Gemeindenetzwerk

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„Was Gott nicht segnet, kann die Kirche nicht segnen!“

Donnerstag 4. April 2019 von Confessio e.V.


Confessio e.V.

Erkl├Ąrung der Pfarrerarbeitsgemeinschaft Confessio e.V. zur Entscheidung der Synode der ev. Landeskirche in W├╝rttemberg, einen Segnungsgottesdienst f├╝r gleichgeschlechtliche Paare einzuf├╝hren (ÔÇ×Kirchliches Gesetz zur Einf├╝hrung einer Ordnung des Gottesdienstes anl├Ąsslich der b├╝rgerlichen Eheschlie├čung zwischen zwei Personen gleichen Geschlechtes ÔÇŽÔÇť).

1. Wenn dieser Leitsatz unseres ehemaligen Landesbischofs Theo Sorg wahr ist, dann ist der Beschluss der ev. Landessynode falsch – ja, er ist vermessen.

2. Wenn die Erl├Ąuterung des Evangeliums (R├ 2,16) von Gottes Zorn und Gottes Gnade am Anfang des R├Âmerbriefs wahr ist, dann ist auch jener Leitsatz wahr. Siehe R├Âmer 1,18.26f (Basisbibel): „Zugleich wird n├Ąmlich auch der Zorn Gottes offenbar. Er bricht vom Himmel her herein ├╝ber alle Gottlosigkeit und alles Unrecht der Menschen. Denn ihre Frauen vertauschten den nat├╝rlichen Geschlechtsverkehr mit dem widernat├╝rlichen. Ebenso gaben die M├Ąnner den nat├╝rlichen Geschlechtsverkehr mit ihren Frauen auf. Daf├╝r entbrannten sie in wildem Verlangen zueinander. M├Ąnner treiben es schamlos mit M├Ąnnern.“

3. Wenn das f├╝nffache biblische Verbot der homosexuellen Lebenspraxis als solcher unmissverst├Ąndlich, uneingeschr├Ąnkt und unbedingt ist, wird es durch kritische Auslegungen, die m├Âglicherweise von dem Interesse geleitet sind, eine unzeitgem├Ą├če Definition von S├╝nde zu tilgen, keineswegs au├čer Kraft gesetzt.

4. Wenn kritische Auslegungsversuche gegen den klaren Textsinn nichts ├Ąndern an der ├╝bereinstimmenden Schrifterkenntnis und dem Glaubenszeugnis der Christenheit aller Zeiten, steht die Bekenntnisgrundlage der w├╝rttembergischen Kirche nach ┬ž 1 ihrer Verfassung unangetastet in Kraft. Sie anerkennt ausschlie├člich die Ehe zwischen Mann und Frau und schlie├čt jegliche Rechtfertigung und Segnung der S├╝nde aus.

5. Wenn es wahr ist, dass der Bekenntnisstand nur ge├Ąndert werden darf durch einen Gesamtkonsens der Kirchengemeinschaft (Prof. de Wall auf dem Studientag der Synode), ist der Bruch mit dem Bekenntnis durch die Einf├╝hrung eines schriftwidrigen Schriftverst├Ąndnisses und der Installation eines gottwidrigen Gottesdienstes durch die Zweidrittelmehrheit einer Synode bekenntniswidrig, verfassungswidrig und somit nichtig.

6. Wenn es wahr ist, dass der inaugurierte Gottesdienst verfassungswidrig ist, geht es nicht um die Frage, wie lange Pfarrern, Pfarrerinnen und Gemeinden anderer Ansicht noch Gewissensschutz einger├Ąumt wird, sondern wie die Gemeinde Jesu vor dem Beschluss einer kirchenleitenden Synode gesch├╝tzt wird, die hier irrt.

7. Wenn in einer Kirche zu einer gesellschaftlich relevanten Frage zwei sich widersprechende und ausschlie├čende Antworten anerkannt werden, ist die innere Einheit der Kirche zerbrochen. Wenn das, was von Gottes Wort her als falsche Lehre, Unordnung und ├ärgernis zu beurteilen ist, zur Kirchenordnung gemacht wird, ist der innerkirchliche Friede nicht etwa bewahrt, sondern nachhaltig zerst├Ârt. Siehe R├Âmer 16,17-19a (Basisbibel):

„Br├╝der und Schwestern, ich bitte euch dringend: Nehmt euch vor den Leuten in Acht, die euch spalten und vom Glauben abbringen wollen. Sie stehen im Widerspruch zu der Lehre, in der ihr unterwiesen worden seid. Geht ihnen besser aus dem Weg! Denn sie dienen nicht unserem Herrn Christus, sondern ihren eigenen Anliegen. Mit sch├Ânen Worten und einschmeichelnden Reden f├╝hren sie arglose Menschen in die Irre. Aber euer Gehorsam hat sich ja ├╝berall herumgesprochen.“

