- Gemeindenetzwerk - https://www.gemeindenetzwerk.de -

Klimawandel – Apokalypse oder Herausforderung?

1.    Die derzeitige Klimaerwärmung in der öffentlichen Wahrnehmung

ln der Öffentlichkeit wird die heutige Klimaerwärmung – auf der Basis des vom Weltklimarat (Intergovernmental Panel of Climate Change = IPCC) vertretenen AGW-Modells (Anthropogen Global Warming Model) – fast ausschließlich den anthropogenen („menschengemachten“) Kohlendioxid (C02)-Emissionen angelastet, die durch die Verbrennung von Kohle, Öl und Gas sowie Industrie und Verkehr entstehen (1, 2). Es wird deshalb eine rasche C02-Emissionssenkung („Dekarbonisierung“) gefordert (1, 2, 23, 24).

Anderenfalls drohe eine Klimakatastrophe mit unübersehbaren Folgen für die Menschheit und die Ökosysteme (Abschmelzen des Polar- und Gletschereises, Überflutungen, Wetterextreme, Wüstenausbreitung, Ernteausfälle, Hungersnöte, Artensterben, Verminderung der Biodiversität, 400 Mio. Klimaflüchtlinge (24), „Übersäuerung“ der Meere usw.) (1, 2, 23, 24). Essentiell sei die Umstellung von fossilen auf erneuerbare Energieträger, nämlich Windkraft, Solarenergie, Wasserkraft und Bioenergie (z.B. Biosprit), wobei letztere allerdings in Konkurrenz zur Sicherung der Welternährung steht und vielfach zur Abholzung von Tropenwäldern führt. Die grundlastfähige, ebenfalls C02-freie Kernenergie gilt in Deutschland demgegenüber als ethisch nicht vertretbar.

In jüngster Zeit nehmen die Katastrophenwarnungen geradezu hysterische Züge an und der Ruf nach sofortigen, drastischen Abhilfemaßnehmen wird zunehmend heftiger (23, 24, 25). Nach dem bereits sehr ambitionierten Vorschlag der sog. „Kohlekommission“ zum Ausstieg aus der Kohleverstromung bis 2038 folgte die Forderung der Grünen nach Ende des Verbrennungsmotors bis 2030 (Habeck) und der Verdopplung des C02-Preises (Baerbock) sowie der Friday-for-Future-Bewegung nach einer Steuer von 180 €/t C02 (= 162 Mrd. EUR pro Jahr) und Abschaltung von 25 % der Kohlekraftwerke noch 2019 (100 % bis 2030) und 100 %ige Versorgung aus erneuerbaren Energieträgern bis 2035. Besonders schrill nimmt sich das Rezo-Video (24) aus: Nach der fast apokalyptischen Beschwörung der Folgen der bevorstehenden Klimakatastrophe (siehe oben) werden dort u. a. folgende Behauptungen aufgestellt:

  1. Deutschland behindere (vornehmlich auf Betreiben der CDU) aus Ignoranz gegenüber der Auffassung nahezu der gesamten seriösen Wissenschaft – im Unterschied zu anderen Ländern – den Ausbau erneuerbarer Energieträger (vor allem Fotovoltaik), obwohl deren Kosten nicht höher, sondern oftmals niedriger als die der Kohleverbrennung lägen.
  2. Die C02-Konzentration der Atmosphäre habe sich in der Erdgeschichte im Gleichgewicht befunden und sich durch die menschlichen Aktivitäten erst in der Neuzeit erhöht. Trotzdem subventioniere die CDU-geführte Bundesregierung die Profite der Kohlelobby aus Steuergeldern.
  3. Falls nicht innerhalb von 9 Jahren die C02-Emissionen beendet würden, sei die 1,5-Grad-Grenze nicht einzuhalten mit der Folge einer irreversiblen und nicht mehr zu stoppenden Erderwärmung und Zukunftszerstörung.
  4. Die Sonneneinstrahlung habe für die Erderwärmung keine Bedeutung, da deren Aktivität in den letzten 60 Jahren sehr niedrig gewesen sei.
  5. Der durch den Kohleausstieg zu erwartende Verlust an Arbeitsplätzen (angeblich ca. 20.000) sei eher marginal und im Unterschied zu den ca. 80.000 verlorenen Arbeitsplätzen in der Fotovoltaik relativ leicht zu kompensieren (Anmerkung des Verfassers: Der Wegfall von 80.000 Arbeitsplätzen bei der Fotovoltaik dürfte aber auch maßgeblich auf die mangelnde Konkurrenzfähigkeit hiesiger Solarzellen-Hersteller gegenüber den chinesischen Produzenten zurückgehen!)

