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Das Versteckspiel ist zu Ende – was kommt nun?

Donnerstag 23. Juli 2020 von Pfr. Ulrich Parzany


Pfr. Ulrich Parzany

Martin Grabe, promovierter Chefarzt der Abteilung Psychotherapie und Psychosomatik der Klinik Hohe Mark (Oberursel bei Frankfurt am Main) und Vorsitzender der Akademie fĂŒr Psychotherapie und Seelsorge, hat das Buch „HomosexualitĂ€t und christlicher Glaube: ein Beziehungsdrama“ (Francke-Verlag) veröffentlicht. Man mag es begrĂŒĂŸen oder bedauern: Dieses Buch schafft Klarheit und wird wohl zu Entscheidungen fĂŒhren, die viele im evangelikalen Bereich seit einigen Jahren gern vermeiden wollten.

Ein fesselnd geschriebenes Buch

Zuerst einmal: Ja, ich habe der wiederholt in dem Buch geĂ€ußerten Bitte von Grabe entsprochen und das Buch bis zum Ende gelesen. Ich hĂ€tte auch ohne die Mahnung keinen Grund gesehen, vorher aufzuhören. Es ist kurz und fesselnd geschrieben. Und ich war sehr an seinen AusfĂŒhrungen interessiert, weil ich ihn und die von ihm geleitete Klinik Hohe Mark sehr schĂ€tze.

Grabe: Homosexuelle Christen dĂŒrfen eine verbindliche Ehe unter dem Segen Gottes eingehen

Das Ergebnis seiner AusfĂŒhrungen fasst Grabe so zusammen: „Wenn wir nach bestem Wissen und Gewissen nach Gottes Willen fragen, dann gehört dazu, das ernst zu nehmen, was wir in der Bibel ĂŒber seinen Willen erfahren können, und es auf unsere Fragen anzuwenden. So wĂ€re nach allem Gesagten mein Vorschlag fĂŒr eine Einigung der folgende: Homosexuelle Christen dĂŒrfen ebenso wie heterosexuelle Christen eine verbindliche, treue Ehe unter dem Segen Gottes und der Gemeinde eingehen und sind in der Gemeinde in jeder Hinsicht willkommen.“ (S.76)

Einem Vorschlag zur Einigung gegenĂŒber muss man sich ja irgendwie verhalten. Zustimmen? Ablehnen? Mit welchen GrĂŒnden? Ich will zuerst einmal aufschreiben, was mir beim Lesen des Buches ĂŒber mich selbst vermittelt wurde. Dabei werde ich auch auf Grabes Vorschlag antworten.

1. Habe ich die Bibel nicht ehrlich gelesen und saubere theologische Arbeit gescheut?

Ich lese: „Was wĂŒnscht sich Gott hier von mir? Was hĂ€tte Jesus getan? Mein Eindruck ist, dass hier im Blick auf die Frage der HomosexualitĂ€t in der christlichen Gemeinde Denkarbeit, auch saubere theologische Arbeit, gescheut wird.“ (S. 19) „Wenn wir beim Thema HomosexualitĂ€t und Gemeinde, speziell auch im evangelikalen Bereich, wo die Bibel besonderes Gewicht hat, weiterkommen möchten, dann mĂŒssen wir tatsĂ€chlich und ehrlich in diese Bibel schauen.“ (S.21) „Dabei berufen sich die Betreffenden auf angeblich klare Bibelstellen, die sie allerdings meist lange nicht mehr oder noch nie in ihrer Bibel aufgesucht haben?“ (S.36)

Ich habe schon seit den 70-er Jahren Artikel von anderen und von mir zu diesem Thema veröffentlicht. Denkarbeit und saubere theologische Arbeit haben wir gescheut? Haben wir nicht in die Bibel geschaut? Wenn ja, dann nicht ehrlich? Wer hat eigentlich beobachtet, dass wir die „angeblich klare(n) Bibelstellen“ „lange nicht mehr oder noch nie in ihrer Bibel aufgesucht haben“? Vielleicht verrate ich mich einem Psychotherapeuten wie Grabe gegenĂŒber dadurch, dass ich Aussagen auf mich beziehe, die vielleicht gar nicht fĂŒr mich gemeint sind? Aber Grabe schreibt ziemlich pauschal und meint wohl die, die anderer Meinung sind als er jetzt. Und zu denen gehöre ich definitiv.

