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Christen an Weihnachten enthauptet, der Westen schlÀft wieder ein

Montag 13. Januar 2020 von Gatestone Institute


Gatestone Institute

Martha Bulus, eine nigerianische Katholikin, wollte zu ihrer Brautparty gehen, als sie von islamischen Extremisten von Boko Haram entfĂŒhrt wurde. Martha und ihre Begleiter wurden enthauptet und ihre Hinrichtung gefilmt. Das Video der brutalen Morde an diesen 11 Christen wurde am 26. Dezember zeitgleich mit den Weihnachtsfeierlichkeiten veröffentlicht. Es erinnert an die Bilder von anderen Christen in orangefarbenen Overalls, die auf den Knien am Strand gebeugt sind und jeweils von einem maskierten, schwarz gekleideten Dschihadisten gehalten werden, der ihnen ein Messer an die Kehle hĂ€lt. Ihre Leichen wurden in einem Massengrab in Libyen entdeckt.

In der GrĂ¶ĂŸenordnung der antichristlichen Verfolgung in Nigeria hatte Martha weniger GlĂŒck als ein anderes entfĂŒhrtes MĂ€dchen, Leah Sharibu, die nun seit fast zwei Jahren in Gefangenschaft ist und gerade ihr zweites Weihnachten in den HĂ€nden von Boko Haram verbrachte. Der Grund? Leah weigerte sich, zum Islam zu konvertieren und ihr Christentum zu verleugnen. Nigerianische christliche FĂŒhrer protestieren auch gegen die „kontinuierliche EntfĂŒhrung minderjĂ€hriger christlicher MĂ€dchen durch muslimische Jugendliche…“ Diese MĂ€dchen „werden gewaltsam zum Islam konvertiert und ohne die Zustimmung ihrer Eltern zur Heirat herangezogen“.

Nigeria erlebt einen islamistischen Vernichtungskrieg gegen Christen. Bislang wurden 900 Kirchen im Norden Nigerias von Boko Haram zerstört. US-PrĂ€sident Donald J. Trump wurde informiert, dass dort seit 2015 mindestens 16.000 Christen getötet wurden. In einer einzigen nigerianischen katholischen Diözese, Maiduguri, wurden 5.000 Christen ermordet. Wie viel grĂ¶ĂŸer und ausgedehnter muss dieser Krieg gegen Christen noch werden, bevor der Westen ihn als „Völkermord“ betrachtet und Maßnahmen zu seiner Verhinderung ergreift?

Am Tag nach der Enthauptung der Christen in Nigeria ermahnte Papst Franziskus die westliche Gesellschaft. Wegen enthaupteter Christen? Nein. „Legt eure Telefone hin, redet wĂ€hrend der Mahlzeiten“, sagte der Papst. Er sprach kein einziges Wort ĂŒber die schreckliche Hinrichtung seiner christlichen BrĂŒder und Schwestern. Wenige Tage zuvor hatte Papst Franziskus zum Gedenken an die Migranten, die im Mittelmeer ums Leben kamen, ein von einer Rettungsweste umhĂ€ngtes Kreuz aufgehĂ€ngt. Im vergangenen September enthĂŒllte der Papst auf dem Petersplatz ein Denkmal fĂŒr Migranten, aber des Lebens der von islamischen Extremisten getöteten Christen hat er nicht mit einer winzig kleinen ErwĂ€hnung gedacht.

Kardinal Robert Sarah, einer der ganz wenigen katholischen KirchenfĂŒhrer, der den islamischen Charakter dieses Massakers erwĂ€hnte, twitterte: „In Nigeria ist die Ermordung von 11 Christen durch verrĂŒckte Islamisten eine Erinnerung daran, wie viele meiner afrikanischen BrĂŒder in Christus den Glauben unter Einsatz ihres eigenen Lebens leben“.

Es ist nicht nur der Vatikan, der schweigt. Nicht eine einzige westliche Regierung hat Zeit gefunden, Entsetzen und Empörung ĂŒber die Enthauptung von Christen auszudrĂŒcken. „Wo ist die moralische Abscheu vor dieser Tragödie?“, fragte der nigerianische Bischof Matthew Kukah nach dem Weihnachtsmassaker. „Dies ist Teil eines viel grĂ¶ĂŸeren Dramas, mit dem wir tĂ€glich leben.“

Die europĂ€ischen FĂŒhrer sollten dem Beispiel des britischen Premierministers Boris Johnson folgen, der in seiner ersten Weihnachtsbotschaft an die Nation sagte:

„Besonders am heutigen Tag möchte ich, dass wir uns all der Christen auf der ganzen Welt erinnern, die Verfolgung ausgesetzt sind. FĂŒr sie wird der Weihnachtstag im Privaten, im Geheimen, vielleicht sogar in einer GefĂ€ngniszelle begangen werden“.

