- Gemeindenetzwerk - https://www.gemeindenetzwerk.de -

Die Abschaffung von Mann und Frau?

Gender Mainstreaming 
Die Abschaffung von Mann und Frau?

1          Die Wurzeln des Gender-Mainstreaming

1.1       Gender-Mainstreaming definiert

Das englische Wort „Gender“ bezeichnet das soziale Geschlecht im Gegensatz zum biologischen Geschlecht (engl.: sex). „Mainstreaming“ bedeutet, etwas in den Hauptstrom einbringen. Gender Mainstreaming besagt, dass in allen Entscheidungen und Vorgängen innerhalb von Behörden und Organisationen immer auch der Gesichtspunkt des Geschlechts beachtet werden muss.

In der Definition des Europarates von 1998 wird dies so ausgedrückt:

 „Gender Mainstreaming besteht in der Reorganisation, Verbesserung und Evaluierung politischer Prozesse mit dem Ziel, eine geschlechterbezogene Sichtweise in allen politischen Konzepten auf allen Ebenen und in allen Phasen durch alle an politischen Entscheidungen beteiligten Akteure und Akteurinnen einzubeziehen.“[1] [1]

1.2       Die Theorie hinter Gender Mainstreaming

Hinter dem politischen und organisatorischen Verfahren des Gender Mainstreaming steht die sogenannte Gender-Theorie. Diese speist sich aus verschiedenen ideologischen und philosophischen Wurzeln.

1.2.1    Marxismus

„Die Geschichte aller bisherigen Gesellschaften ist die Geschichte von Klassenkämpfen. Freier und Sklave, Patrizier und Plebejer, Baron und Leibeigener, Zunftbürger und Gesell, kurz Unterdrücker und Unterdrückte standen in stetem Gegensatz zueinander, führten einen unterbrochenen, bald versteckten, bald offenen Kampf, einen Kampf, der jedes Mal mit einer revolutionären Umgestaltung der ganzen Gesellschaft endete oder mit einem gemeinsamen Untergang der kämpfenden Klassen.“[2] [2]

 Schon Marx und Engels wussten, dass sie bei der Familie ansetzen mussten, um eine klassenlose Gesellschaft zu erreichen. Die Produktion (Erwerb) und Reproduktion (Zeugung und Erziehung von Kindern) sollten aus der Hand der Unterdrücker (der Männer) in die Hand der Unterdrückten (der Frauen) gegeben werden. Später sollten die Produktionsmittel ganz in das Gemeineigentum übergehen. Die Feministin Kate Miller schreibt: „In the subjection of female to male, Engels (and Marx as well) saw the historical and conceptual prototype of all subsequent power Systems, all invidious economic relations, and the fact of oppression itself.“[3] [3] Unterdrückung und Ungerechtigkeit in der Menschheitsgeschichte haben ihren Ursprung im hierarchischen Verhältnis der Geschlechter innerhalb der patriarchalisch verfassten Familie. Mit dem Gender Mainstreaming soll über die völlige Gleichstellung der Geschlechter innerhalb von Familie und Gesellschaft das Ziel der gerechten (klassenlose) Gesellschaft erreicht werden. 

1.2.2    Feminismus

Das Gender-Manifest fordert: „Eine reflektierende Gender-Praxis ist sich der Wurzeln der Gender-Arbeit im feministischen Bewegungen bewusst und stellt den Bezug zu diesen Wurzeln her.“[4] [4] Der aus der Frauenbewegung hervorgegangene Feminismus verfolgt das Ziel, die volle Gleichstellung und Gleichberechtigung der Frauen in allen Bereichen der Gesellschaft zu erreichen. Radikal feministische Bewegungen kämpfen gegen die individuelle und gesellschaftliche Herrschaft der Männer. Zu den radikaleren Vertretern gehört z. B. Shulamith Firestone: „so muss die feministische Revolution … nicht einfach auf die Beseitigung männlicher Privilegien, sondern auf die des Geschlechtsunterschiedes selbst zielen.“[5] [5] In einer wirklich klassenlosen und gerechten Gesellschaft hätte das Geschlecht „nicht mehr gesellschaftliche Relevanz als die Augenfarbe oder die Länge der Zehen.“[6] [6] Shulamith Firestone gilt als eine der radikalsten Vertreterinnen des Gender-Feminismus. Sie fordert die völlige sexuelle Freiheit „…a reversion to an unobstructed pansexuality.“ „Adult /child and homosexual sex taboos would disappear, as well as nonsexual friendship. …All close relationships would include the  physical.“[7] [7]  Durch diese totale sexuelle Befreiung der Gesellschaft würde es zur endgültigen Auflösung von Ehe und Familie kommen. Da die sexuelle Unterdrückung (der Frau) in der Ehe der Ursprung aller gesellschaftlichen Unterdrückungsmechanismen ist, könnte über diese pansexuelle Befreiung die Beseitigung der Ehe und damit der Wurzel aller Unterdrückungsmechanismen erreicht werden.

