil wir uns von Gott abgewandt haben, sind auch wir unter den Fluch der Sünde, des Todes und des Gerichts geraten. Das dürfen wir nicht vergessen:
„Er wird den Erdkreis richten mit Gerechtigkeit und die Völker mit seiner Wahrheit“ (Ps 96,13).
„Es ist dem Menschen bestimmt, einmal zu sterben, danach aber das Gericht“ (Hebr 9,27).
Gott hat einen Tag festgesetzt, an dem er die ganze Welt zur Verantwortung ziehen wird. Ja, es gibt ein Weltgericht. Ja, es gibt einen doppelten Ausgang: Himmel und Hölle, ewige Gemeinschaft mit Gott oder die ewige Trennung von Gott, Auferstehung zum ewigen Leben oder zu ewiger Schmach und Schande (Daniel 12,2; Joh 5,29).
Die Tatsache, dass Gott die Welt richten wird ist eine gute Botschaft, denn es bedeutet: Alles Tun der Menschen hat Bedeutung und geschieht vor dem Forum des Weltgerichts. Es bedeutet auch: Gott wird am Ende gerecht richten und alles zurechtbringen, die Gerechtigkeit wiederherstellen. Weltgericht heißt: Am Ende wird Gott es gut machen! „Selig sind, die da hungert und dürstet nach der Gerechtigkeit; denn sie sollen satt werden“ (Mt 5,6).
2. Ein Tag guter Botschaft, denn Gott verheißt Leben
2.1 Der Tod in der Stadt, aber Gott verheißt Gnade und Leben
Elisa soll sterben. Doch er kommt dem Henker zuvor. Bei ihm im Haus sitzen Minister und Staatssekretäre des Königs und halten die Tür solange zu, bis der König selbst eintrifft. Elisa behält seinen Kopf und erhält ein Wort von Gott: „Hört des HERRN Wort! So spricht der HERR: Morgen um diese Zeit wird ein Maß feines Mehl einen Schekel gelten und zwei Maß Gerste einen Schekel im Tor von Samaria“ (2 Kön 7,1).
Elisa kündigt nun einen totalen Preisverfall an. Die Preise für Mehl und Gerste auf den Marktplätzen von Samaria würden bereits am nächsten Tag drastisch fallen. Mitten in der sterbenden Stadt steht auf einmal ein Verheißungswort: Brot und Mehl die Fülle – und das am nächsten Tag! Ihr werdet leben! Morgen gibt es Mehl und Brot in Hülle und Fülle! Eine Botschaft des Lebens aus dem Mund des Propheten. Mit dem Verheißungswort wird der Stadt – wenn auch indirekt – das Ende der Belagerung durch die Aramäer und damit das Ende des göttlichen Strafgerichts über Samaria angekündigt – zumindest vorerst. Es ist ein Wort der Begnadigung.
Wie sollte das gehen? Alle Vorräte waren aufgebraucht und die syrische Armee hatte die Stadt im eisernen Zangengriff. Was Elisa hier ankündigte, widersprach jeglicher Logik und aller Erfahrung, es war absurd! Was war das? Billiger Populismus oder grausamer, zynischer Humor, Verhöhnung der Hungernden?
Der Adjutant des Königs sagt es frei heraus: „Und siehe, wenn der Herr Fenster am Himmel machte, wie könnte das geschehen?“ (2. Kön 7,2). Um das möglich zu machen, müsste Gott Fenster am Himmel machen und sackweise Mehl und Gerste herauskippen. Elisa: Du bist wahnsinnig! Was du sagst, ist einfach unmöglich. Es kann nie und nimmer geschehen. Wegen seines Unglaubens sagt Elisa ihm ein Wort des Gerichts: Er sprach: „Siehe, mit deinen Augen wirst du es sehen, doch du wirst nicht davon essen!“ (2 Kön 7,2).
2.2 Das Wort des Lebens in einer sterbenden Welt
Ihr Lieben, wir leben in einer Welt, die dem Gericht und dem Tod verfallen ist. Wir leben in einer belagerten Stadt. Wir sind ummauert von einer Mauer des Todes. Diese Welt ist eine Welt, die unter dem Fluch des Todes steht, diese Welt ist eine Welt, die vom Satan belagert wird, diese Welt ist eine Welt, „die nur noch den Tod als letzte unumstößliche Grenze“ (Katja Adler, FDP, Oberursel) vor Augen hat.
Und so wie damals spricht Gott mitten in unser Sterben hinein das Wort des Lebens:
„Ich bin das Brot des Lebens. Wer zu mir kommt, den wird nicht hungern; und wer an mich glaubt, den wird nimmermehr dürsten“ (Joh 6,35). „Denn das ist der Wille meines Vaters, dass, wer den Sohn sieht und glaubt an ihn, das ewige Leben habe; und ich werde ihn auferwecken am Jüngsten Tage“ (Joh 6,40).