Allerdings gibt es gegenteilige Auffassungen und Fakten, die leider in der veröffentlichten Diskussion wenig Vorkommen. Beispielsweise bekommt man (anders als Rezo glauben macht) erneuerbare Energiequellen eben nicht ohne Zusatzkosten. So hat die Ökostromförderung die deutschen Stromkunden bisher ca. 240 Mrd. EUR gekostet (jährlich kommen ca. 25 Mrd. hinzu, vgl. 28). Deshalb hat Deutschland inzwischen neben Dänemark die höchsten Strompreise. Die Weltgemeinschaft gibt mehrere 100 Mrd. Dollar jährlich (3) für den „Klimaschutz“ (richtiger wohl die Milderung der Klimaerwärmung; das Klima (als statistischer Mittelwert des Wetters von 30 Jahren) kann man nicht „schützen!“) aus.

Vor diesem Hintergrund wäre es fatal, wenn das vom Weltklimarat favorisierte AGW-Modell vom anthropogenen, C02– basierten Klimawandel nicht zuträfe, denn die Menschheit kann es sich nicht leisten, Ressourcen zur Behebung von Phantomen zu vergeuden, in einer Welt mit ca. 1 Mrd. Hungernden und einem Bevölkerungswachstum von 3 Mrd. bis 2050 schon gar nicht. Tatsächlich bestehen in der internationalen Fachwelt erhebliche Zweifel an der Richtigkeit dieses Modells (Lit. bei 4, 5, 38). Daher ist auch die Rezo-Aussage zu bezweifeln, dass 97 oder sogar mehr als 99 % der mit Klimafragen befassten Wissenschaftler die These vom anthropogenen Klimawandel bejahen. Dagegen sprechen eine Reihe von Resolutionen, an denen u. a. auch Nobelpreisträger beteiligt waren (26) und die selektive Auswahl der untersuchten Zielgruppen (27). Die oft zitierte Studie von COOK (2013) sortierte alle Arbeiten, die keine Aussage zur menschlichen Klimaverantwortung trafen oder nur eine unbedeutende menschliche Rolle bei der Klimaerwärmung postulierten, als nicht relevant aus, obwohl diese 66,4 % aller ausgewerteten Beiträge umfassten. Die Zustimmung von 32,6 % wurde dann als 100 % gesetzt, so dass am Ende eine verfälschte und irreführende Zustimmungsquote von 97 % behauptet werden konnte.

Daraus folgt, dass die These vom anthropogen verursachten Klimawandel wie alle wissenschaftlichen Hypothesen auf Richtigkeit geprüft werden muss. Die Grundfrage lautet: „Ist das C02, das der Mensch der Atmosphäre zusätzlich zuführt, tatsächlich für den heutigen Klimawandel verantwortlich?“ (6). Erst wenn das wissenschaftlich beweiskräftig bejaht werden kann, würde die AGW-Hypothese das Gewicht erhalten, was sie derzeit beansprucht. Und erst dann wären die eklatanten Ausgaben gerechtfertigt, die für die Förderung von erneuerbaren Energiequellen anfallen. Daraus ergeben sich folgende Fragen:

Dazu soll im Folgenden exemplarisch Stellung genommen werden. Vollständigkeit ist dabei nicht beabsichtigt und auch wegen der Begrenztheit der Seitenzahl nicht möglich.

