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Der gute Mensch?

Dienstag 29. Januar 2019 von Prof. Dr.-Ing. Werner Gitt


Prof. Dr.-Ing. Werner Gitt

Der Mensch ist offensichtlich das einzige Wesen auf dieser Erde, das über sich selbst nachdenkt. Im Laufe der Menschheitsgeschichte hat sich eine große Zahl von Meinungen angehäuft. Eine kleine Auswahl soll uns einen Eindruck vermitteln:

Homer (8. Jahrhundert v. Chr.): «Denn wahrlich! Da ist nichts Armseligeres als der Mensch unter allem, so viel da auf der Erde atmet und kriecht.» Bettina von Arnim (1785–1859): «Der Mensch ist ein wunderlich Wesen, das sich nicht begreifen lässt.» Erich Fromm (1900–1980): «Der Mensch ist eine Laune der Natur.» Friedrich Nietzsche (1844–1900): «Denn der Mensch ist kränker, unsicherer, wechselnder, unfestgestellter als irgendein Tier sonst, daran ist kein Zweifel – er ist das kranke Tier.» Charles Darwin (1809–1882): «Der Mensch ist jetzt, auch im rohesten Zustand, das dominierendste Tier, das je auf der Erde erschienen ist.»

Oft bin ich mit der Bahn unterwegs, um Vorträge zu halten. Vor einiger Zeit schrieb ich das achtseitige Faltblatt «Wie komme ich in den Himmel?». Dieses gebe ich gerne an meinen Sitznachbarn im Zug weiter. Ich bevorzuge den Großraumwagen, unter anderem auch darum, weil ich dann nur einen Nachbarn habe. So kommt es nach anfänglichem «Smalltalk» schnell zu einem persönlichen Gespräch, in dessen Verlauf ich gerne frage, ob er auch einmal im Himmel sein möchte. Fast immer wird dies klar bejaht. Frage ich weiter nach, ob der Betreffende annimmt, ob er dort auch wirklich hinkommen werde, kommt prompt die Begründung: «Ich bin doch ein guter Mensch. Ich habe noch nie jemanden erschlagen, keinen Bankraub verübt, und wo immer es geht, tue ich Gutes. Das alles weiß doch Gott.»

Diese Überzeugung teilen nach meiner Erfahrung die meisten Menschen. Auch die obigen Zitate zeigen deutlich, dass wir Menschen ohne die Offenbarung Gottes in der Bibel nicht in der Lage sind, uns richtig einzuschätzen. Die Bibel bestätigt unsere Erfahrung, dass die meisten sich als «gute Menschen» bezeichnen würden: «Viele Menschen rühmen ihre Güte» (Sprüche 20,6). Aber die Bibel zeigt uns auch unmissverständlich, dass unsere eigene Annahme zutiefst falsch ist. In 1. Mose 8,21 nennt Gott uns seine Diagnose: «Das Dichten und Trachten des menschlichen Herzens ist böse von Jugend auf.»

Wir leben in einer Zeit der Tests – alle möglichen Konsumgüter werden nach mancherlei Kriterien geprüft, bewertet und publiziert. Auch diverse von Psychologen ausgearbeitete Verhaltenstests werden gerne angewandt. In Analogie dazu wollen wir im Folgenden den biblisch orientierten «Bin ich gut?»-Test durchführen. Beantworten Sie bitte die folgenden vier Fragen:

Haben Sie schon einmal gelogen? Dazu gehören auch Halbwahrheiten, kleine Lügen oder Flunkereien. Ja ❑ Nein

Haben Sie jemals – ganz unabhängig vom Wert – etwas gestohlen? ❑ Ja ❑ Nein

Haben Sie jemals jemanden begehrt? Jesus sagte: «Ich aber sage euch: Wer eine Frau ansieht, sie zu begehren, der hat schon mit ihr die Ehe gebrochen in seinem Herzen» (Matthäus 5,28). ❑ Ja ❑ Nein

Haben Sie jemals einen Menschen gehasst? In 1. Johannes 3,15 lesen wir: «Wer seinen Bruder hasst, der ist ein Totschläger, und ihr wisst, dass kein Totschläger das ewige Leben bleibend in sich hat.» ❑ Ja ❑ Nein

Wenn Sie auch nur eine der vorgenannten Fragen mit Ja beantwortet haben, dann müssen Sie zugeben, dass Sie –mindestens in Ihrem Herzen – ein Lügner, Dieb, Ehebrecher oder Mörder sind. Bei diesem kleinen Test haben wir uns nur auf vier der Zehn Gebote Gottes beschränkt. Was meinen Sie, wenn Gott Sie nach seinem Maßstab beurteilt, wären Sie dann schuldig oder unschuldig? Wenn wir ehrlich sind, müssen wir zugeben, dass wir wirklich schuldig sind. Das sagt uns Gott auch im Psalm 14,3: «Aber sie sind alle abgewichen und allesamt verdorben; da ist keiner, der Gutes tut, auch nicht einer.» Schon die Übertretung eines einzigen Gebotes zieht die ewige Verdammnis in der Hölle nach sich, denn Jesus lehrt in der Bergpredigt (Matthäus 5,22): «Wer aber sagt: Du Narr!, der ist des höllischen Feuers schuldig.» Wenn Sie auch nur eine der vier Testfragen mit Ja angekreuzt haben, dann stehen Sie bereits unter jenem Urteil, von dem Offenbarung 21,8 spricht: «Die Feigen aber und Ungläubigen und Frevler und Mörder und Unzüchtigen und Zauberer und Götzendiener und alle Lügner, deren Teil wird in dem Pfuhl sein, der mit Feuer und Schwefel brennt; das ist der zweite Tod.»

Denken Sie immer noch, dass Sie ein guter Mensch sind, oder erkennen Sie, dass Sie ein Sünder sind und damit den Zorn Gottes verdient haben? Weil Gott nicht will, dass wir ewig verloren gehen, sandte er seinen Sohn Jesus Christus zu uns auf die Erde. Er wurde gekreuzigt und ist nach drei Tagen auferstanden. Er starb den Tod eines Verbrechers, nicht etwa weil er das Gesetz gebrochen hat, sondern weil wir es getan gaben. Jesus nahm unsere Sündenschuld auf sich, um uns zu erlösen. Wer in persönlicher Glaubensentscheidung zu ihm kommt, für den gilt: «… der hat das ewige Leben und kommt nicht in das Gericht, sondern er ist vom Tode zum Leben hindurchgedrungen » (Johannes 5,24). Welch ein Wechsel!

Aus dem verlorenen Menschen wird durch die Erlösungstat Jesu sein Wert neu definiert. Es gilt nun: «Du bist in meinen Augen äußerst wertgeachtet und auch herrlich, und ich habe dich lieb» (nach Jesaja 43,4).

Quelle: www.wernergitt.de■

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Dieser Beitrag wurde erstellt am Dienstag 29. Januar 2019 um 22:14 und abgelegt unter Seelsorge / Lebenshilfe.