Es geht nicht um fĂŒnf Bibelstellen, sondern um die biblische Offenbarung im Zusammenhang

Grabe erklĂ€rt die fĂŒnf Bibelstellen, die HomosexualitĂ€t betreffen, und stellt als Ergebnis fest, dass die Bibel nichts ĂŒber homosexuelle Liebesbeziehungen sagt. Das geht bei ihm so glatt, wie ich es nur selten in der historisch-kritischen Auslegungsliteratur gelesen habe. Er meint wohl, das hĂ€tten wir doch auch sofort begreifen mĂŒssen, wenn wir nur richtig hingeguckt hĂ€tten.

Ich dachte, es hĂ€tte sich inzwischen herumgesprochen, dass es gar nicht nur um die fĂŒnf Bibelstellen geht, die HomosexualitĂ€t ausdrĂŒcklich erwĂ€hnen. Es geht um die biblische Offenbarung im Zusammenhang. Der Mensch wird in der Gemeinschaft und PolaritĂ€t als Mann und Frau zu Gottes Ebenbild geschaffen, beauftragt und gesegnet. Nach dem SĂŒndenfall und dem Noahbund gelten Notordnungen zur Erhaltung der Welt, die im mosaischen Gesetz formuliert sind. Mit dem Kommen des Messias Jesus, der das alttestamentliche Gesetz erfĂŒllt, nicht abschafft, bricht Gottes Herrschaft an. Der Messias Jesus radikalisiert die Gebote in der Bergpredigt dem ursprĂŒnglichen Willen des Schöpfers entsprechend. Er bestĂ€tigt die Ehe zwischen einem Mann und einer Frau als Gottes ursprĂŒnglichen Willen von der Schöpfung an. (MatthĂ€us 19,4-6) Damit ist jede Umdeutung der Ehe in gleichgeschlechtliche Lebenspartnerschaft verwehrt. Römer 1,18ff redet vom geoffenbarten Zorn Gottes ĂŒber das Verhalten der Menschen, die das Geschaffene anstatt den Schöpfer ehren. Die konkrete Liste der daraus folgenden Verfehlungen ist lang, aber homosexuelle Handlungen in mĂ€nnlicher und weiblicher Variation gehören dazu – sogar an erster Stelle genannt. Die Aussagen kann man nicht bagatellisieren, wie Grabe es tut, als rede Paulus hier nur von exzentrischen VerrĂŒcktheiten der römischen Gesellschaft. Genauso grundsĂ€tzlich gilt die AufzĂ€hlung der SĂŒnden in 1. Korinther 6,9-11, die vom Reich Gottes ausschließen, und das Angebot der Rettung fĂŒr alle, die zu Jesus umkehren und Vergebung der SĂŒnden empfangen. DarĂŒber ist in den letzten Jahrzehnten ausfĂŒhrlich geschrieben worden. Wer Auslegungen der einzelnen Bibeltexte sucht, findet sie u.a. hier bei Pfarrer Gerrit Hohage (Hemsbach bei Heidelberg).

2. Ich will doch kein PharisÀer sein

Ich lese bei Grabe: „Weil weder zu alttestamentlicher noch zu neutestamentlicher Zeit eine verbindliche homosexuelle Partnerschaft kulturell denkbar war, wird sie auch nirgends in der Bibel erwĂ€hnt oder diskutiert. Es ist lediglich von homosexuell getönter PromiskuitĂ€t oder von Ehebruch die Rede. Diese werden analog zu heterosexueller PromiskuitĂ€t oder Ehebruch scharf verurteilt. Wenn wir also nach biblischen Handlungsanweisungen suchen, dann gibt es keine direkten fĂŒr unser Thema, allerdings gut anwendbare Analogien.“ (S.74)

Dann verweist Grabe darauf, dass wir auch fĂŒr den Umgang mit Computern oder umweltschĂ€dlichen Kreuzfahrten keine direkten Anweisungen in der Bibel fĂ€nden. Den Bezug finde ich etwas daneben. Homosexuelle Neigungen und entsprechende Handlungen gab es schon immer nach dem SĂŒndenfall. Und ich frage mich, wie lange es noch dauert, bis manche gebildeten Menschen historische Fakten zur Kenntnis nehmen, die ihnen nicht in ihre Argumentation passen. Darf nicht geschehen sein, was nicht in die eigene Argumentation passt? Dass Grabe diese Schiene fĂ€hrt, nachdem dieser kontroverse Punkt schon seit Jahren aufgedeckt worden ist, ĂŒberrascht mich sehr.

