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Kirchliche Trauung ohne Ziviltrauung?

Donnerstag 21. August 2008 von Hartmut Steeb


Hartmut Steeb

Kirchliche Trauung ohne Ziviltrauung?

Zur derzeit diskutierten Fragestellung um kirchliche Trauungen ohne vorherige Ziviltrauungen hat der GeneralsekretĂ€r der Deutschen Evangelischen Allianz, Hartmut Steeb, gegenĂŒber den Stuttgarter Nachrichten die Ablehnung solcher Trauungszeremonien betont. Sie seien keine akzeptable Alternative fĂŒr ein ernstgemeintes Eheversprechen.

Steeb wörtlich: „Das lebenslange Ehe- und Treueversprechen, das gerade aus christlicher Sicht unabdingbar fĂŒr eine Eheschließung ist, wird weitgehend der Substanz beraubt, wenn es nicht mehr rechtlich sondern ‚nur’ noch ‚moralisch’ bindend ist. Eine Moral, die Verbindlichkeit und gegebenenfalls auch Nachteile scheut, bleibt in ihren ‚guten Absichten’ stecken. Wer nicht bereit ist, die rechtlichen Konsequenzen einer Eheschließung einzugehen, dem kann die Kirche auch die Zusage des Segens Gottes fĂŒr eine solche dann halbherzige Treuezusage nicht zusprechen.“

Wenn Kirchen aber solches tĂ€ten, wĂŒrden sie auch den Weg bereiten fĂŒr die Akzeptanz von Vielehen. Steeb: „Wie soll sie noch vermieden werden können, wenn es keine EintrĂ€ge in PersonenstandsbĂŒcher geben muß? Damit wĂŒrde der Parallelgesellschaft noch weiter TĂŒr und Tor geöffnet. Mit einer Akzeptanz wĂŒrden sich die Kirchen auch auf einen Privatschauplatz abspeisen lassen und nun auch akzeptieren, daß die Ehe keine öffentlich-rechtlich verbindliche Gemeinschaft, sondern nur eine Privatsache ist. Eine kirchliche Trauung ohne staatlich anerkannte Eheschließung ist ein Papyrussieg fĂŒr die Freiheit, der niemandem hilft. Eine solche ‚Ehe’ hĂ€tte nicht den Schutzstand der Ehe nach dem Grundgesetz. Zwar ist der Verzicht auf die Festsetzung von Bußgeldern scheinbar keine besonders starke RechtsĂ€nderung. Aber es ist ein weiterer Stoß zur Senkung des Rechtsbewußtseins und der Rechtsklarheit, die ohnehin schon fast am Boden angekommen sind. Aufgabe der Christen und Kirche muß es jetzt um so mehr sein, politisch darauf zu drĂ€ngen, daß endlich eine Eheschließung in keinem Fall zu materiellen und ideellen Nachteilen gereichen darf. Wir brauchen dringend entsprechende GesetzesĂ€nderungen zum Schutz und zur Förderung von Ehe und Familie.“

DEA-website 21.8.08

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Dieser Beitrag wurde erstellt am Donnerstag 21. August 2008 um 9:06 und abgelegt unter Allgemein.