1.2.3    Konstruktivismus

Die philosophische Denkrichtung des Konstruktivismus spielt ebenfalls eine entscheidende Rolle im Gedankengebäude der Gender-Theorie. Der Konstruktivismus geht von einer „erfundenen Wirklichkeit“ aus. Er geht dabei auch auf Kant zurück, der sagte, dass die Wirklichkeit durch unseren Erkenntnisapparat aufgebaut „konstruiert“ wird.[8] [8] Hier kommt nun ein weiterer Begriff ins Spiel: Die Dekonstruktion. Wenn die Wirklichkeit nur konstruiert ist, kann sie auch dekonstruiert und neu aufgebaut werden. Genau dieses philosophisch begründete Konzept spielt in der Gender-Agenda eine zentrale Rolle. Eine der einflussreichsten Autorinnen der Gender-Theorie ist die amerikanische Philosophin und Professorin für Literaturwissenschaft Judith Butler. In ihrem 1991 erschienenen Buch „Das Unbehagen der Geschlechter“ (Gender Trouble, 1990), werden folgende Aussagen gemacht:

– Es gibt beliebig viele, frei wählbare Geschlechter

– Es gibt kein „wahres“ männliches oder weibliches Geschlecht. Sie gelten als gesellschaftlich konstruierte Begriffe.

– Nicht nur „gender“, sondern auch „sex“ ist ein konstruierter Begriff

– Ziel muss die „Dekonstruktion“, d. h. die Auflösung von Mannsein und Frausein sein.[9] [9]

Stephanie Korinek schreibt in ihrer Dissertation: „Für Butler ist Geschlechtsidentität (Gender) nur eine kulturell bestimmte Rolle, die der sexuell bestimmte Körper annimmt. Weiter ist für Butler aber weder „Gender“ (Geschlechtsidentität) noch „sex“ (Geschlecht) eine konstante Größe noch besteht zwischen beiden eine Kontinuität. Da Gender auf gesellschaftlichen Faktoren beruhe, die aber wandelbar sind, folgert sie daraus, dass die Geschlechtsidentität ebenso wandelbar ist.“[10] [10]

 1.3       Die politische Geschichte des Gender Mainstreaming

Der Begriff wurde erstmals 1985 auf der 3. UN-Weltfrauenkonferenz in Nairobi diskutiert und 10 Jahre später auf der 4. Weltfrauenkonferenz in Peking propagiert. Im Zuge der 4. Weltfrauenkonferenz in Peking wurde Gender Mainstreaming in die europäische Gleichstellungspolitik eingeführt. Mit dem Amsterdamer Vertrag von 1999 wird das Konzept zum offiziellen Ziel der Gleichstellungspolitik der EU. Art. 2 und Art. 3 Absatz 2 dieses EG-Vertrags verpflichten die Mitgliedstaaten zu einer aktiven Gleichstellungspolitik im Sinne des Gender Mainstreaming. Am 23. Juni 1999 wird die Gleichstellung als durchgängiges Leitprinzip politischen Handelns durch die Bundesregierung anerkannt. Es wird beschlossen diese Aufgabe mittels der Strategie des Gender Mainstreaming zu fördern.

2          Die Ziele des Gender Mainstreaming

2.1       Gleichstellung der Geschlechter

Das primäre Ziel des Gender Mainstreaming auf internationaler, europäischer und nationaler Ebene ist die völlige Gleichstellung und Gleichberechtigung der Geschlechter. Hier ein Auszug aus der Internetseite des Genderkompetenzzentrum an der Berliner Humboldt Universität: „Gleichstellung ist das Ziel, das gemäß Art. 3 Abs. 2 S. 2 GG tatsächlich – und nun mit Hilfe von Gender Mainstreaming verwirklicht werden soll. Mit Gender Mainstreaming sollen also Veränderungen im Geschlechterverhältnis bewirkt werden, um Diskriminierungen von Frauen und Männern in der Gesellschaft zu hindern.“ [11] [11] In Behörden, Unternehmen und anderen Organisationen sollen möglichst 50/50 Verhältnisse der Geschlechter auf allen Ebenen der Hierarchie erreicht werden. Von der Chefetage an bis in alle Bereiche der Organisation soll eine Gleichstellung der Geschlechter erreicht werden. Das Ziel ist die völlige Gleichberechtigung der Geschlechter in organisierten Strukturen.

2.2       Gleichbehandlung der Lebensformen

Anhand der Veröffentlichungen zum Thema Gender Mainstreaming aus Politik und Kirche kann deutlich abgelesen werden, dass die Gleichstellung der Geschlechter das primäre Ziel der Gender-Politik ist. Einher geht damit aber auch das Ziel der Gleichbehandlung. Dies wird zum Beispiel auf der Internetseite des Genderkompetenzzentrums der Berliner Humboldt Universität deutlich:

„Gender-Kompetenz ist die Voraussetzung für erfolgversprechende Gleichstellungspolitik. Keine Gesellschaft darf sich heute Ausgrenzung und Diskriminierung und eine Fixierung auf überkommene Rollenbilder leisten. Zukunftsfähigkeit hängt auch davon ab, für Gleichheit, für Gleichstellung, für Chancengerechtigkeit zu sorgen. Gleichstellung anerkennt Menschen in ihrer „Diversität“ hinsichtlich des Geschlechts und der sexuellen Orientierung, der Herkunft und des Glaubens, der Mobilität und des Alters – so verwirklicht Gleichstellungspolitik die Versprechen der Grund- und Menschenrechte, frei von Diskriminierung leben zu können. Es geht also darum, Menschen in ihren unterschiedlichen Lebenslagen gerecht zu werden, ihnen Teilhabe und echte Wahlfreiheit zu ermöglichen.“[12] [12]

