Revolution durch Kommunion – Ein Aufruf zu einer evangelischen Rückgewinnung
Donnerstag 24. Juli 2025 von Crossbearers

„Als die Philister sich [in Lehi] zu einer Schar sammelten, war dort ein Ackerstück voll Linsen; und als das Volk vor den Philistern die Flucht ergriff, da trat [Schamma] mitten auf das Ackerstück und verteidigte es und schlug die Philister, und der Herr bewirkte eine große Rettung.“ (Samuel 23,11–12)
Austreten oder Auftreten? Das ist keine einfache Frage. Sie sollte nicht anhand eines einzelnen Bibelverses beantwortet werden. Es war fromm von Lot, vor der Zerstörung Sodoms zu fliehen, allerdings war es auch gerecht von Schamma, das Ackerstück mit seiner ganzen Kraft zu verteidigen und die Invasoren zu besiegen. Beides waren Rettungstaten des Herrn. Wenn Lot aus Loyalität zu Sodom geblieben wäre, hätte er sich aus Fanatismus verirrt. Wenn Schamma mit dem Rest geflohen wäre, wäre er aus Feigheit verfallen. Wie immer brauchen wir die Einsicht, die kommt, wenn wir „wachen und beten, damit wir nicht in Versuchung kommen“.
Was immer gilt, nämlich der Befehl „für den Glauben zu kämpfen, der den Heiligen ein für allemal anvertraut worden ist“ (Judas 3), ist nicht optional. Bei den Crossbearers (Deutsch: Kreuzträger) setzen wir uns für die Verteidigung dieses kostbaren Glaubens ein, insbesondere im Kontext der evangelischen Landeskirchen in Europa – selbst, wenn das, was unter uns geschieht, wie eine Kombination aus Sodom und Lehi aussieht. Uns inspiriert das Vorbild von Schamma, leidenschaftlich zu kämpfen, in der Hoffnung, dass der Herr „zehn Gerechte“ in den Landeskirchen finden wird und diese rettet. Wir sind aber auch bereit, mit nur einer Handvoll von Gläubigen voranzukommen, wenn der Herr es doch für angemessen hält, ein Urteil zu vollstrecken.
Die gute Nachricht ist, dass mehr als zehn Gerechte unseren Aufruf zum Handeln gehört haben. Wir können kämpfen nach dem Vorbild Schammas. Unsere Waffen sind das Wort und die Sakramente; unser Feind ist der Vater der Lüge; unser Feld sind die Kirchen der Reformation. „Mit unsrer Macht ist nichts getan; wir sind gar bald verloren“ – sagt der alte Lobgesang – „Es streit’ für uns der rechte Mann, den Gott hat selbst erkoren.“ Er ist noch heute bei uns. Das Maß an Wiederherstellung oder Zerfall unserer sichtbaren (Landes)Kirchen wird von unserer Entschlossenheit, vom Ausmaß an Widerstand unserer jetzigen Leitungen, letztlich aber von der Gnade Gottes abhängen. Das Haupt der Kirche bleibt ewiglich im Amt, sitzend zur Rechten des Vaters. Er tritt für uns vor dem Vater ein und leitet uns mitten durch diese Krise. Zu dieser Zeit ist es besonders hilfreich, die Unterscheidung zwischen Amt und Person in Erinnerung zu halten: ein Amtsträger mag unwürdig sein, dennoch bleibt sein Amt legitim. An diesem Punkt wird die Kirche zu einem zu tragenden Kreuz. Solange unsere Landeskirchen sich in ihren Verfassungen auf den Namen der Heiligen Dreifaltigkeit berufen, solange diese Verfassungen die Heilige Schrift zur Grundlage ihrer Lehre erklären, solange die Bekenntnisse, für die unsere Vorläufer eingetreten sind, namentlich bindend sind, solange haben wir einen triftigen Grund, für den christlichen Glauben von innen heraus zu kämpfen.
Ist das nicht ein ungleiches Joch? So fragen uns manche. Wie können Zeugen der Auferstehung in Partnerschaft mit denen sein, die sie leugnen? Wie können Anbeter des dreieinen Gottes assoziiert sein mit denen, die ihn mit heidnischen Göttern verwechseln? Wie können die, die die Welt zur Umkehr rufen, mit denen arbeiten, die die Sünde der Welt gutheißen? Doch hier stehen wir. Wir tragen unser Kreuz und folgen unserem Herrn – trotz des Widerstands der Gesellschaft und der verwirrten Kirche. Wir haben uns einem Kern von Werten verpflichtet, die gemäß unserem Gewissen eindeutig aus der Schrift entstammen. Dadurch können wir als zerstreuter Überrest einander finden, um einander zu stärken und einen gemeinsamen geistlichen Dienst zu üben. Nicht so mit denen, die diese Werte ablehnen.