Alle Aussagen beziehen sich auf Gemeinden in der hellenistischen Welt

Gerrit Hohage hat auf ein Beispiel schon vor Jahren hingewiesen: „In Theben wurde um 378 v. Chr. die Heilige Schar von Gorgidas eingefĂŒhrt und in der Folgezeit von Pelopidas zu einer Spezialeinheit geformt. Es handelte sich um eine militĂ€rische Elitetruppe, die ausschließlich aus 150 Liebhabern und ihren 150 Geliebten bestand. Allgemein waren sexuelle Kontakte in den Armeen der Antike nicht unĂŒblich, so dass einige Soldaten sogar ihre Geliebten mit zum Kriegsdienst nahmen.“

Warum sollte Paulus das nicht gewusst haben, der in seiner Athener Areopag-Rede sogar einen griechischen Dichter zitierte. Trotzdem wird weiterhin besonders in kirchlichen Kreisen behauptet, gleichberechtigte homosexuelle Partnerschaften habe es in der Antike nicht gegeben. In Israel gab es sie definitiv nicht. In Israel war die Ablehnung homosexueller Praxis grundsÀtzlich klar. Darum musste Jesus dazu auch nichts sagen. Alle Aussagen des Neuen Testamentes, die HomosexualitÀt betreffen, beziehen sich auf Gemeinden in der hellenistischen Welt.

Grabe fragte im eben zitierten Text nach biblischen Handlungsanweisungen fĂŒr homosexuelle Partnerschaften. In Fortsetzung zum zitierten Text schreibt er (S.74f): „Wenn man die ausfĂŒhrliche Stellungnahme des Paulus aus dem 1. Korintherbrief (7,5ff) ernst nimmt, dann muss man davon ausgehen, dass die meisten Menschen nicht die Gabe eines zölibatĂ€ren Lebens haben. Wenn sie es dennoch probieren, werden sie Versuchungen erliegen und menschlich wie geistlich Schaden nehmen. Das entspricht unseren klinischen Erfahrungen. Aus dem Abstand gesehen kommt mir solch eine Forderung an homosexuelle Menschen in Gemeinden vor wie das, was Jesus im MatthĂ€usevangelium (23,4) ĂŒber die PharisĂ€er sagt: ‚Sie binden schwere Lasten zusammen, die man kaum tragen kann, und laden sie den Menschen auf die Schultern; doch sie selbst denken nicht daran, diese Lasten auch nur anzurĂŒhren.‘ (NGÜ) Auf der anderen Seite gibt es die deutliche Grundlinie im Neuen Testament, dass fĂŒr Christen nur eine verbindliche Zweierbeziehung infrage kommt, die als Lebensprojekt aufzufassen ist.“

Als ich meiner Berufung in den vollzeitlichen Dienst als Pfarrer gewiss geworden war, hatte ich vor, wegen der Anforderungen dieses Dienstes ehelos zu leben. Ich verliebte mich aber in eine Mitstudentin. Wir sind heute 53 Jahre verheiratet und erleben eine erfĂŒllte Beziehung. Wenn ich Unverheirateten ein sexuell enthaltsames Leben empfehle, lade ich ihnen dann nicht Lasten auf, die ich selber nicht zu tragen bereit bin? Diese Not plagt mich ĂŒbrigens nicht nur im Blick auf homosexuell empfindende Menschen. In jeder Gemeinde gibt es viele heterosexuell empfindende Singles – Frauen und MĂ€nner. Viele wĂŒrden vielleicht gern in einer Ehe leben, finden aber keinen Partner. Sollte ich ihnen nicht fĂŒr außerehelichen Sex oder gelegentlichen Bordellbesuch ein gutes Gewissen machen? Mich hat ĂŒberrascht, dass Grabe mit keinem Wort in seinem Buch auf diese große Herausforderung eingeht, aber im Blick auf gleichgeschlechtlich empfindende Christen die Ehe als einzige Möglichkeit sieht, damit sie nicht „menschlich wie geistlich Schaden nehmen“. (S.74)