Es geht bei der Strategie nicht nur um die Gleichstellung der Geschlechter, sondern auch um die Gleichbehandlung aller Lebensentwürfe, es geht um Akzeptanz der „Diversität,“ einschließlich der Akzeptanz der sexuellen Orientierung möglichst bis in alle Bereiche der Gesellschaft hinein. Die Gender-Theorie ermöglicht die Überwindung einer bipolaren Geschlechtlichkeit und damit die Fixierung auf eine sogenannte „Zwangsheterosexualität.“ Gender kennt viele „Geschlechter“: Homosexuelle, Lesben, Bisexuelle, Transsexuelle. „GLBT“ steht für gay, lesbian, bisexual, transgender und wird als offizielle Abkürzung in amtlichen Dokumenten der EU gebraucht.[13] [13] Diese Lebensweisen sollen gleichberechtigt neben anderen Lebensformen wie der in der Ehe gelebten Sexualität stehen

2.3       Die Überwindung der Zweigeschlechtlichkeit

In seiner radikaleren Form gehen die Forderungen des Genderismus weit über die Ziele der Gleichstellung und der Gleichbehandlung hinaus. Oder anders gesagt, es wird versucht das übergeordnete Ziel der gendergerechten Gesellschaft auf dem Wege der Überwindung der Zweigeschlechtlichkeit zu erreichen. Es lohnt sich diesbezüglich die Forderungen des Gender-Manifestes zu lesen. In diesem Dokument aus dem Jahr 2006 fordern gendertheoretisch orientierte Wissenschaftler eine konsequentere Umsetzung der Gender-Theorie in die Praxis.[14] [14]

„Undoing Gender in diesem Sinne löst die Knoten und Bindungen und Verstrickungen der bipolaren hierarchischen Geschlechterordnung, öffnet die straffe Schnürung des oben skizzierten Genderkorsetts und hebt langfristig die noch fortbestehenden Wirkungen der Geschlechterhierarchierungen auf – dies alles zugunsten einer individuell gestaltbaren gleichwertigen und gleichberechtigten Geschlechtervielfalt und einer partnerschaftlichen und solidarischen Neuaushandlung der Geschlechterverhältnisse“.[15] [15] Es wird eine reflektierende Gender-Praxis mit u. a. folgenden Punkten gefordert:

– Konstruktionen von Zweigeschlechtlichkeit als solche benennen

– Das Genderkorsett aufbrechen

– Gender dekonstruieren und damit Spielräume für vielfältige geschlechtliche Existenz und Lebensweisen öffnen

Unter dem Stichwort „undoing Gender“ wird gefordert:

– Verlernen von Geschlechterstereotypen als Chance statt als Bedrohung wahrzunehmen

– Die Geschlechterordnung (dosiert) irritieren statt von weiblichen und männlichen bzw. geschlechtsspezifischen Verhaltensweisen sprechen

– Für Offenheit und Unabgeschlossenheit des eigenen Identitätsverständnisses motivieren

 Die erste der fünf  Schlußfolgerungen am Ende des Manifestes fordert: „Eine reflektierende Gender-Praxis wendet sich gegen die Reproduktion der Zweigeschlechtlichkeit und bietet stattdessen eine Analyse ihrer Ursachen, Funktionsweisen und Auswirkungen, um Lösungen für ihre langfristige Überwindung zu suchen.“[16] [16] Hier wird nun unmissverständlich eine Überwindung der Zweigeschlechtlichkeit von Mann und Frau gefordert. Der Titel unseres Vortrages fragt: Die Abschaffung von Mann und Frau? Hier wird genau das gefordert. Die Irritation und Überwindung der Zweigeschlechtlichkeit und langfristig damit die Abschaffung von Mann und Frau in ihrer von Gott gestifteten Zuordnung aufeinander in der Ehe. Je mehr Menschen sich für frei wählbare sexuelle Identitäten und selbstbestimmte und veränderliche sexuelle Orientierungen entscheiden, desto weniger wird unsere Gesellschaft durch die Ehe geprägt sein. Die Überwindung der Ehe aber bedeutet nach marxistisch-feministischer und gender-theoretischer Lesart die Überwindung ungerechter Strukturen in der Gesellschaft. In seiner letzten Konsequenz will der marxistisch-feministisch orientierte Genderismus die Überwindung gesellschaftlicher Ungerechtigkeiten durch die Überwindung der ehelichen Mann-Frau Zuordnung. 

 3          Die Auswirkungen des Genderismus

 3.1       Die Zerstörung der Zweigeschlechtlichkeit

Die Forderung nach der „Überwindung der Zweigeschlechtlichkeit“ verrät, was der Genderismus auf lange Sicht erreichen will: Die Erschütterung und in letzter Konsequenz Überwindung der Zuordnung von Mann und Frau in einer exklusiven ehelichen Verbindung. Die Gendertheorie geht von einer grundsätzlichen Offenheit von sexueller Identität und Orientierung aus. Wer in der Ehe merkt, dass er bisexuelle und homosexuelle Empfindungen hat, soll diese nicht etwa mit seelsorgerlicher Hilfe überwinden, sondern annehmen und ausleben. Es muss nicht weiter entfaltet werden, welche zerstörerische Wirkung diese Sicht auf unsere Ehen hat. Aus genderorientierter Perspektive kann es für die Ehe keinen besonderen Schutz geben. Alle sexuellen Identitäten und sexuellen Orientierungen sind in einer Gesellschaft ganz und gar gleichwertig und völlig gleich zu behandeln. Das Lebenspartnerschaftsgesetz steht ganz in dieser Linie und trägt zur Auflösung der Ehe in unserer Gesellschaft massiv bei. Die christlichen Kirchen könnten auf Grundlage des biblischen Menschenbildes diesen zerstörerischen Kräften entgegenwirken. Kirchliche Veröffentlichungen zum Thema „Gender-Mainstreaming“ zeigen aber, dass man die „Gender-Mainstreaming“ Vorgaben zum Teil völlig unkritisch übernimmt. In diesem Zusammenhang der keineswegs kritisch verstandene Fußnotentext aus einer Veröffentlichung der nordelbischen Kirche:

