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Einladung zum „Marsch für das Leben“ am 19.9.20 in Berlin

„Mitmarschierer“ ist ein Wort, das in meinen Ohren keinen guten Klang hat. Wahrscheinlich liegt das an den Mai-Demonstrationen aus meinen Kindertagen. Die Schulklassen mussten sich ewig lange im Unterdorf meines Heimatortes anstellen, um dann mit Fähnchen winkend die Dorfstraße aufwärts zu ziehen, an Kirche und Schule vorbei bis zum Turnhallenplatz, wo es langweilige Reden gab, bevor dann endlich der schulfreie Tag zu genießen war. Hinter den Schulklassen liefen die Werktätigen der Volkseigenen Betriebe, denen die Abteilungsleiter 5 DDR-Mark in die Hand gedrückt hatten für die Teilnahme am Marsch. Außerdem winkte ja auch die Prämie als „Kollektiv der sozialistischen Arbeit“, die durch Nichtteilnahme an der Mai-Demonstration gefährdet worden wäre. Das waren sie also, die typischen „Mitmarschierer“. Sie waren nicht überzeugt, aber sie waren auch nicht dagegen und mit leichtem Druck ließen sie sich dann doch bewegen.

Ich vermute, dass es beim „Marsch für das Leben“ in Berlin in keinem Jahr solche „Mitmarschierer“ gegeben hat. Denn hier bei den „Lebensschützern“ dabei zu sein, die von der Presse oft genug mit Rechtsradikalen und Fundamentalisten in einem Atemzug genannt werden, ist in keiner Weise lukrativ. Viele nehmen dafür lange Reisen, Schietwetter und sogar Beleidigungen der Gegendemonstranten in Kauf. Warum? Sind dies Menschen vielleicht masochistisch veranlagt, suchen nach schmerzhaften Erlebnissen?

Meine Antwort ist: Nein, sie suchen keine schmerzhaften Erlebnisse, sondern sie haben Anteil genommen an dem Schmerz – teils in unmittelbarer Erfahrung – den Kinder und Mütter (und Väter und Großeltern) bei jeder Abtreibung erleiden. Dass dieses schmerzhafte Unternehmen vermieden wird, dafür sind viele der Marschierer ein ganzes Jahr lang aktiv in Gesprächen, Hilfeleistungen und Gebeten. Sie opfern Zeit und Geld, um Kindern den Weg in Gottes schöne Welt zu ermöglichen und Eltern in Ihrer Rolle zu ermutigen. Und einmal im Jahr wollen sie die Gesellschaft aufmerksam machen auf dieses Leid, das sooft verschwiegen oder schöngeredet wird. Ich freue mich, mit diesen Menschen in Berlin zusammen zu marschieren. Bist Du auch dabei?

Ordner und Helfer übernehmen eine zusätzliche Verantwortung beim Marsch. Sie haben in den vergangenen Jahren mit dafür gesorgt, dass wir bei der Berliner Polizei einen sehr guten Ruf haben als eine disziplinierte Gemeinschaft, mit der sie keine Probleme haben.

Dringende Bitte: Für dieses Jahr werden noch viele Ordner gesucht. Bitte meldet Euch bei Gerd Meister, der die Ordner organisiert und dieses Jahr auch mit einem Trainingsvideo versorgen wird. Bitte meldet Euch möglichst zeitnah bei gerd.meister@kaleb.de!

Seid alle herzlich gegrüßt

Albrecht Weißbach

Sprüche 31,8: Tu deinen Mund auf für die Stummen und für die Sache aller, die verlassen sind.

Für weitere Informationen:

KALEB-Geschäftsführer Pastor Albrecht Weißbach
Telefon (0371) 23 48 01 40
Fax (0371) 23 48 01 38
Email: albrecht.weissbach@kaleb.de
Internet: www.kaleb.de