Dass Gemeinden homosexuell empfindende Christen in ihrer zölibatĂ€ren Lebensweise langfristig unterstĂŒtzen, sieht Grabe nicht mehr als ausreichende Hilfe an. Folgerichtig hat er fĂŒr die, die diesen Weg als geboten ansehen, die Kategorie „PharisĂ€er“ bereit, die anderen Lasten auflegen, die sie selber nicht anrĂŒhren. Wir werden also von seiner Seite keine UnterstĂŒtzung mehr fĂŒr Seelsorgearbeit mit unseren ethischen Grundlagen erwarten können. Umso nötiger ist es, die Arbeit des Instituts fĂŒr dialogische und identitĂ€tsstiftende Seelsorge und Beratung (vormals WĂŒstenstrom) von Markus Hoffmann (Tamm bei Ludwigsburg), die Grabe leider kritisch beurteilt, zu unterstĂŒtzen. Ich hoffe, dass wir in Zukunft mit englischen Initiativen stĂ€rker zusammenarbeiten können. Der anglikanische Pfarrer Sam Allberry (Maidenshead bei London) hat auf der Synode der anglikanischen Kirche von England im Februar 2017 eine kurze aufsehenerregende Rede gehalten. Er bekannte, dass er sich selbst vom gleichen Geschlecht angezogen fĂŒhle, und hielt dann ein leidenschaftliches PlĂ€doyer fĂŒr die Verteidigung der Ehe von einem Mann und einer Frau nach biblischen MaßstĂ€ben. Das lohnt sich zu hören und zu sehen. Allberry ist auch Redakteur der „Gospel Coalition“, einem Netzwerk reformierter, evangelikaler Kirchen, Mitarbeiter des „Zacharias Instituts“ und GrĂŒnder von livingout.org.

Vision des Petrus als Modell fĂŒr die Akzeptanz der gleichgeschlechtlichen Ehe?

BestĂŒrzt war ich von der Empfehlung Grabes, die Vision des Petrus, ĂŒber die in Apostelgeschichte 10 berichtet wird, als Modell fĂŒr die Akzeptanz der Homo-Ehe zu sehen. Petrus begreift, dass Gott Unreines fĂŒr rein erklĂ€rt, also Heiden durch den Glauben an Jesus zu seiner Gemeinde bringt ohne Beschneidung und Einhaltung der jĂŒdischen Reinheitsgesetze. So sollen wir auf Gott hören, und nach Grabes Meinung wird er uns dann sagen, dass auch gleichgeschlechtliche Partner mit Gottes Segen eine Ehe fĂŒhren können.

Hat Grabe ĂŒbersehen, dass die Heidenvölker seit der Abrahamsverheißung in Gottes Heilsplan vorkamen? Und auch die Jesaja-Prophetien ĂŒber den Gottesknecht haben die Völker im Blick. Das hatte Petrus wohl vergessen. Gott hat ihn per Vision daran erinnert. Wo aber ist in der Bibel irgendwo der AnknĂŒpfungspunkt fĂŒr die Erweiterung der Ehe fĂŒr gleichgeschlechtliche Paare? Im Buch von Grabe ist diese abenteuerliche Empfehlung aber der tragende Pfeiler fĂŒr die BrĂŒcke zum erweiterten EheverstĂ€ndnis. Ich behaupte, der Pfeiler trĂ€gt nicht.

3. Wie kann ich von bösen MÀchten frei werden?

Ich habe hohen Respekt vor dem Psychiater und Psychotherapeuten Grabe und erlaube mir keine Kritik an seinen Aussagen, die sein Fachgebiet betreffen. Sollte da etwas zu kritisieren sein, mĂŒssten das entsprechende Fachleute tun. An den historischen Behauptungen Grabes, dass die Wurzel fĂŒr die Ächtung der HomosexualitĂ€t in der Geschichte „mit grĂ¶ĂŸter Wahrscheinlichkeit“ in der „preußisch-soldatische(n) Herkunft unseres jetzigen Staatswesens“ (S.13) liege, wage ich Zweifel anzumelden. Jedenfalls möchte ich fragen, ob die sehr weitreichenden Folgerungen hinreichend begrĂŒndet sind. Grabe verbindet nĂ€mlich seine historischen mit psychiatrischen Aussagen, wenn er schreibt: „Diese Diskriminierung beruht auf der erlernten Übernahme traditioneller Tabus, diese wiederum grĂŒnden – wie ausgefĂŒhrt – großenteils auf kollektiver neurotischer Abwehr homoerotischer Anteile der eigenen Psyche. Diese wiederum hatte eine bedeutende Funktion in unserer militaristischen Vergangenheit.“ (S.16)

Grabe lobt die WertschĂ€tzung Platos fĂŒr die ĂŒberlegene Form homoerotischer Liebe und sieht sie als charakteristisch fĂŒr die sĂŒdliche Kultur im Gegensatz zum preußisch-militaristisch geprĂ€gten Norden. Irritiert frage ich: War Paulus vielleicht in Wirklichkeit preußisch-germanischer Immigrant in Tarsus?