„Geschlechtergerechtigkeit bedeutet in letzter Konsequenz die Überwindung des bipolaren Geschlechterkonstrukt hin zu einem Bild, das alle Möglichkeiten, die sich zwischen den idealen von Männlichkeit und Weiblichkeit auftun, umfasst. Auch wenn uns dieses Konstrukt (!) heute noch als analytische Kategorie hilft, Unterschiede wahrzunehmen und einzuordnen, muss (!) es auch um Interesse all der Menschen, die aus diesem Schema herausfallen (Intersexuelle, Transsexuelle, Queer-Menschen) zur Dekonstruktion, zur Erweiterung und damit zur Auflösung des bipolaren Geschlechtermodells kommen.“[17] [17]

3.2       Die Zerstörung der ehelichen Ordnungsstruktur

Insbesondere muss der Genderismus eine geistliche Haupt-Unterordnungsstruktur innerhalb der Ehe von Mann und Frau bekämpfen. In der von der Evangelischen Frauen- und Männerarbeit herausgegebenen Broschüre „Alles Gender oder was?“ heißt es: „Wer sich auf die biblische Botschaft beruft, kann daraus also keinerlei Form geschlechtlicher Unterordnung oder Überordnung als Ausdruck göttlichen Willens ableiten.“[18] [18] Die guten und segensreichen Ordnungen Gottes für die Ehe von Mann und Frau werden als interessegeleitete, menschliche Versuche theologischer Tradition verunglimpft und zur Seite gewischt.

3.3       Die Schwächung der Familie

Wenn es auf Wahlplakaten der CDU heißt: „Wir haben die Kraft für starke Familien“, dann steht das im eklatanten Widerspruch zu den politischen Leitlinien der Familienministerin. Die Politik von Frau von der Leyen ist massiv genderorientiert. Frauen sollen nicht als Mütter und Hausfrauen arbeiten, sondern als Abteilungsleiterinnen und Automechanikerinnen. Das Bild der Frau als Mutter gilt als verpönt, man möchte Frauen, die im Businessanzug und mit Laptop in einen Businessjet steigen. Die gegenwärtige Krippenpolitik stärkt nicht das Wohl der Kinder, sondern entfremdet Kinder von Mutter, Vater und Familie. Frau von der Leyen betreibt paradoxerweise unter dem Druck der Wirtschaft eine marxistisch-feministische Familienpolitik (siehe dazu auch Fußnote [24] [19]), die unsere Familien weiter schwächen und die demographische Krise weiter verstärken wird.

3.4       Die Verwirrung der Rollenbilder

Es ist Ziel einer genderorientierten Politik männliche und weibliche Identitäten zu verwirren. Möglichst soll diese bereits in der Kindererziehung berücksichtigt werden. Traditionelle Rollenbilder sind politisch verpönt. Es ist sehr aufschlussreich Kinderbücher vergangener Tage zu lesen. In Else Urys Kinderbuch „Professors Zwillinge“ haben wir den beruflich erfolgreichen Vater und die treu sorgende Mutter, die sich um Haushalt und Kinder kümmert. Der Zwilling Herbert interessiert sich für den rauchenden Vesuv und wildes Getier. Die Zwillingsschwester Suse hat eine Puppe aus dem Schwarzwald, liebt Blumen und hat eine mütterliche Art und sorgt sich rührend um den armen Klassenkameraden Paul.[19] [20] Beim Lesen dieses Buches wird einem bewusst, dass genau diese Rollenbilder heute nicht mehr erwünscht sind. In einem Schulbuch für die dritte Klasse wird ein Junge beschrieben, der die Farbe „Pink“ als seine Lieblingsfarbe und Ballet als sein Hobby angibt. Als ein Mitschüler sich darüber befremdet äußert, wird er von der Lehrerin zurechtgewiesen. Auf den ersten Blick alles sehr harmlos, wenn es hier nicht um die gezielte Umsetzung ideologisch motivierter politischer Vorgaben ginge.

Gender Mainstreaming verändert Rollenstereotype und Geschlechterklischees. Denn: Gesellschaftlich, sozial und kulturell geprägte Geschlechtsrollen sind erlernt und somit veränderbar.[20] [21] Während Frauen sich nicht mehr als Ehefrau und Mutter begreifen sollen und hierin ein erstrebenswertes Lebensziel sehen sollen, sollen Männer wiederum weicher und weiblicher werden. Durch Bundesministerien geförderte Programme wie „Girls Day“ ermutigen Mädchen, sich für technische Berufe zu entscheiden oder allgemein für Berufe, die bisher vor allem von Männern gewählte Berufe gewesen sind.[21] [22] Die ebenso staatlich geförderte Initiative „Neue Wege für Jungs“[22] [23] motiviert Jungs, sich für bisher vor allem von jungen Frauen gewählte Berufe zu öffnen.[23] [24] „Coole Jungs“ werden Frisör. Die demographische Krise offenbart, wie sehr diese Programme an der Wirklichkeit vorbeischießen. Während es wohl kaum eine dringlichere Aufgabe gibt, als junge Mädchen für den Vollzeitberuf „Mutter“ zu motivieren, will man genau das Gegenteil erreichen. Genderpolitik löst nicht die Probleme unserer Zeit, sondern setzt ein gesellschaftszersetzendes ideologisches Programm um.[24] [19]

