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Predigt über das Christusbekenntnis des Petrus (Mk 8,27-33): Wie kann ich Jesus erkennen?

Unterwegs nach Cäsarea Philippi

Jesus hatte in der galiläischen Stadt Betsaida einen Blinden geheilt, der Geburtsstadt der beiden Brüder Andreas und des Philippus. Betsaida lag an der Nordostseite des Sees Genezareth, wo der Jordan vom Norden kommend in den See fließt. Von hier wanderten Jesus und die Jünger hinauf in das fruchtbare Quellgebiet des Jordans unterhalb des 2.800 Meter hohen Hermons in das Gebiet um die Stadt Cäsarea Philippi. Um diese Gegend zu erreichen, war eine Strecke von 35 km zu laufen. Jesus und die Jünger wanderten durch eine wunderschöne Landschaft mit üppiger Vegetation immer am Flusslauf entlang, so dass die Trinkwasserversorgung zu jeder Zeit gesichert war.

Cäsarea Philippi war eine heidnisch-hellenistisch geprägte Stadt und bekannt für sein Pan-Heiligtum, das direkt an einer der Jordanquellen lag (Banjas). In dieser landschaftlich reizvollen Umgebung und in sicherer Entfernung des religiös aufgeheizten Jerusalems (160 km) kam es zu einem Gespräch zwischen Jesus und den Jüngern über die Identität Jesu.

Das Christusbekenntnis des Petrus

Und Jesus ging fort mit seinen Jüngern in die Dörfer bei Cäsarea Philippi. Und auf dem Wege fragte er seine Jünger und sprach zu ihnen: Wer, sagen die Leute, dass ich sei?  Sie antworteten ihm: Einige sagen, du seist Johannes der Täufer; einige sagen, du seist Elia; andere, du seist einer der Propheten. Und er fragte sie: Ihr aber, wer, sagt ihr, dass ich sei? Da antwortete Petrus und sprach zu ihm: Du bist der Christus! Und er gebot ihnen, dass sie niemandem von ihm sagen sollten.  Und er fing an, sie zu lehren: Der Menschensohn muss viel leiden und verworfen werden von den Ältesten und Hohenpriestern und Schriftgelehrten und getötet werden und nach drei Tagen auferstehen. Und er redete das Wort frei und offen. Und Petrus nahm ihn beiseite und fing an, ihm zu wehren. Er aber wandte sich um, sah seine Jünger an und bedrohte Petrus und sprach: Geh weg von mir, Satan! Denn du meinst nicht, was göttlich, sondern was menschlich ist. (Mk 8,27-33).

Petrus bekennt in diesem Dialog Jesus als den Christus und Sohn des lebendigen Gottes. Damit stand er ganz im Gegensatz zur Mehrheitsmeinung in Israel, denn das Volk hielt Jesus für einen der Propheten. Wie konnte Paulus Jesus als den Messias erkennen und bekennen? Wir wollen dieser Frage auf den Grund gehen und frage, wie wir Jesus als Messias und Gottessohn erkennen und bekennen können.

1          Höre nicht auf Meinungen

1.1       Die Vielfalt der Meinungen über Jesus

Wer, sagen die Leute, dass ich sei? Sie antworteten ihm: Einige sagen, du seist Johannes der Täufer; einige sagen, du seist Elia; andere, du seist einer der Propheten (Mk 8,27-28). Wir sehen bereits an der Antwort, dass Jesus damals in aller Munde war. Die Menschen machten sich Gedanken über Jesus, der Blinde heilte, der den Tauben die Ohren öffnete, der den Stummen die Sprache wiedergab, der Brot vermehrte und Stürme stillen konnte. Die Antwort der Jünger verrät uns auch, was die Menschen in Israel damals über Jesus dachten und für wen sie ihn hielten:

a.) Johannes der Täufer: Johannes der Täufer war zu diesem Zeitpunkt bereits hingerichtet worden. Ganz Israel hatte in ihm einen Propheten Gottes gesehen. Je bekannter Jesus wurde, desto mehr kam das Gerücht in Umlauf, Johannes der Täufer könnte von den Toten auferstanden sein. Jesus wurde für eine Reinkarnation des Johannes gehalten. Selbst Herodes glaubte das. Als er die Gerüchte und das Gerede über Jesus hörte, sagte er: „Es ist Johannes, den ich enthauptet habe, der ist auferstanden“ (Mk 6,16).

