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Christi Weltreich, und wie es kommt. (Predigt über Psalm 2,8)

„Heische von mir, so will ich Dir die Heiden zum Erbe geben und der Welt Ende zum Eigentum.“
Beachtet, liebe Freunde, den wundervollen Kontrast zwischen der gewaltigen Erregung der Feinde des Herrn und der erhabenen Ruhe Gottes selbst. Er wird nichtbeunruhigt, wenngleich die Heiden toben und ihre Könige und Herren sich zum Kampfe rüsten. Er lacht und spottet ihrer. Wir sind oft niedergeschlagen und bedrückt und von dunkeln Vorahnungen erfüllt; Er aber thront in seinem ewigen Frieden und beherrscht den Aufruhr. Der Herr herrscht, und sein Thron ist unbeweglich und seine Ruhe bleibt ungestört. Welche Erhabenheit in dieser göttlichen Ruhe! Während die Heiden und ihre Könige miteinander beraten, wie sie seine Bande zerreißen und seine Seile von sich werfen können, hat Er ihre Anschläge bereits zunichte gemacht, und Er spricht zu ihnen „Aber ich habe meinen König eingesetzt auf meinem heiligen Berg Zion.“ „Ihr wollt nicht, dass mein Sohn über euch herrsche; aber Er herrscht dennoch. Während ihr tobtet, krönte ich Ihn. Hört, wie Er meinen Ratschluss verkündigt und seine Souveränität behauptet.“ Gott ist seinen Widersachern stets voraus; sie finden ihre Pläne zerstört, ehe sie anfangen konnten, sie auszuführen. Durch Gottes Ratschluss ist der hochgelobte Sohn des Allerhöchsten auf seinen Thron erhoben worden. Die Herren können seiner Hand das Zepter nicht entwinden und Ihm die Krone nicht vom Haupt reißen. Jesus herrscht und muss herrschen, bis alle seine Feinde zu seinen Füßen liegen. Schon die Idee, dass die tobenden Völker Ihn herniederreißen wollen, erregt den Spott Jehovahs; seine große Seele wird durch ihren Ungestüm nicht beunruhigt. Mehr, als wenn es zu einem Festmahl, denn zu einem Kampfe geht, spricht Gott der Herr zum Sohne des Königs, zu dem Gesalbten zu seiner Rechten und verleiht Ihm die höchsten Ehren. Es ist bekannt, dass bei großen Festen so mancher Monarch zu seinem Günstling sagt: „Bitte, was ich dir geben soll; heute soll dir nichts versagt werden.“ So sagt der große Vater zu seinem herrlichen Sohn, dem Fürsten des Friedens: „Heische von mir, so will ich Dir die Heiden zum Erbe geben und der Welt Ende zum Eigentum.“ Er lässt Ihn seinen Mund öffnen und ein unbegrenztes Reich fordern. Er will Ihm die entfernten Nationen, die ganze Welt zum Reiche geben. Aus diesem allen klingt ein Ton königlicher Festlichkeit heraus, der zu dem Lärm der Widersacher im seltsamen Gegensatz steht. Brüder, ich wünschte, dass wir in einem gewissen Sinn in diese erhabene Ruhe eingehen könnten. Da Gott so ruhig ist, könnten wir es auch sein. Wenn der Feldherr des Sieges sicher ist, geziemt es dem gewöhnlichen Soldaten, tapfer und hoffnungsvoll zu sein. Der Streit ist des Herrn, und da Er der Allmächtige ist, wäre Furcht hinsichtlich des Ausganges des Kampfes töricht und gottlos.
Wer kann dem Willen des Allmächtigen widerstehen? Wer kann zu Jehovah sagen: „Was machst Du?“ In dieser ewigen Allgenugsamkeit liegt unsre Ruhe, und wir können darum jede Besorgnis aufgeben. Stehe du still, mein müder Bruder, und siehe das Heil Gottes. Strecke deine besorgte Hand nicht aus, um die schwankende Lade zu halten, sondern wisse, dass Jehovah das Seine schützen kann. Lege deine Marthasorgen beiseite; sitze zu den Füßen deines Heilandes und horche auf seine Stimme. Er wird dir sagen, dass Gott noch herrscht und dass sein Gesalbter auch herrschen wird. Wenn der Himmel bewölkt ist, so ist die Sonne noch nicht erloschen, und wenn es scheint, dass die Mitternacht hereingebrochen ist, so kommt der Morgen doch. Alle Mächte der Finsternis können den kommenden Tag nicht aufhalten. Jehovahs fester Ratschluss bleibt eingegraben wie ein ewiges Erz, und keine List der Hölle kann auch nur eine Zeile auslöschen oder die Ausführung eines Planes verhindern. Gottes Plan wird ausgeführt werden, ohne dass er in einem Punkte misslingt, und es ist keine Ursache zur Unruhe vorhanden.