Lieber Bruder und liebe Schwester! Wenn Ihre Kirchengemeinde von einer häretischen Leitung übernommen worden ist, nötigen wir Sie um Ihres Heils willen, einen sicheren Ort zu finden, wo Sie das Wort und die Sakramente empfangen können, sei es in der Landeskirche oder in einer gesünderen Kirche. Denn wir dürfen nicht an deren Häresie teilhaben (vgl. z.B. 2. Kor 6,14–17). Wir geben uns Mühe, die gesunden Gemeinden unserer Kirche zu finden und auf unserer Webseite bekannt zu machen. Gewinnt unser Zeugnis an Aufmerksamkeit, werden manche Mitgetaufte mit Neugier reagieren, manche mit Zustimmung und zugleich Menschenfurcht, und manche werden uns zum Angriffsziel machen aufgrund unserer Überzeugungen. Aber wir dürfen nicht schweigen. Wir haben einen doppelten Evangelisationsauftrag: zur verlorenen Welt und zur verwirrten Kirche. Darum reden wir von einer „evangelischen Rückgewinnung“. Jede weitere Person, die unsere Erklärung unterschreibt, ist ein weiteres Gewissen, das sich an das Wort Gottes bindet, und ein Sieg für das Reich der Himmel.
Die Frage einer sichtbaren Trennung ist belastet von Fehleinschätzungen und Ungeduld – ist aber manchmal auch erfolgreich gewesen. Gelingt eine Spaltung nicht, entsteht eine Narbe im Leib Christi. Richtig durchgeführt, wird abgestorbenes Gewebe entfernt. Dabei muß der Chirurg das Skalpell an der richtigen Stelle ansetzen. Einerseits gibt es den Fehler eines ungeduldigen novatianischen oder donatistischen Eifers. Hierbei flieht man vor Irrtum und Fehlverhalten und nimmt so viele Menschen wie möglich mit sich, anstatt die Kontroverse in einer „synodalen“ (d.h. gemeinschaftlichen) Weise zu lösen. Andererseits gibt es den Weg der Bekennenden Kirche, die eine Synode einberuft und die Irrlehre der „Deutschen Christen“ verdammt hat. Sie hat so einen Pfad für die Kontinuität der Kirche in Deutschland geebnet. Es ist eine Tragödie, wenn der bekennende Überrest angesichts einer schwer kompromittierten Kirchenleitung teilweise geht und teilweise bleibt. Dies schwächt das Gegengewicht in der ursprünglichen Institution ebenso wie die neue Institution. Letztendlich ist der Leib Christi insgesamt schwächer. Das ist leider in all unseren historischen protestantischen Denominationen in der letzten Generation passiert.
Wie sollen wir in dieser Generation vorgehen? Sollen die Gebliebenen die Gegangenen für Schismatiker halten und die Gegangenen die Gebliebenen für heterodox? Ist es vernünftig, unsere begrenzte Kraft für einen Streit über eine Scheidung zu verschwenden, die schon vor Jahrzehnten stattgefunden hat? Unsererseits hoffen wir, durch unsere öffentlichen Äußerungen eine orthodoxe Seite unserer Kirche zeigen zu können, die – anders als die lautere, gotteslästerliche Seite – mit dem Rest der allgemeinen Kirche in Dialog treten kann, insbesondere mit den Geschwistern, die sich denselben reformatorischen Bekenntnissen unterordnen. Unsere Kreuzträger-Bewegung besteht aus Gliedern sowohl von den Landeskirchen als auch von selbstständigen protestantischen Kirchen. Unser Ziel bleibt die Belebung der ursprünglichen Kirchen, aber dies hindert nicht, dass wir einander helfen: wir helfen diesen kleineren Institutionen, sichtbarer zu werden, und sie helfen uns in unserem gemeinsamen Zeugnis. Wir sind stets eins im Geist. Möge es Agape sein, was uns treibt, als Evangelisten innerhalb der Landeskirchen zu bleiben, und möge es auch fern von uns sein, uns unserer Kirchenmitgliedschaft zu rühmen, sondern nur des Kreuzes Christi.
Es weht ein Wind der Veränderung. Für uns Kreuzträger ist es ein Privileg, mit an die europäische Front zu kommen. Unsere Vorläufer stehen schon seit Jahrzehnten in diesem Kampf: manche beständig und kraftvoll, manche erschöpft. Wir freuen uns, uns zum Dienst zu melden und frische Begeisterung mitzubringen. Wir sind bereit, mit eigenen Einfällen einen Beitrag zu leisten, wie zum Beispiel unsere 95 Thesen, unsere Videos, unsere Kommentare in den sozialen Medien, unsere Gemeindebesuche, und unsere Veranstaltung in Wittenberg. Vor allem aber wollen wir einen Beitrag im Fasten und Gebet leisten. Wir sehen schon den Segen des Herrn in kleinen Siegen.
Lieber Bruder, liebe Schwester, bitte beten Sie für uns. Beten Sie, dass die Häresie des liberalen Deismus letztendlich von der Kirche getrennt wird. Zweihundert Jahre Kirchenkampf mit einer von der Offenbarung emanzipierten Vernunft reichen! Wir hoffen, Sie am Reformationstag in Wittenberg zu sehen (31.10./1.11.2025).
Jorge Mario Monsalve Guaracao, Dresden
Einladung nach Wittenberg und die 95 Thesen zum Herunterladen.
Dieser Beitrag wurde erstellt am Donnerstag 24. Juli 2025 um 16:23 und abgelegt unter Gemeinde, Kirche, Theologie.