b.) Elia, der Prophet: Elia galt in Israel als einer der wichtigsten Propheten und man hatte die Erwartung, dass er auftreten würde, bevor der Messias kommen würde. Denn Gott hatte durch den Propheten Maleachi gesagt: „Ich will euch senden den Propheten Elia, ehe der große und schreckliche Tag des Herrn kommt“ (Maleachi 3,23). Jesus beeindruckte die Menschen so sehr, dass sie Jesus für Elia hielten. Sie sahen in ihm also den Vorläufer des Messias.

c.) Einer der Propheten: Andere wiederum sahen in Jesus einen anderen der alten Propheten. Es wurde darüber spekuliert, ob nicht Jeremia oder ein anderer Prophet von den Toten auferstanden sei, um nun das Volk zu Gott zurückzurufen: „Andere sagten aber, es sei einer der alten Propheten auferstanden“. Bei Matthäus lesen wir, dass die Menschen besonders an Jeremia dachten (Mt 16,14).

Alle diese Spekulationen über Jesus gingen auf eine Prophetie zurück, die der Herr 1.400 Jahre früher gegeben hatte. So hatte Mose gesagt: „Einen Propheten wie mich wird dir der Herr, dein Gott, erwecken aus dir und deinen Brüdern“ (5 Mose 18,15). Das Volk sah in Jesus, seinen Taten und Worten, die Erfüllung dieser Zusage. Die Meinungen der Menschen waren vielfältig, doch alle hielten Jesus für einen von Gott bevollmächtigten und gesandten Propheten. Auch wird deutlich, dass im ganzen Volk über Jesus geredet wurde. Seine Taten und Worte waren so außergewöhnlich, dass die Menschen förmlich gezwungen waren, Stellung zu beziehen und sich eine Meinung zu bilden.

1.2       Die Vielfalt der Meinungen über Jesus heute

Bis heute fordert uns die Person Jesus heraus. Wir müssen Stellung beziehen und eine Antwort auf die Frage finden, wer er ist. Tatsächlich machen sich die Menschen seit 2.000  Jahren Gedanken über Jesus. Über keine Person der Menschheitsgeschichte wurden so viele Bücher geschrieben. Das Buch, das von ihm handelt, die Bibel, ist mit Abstand das meistverkaufte, meistgelesene und meistübersetzte Buch der Weltgeschichte. Allein das Internet liefert 890 Millionen Einträge zum Namen Jesus. Die Meinungen über Jesus sind unüberschaubar. Wer ist Jesus? Ich möchte hier nur ein paar Meinungen unserer Zeit skizzenhaft nennen:

a.) Jesus als Vorbild: So wie die Juden sich zur Zeit Jesu darauf einigen konnten, dass er ein Prophet gewesen sei, können sich die Menschen von heute darauf einigen, dass Jesus ein großes Vorbild war: „Die modernen Bestseller (über Jesus) zeigen Jesus so, wie ihn der heutige Mensch lieber sieht: als biologisch normal ausgestatteten, nicht von einer Jungfrau, sondern infolge eines sexuellen Aktes geborenen Mann, dessen Wirken nicht auf einem himmlisch-metaphysischen Erlösungsakt beruht, sondern innerhalb des Rahmens der Naturgesetze steht. Jesus wird hier wegen seines vorbildlichen Lebens geliebt und seiner Lehre vom Vorrang der Liebe.“ (Sybille Tönnies).

b.) Der schlechthin abhängige Jesus: Für den Theologen Schleiermacher war Jesus ein Mensch, der das „vollkommene Gottesbewusstsein“ verkörperte. Christen eifern Jesus nach, um wie er in einem Gefühl der schlechthinnigen Abhängigkeit zu leben wie er.

c.) Der adoptierte Jesus: Nach dieser Theorie war Jesus ein normaler Mensch, den Gott auswählte und als Sohn adoptierte, um seinen Willen zu verkünden.