Wenn wir ruhiger und vertrauensvoller wären, würden wir unser Werk besser verrichten; denn gewinnen wir nicht an Weisheit und Mut, wenn wir ruhiger bleiben? Die Freude am Herrn ist die Stärke seiner Gläubigen. Glaubensgewissheit würde uns in den Stand setzen, hervorzugehen „schön wie der Mond, auserwählt wie die Sonne, und schrecklich wie die Heeresspitzen.“ Ach, unsre kurzsichtige Sorge, unser besorgtes Misstrauen und unser ängstlicher Argwohn machen uns unnütze Not, schwächen uns in
unsrer Tätigkeit und setzen uns den Angriffen unsrer Widersacher aus. O ihr, die ihr unter den Töpfen liegt und furchtsam euer Werk tut, erhebt euch zu größerm Mut! Möchte Gott geben, dass unser heutige Gegenstand uns von den bedrückenden Einflüssen errette, die uns umgeben, und uns erhebe zu der Gemeinschaft mit der Ruhe, in welcher Jehovah lächelnd thront und in welcher Er spricht: „Aber ich habe meinen König eingesetzt auf meinen heiligen Berg Zion.“
Unser Text legt uns n a h e, d a s s  d i e  R e i c h e  d e r  W e l t  u n d  d i e  W e l t  s e l b s t  C h r i s t i  E r b e  s i n d : „Ich will Dir die Heiden zum Erbe geben.“
Lasst uns zu unserm Trost die Lehre des Textes betrachten, dass der Herr Christo die Heiden zum Erbe und der Welt Ende zum Eigentum geben will. Ich nehme an, dass sich dies auf unsern Herrn als Mensch bezieht. Das Reich des Sohnes als Gott herrscht bereits über alles. Als Gott herrschte Er, und seine Herrschaft war nicht beschränkt, selbst nicht, als Er am Kreuze hing. Er war der „Ewigvater“, selbst als Er war„ein Kind geboren, ein Sohn gegeben.“ Diese Worte müssen verstanden werden, wie sie sich auf seine wunderbare Natur als Gott-Mensch, als Mittler beziehen; denn so legt sie der Apostel Paulus offenbar aus. Der geheimnisvolle Satz: „Du bist mein Sohn, heute habe ich Dich gezeugt,“ mag sich auf die tiefe und verborgene Wahrheit der ewigen Sohnschaft des Herrn beziehen; aber Paulus wendet ihn Apg. 13 an, als sich auf seine Auferstehung beziehend. Hier sind seine Worte: „Und wir verkündigen euch die Verheißung, die zu unsern Vätern geschehen ist, dass dieselbe Gott uns, ihren Kindern, erfüllt hat in dem, dass Er Jesum auferweckt hat, wie denn im andern Psalm geschrieben steht: Du bist mein Sohn, heute habe ich Dich gezeugt.“ In Auferstehungskraft tritt Christus auf, und so gibt es Ihm Gott, die Herrschaft über die Erde und alles, was darinnen ist, zu haben. Weil Er lebt und tot war, hat Er die Schlüssel der Hölle und des Todes. Kraft seiner Erniedrigung herrscht Er. Durch Leiden des Todes ist Er mit Preis und Ehre gekrönt. Das himmlische Heer proklamiert Ihn als würdig, das Buch zu nehmen und seine sieben Siegel zu öffnen, mit den Worten: „Denn Du bist erwürgt, und hast uns Gott erkauft mit Deinem Blut.“ Er stieg hernieder, auf dass Er auffahre über alle Himmel und alles erfülle. Wir sprechen darum von Jesu Christo, dem Auferstandnen, welcher einst starb, aber aus dem Grabe auferstand und die Erde mit dem Glanz des neuen Jerusalems vertauschte. Es ist unsre Überzeugung, dass dieser selbe Jesus über die ganze Welt herrschen wird.
Ich gehe auf die Frage nicht ein, ob dies vor seiner Wiederkunft erfüllt, oder ob es das Resultat seiner herrlichen Erscheinung sein wird. Es genügt mir, zu wissen, dass zu der einen oder andern Zeit unserm Herrn eine große Herrschaft gegeben wird, und dass sein Reich gewisslich alle Nationen der Menschheit umfassen wird. Die ganze Erde wird seiner Ehre voll werden; des Weibes Same wird der Schlange den Kopf zertreten und die Welt von deren Schleim reinigen.