In den „Leitlinien zur Verankerung der geschlechterbewussten Ansätze in der pädagogischen Arbeit mit Mädchen und Jungen in der Jugendhilfe“, den sogenannten  Berliner Leitlinien, für die unter anderem die Berliner Senatsverwaltung verantwortlich ist, heißt es: „Gesellschaftliche Männlichkeitskonstruktionen sollen aufgedeckt und reflektiert werden, um sie dekonstruieren zu können.“ In Kindertagesstätten „wird darauf geachtet, dass Spielmaterial, Bücher, Hörkassetten usw. vorhandene Geschlechtsrollenklischees nicht reproduzieren, sondern Mädchen und Jungen bzw. Frauen und Männer in vielfältigen Rollen, Berufen, Eigenschaften und Fähigkeiten zeigen… Es werden Angebote bereitgestellt, die einseitigen Geschlechtsrollenzuschreibungen entgegenwirken.“ „Professors Zwillinge“ von Else Ury wird es in diesem Kindergarten sicher nicht geben. Politisch unerwünschte Kinderbücher.

3.5       Die Zerstörung der Sexualität

Genderismus wirbt für die „Unabgeschlossenheit des eigenen Identitätsverständnisses.[25] [25] Gender kennt ein breites Spektrum von Geschlechtern. Sowohl die eigene Geschlechtsidentität als auch die sexuelle Orientierung gelten als „unabgeschlossen“ und sollen unter dem Gesichtspunkt der „Offenheit“ gelebt werden. Aus der Perspektive des Genderismus ist es normal, wenn ein verheirateter Mann, sich zur Frau umoperieren lässt, um erst eine Zeit lang mit einer Frau und später mit einem Mann zusammenzuleben. „Im Interesse all der Menschen, die aus diesem (zweigeschlechtlichen) Schema herausfallen (Intersexuelle, Transsexuelle, Queer-Menschen) muss es zur Dekonstruktion, zur Erweiterung und damit zur Auflösung des bipolaren Geschlechtermodells kommen.“[26] [26] Homosexualität wird bereits heute in Schulbüchern, in Aufklärungsbroschüren und in Kinderbüchern als positiv zu bewertender Normalzustand dargestellt. Kinder (und Erwachsene) sollen lernen, dass Homosexualität „normal“ oder sogar erstrebenswert ist. Es ist bekannt, dass junge Frauen und Männer gerade in Kindheit und Jugend klare identitätsstiftende Leitlinien und Vorbilder brauchen, um die eigene sexuelle Identität und Orientierung herausbilden zu können. Diese Leitlinien werden ihnen genommen, wenn ihnen Bi- und Homosexualität als Normalzustand vorgelebt wird, sowie die Wahlfreiheit des eigenen Geschlechts suggeriert wird. Wird Gender Mainstreaming konsequent umgesetzt, werden wir zunehmend junge Menschen erleben, die in Bezug auf ihre sexuelle Identität und Orientierung in Verwirrung geraten.

3.6       Das gegenderte Gottesbild

Der Angriff auf die Ehe und die Zweigeschlechtlichkeit von Mann und Frau ist zugleich ein Angriff auf das Gottesbild. Denn Gott schuf den Menschen zu seinem Bilde, zum Bilde Gottes schuf er ihn; und schuf sie als Mann und Frau (1Mose 1,27). Nach neutestamentlicher Lehre bildet die Ehe die Gemeinschaft von Christus und seiner Braut der Gemeinde ab (Eph 5,21-33) Wer die Zweigeschlechtlichkeit überwinden und die Ehe zerstören will, greift zugleich nach dem Ebenbild Gottes.[27] [27] Wer die Ehe verdunkelt, verdunkelt damit auch das Ebenbild Gottes auf Erden. Gender – Mainstreaming ist also nicht nur eine ehefeindliche, sondern auch eine gottfeindliche Bewegung, die das Gottesbild verzerren und zerstören will. Dem entspricht der Versuch, über die Bibel in gerechter Sprache, ein gegendertes und damit verzerrtes Gottesbild in unsere Kirchen und Gemeinden hineinzutragen. Im „Vater Unser“ heißt es in gendergerechter Sprache: „Du, Gott, bist uns Vater und Mutter im Himmel.“

4          Eine Antwort aus christlicher Perspektive

4.1       Geschaffen als Mann und als Frau

„Und Gott schuf den Menschen zu seinem Bilde, zum Bilde Gottes schuf er ihn; und er schuf sie als Mann und Frau“ (1Mose 1,27). Das biblische Menschenbild weiß um die Geschöpflichkeit des Menschen. Gott schuf ihn als Mann und als Frau. Dies entspricht auch der von uns alltäglich erfahrenen und wissenschaftlich belegten Wirklichkeit. Wir finden uns selbst als Mann oder als Frau vor und können unser Geschlecht eben nicht frei wählen. Es ist auch alltäglich erfahrbar sowie wissenschaftlich belegbar, dass die vorgefundene körperliche Geschlechtlichkeit zugleich auch Auswirkungen auf die Psyche, unsere Neigungen und Fähigkeiten hat. Die Rollen, die wir gesellschaftlich einnehmen, sind eben nicht frei veränderbar und frei wählbar, sondern haben wesentlich mit unserer geschöpflich vorgegebenen Geschlechtlichkeit zu tun. Als Mann kann ich kein Kind austragen, genauso wenig wie eine Frau zumeist aufgrund anatomischer Vorgaben nicht im Bergbau arbeiten sollte. Da unsere eigene und die uns umgebende Umwelt geschaffene Wirklichkeit ist, ist das philosophische Denkgebäude des Konstruktivismus ad absurdum geführt. Was erschaffen ist, ist wirklich da. Ich kann es nicht rekonstruieren und dekonstruieren, um es dann zu verändern und zu überwinden. Die Zweigeschlechtlichkeit des Menschen kann nicht dekonstruiert und überwunden werden. Der Versuch dies über staatliche Umerziehung dennoch zu tun, wird entweder scheitern oder eine Gesellschaft in den Untergang führen.