2.    Ist der derzeitige Klimawandel dramatisch und beispiellos?

Zweifellos erleben wir seit ca. 100-150 Jahren eine globale Erderwärmung, die zeitlichen und regionalen Schwankungen unter­liegt und durch Abkühlungen unterbrochen wurde (vgl. 1, 4, 5). Seit 1880 wuchs die Globaltemperatur (durchschnittliche Lufttemperatur an der Land- und Meeresoberfläche) um ca. 1 °C. Gleichzeitig stiegen Ozeantemperaturen und Meeresspiegel (0,2-0,5 mm/Jahr) etwas an und die Schmelzprozesse beschleunigten sich in einigen Erdregionen (aber die Antarktis-Vereisung (7) nahm zu). Klimawandel ist kein neues Phänomen. Seit mindestens 2,3 Mrd. Jahren wechselt das Klima zwischen Kalt- und Warmzeiten. Diese Veränderungen waren meist gravierender (oft 10mal stärker) und schneller als heute. Nach dem Ende der letzten Eiszeit vor ca. 11.500 Jahren leben wir heute in der Warmzeit (Zwischeneiszeit) des Holozäns. Auch diese ist von wechselnden wärmeren und kälteren Perioden geprägt (29, 30). Selbst in historisch überschaubarer Zeit (3.200 Jahre) gab es Klimaoptima, die z. T. wärmer waren als heute (4, 5, 8).

Zwischenfazit: Der heutige Klimawandel ist also weder beispiellos noch einmalig. Es handelt sich dabei um eine normale Erscheinung unserer Holozän-Warmzeit, die nicht bedrohlich ist und auf natürliche Ursachen zurückgehen muss, da stärkere Erwärmungen als heute auch in vorindustrieller Zeit auftraten.

3.    Ist Kohlendioxid (C02) die dominierende Ursache für den derzeitigen Klimawandel?

C02 gehört neben Wasserdampf (H20), Stickoxiden, Methan und Ozon zu den Treibhausgasen, die (ähnlich wie Gewächshaus­glas) Teile der von Sonne eingestrahlten bzw. von der Erde abgestrahlten Infrarot (Wärme)-Strahlung absorbieren und dadurch die Temperatur der unteren Atmosphäre erhöhen (13, 22). Dieser natürliche Treibhauseffekt sorgt an der Erdoberfläche für mittlere Globaltemperaturen von ca. 14-16°C und ist eine Voraussetzung für das irdische Leben (13). Am wirkungsvollsten sind H20 (>60 %) und C02 (ca. 15 %). Nach Ansicht des IPCC verursachen die menschlichen Treibhausgasemissionen einen zusätzlichen Erwärmungseffekt, wobei dem C02 ein Anteil von 60 %, dem H20 erstaunlicherweise gar keine Wirkung zugeschrieben wird. Darin sieht der IPPC die Ursache für die heutige Klimaerwärmung. Dagegen spricht aber Folgendes (5):

Zwischenfazit: COz hat wegen seiner schwachen Heizwirkung und sehr niedrigen Konzentration keinen nachweisbaren, allenfalls einen sehr geringen Klimaeffekt. Auch für die heutige Erwärmung sind vorrangig natürliche Ursachen anzunehmen. Der primäre Klimaantrieb kommt von der Sonne, deren Aktivität und Bestrahlungsstärke (entgegen der Behauptung von Rezo) seit 1700 deutlich zugenommen hat und in der 2. Hälfte des 20. Jh. im Maximum war und eine deutliche Korrelation zur Lufttemperatur aufweist. Berücksichtigt man die Wassermassen der Ozeane als mobile Wärmespeicher (90 % der Energie sind dort gespeichert) und Kopplungselemente zum Klima der unteren Atmosphäre, lassen sich bestehende Unterschiede zwischen Solaraktivität und Globaltemperatur erklären (vgl. bei 5).