Mitten in einer sterbenden Welt lädt Gott uns zu Jesus ein: Hier bekommst du Brot des Lebens, hier wirst du satt für heute, morgen und in Ewigkeit. Wenn du an ihn glaubst, wird er dich am Jüngsten Tag, das ist der letzte Tag dieses Zeitalters, der Tag der Wiederkunft Christi, auferwecken von den Toten und wird dir ewiges Leben schenken. Wer an Jesus Christus glaubt, für den ist das Gericht Gottes aufgehoben.
„Wer mein Wort hört und glaubt dem, der mich gesandt hat, der hat das ewige Leben und kommt nicht in das Gericht, sondern er ist vom Tod zum Leben hindurchgedrungen“ (Joh 5,24).
„So gibt es nun keine Verdammnis mehr für die, die in Christus Jesus sind“ (Röm 8,1).
Jesus ist das Brot des Lebens mitten in einer sterbenden Stadt, mitten in einer sterbenden Welt. In ihm findet der Mensch die Gnade Gottes, die Aufhebung des Gerichts und den Zugang zum ewigen Leben mit Gott.
2.3 Du hast die Wahl! Wähle das Leben!
Wie antwortest du darauf? Du kannst darauf antworten wie der Adjutant des Königs: „Und siehe, wenn der Herr Fenster am Himmel machte, wie könnte das geschehen?“ Wenn du ablehnst, wählst du den Tod. Wenn du sie annimmst, wählst du das Leben.
Als Jesus in der Lebensbrotrede diese Zusagen aussprach, wandten sich viele ab – so wieder Adjutant des Königs fast 900 Jahre zuvor. Viele gingen davon und Jesus fragte die Jünger, ob sie sich auch abwenden wollten. Mach es wie Petrus, der sich nicht abwandte, sondern sagte: „Herr, wohin sollen wir gehen? Du hast Worte des ewigen Lebens; und wir haben geglaubt und erkannt: Du bist der Heilige Gottes.“ (Joh 8,68-69).
3. Ein Tag guter Botschaft, denn Gott macht das Unmögliche möglich
3.1 Gottes kreatives Hungerhilfe
„Und es waren vier aussätzige Männer vor dem Tor, und einer sprach zum andern: Was sollen wir hierbleiben, bis wir sterben? 4 Wenn wir in die Stadt gehen wollten, so ist Hungersnot in der Stadt und wir müssten doch dort sterben. Bleiben wir aber hier, so müssen wir auch sterben. So lasst uns nun hingehen und zu dem Heer der Aramäer überlaufen. Lassen sie uns leben, so leben wir, töten sie uns, so sind wir tot. 5 Und sie machten sich in der Dämmerung auf, um zum Heer der Aramäer zu kommen. Und als sie vorn an das Lager kamen, siehe, da war niemand da. 6 Denn der Herr hatte die Aramäer hören lassen ein Getümmel von Rossen, Wagen und großer Heeresmacht, sodass sie untereinander sprachen: Siehe, der König von Israel hat gegen uns angeworben die Könige der Hetiter und die Könige der Ägypter, dass sie über uns kommen sollen. 7 Und sie machten sich auf und flohen in der Dämmerung und ließen ihre Zelte, Rosse und Esel im Lager, wie es stand, und flohen, um ihr Leben zu retten. 8 Als nun die Aussätzigen an den Rand des Lagers kamen, gingen sie in eins der Zelte, aßen und tranken und nahmen Silber, Gold und Kleider und gingen hin und verbargen’s und kamen wieder und gingen in ein anderes Zelt und nahmen daraus und gingen hin und verbargen’s. Aber einer sprach zum andern: Lasst uns so nicht tun; dieser Tag ist ein Tag guter Botschaft. Wenn wir das verschweigen und warten, bis es lichter Morgen wird, so wird uns Schuld treffen. So lasst uns nun hingehen und es dem Hause des Königs ansagen“ (2. Kön 7,3-9).
Die vier Aussätzigen waren in einer aussichtslosen Lage. Sie lebten zwischen der Front und der Stadt. Als Aussätzige durften sie nicht in die Stadt. Wohin sollten sie gehen? In der Stadt wartete der sichere Tod, vor der Stadt wartete der sichere Tod. Im Lager der Aramäer gab es immerhin eine 50/50 Chance zu überleben, denn es war üblich, dass man Überläufer schonte. So machen sich die vier auf den Weg zum Lager der Aramäer und machen nun die unglaubliche Entdeckung: Das Lager ist leer!