4.2       Die Ehe ist Gottes gutes Zukunftsmodell

„Darum wird ein Mann seinen Vater und seine Mutter verlassen und seiner Frau anhangen und sie werden ein Fleisch sein“ (1Mose 2,24). Das Zukunftsmodell für ein geschlechtergerechtes Zusammenleben von Männern und Frauen in einer Gesellschaft ist und bleibt die Ehe. Gott schenkt dem Menschen seine männliche oder weibliche Identität und bindet ihn in der Ehe an einen Menschen des jeweils anderen Geschlechts. Das gelingende Miteinander in der Ehe korrespondiert mit einer göttlichen Haupt- und Unterordnungsstruktur. Der himmlische Vater ist das Haupt Christi und Christus ordnet sich dem liebenden Vater unter (1Kor 11,3). Der Mann ordnet sich dem Haupt Christus unter und bekommt gleichzeitig die Hauptverantwortung für seine Frau, die er in Demut, aufopferungsvoller Liebe (Eph 5,25) und Fürsorge gegenüber seiner Frau wahrnehmen soll. Die Frau wiederum ordnet sich dem Mann unter, so wie Christus sich dem Vater unterordnet (Eph 5,23ff). Beide aber sind wesensgleich und gleichwertig und demütigen sich zusammen unter die gewaltige Hand Gottes (1Petr 5,6). In der Ehe helfen wir einander unsere anerschaffene sexuelle Identität anzunehmen und die so fragile und formbare sexuelle Orientierung mit der Hilfe Gottes zu gestalten und reifen zu lassen immer zum Wohle des uns anvertrauten Gegenübers. Der Mann zum Wohle der Frau, die Frau zum Wohle des Mannes. Ehe so gelebt, mit der Hilfe des gekreuzigten und auferstandenen Herrn Jesus Christus, ist und bleibt das einzig tragfähige Zukunftsmodell einer geschlechtergerechten Gesellschaft.

4.3       Die Familie stärken

Gesunde und starke Familien brauchen Frauen, die Kinder lieben und gerne Mütter sind. Nicht ohne Grund macht der Apostel Paulus die politisch nicht korrekte Aussage: „Sie (die Frau) wird aber selig werden dadurch, dass sie Kinder zur Welt bringt, wenn sie bleiben mit Besonnenheit im Glauben und in der Liebe und in der Heiligung.“ (1Tim 2,15) Heute gewinnt man den Eindruck, die Seligkeit der Frau liege in der Chefetage eines führenden Daxunternehmens. Frauen rücken in die Führungspositionen von Wirtschaft und Politik ein, die Kinder, sofern noch welche geboren werden, werden in staatlich organisierte Krippen abgeschoben. Aus biblischer, aber vor allem auch aus demographischer Perspektive, müssten junge Frauen vor allem motiviert werden, sich viele Kinder zu wünschen, diese Kinder auch zu bekommen und sich voll und ganz der Fürsorge und Erziehung dieser Kinder zu widmen. Männer müssten lernen, ihre Frauen gerade in diesem Wunsch zu unterstützen, die Arbeit für Familie und Haushalt zu honorieren, und die Politik sollte dies mit entsprechenden Anreizen fördern. Dies könnte dann mit Fug und Recht als eine Politik bezeichnet werden, die Familien stärkt.

4.4       Überzeugende Vorbilder für Jungs und Mädchen

Das christliche Menschenbild akzeptiert und bejaht die geschöpflich vorfindliche sexuelle Identität eines jungen Menschen. Im Gegensatz zu einer genderorientierten Erziehung wird eine christliche Erziehung den jungen Menschen in seiner sexuellen Identität stärken und hoffentlich überzeugend durch persönliches Vorbild vorleben, dass Sexualität im liebevollen ehelichen Miteinander von Mann und Frau ihren von Gott zugewiesenen Platz hat. Den Jungen wird sie auf die Rolle als Mann vorbereiten, das Mädchen auf seine Rolle als Frau. Aufschlussreich ist hier die Anweisung des Apostel Paulus an die Frauen: Die älteren Frauen „sollen aber Gutes lehren und die jungen Frauen anhalten, dass sie ihre Männer lieben, ihre Kinder lieben, besonnen seien, keusch, häuslich, gütig und sich ihren Männern unterordnen, damit nicht Gottes Wort verlästert werde“ (Titus 2,4.5). Mädchen brauchen Frauen, Jungs brauchen Männer, um ihre Rolle in Ehe, Familie und Gesellschaft zu finden. Hier braucht es keine Identitätsverwirrer, sondern liebevolle, treue, männliche Väter und liebevolle, treue, weibliche Mütter, die das Kind in seiner geschöpflich vorgefundenen Identität stärken. Gender Mainstreaming will jungen Menschen nicht helfen, eine stabile männliche oder weibliche Identität zu entwickeln, sondern will sie irritieren und eine geschlechtliche spezifisch männliche oder spezifisch weibliche Prägung und Identität bewusst verhindern und offen halten. Es scheint so, als ob Gender Mainstreaming einen nicht festgelegten Menschen schaffen will, der in seiner Identität und Orientierung stets offen, nicht festgelegt und verführbar ist.