d.) Der Kaschmir-Jesus: Jesus war demnach ein Prophet, der nicht am Kreuz starb, sondern nach Kaschmir ging zu den verlorenen Stämmen, dort eine Familie gründete und starb.

e.) Der ökologische Jesus: Jesus war für Franz Alt nicht nur Theologe, sondern auch Ökologe. Durch ihn und in seiner Nachfolge finden wir wieder zum Einklang mit der Schöpfung.

f.) Der islamisierte Jesus: Im Koran, der 600 Jahre n. Chr. aufgeschrieben wurde, wird Jesus ebenfalls als Prophet verstanden. Die Muslime sehen ihn also ganz ähnlich wie die Juden zur Zeit Jesu. Jesus war nicht der Sohn Gottes, sondern ein Prophet und damit aus islamischer Sicht ein Vorläufer des Propheten Mohammed.

Allen diesen Jesus-Bildern ist gemeinsam, dass sie einen Aspekt betonen, der nicht falsch ist, diesen aber überhöhen. Man nennt dies auch selektive Rezeption. Der Kern seiner Identität wird dabei aber verfehlt und sein wahres Wesen nicht erkannt.

1.3       Höre nicht auf Meinungen

Wie kann ich Jesus erkennen? Eine erste Grundregel, die wir hier lernen können. Höre nicht auf Meinungen, denn die können in die Irre führen. Meinungen über Jesus enthalten oft überbetonte Halbwahrheiten, so dass das wahre Wesen Jesu nicht erkannt wird. Auch liegt die Meinung der Mehrheit oft daneben. So auch in der Frage nach der Identität Jesu – damals und heute. Wahrheit wird nicht nach Stimmen gezählt, sondern von Gott offenbart.

2          Suche das direkte Gespräch

„Und er fragte sie: Ihr aber, wer, sagt ihr, dass ich sei? Da antwortete Petrus und sprach zu ihm: Du bist der Christus! Und er gebot ihnen, dass sie niemandem von ihm sagen sollten.“ (Mk 8,29)

Jesus fragt nun die Jünger: Für wen haltet ihr mich? Die Antwort des Petrus war eine zweiteilige, von der der Evangelist Markus den ersten Teil berichtet: „Du bist der Christus!“ Matthäus berichtet uns die etwas längere Fassung: „Du bist Christus, des lebendigen Gottes Sohn!“ (Mt 16,16). Petrus legt hier ein Doppelbekenntnis ab, in dem er bekennt, dass Jesus der verheißene Messias und der Sohn des lebendigen Gottes ist.

2.1       Jesus ist der verheißene Messias

Petrus bekennt sich zu dem Christus. Christus ist die griechische Übersetzung des hebräischen ha‘maschiach. Das bedeutet der mit Öl Gesalbte. Die Könige Israels wurden mit Öl gesalbt. Darum wurde der König in Israel auch der Messias (ha‘maschiach) genannt. Der Christus! Petrus erkennt in Jesus nicht einen auferstandenen Propheten wie die Masse des Volkes, sondern den Messias Gottes, den die Propheten als kommenden Erlöser der Menschheit und des Volkes Israel angekündigt hatten. Das Bekenntnis des Petrus war also viel mehr. Petrus hatte in Jesus Christus die personifizierte Erfüllung aller messianischen Hoffnungen und Erwartungen Israels und damit indirekt auch der Menschheit erkannt.

2.2       Jesus ist der Sohn des lebendigen Gottes

Im zweiten Teil seines Bekenntnisses bekannte Petrus, dass Jesus kein normaler Mensch war, sondern der Sohn des lebendigen Gottes. Nur kurze Zeit nach diesem Bekenntnis des Petrus zur messianischen und göttlichen Identität Jesu bekannte sich Gott selbst auf dem Berg der Verklärung zu seinem Sohn Jesus Christus: „Das ist mein lieber Sohn, den sollt ihr hören“ (Mk 9,7). Dieser Jesus, der da als Mensch vor den Jüngern stand, war von Ewigkeit her beim Vater gewesen: „Im Anfang war das Wort und das Wort war bei Gott und Gott war das Wort. Dasselbe war im Anfang bei Gott. Alle Dinge sind durch dasselbe gemacht und ohne dasselbe ist nichts gemacht, was gemacht ist….Und das Wort wurde Fleisch und wohnte unter uns und wir sahen seine Herrlichkeit, eine Herrlichkeit als des eingeborenen Sohnes vom Vater, voller Gnade und Wahrheit“ (Joh 1,1-14).