4.    Sind die Befürchtungen über vorrangig negative Folgen (Klimakatastrophe) berechtigt?

Derzeitig überwiegen zwar Schmelzprozesse, die aber schwächer sind als in römischer bzw. mittelalterlicher Zeit (Ausschmelzen von Baumstämmen (Zirben) aus zurückweichenden Gletschern in Österreich). Das Antarktis-Eis und die Gletscher in Alaska und Neuseeland wachsen (http://nsidc.org/articse- aicenews [1]). Die Himalayagletscher schmelzen langsamer als vom IPCC vorausgesagt. Der Meeresspiegel steigt heute 2-3 mm pro Jahr, also 20-30 cm in 100 Jahren, wahrscheinlich aber weniger. Es handelt sich um längerfristige Vorgänge, an die man sich anpassen kann. Nach Marotzke (34), einem der Leitautoren des IPCC-Berichtes 2013, würde selbst ein völliges Abschmelzen der Arktis nur einen Meeresspiegelanstieg von 7 m, verteilt auf ca. 3.000 Jahre bedeuten. Eine Versauerung („Übersäuerung“) der Ozeane tritt nicht auf: Der pH-Wert sank (nicht signifikant) von 8,12 auf 8,08 und liegt daher nach wie vor im alkalischen Bereich (pH 7 ist neutral). Eine Absenkung ist auch nicht zu erwarten, da wärmeres Wasser weniger C02 (Kohlensäure) löst als kälteres. Nach Aussagen des IPCC (IPCC 2013, AR5, WGI, Kapitel 2, Seite 220, pdf-Seite 236, IPCC 2013, AR5, WGI, Technical Summary, Seite 50, pdf-Seite 66) gibt es (abweichend zu Rezos Behauptungen) keine gesicherte Zunahmen bei den jährlichen Zahlen von tropischen und außertropischen Stürmen, Hurrikans und Stark-Hurrikans. Das gilt auch für Dürren und Trockenheit im globalen Maßstab. Das Artensterben ist laut IPCC nicht von der Erwärmung abhängig. Die Biodiversität hatte keine signifikante Beziehung zur Erderwärmung. Auch die Eisbären­population in Kanada ist entgegen aller Pressemeldungen von 5.000 (1950) auf 25.000 (2008) angewachsen, obwohl jährlich ca. 600-800 geschossen wurden (8,11).

Nach Marotzke (34), einem Anhänger der AGW-Hypothese, gibt es im Gegensatz zur Behauptung des Rezo-Videos keine belastbaren Anhaltspunkte, dass bei (zeitweiliger) Überschreitung des 1,5-Grad-Ziels ein Kipppunkt erreicht wird, ab dem eine irreversible Erwärmungspirale eintritt.

Interessanterweise entwickelten sich in Warmzeiten die menschlichen Hochkulturen, weil für die Lebewelt gute Bedingungen herrschten (Acker- und Weinbau im Norden, z.B. Grönland = Grünland, grüne Sahara). Kältezeiten waren dagegen durch Ernteeinbußen, Hungersnöte, Kältetote, Epidemien und Völkerwanderungen geprägt. Auch in der gegenwärtigen Wärmeperiode lassen sich positive Effekte beobachten. Niederschläge und Pflanzenwachstum haben seit 1982 in Wüstengebieten (9,12) und das Baumwachstum in Europa (10) zugenommen. Das ist auch verständlich, denn C02 liefert nicht nur den entscheidenden Baustoff für alle Lebewesen, sondern im Zuge der C02-Assimilation wird gleichzeitig die Sonnenenergie für die Lebensprozesse nutzbar gemacht. Die heutige atmo­sphärische C02-Konzentration (0,04 %) ist nicht optimal für das Pflanzenwachstum, sondern eher ein Gehalt von 0,1 %. Nach neueren weltweiten Versuchsauswertungen könnten durch C02-Verdopplung bis zu 35 % höhere Ernten erzielt werden (12, 18, siehe auch Abb. 3). Eine höhere C02-Konzentration könnte also die Nahrungsmittelproduktion fördern und den Hunger in der Welt mildern. COz ist also kein „Schmutzgas“, sondern zusammen mit H20 die Grundlage des irdischen Lebens.

Zwischenfazit: Es gibt keine signifikanten Anzeichen für eine bevorstehende Klimakatastrophe mit verheerenden Folgen für die Menschheit und Ökosysteme. Selbst der letzte IPCC-Bericht AR5 (2013) räumt ein, dass zwischen der Erderwärmung einerseits und Artensterben, Biodiversität, Wetterextremereignissen u. a. keine verlässlichen Beziehungen bestehen. Die C02-Konzentrationserhöhung verursacht andererseits ein besseres Pflanzenwachstum (Düngeeffekt) und höhere Erträge und hat darum auch starke positive Wirkungen, die den Hunger in der Welt mildern könnten. Insgesamt ist die heutige Klimaerwärmung kein planetarer Notstand, sondern eine der (beherrschbaren) Heraus­forderungen des 21. Jahrhunderts.