Nehmet für einige Minuten eure Bibeln zur Hand, denn wir müssen uns auf Gottes eignes Wort berufen.
Ich nehme an, dass das Reich Christi so ausgedehnt werden wird, dass es die ganze Menschheit umfasst, erstens wegen der außerordentlichen Breite der Prophezeiung, welche 1. Mose 12,3 zu A b r a h a m geschah. Dies ist eine alte Bundesverheißung, welche sich auf Abraham als den Vater der Gläubigen und auf seinen einen großen Samen, Jesum, den verheißenen Messias bezieht. Hier sind die weitgehenden Worte: „In dir sollen gesegnet werden alle Geschlechter auf Erden.“ Gewiss ist das jetzt noch nicht so geschehen, dass der göttliche Sinn bereits erschöpft wäre. Wenngleich ich nicht daran zweifle, dass die ganze Erde wegen des Kommens Christi und seines Frieden machenden Todes und wegen der Verbreitung seines reinen Glaubens im gewissen Maße besser geworden ist, so kann ich doch nicht glauben, dass die Scharen, welche in der dicken Finsternis der Unwissenheit und des Götzendienstes leben und sterben, wirklich in solchem Maße in Christo gesegnet sind, dass man es einen Bundessegen nennen kann. Es muss noch etwas Besseres geben für alle Geschlechter der Erde, als das, was sie bisher
empfangen haben.
Auch J a k o b sagte, als er 1. Mose 49,10 von dem Schilo sprach: „Demselben werden die Völker anhangen.“ Jesus, unser großer Schilo, pflanzt ein Panier auf, und seine Erwählten sammeln sich in immer größer werdenden Scharen um Ihn, bis die von Babel Zerstreuten in Ihm ein neues Zentrum finden und ihnen in Ihm eine reine Sprache gegeben werden wird. Die Worte bedeuten nicht nur ein Versammeln, sondern einen willigen Gehorsam, der die Frucht des Glaubens und der Ausdruck der Frömmigkeit ist.
Dies läuft parallel mit dem Worte Pauli, Röm. 15,12: „Und abermals spricht Jesaja: „Es wird sein die Wurzel Jesse, und Der auferstehen wird, zu herrschen über die Heiden; auf den werden die Heiden hoffen.“ Es ist also augenscheinlich, dass die Nationen kommen werden, dem Messias zu vertrauen, und so werden sie ewiges Leben finden.
Wenn wir zu den P s a l m e n übergehen, treten wir hinsichtlich des Reiches unsers gelobten Herrn in das klare Licht der Prophezeiung ein. Unser Text steht vornan, und er ist für sich selbst ausreichend: Die Heiden sollen sein Erbe und der Welt Ende sein Eigentum sein. Wendet euch dem berühmten Passionspsalm, dem z w e i u n d z w a n z i g s t e n , zu. Die Ausdrücke hinsichtlich der Leiden des Gekreuzigten sind rührend. Ihr seht Ihn von den Spöttern angegafft, wie seine Zunge Ihm am Gaumen klebt, wie sein Herz wie Wachs in Ihm zerschmilzt, und doch, ehe der Psalm endet, macht die Klage dem
Triumph Platz, und der Sterbende ruft: „Es werde gedacht aller Welt Ende, dass sie sich zum Herrn bekehren und vor Ihm anbeten alle Geschlechter der Heiden. Denn der Herr hat ein Reich, und Er herrscht unter den Heiden. Alle Fetten auf Erden werden essen und anbeten; vor Ihm werden Knie beugen alle, die im Staube liegen.“ Diese Aussicht tröstete das Herz unsers sterbenden Meisters am Kreuz; möge sie auch uns trösten. Meint ihr, dass der gekreuzigte Herr hinsichtlich des Zweckes, für welchen Er starb, enttäuscht werden wird? Wollt ihr es wagen, zu behaupten, dass auch nur ein einziger Tropfen seines Blutes umsonst vergossen ward? Seid versichert, dass Er die Frucht der Mühsal seiner Seele sehen wird, bis selbst sein großes liebendes Herz zufrieden ist. Gott hat es gesagt: „Darum will ich Ihm eine große Menge zur Beute geben, und Er soll die Starken zum Raube haben, darum, dass Er sein Leben in den Tod gegeben hat,“ und ihr könnt euch darauf verlassen, dass der Herr Wort halten wird. Wendet euch dem 6 6 . P s a l m und daselbst dem vierten Verse zu, und da habt ihr ein ferneres Wort des Trostes: „Alles Land bete Dich an und lobsinge Dir, lobsinge Deinem Namen.“ Dieser Satz ist nicht nur die glühende Hoffnung eines enthusiastischen Anbeters, sondern eine vom Heiligen Geist inspirierte Stimme, die deutlich erklärt, dass alle Völker ihren Schöpfer unter herzlichem Lob und freudigem Gesang anbeten werden.
