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Wie viel bin ich wert?

Während eines Vortrags zeigte der Redner seinen Zuhörern einen Scheck über 40 €. „Wer möchte diesen Scheck?“ fragte er. Alle meldeten sich. Auch nachdem er ihn zerknüllt und mit seinen Füßen zertrampelt hatte, hätte ihn jeder genommen. Sein Wert war trotz seines Aussehens nicht gemindert. Der Sprecher ermutigte daraufhin seine Zuhörer, sich niemals selbst klein zu sehen oder klein zu machen, egal wie andere mit einem umgehen. Der innere Wert eines Menschen kann durch Äußeres nicht zerstört werden. „Wie viel bin ich wert?“, macht sich oft fest an der Frage: „Wie viel bin ich anderen wert?“

Diese Frage beschäftigt hauptsächlich Frauen. Wir Frauen sind auf Beziehungen fixiert, was sicher von Gott in uns gelegt wurde. Aber er beabsichtigte nicht, dass wir uns damit quälen, sondern dass wir durch Vergebung und Neuanfang Beziehungen knüpfen und ordnen und uns fragen: Was kann ich in Zukunft anders machen? Leider fällt es uns Frauen manchmal schwer, die Schwierigkeiten im Miteinander gedanklich klar zu ordnen. Oft entgleiten sie uns und bringen uns zur Verzweiflung, weil wir leiden, verletzt sind oder uns schuldig fühlen. Frauen nehmen sich durch Vergleichen wahr. Frauen sind nicht so sehr auf rationale Wahrnehmung ausgerichtet. Sie nehmen sich vielmehr selbst wahr, indem sie sich mit anderen vergleichen. Besonders stark empfinden Frauen ihre Grenzen, wenn sie von Menschen, die sie lieben, kritisch beurteilt werden oder auf ihre Fehler hingewiesen werden, im schlimmsten Fall dafür abgelehnt werden.

Wie viel bin ich Gott wert? Daran muss sich mein Leben festmachen! Wem schenken wir unser Vertrauen? Wem glauben wir, wie viel wir wert sind? An wem haben wir unseren „Scheck“ festgemacht? Manch ein Scheck wurde zerknittert. Unser Scheck trägt diese Spuren. Wenn wir uns auf das Äußerliche konzentrieren, mögen wir uns selbst verachten, wegen der Art, wie wir damit umgegangen sind – oder wir werden bitter auf andere sein, die aus uns gemacht haben, was wir heute sind. Doch Gott spricht uns heute neu zu, auf den Wert des Schecks zu achten: „Du bist unendlich wertvoll; denn ich habe dich erschaffen. Diesen Wert in dir, grabe ihn neu aus. Du bist für mich so kostbar, dass ich meinen Sohn ans Kreuz geschickt habe, damit du die Ewigkeit mit mir verbringen kannst.“

Liebe dich selbst! Das heißt nicht, selbstherrlich zu sein, sich zum Maßstab aller Dinge zu machen, Korrektur abzulehnen, stolz andere zu verachten, die eigenen Gaben als die wichtigsten auf der Welt anzusehen oder unbeugsam seinen Willen durchzusetzen. Im Gegenteil! Wer sich selbst annimmt, weil Gott ihn angenommen hat, lässt sich durch andere nicht gleich verunsichern. Je kleiner wir uns selbst fühlen, um so stärker reagieren wir auf Verletzung. Wer sich als Geschöpf Gottes angenommen hat, weiß, Gott hat mich geschaffen. Ich bin wertvoll. Egal, welche Fehler ich habe oder mache, Gott liebt mich und steht zu mir.

Zum Nachdenken:

„Liebe dich selbst“ heißt: Nimm dich an als ein Geschenk Gottes! Freu dich an dir! Schau auf das, was er dir anvertraut hat, und danke ihm täglich dafür. Fröhlich wie ein kleines Kind komm zu deinem himmlischen Vater und schütte dein Herz vor ihm aus. Lass dich von ihm heilen. Du brauchst nicht vollkommen zu sein. Es genügt, dass Gott vollkommen ist.

Gebet

Ich bin so verunsichert durch all das, was im Leben schon zu mir gesagt wurde. Über meinem Leben steht: Nicht gut genug, nicht schnell genug, nicht schön genug, nicht geduldig genug etc. Herr, ich leide unter meinen Grenzen, meinen Fehlern und meinem Versagen. Ich weiß, wie dieses „nicht genug“ mich manchmal zu Fehlreaktionen treibt, weil ich wie ein Ertrinkender um mich schlage. Dann fühle ich mich schuldig und habe das Gefühl, noch weniger wert zu sein. Herr, hilf mir, diesem Kreislauf der Selbstablehnung und der Verzweiflung zu entfliehen. Ich will glauben, dass du mich wunderbar gemacht hast. Ich danke dir dafür, dass du mich liebst und dass diese Liebe durch mein Versagen nicht aufgehoben wird. Der Wert des Schecks, den du in mich geschrieben hast, ist beständig. Niemals wirst du mich aufgeben. Niemand kann mich aus deiner Hand reißen, nicht einmal ich selbst.

Merke:

Mit niemandem gehen wir so unbarmherzig um wie mit uns selbst. Eigentlich beleidigen wir damit Gott, der uns mit unseren Gaben und Grenzen geschaffen hat. Es kommt nicht auf unsere Intelligenz an. Vielleicht sollen wir im Vertrauen auf Gott das tun, was Er uns zeigt.

Quelle:

  1. Rundbrief (1. Quartal 2024) von “Family live mission. Familie – Leben – Mission.”
    www.FLM-INT.de