Gemeindenetzwerk

Ein Arbeitsbereich des Gemeindehilfsbundes

Drucke diesen Beitrag Drucke diesen Beitrag Artikel empfehlen Artikel empfehlen

Kurzandacht zur 3. Adventswoche: Bereitet dem HERRN den Weg; denn siehe, der HERR kommt gewaltig!

Samstag 10. Dezember 2022 von Pastor Dr. Stefan Felber


Pastor Dr. Stefan Felber

3. Advent

Bereitet dem HERRN den Weg;
denn siehe, der HERR kommt gewaltig!    
Jesaja 40,3.10

Der dritte Advent ist der Sonntag von Johannes dem TĂ€ufer, der die Aufgabe hatte, den Weg fĂŒr den kommenden Messias zu bereiten.

Johannes der TĂ€ufer tat dies mit der Taufe zur Vergebung der SĂŒnden und mit dem Aufruf, Buße zu tun, d.h. umzukehren von den eigenen Wegen und sich auf den Weg Gottes zu begeben. Buße beginnt immer persönlich, beim einzelnen, nicht beim anderen. Will ich dem HERRN den Weg bereiten, so muß ich damit im eigenen Herzen und im eigenen Leben beginnen: Nicht zuerst sehen, wo alle anderen einmal umkehren sollten, sondern wo ich selber umkehren muß.

Als Jesus zu Johannes dem TĂ€ufer an den Jordan kam, erkennt und bezeugt dieser: «Siehe, das ist Gottes Lamm, das der Welt SĂŒnde trĂ€gt!» Der Renaissance-Maler Matthias GrĂŒnewald hat die Szene auf dem berĂŒhmten Isenheimer Altar, den man heute in Colmar besichtigen kann, dargestellt mit dem ĂŒberdimensionalen Zeigefinger von Johannes dem TĂ€ufer. Bei GrĂŒnewald zeigt Johannes allerdings nicht auf den Jesus, der vor ihm steht, um sich taufen zu lassen, sondern auf den gekreuzigten Jesus. Die Taufe Jesu bildet seinen Tod und seine Auferstehung vorab; unsere Taufe bildet Jesu Tod und Auferstehung nach.

Selbst der große Prophet Johannes der TĂ€ufer weist von sich weg zeigt auf den Messias, auf den Herrn der Welt. Auch Johannes der TĂ€ufer muß seine eigenen Wege in steter Umkehr auf den Weg von Jesus Christus, dem Lamm Gottes, ausrichten. Nur dann kann er als Prophet Wegbereiter des kommenden Herrn sein.

Der gekreuzigte Jesus ist auf dem Isenheimer Altar dargestellt mit sĂ€mtlichen Symptomen der Mutterkornvergiftung, die damals grassierte. Der Altar war im Isenheimer Spital aufgestellt und sollte sowohl die Kranken, wie auch die Ärzte, Pflegerinnen und Besucher daran erinnern, daß Christus selber unsere Krankheit getragen hat, wie es in Jesaja 53,4-5 heißt:

FĂŒrwahr, er trug unsere Krankheit und lud auf sich unsere Schmerzen. 

Die Strafe liegt auf ihm, auf daß wir Frieden hĂ€tten,
und durch seine Wunden sind wir geheilt.

Zugleich sollten die Kranken wahrnehmen, daß sie in ihrer Krankheit Anteil am Leiden von Jesus haben und gerade auch in Krankheit ihm nachfolgen können.

Nach Jahren im Pandemie-Modus ebbt dieser endlich ab. In diesen zwei Jahren hat die Krankheit selber Leiden verursacht, aber auch die Maßnahmen, die Berichterstattungen, die Uneinigkeiten, die Ausgrenzung der Ungeimpften und Ungetesteten. Der 3. Advent lĂ€dt uns ein, zu fragen: Wo ist der große Zeigefinger von Johannes dem TĂ€ufer, der in all diesem Leid auf den gekreuzigten Jesus zeigt? Und: Wo sind wir selber ein solcher Zeigefinger?

https://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/5/5f/Grunewald_Isenheim1.jpg

Quelle: Kirche & Corona Schweiz / angepaßt S. Felber.

Drucke diesen Beitrag Drucke diesen Beitrag Artikel empfehlen Artikel empfehlen

Dieser Beitrag wurde erstellt am Samstag 10. Dezember 2022 um 11:44 und abgelegt unter Allgemein.