Gemeindenetzwerk

Ein Arbeitsbereich des Gemeindehilfsbundes

Drucke diesen Beitrag Drucke diesen Beitrag Artikel empfehlen Artikel empfehlen

Glauben Christen und Muslime an denselben Gott?

Montag 1. MĂ€rz 2021 von Johann Hesse


Johann Hesse

FĂŒr die ersten Christen galt der Missionsauftrag Jesu uneingeschrĂ€nkt fĂŒr alle Menschen, Völker und Religionen. Jesus hatte gesagt: „Gehet hin in alle Welt und predigt das Evangelium aller Kreatur“ (Mk 16,15). Viele halten den Missionsauftrag Jesu fĂŒr ĂŒberholt und lehnen ihn ab. Die Statuten des „House of One“ in Berlin schließen z.B. das „missionarische Handeln“ gegenĂŒber anderen Religionsgemeinschaften aus. Zunehmend wird der Missionsauftrag Jesu durch den interreligiösen Dialog ersetzt. Demnach seien Christen und Muslime als Vertreter der sog. „abrahamitischen Religionen“ unterwegs zu demselben Gott. Ein ehrlicher Vergleich von Bibel und Koran zeigt jedoch, dass die beiden Glaubensauffassungen im Widerspruch zueinander stehen.

1. Bibel und Koran

1.1 Die Bibel

Eine Vielzahl unterschiedlicher vom Heiligen Geist erfĂŒllter Autoren schrieben die insgesamt 66 BĂŒcher der Bibel in einem Zeitraum von ĂŒber 1.500 Jahren. Gott lĂ€sst weit in der Zukunft liegende Ereignisse ankĂŒndigen und lĂ€sst diese geschehen – Jahrhunderte oder sogar Jahrtausende spĂ€ter (Jes 46,10). Wie ein roter Faden zieht sich die AnkĂŒndigung des Messias durch die BĂŒcher des AT. Das NT bezeugt die ErfĂŒllung dieser Prophetien in Jesus Christus. Das PhĂ€nomen Prophetie und ErfĂŒllung macht das Handeln und die Existenz eines lebendigen, ewigen und allmĂ€chtigen Gottes nachvollziehbar.

1.2 Der Koran

Der Koran entstand ca. 600 Jahre nach Christi Geburt. Mohammed (571-632 n. Chr.) erhielt seine ersten Eingebungen 610 n. Chr. Der Koran entstand in einem Zeitraum von rund 23 Jahren. Im Gegensatz zur Bibel gibt es im Koran den Zusammenhang von Prophetie und ErfĂŒllung nicht. Auch kann in keiner Weise gezeigt werden, dass der Koran eine ErfĂŒllung dessen ist, was Gott in der Bibel verheißen hat. Der prophetische Anspruch und die göttliche Sendung Mohammeds können nicht ĂŒberprĂŒft werden.

2. Das Wesen Gottes

2.1 Der dreieinige Gott

Christen sind auf den Namen des dreieinigen Gottes getauft: „Taufet sie auf den Namen des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes“ (Mt 28,19). Viele Passagen im NT weisen eine trinitarische Struktur auf, d.h. sie nehmen Bezug auf den Vater, den Sohn und den Heiligen Geist und implizieren dabei eine göttliche Wesenseinheit (z. B. Joh 14,15-26; Röm 1,1-5; 5,1-5; 1 Petr 1,1-2). Der Gott der Bibel ist ein einziger Gott (5 Mose 6,4), aber er ist ein Gott in drei Personen.

2.2 Die Ablehnung der Dreieinigkeit

Der Koran lehnt die Dreieinigkeit ab: „Wahrlich, unglĂ€ubig sind, welche sprechen: Siehe, Allah ist ein dritter von drei. Aber es gibt keinen Gott denn einen einigen Gott“ (Sure 5,73). Die Unvereinbarkeit der Gottesbilder ist offensichtlich. Der Gott der Bibel kann nicht zugleich der Gott des Korans sein.

3. Die Gottessohnschaft Jesu

3.1 Die Gottessohnschaft Jesu

In Psalm 2 heißt es: Er (Gott) hat zu mir gesagt: ‚Du bist mein Sohn, heute habe ich dich gezeugt.‘ (Ps 2,7; vgl. Hebr 1,5). Im NT bekennt sich Gott bei der Taufe und der VerklĂ€rung zu Jesus: „Dies ist mein lieber Sohn, an dem ich Wohlgefallen habe, den sollt ihr hören“ (Mt 3,17; 17,17). Das Evangelium bezeugt, dass Gott seinen Sohn in diese Welt sandte: „Denn so sehr hat Gott die Welt geliebt, dass er seinen eingeborenen Sohn dahingab, damit alle, die an ihn glauben, nicht verloren werden, sondern das ewige Leben haben“ (Joh 3,16).