4.5       Gottes gute Gabe der Sexualität

Gott schafft den Menschen als Mann und als Frau. Sie bekommen ihre Sexualität als Gottesgabe, die mit dem Auftrag verbunden ist: Seid fruchtbar und mehret euch (1Mose 1,28). Es braucht keiner weiteren Ausführungen, um zu belegen, dass diese Fruchtbarkeit nur im Miteinander von Mann und Frau möglich ist. Neben der Fruchtbarkeit dient die Gabe der Sexualität der Befriedigung des Ehepartners. Der Mann hat seine Sexualität, um damit seine Frau zu erfreuen und umgekehrt (1Kor 7,4). Christliche Erziehung wird im Gegensatz zu einer genderorientierten Erziehung junge Menschen motivieren, ihre sexuelle Identität und Orientierung im Rahmen der Ehe oder alternativ in der Enthaltsamkeit zu leben. Eine Auflösung der Bipolarität der Geschlechter sowie des „Genderkorsett“[28] [28] Ehe wird christliche Erziehung immer ablehnen müssen.

Eine Ausgrenzung, Abstempelung, Diskriminierung und Verächtlichmachung von homosexuell empfindenden oder homosexuell lebenden Menschen darf es aus christlicher Sicht niemals geben. Immer werden Christen vermitteln, dass ein Schwuler oder eine Lesbe ein wunderbarer von Gott geschaffener und von Gott geliebter Mensch ist. Gleichzeitig kann der Christ aber auch nicht verschweigen, dass aus Gottes Sicht praktizierte Homosexualität Sünde ist (3Mose 18,22; Rö 1,26.27; 1Kor 6,9). Es sei hinzugefügt: Sünde, die nicht schwerer wiegt, als andere Sünden, die jeder von uns begangen hat und begeht. Sünde, für die Jesus Christus in den Tod gegangen ist, für die er mit seinem Leben bezahlt hat und von der er uns erlösen, freikaufen und reinwaschen will und es auch tut, wenn wir bekennen und umkehren (1Joh 1,9; Apg 2,38, 1Kor 6,9). Es muss in einer freien Gesellschaft möglich sein und bleiben, auf dieses Angebot Gottes im Evangelium hinzuweisen und liebevoll werbend dafür einzutreten. Es verbietet sich von selbst, dass homosexuell empfindende und lebende Menschen zu solch einer Umkehr überredet oder gar gezwungen werden sollen. Wer solch ein Angebot aber gerne annehmen möchte, der soll sich in einem freien Land darüber informieren dürfen, es für sich persönlich ablehnen oder eben auch annehmen dürfen.

Dass eine Veränderung von homosexueller Empfindung und Orientierung hin zu heterosexueller Empfindung und Orientierung möglich ist, ist bemerkenswerter Weise aus gendertheoretischer Sicht prinzipiell möglich. Im Genderdenken ist sexuelle Identität und Orientierung fließend, veränderbar und frei wählbar. Das würde aber auch eine Veränderlichkeit von homo- zu heterosexueller Orientierung erlauben. An dieser  Stelle deckt sich Genderdenken mit christlicher Erkenntnis und der Erfahrung ehemals homosexuell empfindender Menschen.

4.6       Ich glaube an Gott den Vater

Im Gegensatz zum Gender Mainstreaming wird die christliche Gemeinde dem Versuch, die Zweigeschlechtlichkeit zu überwinden, widerstehen und werbend für die Aufrechterhaltung der Zweigeschlechtlichkeit und ihrer Versöhnung in der Ehe von Mann und Frau eintreten. Das ist deshalb so wichtig, weil Gott den Menschen zu seinem Ebenbilde schuf und diese Gottesebenbildlichkeit gerade in der Ehe von Mann und Frau widergespiegelt werden soll. Gleichermaßen soll in einer liebevollen Ehebeziehung, in der Jesus Christus die Mitte ist, die Ehebeziehung zwischen dem Bräutigam Christus und seiner Braut der Gemeinde reflektiert werden. Damit das Ebenbild Gottes auf Erden nicht weiter verzerrt und verdunkelt wird, wollen wir die Ehe von Mann und Frau festhalten, schützen und mit Gottes Hilfe (hoffentlich) überzeugend vorleben.

Auch gilt es der Versuchung zu widerstehen, sich ein menschengemachtes gendergerechtes Bild von Gott zu machen. Gott hat sich dem Menschen eben gerade nicht als „unser Vater und unsere Mutter“ offenbart, sondern als „Vater“. Damit hat er nicht die von ihm geschaffene und geliebte Frau diskriminiert, sondern sich selbst als der vorgestellt, der er ist: Der himmlische Vater, der da Vater ist über alles, was da Kinder heißt im Himmel und auf Erden. Jesus Christus hat gesagt: Wer mich sieht, der sieht den Vater (Joh 14,9). Durch eine umfassende Lebensumkehr zu Jesus Christus werden wir von falschen Vorstellungen über Gott, über unsere Identität als Männer und Frauen sowie über unsere Sexualität befreit.