2.3       In der Begegnung erkennen

Petrus konnte zu dieser Erkenntnis nur gelangen, weil er Jesus unmittelbar begegnete und mit Jesus sprach. Petrus hatte Jesus begleitet, er hatte seine Wunder gesehen, sein Verhalten studiert und seine Worte mit den Worten der Bibel verglichen. Aus dieser persönlichen Begegnung und im direkten Gespräch mit Jesus konnte die Christus-Erkenntnis entstehen.

Wenn wir heute frage, wer Jesus wirklich ist, dann brauchen wir diese unmittelbare Begegnung und das direkte Gespräch mit Jesus. Wir müssen uns ihm aussetzen und mit ihm über uns, über Gott und über die Bibel sprechen. Das ist möglich, weil Jesus lebt. Wenn Du Jesus als den erkennen willst, der er wirklich ist, dann suche die Begegnung und das Gespräch mit ihm: Jesus hier bin ich! Wer bist du? Ich will dich erkennen! Ich will dich verstehen! Ich will nicht Meinungen übernehmen! Ich will von dir wissen, wer du wirklich bist. Zeige dich mir! Lass mich dich erkennen, damit ich dich bekennen kann.

3          Erwarte Hilfe von oben

Wir haben bereits gesehen, dass Matthäus noch einige zusätzliche Informationen bietet. So antwortete Jesus auf das Bekenntnis des Petrus mit folgenden Worten: „Selig bist du, Simon, Jonas Sohn; denn Fleisch und Blut haben dir das nicht offenbart, sondern mein Vater im Himmel“ (Mt 16,17).

3.1       Der Verstand erkennt Jesus nicht aus sich heraus

Jesus macht hier deutlich, dass wir Jesus Christus niemals aus uns heraus als Messias und Sohn Gottes erkennen können: „Denn Fleisch und Blut haben dir das nicht offenbart“. Petrus hatte Jesus nicht von sich aus erkannt, sondern Gott öffnete ihm dafür die Augen des Herzens: „Mein Vater im Himmel hat es dir offenbart“. Wenn wir also fragen: „Wie kann ich Jesus erkennen?“, dann müssen wir wissen, dass wir Hilfe brauchen. Hilfe von oben. Um Jesus zu erkennen, müssen wir unseren Verstand zwar nicht ausschalten. Das wäre ein großes Missverständnis. Der Verstand reicht allerdings nicht aus, um in Jesus den Messias und Sohn Gottes zu erkennen. Der Verstand braucht Hilfe von außen. Gott muss von außen und oben her eingreifen, damit wir seinen Sohn Jesus erkennen können.

3.2       Die Gabe des Heiligen Geistes

Zehn Tage nach Christi Himmelfahrt und fünfzig Tage nach Ostern fand das erste Pfingstfest statt (hebräisch: Schavuot / Wochenfest). Der Geist Gottes wurde auf die Jünger ausgegossen, wie Jesus es angekündigt hatte: „Und ihr werdet die Kraft des Heiligen Geistes empfangen, der auf euch kommen wird, und ihr werdet meine Zeugen sein“ (Apg 1,8).

Jesus hatte die Kraft des Heiligen Geistes versprochen. Dieser kam damals mit Brausen und Feuerzungen auf die in Jerusalem versammelten Jünger. Jesus hatte die Ausgießung des Geistes als Tröster und Beistand in den Abschiedsreden angekündigt und das Werk des Geistes erklärt:

„Aber der Tröster (Beistand), der Heilige Geist, den mein Vater senden wird in meinem Namen, der wird euch alles lehren und euch an alles erinnern, was ich euch gesagt habe“ (Joh 14,25).

