Gemeindenetzwerk

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Alarmierende Zahlen der Kirchenaustritte – Ursachen und Konsequenzen

Samstag 3. August 2019 von Konferenz Bekennender Gemeinschaften


Wenn allein im Jahr 2018 rund 220000 Mitglieder aus der Ev. Kirche austreten, 11,6% mehr als im Vorjahr, dann ist das ein alarmierendes Zeichen. Die Frage nach den Ursachen muss gestellt werden.

Neben einem zunehmenden S├Ąkularisierungsprozess und der demographischen Entwicklung gibt es eine F├╝lle von hausgemachten Gr├╝nden. Die Evangelische Kirche hat ein Identit├Ątsproblem. Sie wird zunehmend als bevormundende Moralinstanz in Politik- und Weltverst├Ąndnis wahrgenommen, angepasst an den aktuellen gesellschaftlichen Mainstream, als Vorreiter der Genderideologie und Unterst├╝tzer der Ehe f├╝r alle. Die Kirche hat ihre allgemeine, an der Bibel und dem Bekenntnis ausgerichtete Kompetenz in Fragen des Glaubens, der Ethik und Dogmatik gleichsam selbst aufgegeben.

Damit hat sie sich von den Gl├Ąubigen entfremdet und steht in einer Glaubw├╝rdigkeitskrise, weil sie sich zu weit von ihren Kernaufgaben, der Vermittlung des Glaubens, des Sich-k├╝mmerns um das Gemeindeglied, der hinwendenden Seelsorge entfernt hat. Die best├Ąndige Besch├Ąftigung mit Strukturfragen unter Vernachl├Ąssigung der Kernaufgaben des Glaubens ging zu Lasten der Ortsgemeinde und zu Lasten des einzelnen Gemeindeglieds. Landesbisch├Âfin Kristina K├╝hnborn-Schmidt hat recht, wenn sie sagt. ÔÇ×Es sei f├╝r viele Menschen nicht mehr verst├Ąndlich, wof├╝r der christliche Glaube steht.ÔÇť Aber genau hier liegt das Defizit. Dabei gibt es nicht wenige, die die Kirche aus Glaubensgr├╝nden verlassen, weil sie in ihr nicht mehr den wahren Anwalt christlichen Glaubens sehen, weil sie wahrnehmen, wie Kirche selbst wesentliche Glaubensgrundlagen infrage stellt, weil sich die Kirche auch damit von den Gl├Ąubigen entfernt hat.

Konsequenzen

Bei allen kirchlichen Verantwortungstr├Ągern ist ein Sinneswandel vonn├Âten, um deutlich zu machen, wof├╝r die Kirche steht in der Gottesfrage, in Glaubensfragen, in Sinnfragen und entscheidenden Lebensfragen, dem einzelnen Menschen zugewandt. Kirche muss verst├Ąrkt Br├╝ckenbauer zu Gott sein! Evangelisation, Mission, Seelsorge m├╝ssen thematisch die Tagesordnungen kirchlicher Gremien bestimmen. Glaubenskurse auch f├╝r kirchliche Mitarbeiter.

Christus, die Heilige Schrift, der Glaube und die Gnade Gottes m├╝ssen die unbestreitbare eindeutige Autorit├Ąt und Absolutheit bekommen. Die Bindung an Schrift und Bekenntnis darf nicht dem jeweiligen Zeitgeist geopfert werden. Damit steht und f├Ąllt die eigene Glaubw├╝rdigkeit und Identit├Ąt von Kirche.

Der Gottesdienst mit Verk├╝ndigung und der regelm├Ą├čigen Feier des Heiligen Abendmahls muss Zentrum der Gemeindearbeit bleiben und werden. Das gilt nicht nur f├╝r Gemeindeglieder allgemein, sondern auch f├╝r Konfirmanden, kirchliche Mitarbeiter und Pfarrer. Wenn alle kirchlichen Mitarbeiter, Pfarrer und kirchlich Bediensteten den Gottesdienst am Sonntag besuchten, w├Ąren die Kirchen gut besucht.

Kirchliche Arbeit muss sich konzentrieren auf ihre Kernaufgaben, auf ihren Markenkern und der Verzettelung auf dem Markt der M├Âglichkeiten wehren. Jesus Christus hat bei allem Reden und Tun Mitte und Leitschnur zu sein, damit das Evangelium Platz gewinnt.

Die alarmierenden Austrittszahlen sind f├╝r die Kirche ein Aufruf zur Bu├če und Erneuerung in der Kraft des Heiligen Geistes.

Pastor Ulrich R├╝├č, Juli 2019

Vorsitzender der Konferenz Bekennender Gemeinschaften in Deutschland (KBG)
1. Vorsitzender der Kirchlichen Sammlung um Bibel und Bekenntnis in der Nordkirche

 

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Dieser Beitrag wurde erstellt am Samstag 3. August 2019 um 12:05 und abgelegt unter Gemeinde, Kirche.