Wie glühend ist die Sprache des 7 2 . P s a l m s! Können wir zu Großes für unsern König erwarten, wenn wir der gnadenvollen Worte gedenken, die mit dem achten Verse beginnen: „Er wird herrschen von einem Meer bis ans andre, und von dem Wasser an bis an der Welt Ende. Vor Ihm werden sich neigen die in der Wüste, und seine Feinde werden Staub lecken. Die Könige am Meer und in den Inseln werden Geschenke bringen, die Könige vom Reich Arabien und Seba werden Gaben zuführen. Alle Könige werden Ihn anbeten, alle Heiden werden Ihm dienen.“ Lest weiter Vers 17: „Sein Name wird ewiglich bleiben; solange die Sonne währt, wird sein Name auf die Nachkommen reichen, und werden durch denselben gesegnet sein; alle Heiden werden Ihn preisen.“ Diese Ausdrücke schließen die fremdesten Stämme in sich und sie erwähnen besonders Nationen, welche sich rühmen, nie überwunden worden zu sein, wie die wilden Räuber der Wüste, welche vor Jahrhunderten der römischen Macht spotteten. Doch diese werden sich vor unserm Herrn beugen und Ihm freudig huldigen. Er wird sein Zepter schwingen, wo nie vorher ein Zepter anerkannt wurde; Er wird einen Thron errichten, wo alle andre Autorität verspottet wurde.
Ihr wollt nicht müde werden, wenn ich euch veranlasse, P s a l m 8 6, 9 nachzulesen. Da heißt es: „Alle Heiden, die Du gemacht hast, werden kommen und vor Dir anbeten, Herr, und Deinen Namen ehren.“ Es ist nicht nur eine äußerliche Anbetung, die dargebracht werden soll; denn die Heiden werden seinen Namen ehren, und das ist eine hohe Art des Lobes. Alle Heiden werden den Herrn ehren, und dies ist bis jetzt noch nicht geschehen.
Wir erwarteten zu finden – und wir sind in unsrer Erwartung nicht enttäuscht worden – dass J e s a j a hinsichtlich dieser Dinge gewisslich sprechen werde. Ich wünsche, dass ihr Gottes Wort viel lieber hört, als mein Wort, und darum wollen wir uns daran halten. Es wird euch Ermutigung und Herzenstrost bringen, zu wissen, was die Propheten in alten Zeiten sagten, da nur Israel das Licht hatte. Sie dachten nicht, dass das Licht auf ein besonderes Volk beschränkt sein würde, sondern sie erwarteten, dass dies Licht über Völker hereinbrechen werde, die in Finsternis saßen, und dass sie so den Herrn suchen würden. Lest, was Jesaja in seinem zweiten Kapitel sagt: „Es wird zur letzten Zeit der Berg, da des Herrn Haus ist, gewiss sein höher denn alle Berge, und über alle Hügel erhaben werden; und werden alle Heiden dazu laufen, und viele Völker hingehen und sagen: Kommt, lasst uns auf den Berg des Herrn gehen, zum Hause des Gottes Jakobs, dass Er uns lehre seine Wege, und wir wandeln seine Steigen. Denn von Zion wird das Gesetz ausgehen und des Herrn Wort von Jerusalem. Und Er wird richten unter den Heiden und strafen viele Völker. Da werden sie ihre Schwerter zu Pflugscharen und ihre Spieße zu Sicheln machen. Denn es wird kein Volk wider das andre ein Schwert aufheben und werden fortan nicht mehr kriegen lernen.“ Ich kann nur Beispiele anführen; denn der Stellen in Jesaja sind viele, die die allgemeine Ausbreitung des Reiches des Erlösers andeuten. Kapitel 49,6 heißt es: „Es ist ein Geringes, dass Du mein Knecht bist, die Stämme Jakobs aufzurichten, sondern ich habe Dich auch zum Licht der Heiden gemacht, dass Du seist mein Heil bis an der Welt Ende. So spricht der Herr, der Erlöser Israels, sein Heiliger, zu der verachteten Seele: Könige sollen sehen und aufstehen, und Fürsten sollen anbeten um des Herrn willen, der treu ist, um des Heiligen in Israel willen, der dich erwählt hat.“ Und Vers 12: „Siehe, diese werden von ferne kommen, und siehe, jene von Mitternacht, und diese vom Meer, und jene vom Lande Sinim.“
Und Jesaja steht in solchen Prophezeiungen nicht allein. Ich will nur ein Wort des Jeremia erwähnen, welches so besonders beweist, dass die von heidnischen Nationen unserm Herrn dargebrachte Huldigung die ihrer Herzen sein wird, und dass die Herrschaft Christi, was sie auch sonst sein mag, gewisslich eine geistliche Herrschaft sein wird. „Zur selben Zeit wird man Jerusalem heißen: des Herrn Thron, und werden sich daselbst sammeln alle Heiden um des Herrn Namens willen zu Jerusalem, und werden nicht mehr wandeln nach den Gedanken ihres bösen Herzens.“ (Jer. 3,17) Christus wird eine Herzensveränderung herbeiführen, wenn Er die Völker für sich gewinnt, und dies wird zu einer offenbaren Veränderung des Lebens führen.