Bundeskanzlerin Angela Merkel hat gesagt, dass ihre PrioritĂ€t der Kampf gegen den Klimawandel sein wird. Verfolgte Christen hat sie nicht erwĂ€hnt. Der französische PrĂ€sident Emmanuel Macron konnte in seiner Rede zur Wintermitte nicht einmal „Frohe Weihnachten“ sagen.

Unterdessen schrieb The Economist, dass der ungarische MinisterprĂ€sident Viktor OrbĂĄn, ein leidenschaftlicher Verteidiger verfolgter Christen, das Thema politisch „ausnutzt“.

Die europĂ€ischen FĂŒhrer haben es versĂ€umt, die barbarische Hinrichtung von Christen am Weihnachtstag zu verurteilen: Politische Korrektheit zersetzt die westliche Gesellschaft von innen heraus.

Anfang Dezember sagte ein anderer afrikanischer Bischof, Justin Kientega aus Burkina Faso: „Niemand hört uns zu. Offensichtlich geht es dem Westen mehr darum, seine eigenen Interessen zu schĂŒtzen“.

„Warum schweigt die Welt, wĂ€hrend Christen im Nahen Osten und in Afrika abgeschlachtet werden“, schrieb Ronald S. Lauder, PrĂ€sident des JĂŒdischen Weltkongresses.

„In Europa und in den Vereinigten Staaten waren wir Zeugen von Demonstrationen zum tragischen Tod von PalĂ€stinensern, die von der Hamas, der Terrororganisation, die den Gazastreifen kontrolliert, als menschliche Schutzschilde benutzt wurden. Die Vereinten Nationen haben Untersuchungen durchgefĂŒhrt und konzentrieren ihren Zorn auf Israel, weil es sich gegen eben diese Terrororganisation verteidigt hat. Aber das barbarische Abschlachten von Tausenden und Abertausenden von Christen stĂ¶ĂŸt auf relative GleichgĂŒltigkeit.“

Wo waren die westlichen Regierungen, als Tausende junger Muslime nach Syrien und in den Irak eindrangen, um Christen zu jagen und zu töten und ihre Kirchen und Gemeinden zu zerstören? Der Westen tat nichts und litt fĂŒr seine UntĂ€tigkeit. Die Islamisten fingen mit den Christen im Osten an und setzen ihr Werk mit den „Post-Christen“ im Westen fort. Wie der französische Mittelalterforscher RĂ©mi Brague sagte: „Die KrĂ€fte, die die Christen aus ihrem angestammten Land vertreiben wollen, werden sich fragen, warum nicht im Westen ein Work fortsetzen, das im Osten so gut begonnen worden ist?“

Es gab im Westen keine Empörung ĂŒber das Abschneiden der christlichen Köpfe, nur Schweigen, unterbrochen von „Allahu Akbar“, SchĂŒssen und Bomben. Die GeschichtsbĂŒcher der Zukunft werden diesen westlichen Verrat nicht gutheißen – je nachdem, wer sie schreibt. Das Ende der Christen des Ostens wird eine Katastrophe fĂŒr die Kirche im Westen sein. Es wird niemand von ihnen mehr in der Wiege der eigenen Zivilisation leben.

Was wĂŒrden wir lesen, wenn zum Beispiel christliche Terroristen einen Bus angehalten, die Passagiere nach ihrem Glauben getrennt, den Muslimen befohlen hĂ€tten, zum Christentum zu konvertieren, und dann elf von ihnen ermordet hĂ€tten? Das Umgekehrte ist gerade in Kenia geschehen. Was haben wir gelesen? Gar nichts. Am 10. Dezember hielt die islamische Terroristengruppe Al Shabaab einen Bus im Norden Kenias an und ermordete dann nur diejenigen, die keine Muslime waren. Wir Westler sind in der Regel bewegt von der Verfolgung dieser oder jener Minderheit; warum nie fĂŒr unsere Christen?