3.2 Die Ablehnung der Gottessohnschaft

Der Koran dagegen lehnt die Gottessohnschaft Jesu ab und reduziert Jesus zum Propheten: „Nicht steht es Allah an, einen Sohn zu zeugen. Preis ihm!“ (Sure 19,35). Auch die bekannte Sure 112 betont die Einheit Gottes und bestreitet, dass Gott einen Sohn hat: „Allah ist der alleinige, einzige Gott! Weder zeugt er noch ist er gezeugt“ (Sure 112).

4. Der Kreuzestod Jesu

4.1 Jesus starb fĂŒr unsere SĂŒnden

Jesus kĂŒndigte seinen Tod an: „Ich bin der gute Hirte. Der gute Hirte lĂ€sst sein Leben fĂŒr die Schafe“ (Joh 10,11). Mit seinem Tod zahlte Jesus fĂŒr die SĂŒnden der Welt. Die Kreuzigung Jesu ist das zentrale Ereignis der Heilsgeschichte Gottes und der Brennpunkt der biblischen Offenbarung (vgl. Jes 53; Joh 19,18; Phil 2,8; Kol 2,14).

4.2 Die Ablehnung des Kreuzestodes

Der Koran lehnt die Kreuzigung Jesu ab: „Doch ermordeten sie ihn nicht und kreuzigten sie ihn nicht, sondern einen ihm Ă€hnlichen 
 Sie wissen nichts von ihm, sondern folgen nur Meinungen; und nicht töteten sie ihn in Wirklichkeit“ (Sure 4,157). Der Koran widerspricht damit dem Gesamtzeugnis der Heiligen Schrift und leugnet das Erlösungswerk Christi. Ohne den Kreuzestod Jesu gibt es aber keine Vergebung der SĂŒnden und keinen Zugang zu Gott.

5. Der Weg zum Heil

5.1 Jesus ist der Weg zum Vater

Jesus lehrte, dass Menschen nur durch ihn zu Gott kommen können: „Ich bin der Weg und die Wahrheit und das Leben; niemand kommt zum Vater denn durch mich“ (Joh 14,6). Rettung aus ewiger Verdammnis und Zugang zum ewigen Leben gibt es nur in seinem Namen: „Und in keinem andern ist das Heil, ist auch kein anderer Name unter dem Himmel den Menschen gegeben, durch den sie sollen selig werden“ (Apg 4,12). Die Bibel schließt alle anderen Heilswege aus.

5.2 Gute Taten fĂŒr das Heil

WĂ€hrend das Heil aus biblischer Sicht ein Gnadengeschenk Gottes ist, das Christus den GlĂ€ubigen erworben hat, muss der Moslem versuchen, sich das Heil zu verdienen, indem er die fĂŒnf Hauptpflichten des Islams einhĂ€lt: 1.) Bekenntnis des Glaubens, 2.) Gebet, 3.) Fasten, 4.) Almosen und 5.) die Pilgerfahrt nach Mekka.

6. Mission statt interreligiösem Dialog

Der Koran widerspricht der Bibel in allen grundlegenden Fragen des Heils. Darum glauben Christen und Muslime auch nicht an denselben Gott. Die geistliche Not des Moslems bringt der erste Johannesbrief so zum Ausdruck: „Wer den Sohn leugnet, der hat auch den Vater nicht; wer den Sohn bekennt, der hat auch den Vater“ (1 Joh 2,22.23). Ohne den Sohn Gottes finden Muslime keinen Zugang zu dem lebendigen Gott. Das Himmelreich bleibt ihnen verschlossen. Wer den interreligiösen Dialog mit Muslimen sucht, dabei aber auf Mission verzichtet, macht sich an den Menschen schuldig. Der Missionsbefehl Jesu gilt auch im 21. Jahrhundert allen Menschen aus allen Völkern und Religionen, auch den Muslimen, denn „wer den Sohn hat, der hat das Leben. Wer den Sohn Gottes nicht hat, der hat das Leben nicht“ (1 Joh 5,12).

Johann Hesse, GeschĂ€ftsfĂŒhrer des Gemeindehilfsbundes

Dieser Text kann als Faltblatt zum Weitergeben bei der GeschÀftsstelle des Gemeindehilfsbundes kostenlos bestellt werden (www.gemeindehilfsbund.de; info@gemeindehilfsbund.de).

WeiterfĂŒhrende Literatur: Mark A. Gabriel, Jesus und Mohammed – erstaunliche Unterschiede und ĂŒberraschende Ähnlichkeiten, Verlag Dr. Ingo Resch, 2006, 304 Seiten, ISBN: 9783935197526

Drucke diesen Beitrag Drucke diesen Beitrag Artikel empfehlen Artikel empfehlen

Dieser Beitrag wurde erstellt am Montag 1. MĂ€rz 2021 um 12:07 und abgelegt unter Mission, Theologie, Weltreligionen.