Wenn ich die Empfehlung des Psychiaters zur Anerkennung der Homo-Ehe in den christlichen Gemeinden nicht unterstĂŒtze, wird er vermutlich diagnostizieren: Ich habe noch nicht die bösen MĂ€chte preußisch-militaristischer Traditionen in mir durch die befreiende Kraft des inklusiven Evangeliums ĂŒberwinden können, sondern lasse mich durch meine unbewussten VersĂŒndigungsĂ€ngste immer noch durch herrschende Tabus in den evangelikalen Milieus bestimmen.

Zum Schluss: Einigung mit wem?

Grabe schreibt als Ziel seines Buches: „So wĂ€re nach allem Gesagten mein Vorschlag fĂŒr eine Einigung der folgende: Homosexuelle Christen dĂŒrfen ebenso wie heterosexuelle Christen eine verbindliche, treue Ehe unter dem Segen Gottes und der Gemeinde eingehen und sind in der Gemeinde in jeder Hinsicht willkommen.“ (S.76)

Welche Einigung mit wem ist gemeint? Die Einigung mit 19 von 20 evangelischen Landeskirchen in Deutschland und mit deren Zusammenschluss, der EKD, wÀre mit dem Vorschlag von Grabe erreicht.

Michael Diener, der scheidende PrĂ€ses des Evangelischen Gnadauer Gemeinschaftsverband (Vereinigung Landeskirchlicher Gemeinschaften), zu dem die Klinik Hohe Mark gehört, hat diesen Vorschlag auf Facebook zitiert und zugestimmt. Diener schreibt: „Danke an Martin Grabe, der sich in seinem lesenswerten Buch so mutig und klar positioniert, wie es wenige Menschen bisher in pietistisch-evangelikaler Tradition getan haben und danke an den Francke-Verlag fĂŒr Verlegung und Druck. An dem jetzt wieder beginnenden Streit ĂŒber die Auslegung von Bibelstellen und ĂŒber theologische Grundlinien, ‚Schöpfungsordnungen‘, werde ich mich nicht beteiligen. Alle Argumente sind ausgetauscht und klar ist am Ende: auch die pietistisch-evangelikale Welt ist uneins in dieser Frage. 
 Martin Grabes Buch lĂ€sst an Deutlichkeit nichts zu wĂŒnschen ĂŒbrig. Er hat als Person und in der Darlegung seiner Grundthesen meine volle UnterstĂŒtzung. Und es werden immer mehr werden, die theologisch, psychologisch, existentiell aufbegehren und aus der pietistisch-evangelikalen Welt Stellung beziehen werden FÜR eine offene Position, nicht GEGEN, sondern im Gehorsam gegen das Evangelium und das lebendige Wort Gottes.“

Auch der Theologieprofessor Thorsten Dietz (Marburg) postete auf Facebook und leitet den Post von Diener weiter: „Sehr hilfreiche WĂŒrdigung von Michael Diener: Das Buch von Martin Grabe, dem Vorsitzenden der Akademie fĂŒr Psychotherapie und Seelsorge, ist eine sehr persönliche und erfahrungsgesĂ€ttigte Darstellung dessen, was schwule und lesbische GlĂ€ubige in evangelikalen Kreisen erlebt und erlitten haben. Und er beschreibt den langen Weg, den es gebraucht hat, dass er am Ende selbst sagen kann: ‚Homosexuelle Christen dĂŒrfen ebenso wie heterosexuelle Christen eine verbindliche, treue Ehe unter dem Segen Gottes und der Gemeinde eingehen und sind in der Gemeinde in jeder Hinsicht willkommen.‘ (S. 76)“

Wir werden sehen, wie sich die GemeinschaftsverbÀnde zu diesem Vorschlag verhalten. Das Versteckspiel ist mit diesem Buch wohl zu Ende. Was kommt nun?

Quelle: Idea online 21.7.2020

Veröffentlichung mit freundlicher Genehmigung des Autors

 

 

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Dieser Beitrag wurde erstellt am Donnerstag 23. Juli 2020 um 17:24 und abgelegt unter Allgemein.