8. Wenn ein gleichgeschlechtliches Paar anl├Ąsslich seines Eheschlusses in einen Segnungsgottesdienst einzieht und die Kirche erkl├Ąrt, nicht das Paar, sondern nur die Einzelpersonen w├╝rden gesegnet, zudem handele es sich nicht um eine „Trauung“, klingt das wie Spott auf die Wahrnehmung jedes m├╝ndigen Christenmenschen und jedes s├Ąkularen B├╝rgers mit gesundem Menschenverstand.

9. Wenn der Begriff „Diskriminierung“ derma├čen ausgeweitet wird, dass er jegliche Beurteilung und Kritik einer anderen Lebensform aufgrund einer bestimmten ├ťberzeugung und eines bestimmten Wertesystems mit h├Âchster moralischer Entr├╝stung verwirft, kann man jede Einzelperson, jede Gruppe, jede Kirche und jede Gesellschaft als diskriminierend bezeichnen. Wenn es wahr ist, dass Jesus jedem Menschen in der Liebe Gottes begegnet ist, dabei aber sehr wohl das Verhalten des Einzelnen differenziert betrachtet, beurteilt und auch kritisiert hat, ist Verk├╝ndigung und Seelsorge in der Spur von Jesus keineswegs mit dem Totschlagwort „Diskriminierung“ erledigt, sondern f├╝r die Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen von Jesus verpflichtend und f├╝r die Gesellschaft das einzig Heilsame.

10. Wenn die Landeskirche ganz offiziell die illegale Kampagne der Regebogengemeinden mit allen Verst├Â├čen gegen die Kirchenordnung nachtr├Ąglich rechtfertigt und entsprechende Gemeinden ├Âffentlich bekanntmacht, ist es grunds├Ątzlich gerechtfertigt, dass andere Gemeinden ihre Haltung und Praxis nach Schrift und Bekenntnis ├Âffentlich bekanntmachen. Wir fordern Einzelpersonen, Pfarrerskollegen, Pfarrerskolleginnen und Gemeinden dazu auf, das zu tun. Wir anerkennen keine Regenbogenkirche, die ausgerechnet jenes Symbol missbraucht, das nur auf dem Hintergrund des Weltgerichts ├╝ber die ausgelebte Gottlosigkeit zu verstehen ist. Wir bekennen uns zu der Christenheit, in der gilt, was der Herr der Kirche sagt: „Wenn ihr meine Gebote haltet, so bleibt ihr in meiner Liebe. Ihr seid meine Freunde, wenn ihr tut, was ich euch gebiete.“ (Joh 15,10.14)

11. Was der Systematiker Wolfhart Pannenberg 1993 als Bef├╝rchtung formuliert hat, ist in W├╝rttemberg 2019 eingetreten:

„Es muss ganz klar gesagt werden, dass eine Kirche, die homosexuelle Lebensgemeinschaften anerkennt, nicht mehr auf dem Boden der Bibel steht. . Wenn die evangelischen Kirchen dem Sog zur Anpassung an die Forderungen des Zeitgeistes erliegen, dann werden sie ihren Anspruch verlieren, Kirche in Bindung an die Schrift zu sein. Das w├╝rde die Grundlage protestantischen Kirchentums gef├Ąhrden. Die bisher m├╝hsam bewahrte Einheit der evangelischen Kirchen w├╝rde dann zerbrechen, und die evangelikale Bewegung w├╝rde dann im evangelischen Bereich die einzige Basis f├╝r eine kirchliche Erneuerung bilden.“ (W.Pannenberg, Angst um die Kirche. Zwischen Wahrheit und Pluralismus, in: Ev. Kommentare 12, 1993, (709-713)

Wir Mitglieder der Pfarrer-Arbeitsgemeinschaft Confessio nehmen die Aufgabe wahr, die uns das Ordinationsversprechen stellt, und fordern, den bekenntniswidrigen Beschluss nicht umzusetzen.

Einstimmiger Beschluss der Confessio-Versammlung (keine Enthaltung).

Stuttgart, 1. April 2019

An der Versammlung nahmen 20 Mitglieder teil. Vorsitzender von CONFESSIO e.V. ist Pfarrer Dr. Tobias Ei├čler, Ostfildern

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Dieser Beitrag wurde erstellt am Donnerstag 4. April 2019 um 17:50 und abgelegt unter Kirche, Sexualethik, Theologie.