Der Adjutant des Königs hatte zu Elisa gesagt: „Und siehe, wenn der Herr Fenster am Himmel machte, wie könnte das geschehen?“ Gott braucht keine Fenster am Himmel machen, um Getreide herabzuwerfen. Das Getreide, Mehl, Essen und Trinken in riesigen Mengen liegen in den Zelten der Aramäer vor der Stadt.
Ein Hörwunder geschieht! Die Aramäer meinen, das Heranrücken feindlicher Armeen zu hören – eine Übermacht. Sie sind überzeugt, dass König Joram sich mit den Hethitern (von Norden kommend) und den Ägyptern (von Süden kommend) verbündet habe. Die Aramäer flüchten zum Jordan (nach Osten hin), um einer Umklammerung zu entgehen. Es folgt eine panikartige Fluchtbewegung in Richtung Jordan. Sie lassen alles stehen und liegen.
Wenig später verbreitet sich die gute Nachricht in der belagerten Stadt und verbreitet sich wie ein Lauffeuer. Die Menschen der Stadt fallen über das leergefegte Heerlager her und finden Nahrungsmittel in riesigen Mengen. Innerhalb von einem Tag tritt auf wunderbare und völlig ungeahnte Weise ein, was niemand für möglich gehalten hat:
„Und es galt ein Maß feines Mehl einen Schekel und zwei Maß Gerste auch einen Schekel nach dem Wort des HERRN. 17 Aber der König bestellte den Ritter, auf dessen Arm er sich lehnte, in das Tor. Und das Volk zertrat ihn im Tor, sodass er starb, wie der Mann Gottes gesagt hatte, als der König zu ihm hinabkam. 18 Und es geschah, wie der Mann Gottes dem König gesagt hatte, als er sprach: Morgen um diese Zeit werden zwei Maß Gerste einen Schekel gelten und ein Maß feines Mehl einen Schekel im Tor von Samaria“ (2. Kön 7,16-18).
3.2 Gott macht das Unmögliche möglich
Wir sehen an dieser Geschichte: Gott erfüllt seine Zusagen allen Widrigkeiten und Wahrscheinlichkeiten zum Trotz: „Was bei den Menschen unmöglich ist, das ist bei Gott möglich“ (Lk 18,27). Ja, Gott schafft die Erde in sechs Tagen, Ja, er teilt das Meer und lässt Israel hindurchgehen, ja, er lässt Lahme gehen, Taube hören und Blinde sehen, ja er weckt die Toten auf, ja, er schafft einen neuen Himmel und eine neue Erde. „Was bei den Menschen unmöglich ist, das ist bei Gott möglich“ (Lk 18,27).
3.3 Fürchte dich nicht, glaube nur!
Und nun nagt in dir vielleicht doch diese zweifelnde Frage, des königlichen Adjutanten. „Und siehe, wenn der Herr Fenster am Himmel machte, wie könnte das geschehen?“ Ich möchte dir heute Mut machen, Gott das Unmögliche auch in deiner ganz persönlichen Lebenssituation zuzutrauen. Gott ist allmächtig und der souveräne Herr der Weltgeschichte und deiner ganz persönlichen Geschichte. Er weiß genau, was morgen geschieht und er bestimmt, was morgen geschieht. Er weiß genau, was in 100 oder 500 oder 1000 Jahren geschieht und er bestimmt, was in 100, 500 oder 1000 Jahren geschieht.
Ja, dieser Gott kann auch deine Situation wenden. Auch wenn es dir unmöglich erscheint. Vergiss es nicht: „Bei Gott ist kein Ding unmöglich“ (Lk 1,37). Er braucht keine Fenster am Himmel: Er hat tausend und mehr Wege in diese Welt und in DEIN Leben einzugreifen, deine Gebete zu erhören und Dinge zu tun, die du für völlig ausgeschlossen hältst. In Paul Gerhardts Lied „Befiel du deine Wege heißt es: „Weg hat Er allerwegen, an Mitteln fehlt’s Ihm nicht; Sein Tun ist lauter Segen, Sein Gang ist lauter Licht;“ Jesus kennt deine Sorgen, Jesus kennt deine Wünsche, Jesus kennt deine Tränen Jesus kennt deine Gebete und er sagt auch Dir: „Bei mir ist kein Ding unmöglich“ (Lk 1,37) und „Fürchte dich nicht, glaube nur!“ (Mk 5,36).