5.    Ist ein sofortiger, radikaler Umstieg von fossilen zu regenerativen Energieträgern angemessen, realistisch und nachhaltig?

Langfristig ist der Ausstieg aus der Verbrennung (und Verstromung) von fossilen Energieträgern (also auch der Braunkohle) zwar wünschenswert, weil fossile Rohstoffe noch lange Zeit für die stoffliche Verwertung benötigt werden und ihre Vorräte endlich sind. Nachwachsende Rohstoffe können die fossilen Träger bei der stofflichen Verwertung wegen ihrer Konkurrenz zur Nahrungs- und Futtermittelmittelproduktion nicht ersetzen. Teile des Braunkohlebergbaus müssten deshalb für diesen Zweck auch weiterhin vorgehalten werden.

Ein sofortiger Umstieg von der Kohle und anderen fossilen Energieträgern auf regenerative Energieträger ist dennoch unrealistisch und nicht angemessen, und zwar aus folgenden Gründen:

  1. Voraussetzung dafür sind ökonomisch und ökologisch nachhaltige Alternativen. Die gegenwärtig zur Verfügung stehenden und favorisierten erneuerbaren Energieträger (Wind, Fotovoltaik) sind dazu nicht geeignet, weil sie diskontinuierlich und nicht bedarfsgerecht anfallen, ökonomisch tragbare Speichermöglichkeiten großer Strommengen vorläufig nicht zur Verfügung stehen und ihr Anteil an der Primärenergieversorgung (also Strom, Wärme, Verkehr) derzeit nur 2,5 % (Akademieprojekt Systeme der Zukunft, 2018, S.10) beträgt. Bis zu einem Anteil von 100 % ist es also noch ein weiter Weg. Verschärft wird die Situation noch durch die beabsichtigte Forcierung der Elektromobilität. Wenn Wärme und Verkehr ebenfalls aus Strom erzeugt werden sollen, würde eine Dekarbonisierung von 90 % bis 2050 (also ein sehr gemäßigter Ansatz) eine Erhöhung des Strombedarfs um 1150 Terrawattstunden erfordern (25). „Die installierte Leistung an Windkraft und Fotovoltaik müsste in diesem Fall bei gleichbleibendem Energieverbrauch gegenüber heute versiebenfacht werden“ (Zitat aus der o. g. Akademiestudie). Es leuchtet deshalb ein, dass bei sofortigem Ausstieg aus der Kohleverstromung eine sichere Energieversorgung und erst recht die Grundlastfähigkeit nicht gegeben wäre. Deshalb sieht der Kohlebericht (Ausstieg 2038) ja auch einen Import von Erdgas vor. Hinzu kommen die enormen Widerstände in der betroffenen Bevölkerung gegen den Stromtrassenbau zum regionalen Ausgleich der „Ökostrom“- Bereitstellung. Außerdem sind die Windräder keineswegs ökologisch nachhaltig, wenn man beispielsweise die durch sie verursachte enorme Vogel-, Fledermaus-, Insektendezimierung (vgl. 35, 36) und den hohen Energiebedarf zu ihrer Herstellung betrachtet.
  2. Wie oben gezeigt wurde, bestehen Zweifel an der Klimawirksamkeit des C02. Überdies fußt das AGW-Modell nicht auf plausiblen Ableitungen aus naturwissenschaftlichen Gesetzen und Resultaten. Eine reale Vorhersage des Klimas zu einem bestimmten Zeitpunkt ist daher nicht möglich, wie der IPCC 2001 selbst einräumte (Zitat): „Bei der Modellierung des Klimas sollten wir erkennen, dass wir es mit gekoppelten, nicht linearen, chaotischen Systemen zu tun haben und dass daher langfristige Voraussagen über das künftige Klima nicht möglich sind“. Entsprechend oft hat sich der IPCC in seinen Prognosen auch geirrt (33). Man denke z.B. an die berüchtigte Hockeyschlägerkurve (39), die später zurückgezogen werden musste. Neuere Beispiele dafür sind die bisherige Unterschätzung der natürlichen Senkenfunktionen natürlicher Systeme für C02 (34) und die fehlerhafte Prognose des Temperaturanstiegs seit 2003. Es ist ersichtlich, dass die Globaltemperaturen trotz weltweit ungezügelten C02-Anstiegs weit weniger anstiegen, als aus den Modellrechnungen erwartet worden war. Das AGW-Modell vom anthropogenen Klimawandel spiegelt die Realität unzureichend wider und ist als Handlungsgrundlage für politische Entscheidungen ungeeignet. Zumindest ist eine grundsätzliche Überprüfung überfällig.