5          Zusammenfassung

Gender Mainstreaming will ein gutes Ziel erreichen: „Gerechtigkeit.“ Doch um dieses Ziel zu erreichen, will Gender Mainstreaming in letzter Konsequenz die Auflösung und Einebnung der von Gott geschaffenen Zweigeschlechtlichkeit sowie der von Gott gestifteten Ehe von Mann und Frau in einer lebenslangen Liebes- und Treuebeziehung. Das gerechte Miteinander von Männern und Frauen lässt sich jedoch nicht durch ideologisch aufgeladene Programme erzwingen. Würde Gender Mainstreaming  nach den Vorgaben seiner radikalsten Vertreter in allen Bereichen unserer Gesellschaft umgesetzt, hat es das Potential, diese Gesellschaft vollständig aufzulösen und sie in ihren Grundfesten zu zerstören.

Die Erkenntnis, dass Gott die Welt erschaffen hat (Hebr 11,3) widerspricht der These, dass alle Wirklichkeit nur konstruierte Wirklichkeit ist und damit dekonstruiert, aufgelöst und jederzeit verändert werden kann. In der Begegnung mit Jesus Christus findet der Mensch die Gerechtigkeit Gottes (Rö 1,16.17; 1Kor 1,30; 2Kor 5,21), die ihm fehlt. In Christus wird der Mensch mit Gott versöhnt, mit seiner eigenen Identität und Sexualität sowie in seiner Beziehung zum anderen Geschlecht. Gerechtigkeit und Versöhnung zwischen den Geschlechtern wird nicht durch die Implementierung von Gender Mainstreaming erreicht, sondern allein durch die Hinwendung von Männern und Frauen zu dem lebendigen Gott, der sich in Jesus Christus offenbart hat.

Johann Hesse, 15.08.2009, Vortrag im Diakonissenmutterhaus Altvandsburg, Lemförde 


[1] [29] Konstantin Mascher, Geschlechtslos in die Zukunft, Salzkorn 5/2006, S. 202

[2] [30] Marx/Engels, Manifest der Kommunistischen Partei, Dietz Verlag Berlin, S. 44.

[3] [31] K. Miller, Sexual Politics, New York, 1971, zitiert nach Stephanie Korinek, Gender Mainstreaming, 2008, S. 8

[4] [32] Gender Manifest, Berlin im Januar 2006, S. 5

[5] [33] Shulamith Firestone, The Dialectic of Sex, New York 1971 (Stephanie Korinek, Gender Mainstreaming, zitiert nach Christl Vonholdt, Bulletin Nr. 13 (2007), S. 20)

[6] [34] S. Okin, Justice, Gender, and the Family, New York, 1989, S. 170, (Stephanie Korinek, Gender Mainstreaming, zitiert nach Christl Vonholdt, Bulletin Nr. 13 (2007), S. 20)

[7] [35] Shulamith Firestone, The Dialectic of Sex, New York 1971, (Stephanie Korinek, Gender Mainstreaming, zitiert nach Christl Vonholdt, Bulletin Nr. 13 (2007), S. 2)

[8] [36] Hans-Joachim Störig, Kleine Weltgeschichte der Philosophie, Kohlhammer Verlag, 1993, S. 697f

[9] [37] Christl Vonholt, Bulletin Nr. 13 (2007), S. 22 (Stephanie Korinek, Gender Mainstreaming)

[10] [38] Stephanie Korinek, Gender Mainstreaming, S. 11

[11] [39]www.genderkompetenz.de

[12] [40] www.genderkompetenz.info

[13] [41] Gabriele Kuby, Dossier „Gender Mainstreaming“ (www.Junge-Freiheit.de)

[14] [42] www.gender.de

[15] [43] Gender Manifest, S. 4

[16] [44] Gender Manifest, S. 5

[17] [45] Das alles ist möglich! Gender Projekte in nordelbischen Kirchengemeinden, S. 11

[18] [46] Alles Gender oder was?, Evangelische Männerarbeit und Evangelische Frauenarbeit.

[19] [47] Else Ury, Professors Zwillinge in der Waldschule, Eine Geschichte für kleine Jungen und Mädchen, Hoch-Verlag, Düsseldorf, 1951

[20] [48]   Gender Mainstreaming, Was ist das?, Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend

[21] [49] www.girls-days.de

[22] [50] www.neue-wege-fuer-jungs.de

[23] [51] Positiv zu vermerken ist, dass hier Jungs motiviert werden, auch solche Berufe zu wählen, in denen ein höherer Prozentsatz an Männern tatsächlich erstrebenswert ist (Grundschullehrer, Altenpfleger)

[24] [52] Die eigentliche Motivation für die Implementierung dieser Programme ist allerdings wirtschaftspolitischer Natur. Je mehr Frauen auf den Arbeitsmarkt kommen, desto niedriger können die Lohnkosten gehalten werden.

[25] [53] Gender Manifest, S.  5

[26] [54] Das alles ist möglich! Gender Projekte in nordelbischen Kirchengemeinden, Hrsg. Ingeborg Kerssenfischer, Gleichstellungs- und Genderbeauftragte der Nordelbischen Kirche, Kiel, Juni 2007, S. 11

[27] [55] Ehe – Die Ikone Gottes in der Welt, Christl R. Vonholt, Salzkorn 5/2006, S. 230ff (Diese Beobachtung wird in ausgezeichneter Weise in diesem sehr empfehlenswerten Aufsatz dargelegt)

[28] [56] Gender-Manifest, S. 4