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Eine Familie bezahlt fĂŒr den Glauben des Vaters

Montag 22. Juni 2020 von Hilfsaktion MĂ€rtyrerkirche e.V.


Hilfsaktion MĂ€rtyrerkirche e.V.

Als Ramzi vor acht Jahren den Islam verließ und Christ wurde, war die Verfolgung, die er deshalb in seinem Heimatland im Nahen Osten erlebte, noch vergleichsweise harmlos. Man beschimpfte ihn, nannte ihn einen „UnglĂ€ubigen“ und er erhielt regelmĂ€ĂŸig Drohungen. Als der ehemalige Scheich damit anfing, anderen Muslimen von Jesus zu erzĂ€hlen und diese zum Glauben kamen, wurde er gelegentlich angegriffen und verprĂŒgelt. Auch das hatte er als Nachfolger Jesu erwartet. Womit er jedoch nicht gerechnet hatte, war, dass sein 15-jĂ€hriger Sohn Samee leblos auf der Intensivstation enden wĂŒrde, brutal attackiert, weil sein Vater sich weigerte, Jesus zu verleugnen. „Noch bevor wir so richtig wussten, wie es wirklich um ihn stand, war uns klar, dass der Herr mit uns war. Wir waren nicht wĂŒtend“, erzĂ€hlt Ramzi. „NatĂŒrlich flossen TrĂ€nen, aber da war kein Zorn. Es war, als ob Gott die Kontrolle ĂŒber meine GefĂŒhle ĂŒbernommen hatte. Im Krankenhaus betete ich: ‚Herr, ich gebe dir meinen Sohn. Was auch immer mit ihm passiert, ich vertraue ihn dir an.‘“

Als Samee am Samstagmorgen, den 19. MĂ€rz 2016, durch sein Heimatdorf gegangen war, hatte ihn ein Motorradfahrer von hinten angefahren. Der Fahrer war anschließend geflĂŒchtet und hatte den Jungen am Straßenrand liegen gelassen. Nachbarn, die den Vorfall beobachtet hatten, brachten ihn in Windeseile ins Krankenhaus, wo er drei Tage lang bewusstlos blieb. Nachdem er wieder aufgewacht war, musste er mehrmals operiert werden: Sein Arm war dreifach gebrochen. Daneben hatte er zahlreiche Schnitt- und Platzwunden sowie Prellungen. Auf dem linken Ohr ist er seitdem taub.

Ramzi wusste, dass der Angriff auf seinen Sohn eine Antwort auf seine Reaktion 60 DorfĂ€ltesten und Scheichs gegenĂŒber war: Sie hatten ihn zur Rede gestellt und er war nicht gewillt gewesen, seinen christlichen Glauben zu widerrufen. Man riet ihm, den Vorfall der Polizei zu melden und die Verantwortlichen zu verklagen. Stattdessen griff er zum Telefonhörer.

„An dem Tag, als der Mann meinen Sohn mit dem Motorrad ĂŒberfuhr, rief ich ihn an – ich kannte ihn – und sagte zu ihm: ‚Ich vergebe dir‘“, erzĂ€hlt Ramzi. „Er war sehr ĂŒberrascht und schwieg. Ich bin ĂŒberzeugt, dass er zum Glauben an Jesus Christus kommen wird, sollte ich ihn eines Tage wiedersehen.“ Ramzis Ehefrau Palma fiel es nicht so leicht, das Ganze hinter sich zu lassen. „Es war unglaublich hart fĂŒr mich“, erinnert sie sich. „Da liegt mein Sohn vor mir, schwer verwundet 
 und ich bin seine Mutter! Aber wegen unseres Glaubens mussten wir dem Angreifer vergeben.“ Schließlich kam ein Polizist ins Krankenhaus, um den Vorfall zu untersuchen. Aber Ramzi wollte keine Anklage erheben. Sein einziger Wunsch war, dass es seinem Sohn wieder gut ging. Und er wollte seinem Gott die Ehre geben.

So schwerwiegend der Überfall auf Samee auch war, es blieb nicht das einzige Mal, dass die Familie Verfolgung zu erleiden hatte. Eines Nachts umstellte eine Gruppe wĂŒtender Muslime ihr Haus, sie schmissen mit Steinen und warfen die Fensterscheiben ein. Obwohl die Steine das Haus trafen, kletterte Ramzi auf das Dach und betete um Schutz fĂŒr seine Familie – aber auch fĂŒr die Angreifer. „Ich wollte ihre Gesichter sehen“, erklĂ€rt er. Einige Zeit spĂ€ter erschienen die wĂŒtenden Muslime erneut, diesmal griffen sie sein Haus und das seines Bruders gleichzeitig an. Islamisten durchsiebten die HĂ€user mit SchĂŒssen, bevor sie sie in Brand steckten. Gott sei Dank wurde niemand verletzt.

“Je schwieriger es wurde, umso grĂ¶ĂŸer war die Gnade Gottes, die uns umfing“, sagt Ramzi. „Aber schließlich kamen wir an einen Punkt, wo wir einfach nicht mehr konnten.“ Christen von einer mit der HMK befreundeten Hilfsorganisation halfen Ramzi und seiner Familie 2017, in eine andere Stadt zu ziehen, wo Samee weiterhin medizinisch betreut und gesund werden kann. Die Hilfsorganisation kommt fĂŒr die Miete und die Kosten des tĂ€glichen Bedarfs auf. „Der Herr hat uns mit einer Familie beschenkt, mit einer Familie des Glaubens“, sagt Ramzi dankbar und ergĂ€nzt: „Die Verfolgung, die wir erlitten haben ist nichts im Vergleich zu dem, was Christus fĂŒr uns erleiden musste.“

Ramzis Familie hat tiefen Schmerz und großen Verlust erfahren. Aber sie wissen, dass Gott mit ihnen ist und dass er ihnen auch weiterhin helfen wird, sollten sie erneut Verfolgung erleben. „Gottes Gnade in unserem Leben ist so groß“, sagt er. „Sie ist grenzenlos. Alles, was uns passiert ist, war wirklich schlimm, aber wir machen uns keine Sorgen. Wir sind glĂŒcklich, dass Gott uns erwĂ€hlt hat, also haben wir ihm unser Leben komplett anvertraut. Davor lebten wir im Dunkeln und hatten keine Ahnung. Nachdem wir zum Glauben an Jesus Christus gefunden hatten, erfĂŒllte uns eine Freude, wie wir sie noch nie zuvor gekannt hatten. Jeden Tag sehen wir etwas Neues.“

Quelle: www.verfolgte-christen.de

Hilfsaktion MĂ€rtyrerkirche, Juni 2020

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Dieser Beitrag wurde erstellt am Montag 22. Juni 2020 um 10:16 und abgelegt unter Christentum weltweit.