Die Christianophobie der muslimischen Extremisten, die Christen im Nahen Osten und in Afrika massakrieren, ist zentral fĂŒr eine totalitĂ€re Ideologie, die darauf abzielt, die Muslime der Umma (der islamischen Gemeinschaft) in einem Kalifat zu vereinen, nachdem sie die Grenzen der Nationalstaaten zerstört und „UnglĂ€ubige“ – Juden, Christen und andere Minderheiten sowie „muslimische AbtrĂŒnnige“ – liquidiert hat. Nigeria steht nun an der Spitze dieses Dramas.

„Nigeria ist heute der tödlichste Ort der Welt, um Christ zu sein“, bemerkte Emmanuel Ogebe, ein Anwalt.

„Was wir haben, ist ein Völkermord. Sie versuchen, die Christen zu verdrĂ€ngen, sie versuchen, ihr Land zu ĂŒbernehmen und sie versuchen, ihre Religion den sogenannten UnglĂ€ubigen und Heiden, fĂŒr die sie Christen halten, aufzuzwingen“.

Der Westen schlĂ€ft wieder ein. „Der Westen öffnete seine Grenzen ohne zu zögern fĂŒr FlĂŒchtlinge aus muslimischen LĂ€ndern auf der Flucht vor dem Krieg“, schrieb die Ökonomin Nathalie Elgrably-LĂ©vy. „Diese scheinbar tugendhafte westliche SolidaritĂ€t ist dennoch selektiv und diskriminierend.“ Verfolgte Christen wurden von den westlichen Regierungen und den öffentlichen Orten im Stich gelassen.

Indiens Premierminister Narendra Modi wurde kĂŒrzlich von Muslimen belagert, die gegen ein neues Gesetz protestierten, das benachbarten Nicht-Muslimen, die vor Verfolgung fliehen, die StaatsbĂŒrgerschaft anbietet. Tarek Fatah erklĂ€rte in der Toronto Sun, dass die muslimische Empörung ĂŒber das neue indische Gesetz von der Furcht herrĂŒhrt, „dass die Zulassung der StaatsbĂŒrgerschaft fĂŒr verfolgte pakistanische Christen, Hindus und Sikhs die nicht-muslimische Bevölkerung des Landes vergrĂ¶ĂŸern und damit ihre Vetomacht verwĂ€ssern wĂŒrde, die sie in den letzten 70 Jahren in Indien ausgeĂŒbt haben“.

Wo sind die mit Londonern oder New Yorkern gefĂŒllten PlĂ€tze fĂŒr die vom Westen diskriminierten christlichen FlĂŒchtlinge? In den von Islamisten besetzten Teilen Syriens haben die Christen gerade ein „besonderes Weihnachtsfest“ verbracht – ohne Glocken und Lichter und mit vielen ihrer Kirchen zu StĂ€llen umgebaut.

Das Khabour, die syrische Region, in der die assyrischen Christen lebten, wird heute „totes Tal“ genannt. Der ehemalige Erzbischof von Canterbury, George Carey, schrieb kĂŒrzlich:

„Der Krieg in Syrien ist wieder ausgebrochen. Wieder einmal fĂŒllen FlĂŒchtlinge seine Straßen, die unser MitgefĂŒhl brauchen. Doch diejenigen, die dem ‚falschen Glauben‘ angehören, werden von der britischen Regierung keines finden. Bei der Neuansiedlung von 16.000 FlĂŒchtlingen aus dem frĂŒheren Konflikt in Großbritannien konnten sich die am stĂ€rksten brutalisierten Minderheiten in unserem Land kaum in Sicherheit bringen. Von den FlĂŒchtlingen, die im Jahr 2015 im Rahmen des Vulnerable Persons Scheme hierher kamen, waren nur 1,6 Prozent Christen. Und das, obwohl diese Gruppe 10 Prozent der syrischen Bevölkerung ausmacht“.

Die Muslime fĂŒllen die westlichen PlĂ€tze fĂŒr ihresgleichen; aber fĂŒr unsere verfolgten christlichen BrĂŒder bleiben diese PlĂ€tze leer.

Giulio Meotti, Kulturredaktor fĂŒr Il Foglio, ist ein italienischer Journalist und Autor.

 

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Dieser Beitrag wurde erstellt am Montag 13. Januar 2020 um 11:34 und abgelegt unter Christentum weltweit, Gesellschaft / Politik.