  3. Selbst wenn man an die Klimasensivität des C02 glaubt, würde ein nationaler Alleingang Deutschlands den weltweiten C02-Ausstoß praktisch nicht senken, da derzeit global etwa 1.600 Kohlekraftwerke neu gebaut bzw. geplant werden. Eine Senkung des C02-Ausstoßes in Deutschland um 100 % – wie es Fridays for Future vorschwebt – würde pro Jahr ca. 3 Mrd. € kosten und 800 Mio. t C02 Das entspricht der Menge C02, die China jährlich zusätzlich ausstößt (26). Vorher würde es jedoch – auch wegen der geforderten C02-Steuern (160 Mrd. Euro pro Jahr) – sehr wahrscheinlich zum Zusammenbruch der deutschen Industrie und Energieversorgung kommen (26).Unter diesen Voraussetzungen würde der gleichzeitige Ausstieg aus der C02-freien Kernenergie und der Braunkohleverstromung die stabile Energieversorgung akut gefährden und die Strompreise stark ansteigen lassen. Energieintensive Unternehmen würden Deutschland verlassen. Die Versorgungslücken müssten durch Stromimporte (auch Atomstrom) und/oder Gasimporte ausgeglichen werden, was mit großen Belastungen/Gefährdungen (enorme Kosten für neue Gaskraftwerke, politische Abhängigkeit von instabilen Ländern, keine C02-Vermeidung) einhergeht. Insgesamt wird damit keine ökonomische oder ökologische Nachhaltigkeit erreicht. Überdies hat ein schneller Ausstieg aus der Braunkohleverstromung erhebliche Konsequenzen für die Wirtschaft. Er gefährdet hochwertige Industriearbeitsplätze im Bergbau, der Energiewirtschaft, der chemischen Industrie und in den damit verbundenen Bereichen des Mittelstandes und Handwerks und bedeutet einen massiven Strukturwandel und kann auch durch Infrastrukturförderung nicht ausgeglichen werden. Der im Rezo-Video als marginal empfundene Arbeitsplatzverlust von insgesamt 20.000 zeugt von ökonomischer Inkompetenz, denn nach vorsichtigen Schätzungen werden für die Lausitz und das mitteldeutsche Revier (einschließlich der Folgebereiche) jeweils mindestens 40.000 wegfallende Arbeitsplätze geschätzt. Nicht zuletzt wird der Energieumstieg enorme Kosten verursachen. Schon die Realisierung des Planes der Kohlekommission würde nach Hecking et al. (40) den Strompreis auf 0,52 € pro kWh verteuern. Folgt man Fridays for future, bis 2035 ausschließlich erneuerbare Energiequellen zu nutzen, so würde das 640 EUR pro Haushalt und Monat kosten, ohne dass global auch nur eine Tonne Kohlendioxid vermieden würde (25).

Zwischenfazit: Ein schneller Umstieg von fossilen auf erneuerbare Energiequellen würde enorme Kosten verursachen, die Industrie, Vollbeschäftigung und die Energieversorgung in Deutschland gefährden, und hätte keinen messbaren Effekt auf Klima oder Umwelt. Die überstürzte Milliardenförderung diskontinuierlich anfallender erneuerbarer Energiequellen (Wind, Fotovoltaik) in Deutschland sollte überdacht werden (21), da sie weder ökonomisch nachhaltig ist noch weltweit Lösungen bringt. Sie ist auch nicht erforderlich, weil nach Angaben von Marotzke (34) (einer der Leitautoren des IPCC) die natürlichen C02-Senken weitaus mehr speichern als gedacht, also das verbleibende C02-Budget für das 1,5 Grad-Ziel doppelt so hoch ist, wie man bisher glaubte. Auch hier irrt sich Rezo. Vielmehr muss dringend und vorrangig in die Forschung und Entwicklung neuartiger Stromerzeugungs- und Speicherungssysteme investiert werden, um so die Voraussetzungen für einen sozial, ökonomisch und ökologisch nachhaltigen Ausstieg aus fossilen Energieträgern zu schaffen.