D a n i e l , dieser Johannes des Alten Testaments, sah natürlich das kommende Reich des Gesalbten klarer als andre. Was sagt er Kapitel 7,18? „Aber die Heiligen des Höchsten werden das Reich einnehmen und werden es immer und ewiglich besitzen . . . bis der Alte kam und Gericht hielt für die Heiligen des Höchsten, und die Zeit kam, dass die Heiligen das Reich, einnahmen. . . . Aber das Reich, Gewalt und Macht unter dem ganzen Himmel wird dem heiligen Volk des Höchsten gegeben werden, dessen Reich ewig ist, und alle Gewalt wird Ihm dienen und gehorchen.“ Kann irgend etwas bestimmter sein, als dieses letzte Wort?
Seht, wie nach dem Propheten Z e p h a n j a (2,11) die Götzen vernichtet werden. „Schrecklich wird der Herr über sie sein; denn Er wird alle Götter auf Erden vertilgen; und sollen Ihn anbeten alle Inseln unter den Heiden.“ S a c h a r j a (9,10) sagt: „Denn Er wird Frieden lehren unter den Heiden, und seine Herrschaft wird sein von einem Meer bis ans andre und vom Wasser bis an der Welt Ende.“ „Und der Herr wird König sein über alle Lande. Zu der Zeit wird der Herr nur Einer sein, und sein Name nur einer.“ (14,9)
Um euch nicht zu ermüden, will ich keine Stelle mehr anführen. Mir ist es über allen Widerspruch erhaben, dass nach dem ganzen Lauf der Schrift das Reich sich über alle Teile der Erde, über alle Geschlechter und Zustände der Menschen ausdehnen wird und darum bitte ich euch, nie zu verzagen. Es ist die ungläubige Idee verbreitet, dass diese verschiedenen Religionen als Entwickelungen des religiösen Instinkts zu verschiedenen Zeiten aufgetaucht sind und dass sie alle sehr gut neben der unsern fortexistieren können.
Es wird zugegeben, dass die Religion Christi vortrefflich ist und dass sie große Nachfolge verdient, dass aber auch andre Religionen ihre Vorteile hätten und nicht verachtet werden dürften, nein, dass noch etwas Besseres als das Evangelium Christi entdeckt werden könnte. Dies ist in gewissen Kreisen laufendes Gerede, und wir möchten hier unsern Abscheu dagegen ausdrücken. Jesus wird seinen Thron mit niemand teilen. Weist solchen lästerlichen Gedanken weit von euch ab. Jesus muss herrschen, bis alle seine Feinde zu seinen Füßen liegen, und alle seine Rivalen sind seine Feinde. Wenn Jesus König ist, so ist Er der einzige und alleinige Potentat. Christen haben sich unter ein Banner eintragen lassen, das kein andres Panier neben sich duldet; sie dienen einem Fürsten, welcher nicht zugeben wird, dass seiner Herrschaft auch nur eine Provinz entrissen werde. Er wird herrschen immer und ewiglich als König aller Könige, als Herr aller Herren. Halleluja!
Möchte aus allen Herzen, die Ihn lieben, es gleich einem mächtigen Donnerschlag erschallen: Amen, so sei es!