4. Ein Tag guter Botschaft, darum können wir nicht schweigen
4.1 Ein Tag guter Botschaft
„Als nun die Aussätzigen an den Rand des Lagers kamen, gingen sie in eins der Zelte, aßen und tranken und nahmen Silber, Gold und Kleider und gingen hin und verbargen’s und kamen wieder und gingen in ein anderes Zelt und nahmen daraus und gingen hin und verbargen’s. Aber einer sprach zum andern: Lasst uns so nicht tun; dieser Tag ist ein Tag guter Botschaft. (הַיֹּ֤ום הַזֶּה֙ יֹום־בְּשֹׂרָ֣ה). Wenn wir das verschweigen und warten, bis es lichter Morgen wird, so wird uns Schuld treffen. So lasst uns nun hingehen und es dem Hause des Königs ansagen. 10 Und da sie kamen, riefen sie die Torhüter der Stadt und sagten’s ihnen an und sprachen: Wir sind zum Lager der Aramäer gekommen, und siehe, da ist niemand mehr und keine Menschenstimme, sondern Rosse und Esel angebunden und die Zelte, wie sie dastehen. 11 Da riefen es die Torhüter aus, und man sagte es drinnen im Hause des Königs an“ (2 Kön 7,8-11).
Die Aussätzigen stillen erst einmal Hunger und Durst, sie vergraben Gold und Silber und stopfen sich die Taschen voll, aber dann geht es ihnen plötzlich durchs Herz. Wir sind satt. Wir haben das Brot die Fülle und unser Leben wurde gerettet, aber in der Stadt herrscht der Hunger. Es ist ein Tag guter Botschaft! Wir können das nicht verschweigen. Wenn wir das für uns behalten, machen wir uns schuldig am Hungertod von Tausenden. Wir müssen es ihnen sagen, damit auch sie leben. Und so rennen sie zurück zur Stadt und verkündigen die gute Nachricht den Wachen am Tor.
4.2 Das Evangelium von Jesus weitersagen
„Dieser Tag ist ein Tag guter Botschaft“. Das hebräische Wort für gute Botschaft ist „besrah“ (בְּשֹׂרָ֣ה). In der griechischen Übersetzung des Alten Testaments steht an dieser Stelle Evangelium, also die gute Nachricht. Diese Männer hatten eine gute Nachricht und sie wussten: Wir machen uns schuldig, wenn wir schweigen. Eine so herrliche und geniale Nachricht, eine lebensrettende Nachricht muss weitergesagt werden.
Als die Frauen zum Grab von Jesus kamen, da sagten die Engel ihnen die gute Botschaft: „Was sucht ihr den Lebenden bei den Toten? 6 Er ist nicht hier, er ist auferstanden.“ (Lk 24,5-6).
Konnten die Frauen das für sich behalten? Nein, niemals, sie rannten zu den Jüngern und sagten es weiter. Und als auch die Jünger Jesu begriffen hatten, dass Jesus von den Toten auferstanden ist, verkündigten sie in Jerusalem und später im ganzen Römischen Reich die Auferstehung von den Toten. Als man es ihnen verbieten wollte, sagen Petrus und Johannes: „Wir können’s ja nicht lassen, von dem zu reden, was wir gesehen und gehört haben“ (Apg 4,20).
Die gute Botschaft des gekreuzigten und auferstandenen Jesus Christus hat einen herrlichen Dreiklang: Wenn du an ihn glaubst und ihm im Leben und im Sterben vertraust, dann ist 1.) deine Sünde und Schuld vergeben, 2.) das Gericht für dich aufgehoben und 3.) der Tod für dich überwunden, er wird dich auferwecken von den Toten zum ewigen Leben.
Wie die vier Aussätzigen hatten auch die Jünger Jesu begriffen. Der Tag der Auferstehung ist ein Tag der guten Botschaft! Wir können dieses Evangelium von Jesus nicht für uns behalten, wir sagen es der sterbenden Stadt, wir sagen es einer sterbenden Welt. Wir würden uns schuldig machen, wenn wir es für uns behielten. Der Tod ist besiegt, in Jesus gibt es Brot des Lebens: Das muss ich weitersagen.
Und wenn du jetzt in eine neue Woche gehst, dann denke bitte an diese vier Aussätzigen. „Dieser Tag ist ein Tag guter Botschaft.“ Ja, stopf dir die Taschen voll, wie sie es taten! Stopf dir die Taschen voll mit dem herrlichen Evangelium und allen Zusagen des Wortes Gottes, aber dann gib auch den anderen das Brot des Lebens, damit auch sie satt werden und leben! Trage das Evangelium von Jesus, dem Brot des Lebens, in eine sterbende Stadt, in eine sterbende Welt. „Wir können’s ja nicht lassen, von dem zu reden, was wir gesehen und gehört haben“
Denn das ist der Wille meines Vaters, dass, wer den Sohn sieht und glaubt an ihn, das ewige Leben habe; und ich werde ihn auferwecken am Jüngsten Tage. (Johannes 6,40)
Johann Hesse, Predigt in der Evangelisch-freiklichlichen Gemeinde, Verden am 7.9.2025
Dieser Beitrag wurde erstellt am Sonntag 21. September 2025 um 6:18 und abgelegt unter Predigten / Andachten.