6.    Zusammenfassung und Schlussfolgerungen

Der derzeitige Klimawandel fußt auf natürlichen Ursachen, lässt sich durch den Menschen nicht verhindern und hat mit C02 wenig zu tun. Er stellt keinen planetaren Notstand dar, wohl aber eine (lösbare) Herausforderung für die Menschheit. Eine Verringerung der atmosphärischen C02-Konzentra-tion ist nicht nur überflüssig, sondern auch sehr teuer (3, 12) und negativ für das Pflanzenwachstum. Sie sollte unterlassen werden. Die überstürzte Milliardenförderung diskontinuierlich anfallender erneuerbarer Energiequellen (Wind, Fotovoltaik) in Deutschland sollte überdacht werden (21), da sie weder ökonomisch nachhaltig ist, noch weltweit Lösungen bringt, wie auch folgendes Zitat von J. Hanson (Klimaberater von AI Gore) verdeutlicht (Zitat nach 3): „Wer glaubt, dass wir uns in den USA, in China, Indien oder auf der ganzen Welt dank erneuerbarer Energien kurzfristig von fossilen Brennstoffen verabschieden können, der glaubt auch an den Osterhasen und die Waldfee“. Statt ausufernder Subventionierung nicht ausgereifter Technologien sollte die Erforschung/Entwicklung neuer Energiesysteme (z.B. Stromspeicherung, Kernfusion, Brennstoffzellentechnologie) finanziell viel stärker gefördert werden (3). Notwendig ist die Anpassung an die Folgen des Klimawandels (z.B. durch Deiche, Wasserspeicher, Pflanzenzüchtung), wie selbst die Präambel des Pariser Klimaabkommens (2015) ansatzweise einräumt (20, 21). Dafür ist die erfolgreiche ökonomische und soziale Entwicklung vor allem der Entwicklungs- und Schwellenländer eine Grundvoraussetzung. Angesichts der stark wachsenden Weltbevölkerung ergeben sich daraus die wirklich relevanten Hand­lungsfelder: Sicherung erschwingbarer Nahrungs-, Strom- und Brennstoffversorgung, Zugang zu sauberem Trinkwasser, Seuchenbekämpfung, Gesundheitsbetreuung und Bildung (3). Statt das Geld für die „Dekarbonisierung“ zu verschwenden, sollte es für die Entwicklungshilfe (Hilfe zur Selbsthilfe) ausgegeben werden. Dadurch ließen sich die ökonomischen Grundlagen schaffen, die vor der Menschheit stehenden Probleme, von denen Klimawandel-Anpassung nur eines ist, in abgewogener Weise zu lösen.

Prof. Dr. Wolfgang Merbach ist Agrarwissenschaftler, war Dekan der Landwirtschaftlichen Fakultät der MLU Halle-Wittenberg und ist Mitglied im EAK-Bundesvorstand.

Aus: Evangelische Verantwortung 7/8-2019 (Evangelischer Arbeitskreis der CDUCSU) [2]

Quellenangaben

(1) Sachstandsberichte AR 4 (2007) und AR 5 (2013/14) des IPCC
(2) H. J. Schellnhuber: Dann hausen wir in Mondstationen. Der Spiegel 45/2015, 125-127
(3) Lomborg: Deutschlands gescheiterte Klimapolitik. FAZ15.5.2015
(4) Vahrenholdt, S. Lüning: Die kalte Sonne. Warum die Klimakatastrophe nicht statt­findet. Hoff mann u. Campe 2012
(5) P. Dahm, D. Laves, W. Merbach: Der heutige Klimawandel. Eine kritische Analyse des Modells von der menschlich verursachten globalen Erwärmung. Verlag Dr. Köster, Berlin 2015
(6) http://klimazwieback.wordpress.com/agw-these [3] AOW-These unter der Lupe.
(7) http://nsidc.org/arcticseaicenews [4] (National Snow and Ice Data Center der USA)
(8) Ganteför: Klima – Der Weltuntergang findet nicht statt. Wiley VCH Weinheim 2012
(9) J. Donohue: Geophysical Res. Letters 40 (2013), 1-5, doi: 10.1002/grl.50563
(10) Pretsch et al.: Nat. Comm. 5:4967, doi:10.1038/ncomms/5967 (2014)
(11) Lomborg: Cool it. Warum wir trotz Klimawandels einen kühlen Kopf behalten sollten. Dt. Verlagsanstalt 2008
(12) Opitz, C. Pantle: Gipfel des Klimawahns. Fokus 49/2015, 36-38
(13) Krüger: Ein Exkurs zur aktuell gemessenen Klimasensivität und absoluten Global­temperatur. www.science-skeptical.de [5]
(14) S. Lindzen, Y. S. Choi: Asia-pacific}. Atmosph. Sei. 4 (2011), 377-390
(15) z.B. D. Archibald (2010) bzw. W. Eschenbach (2006), zit. in hppt.// klimazwie- back.wordpress.com/agw-these (Anhang)
(16) Humlun, K. StordahlJ. E. Solheim: Global Planetary Change 100 (2013,51-69
(17) Monnin et al: Science 29 (2001), 112-114
(18) H. Ziska, J. A. Bunce: New Phytol. 175 (2007), 607-618, und L. Wang et al.: Agric. Ecosyst. Environment 178 (2013), 57-63
(19) F.K. Ewert: Inventur nach Kopenhagen: Bad Triburg 2009, unveröffentlicht
(20) Heller, P: Realpolitik statt Utopien: Das Pariser Klimaabkommen, v/ww. science-skeptical. de 21.12.2015
(21) Miersch: Abkühlung beim Klimarat. Fokus 15/2014, 94
(22) E. Trenberth, J. T. Fassulo,). Kiehl: Bull. Am. Meteor. Soc. 90 (2009), 311- 323
(23) EKD-Studie 2015
(24) Rezzo, Die Zerstörung der CDU, Video Youtube 2019
(25) Vahrenhold, Weltwoche 20 (2019)
(26) Klarsicht-Information für politische Entscheidungsträger Nr. 1 (Juni 2019)
(27) Der 97-Prozent-Mythos, Weltwoche 21.3.2019
(28) Bild 25.10.2018
(29) Kehl,H. (2008): Das zyklische Auftreten von Optima und Pessima im Holozän. http://lv-twk.oekosys.tu-berlin.de//project/lv-twk/002-holozaene-optima-und- htm [6]
(30) Schönwiese, D. E. (1995): Klimaänderungen, Springer Berlin, Heidelberg
(31) Mahlberg, H.(2013), http://www.kaltesonne.de/fakten-zum-klimawandel-seit-der- kleinen-eiszeit [7]
(32) Parry et al., Glob. Environm. Changes 14(2014)
(33) Kirchstein, W.:lst der Klimawandel menschengemacht? http://ruhrkultour.de/ [8] ist-der-klimawandel-menschengemacht-ganz-klar-nein-sagen-wissenschaftler/ Youtube 24.6.2016
(34) Marotzke, J.: Galgenfrist verlängert. Spigel 6.10.2018, S. 111
(35) Trieb, F. et al: Energiewirtschuflliche Tagesfragen 68 (2018) Heft 11
(36) Schulze, E., Merbach, W.: Nachhaltiger Landwirtschaft mit technischem Fortschritt, Verlag Dr. Köster Berlin 2018
(37) Weimer: Schöpfung bewahren-unideologisch. Pro/Christliches Medienmagazin 4/2015, S.21
(38) P.Dahm: Vom Klimawandel zur Energiewende, Verlag Dr. Köster Berlin 2016
(39) E.Mann: Northern hemishere temperatures during past millennium. Geophysical Res. Letters 26, 759-762 (1999)
(40) Hecking et al.: Ewi – Energy Research Scenarios GmbH 9.5.2016