„Wenn aber der Tröster kommen wird, den ich euch senden werde vom Vater, der Geist der Wahrheit, der vom Vater ausgeht, der wird Zeugnis geben von mir“ (Joh 15,26).

Der Geist Gottes kommt von außen und von oben zu uns und schließt uns die Worte und die Lehre Jesu auf. Dieser Geist offenbart uns, wer Jesus ist, denn er legt Zeugnis ab von Jesus. Der Geist Gottes will dir persönlich offenbaren, dass Jesus der Messias und Sohn Gottes ist, in dem Du die Vergebung deiner Sünden, die Versöhnung mit Gott und die Hoffnung auf die Auferstehung von den Toten findest.

Der Geist Gottes erleuchtet meinen Verstand, so dass ich plötzlich erkennen kann: Jesus ist nicht nur ein Mensch, nicht nur ein Vorbild, nicht nur ein Prophet, nicht nur ein Wundertäter: Er ist tatsächlich der Messias und Sohn des lebendigen Gottes.

3.3       Was muss ich tun?

Willst Du unabhängig von den Meinungen der Menschen erkennen, wer Jesus wirklich ist? Hast Du Sehnsucht, ihn in der Klarheit zu erkennen, wie ihn Petrus erkannte? Dann brauchst Du deinen Verstand nicht ausschalten. Aber Du brauchst mehr als Verstand. Du brauchst den Geist Gottes. Bitte den himmlischen Vater, dass er dir dein ganz persönliches Pfingstfest schenkt. Dass er dir den Geist Gottes schenkt, der dir hilft, Jesus zu erkennen als Messias und Sohn Gottes, deinen Heiland, Herrn und Gott.

4          Erkenne ihn in Tod und Auferstehung

Petrus hatte bekannt: „Du bist der Christus“. Daraufhin machte Jesus eine Anweisung: Sie sollten dies noch nicht weitersagen. Warum gab Jesus diese Anweisung? Sie hatte mit dem Zeitplan Gottes und dem Weg des Messias zu tun. Jesus würde sich später vor dem Hohen Rat zu seiner Messianität und Gottessohnschaft bekennen. Auf dieses Bekenntnis hin wurde er zum Tode verurteilt. Die Jünger hatten noch nicht verstanden, dass dieser Messias leiden, sterben und auferstehen musste. Petrus hatte sich Jesus als den Messias bekannt, doch er hatte die Vorstellung, dass dieser Messias die Macht der Römer brechen und sie aus dem Lande werfen würde. Petrus korrigierte dieses Messiasverständnis:

„Und er fing an, sie zu lehren: Der Menschensohn muss viel leiden und verworfen werden von den Ältesten und Hohenpriestern und Schriftgelehrten und getötet werden und nach drei Tagen auferstehen. Und er redete das Wort frei und offen“ (Mk 8,31-32).

4.1       Der leidende Messias

Jesus zeichnete hier prophetisch seinen Weg vor. Der Menschensohn (das ist der Messiastitel aus dem Propheten Daniel 7) wird viel leiden, er wird von den führenden Theologen und Führern des Volkes geprüft, abgelehnt und getötet werden. Der Messias sollte nicht kommen, um die Herrschaft der Römer, sondern um die Herrschaft der Sünde, des Todes und des Teufels zu brechen.

4.2       Der auferstandene Messias

Doch Jesus sagt auch voraus, dass er nach drei Tagen auferstehen werde. Der Messias muss leiden, sterben und auferstehen. In der Auferstehung wird der Sieg über die Sünde, den Tod und den Teufel offenbar gemacht. Gott, der Vater, stellt sich zu seinem Sohn und zu den Worten und Taten des Messias. In seiner Auferstehung bekräftigt der Vater: Dies ist mein geliebter Sohn. Dem sollt ihr gehorchen und dem sollt ihr folgen. Wer ihm folgt, gehört zu mir. Wer ihn erkennt, erkennt mich.

4.3       Willst du Jesus erkennen?

Wie kann ich Jesus erkennen? Wie kann ich Jesus bekennen, so wie Petrus ihn erkannte und bekannte? Indem Du deine Sünden erkennst! Indem Du dich als Sünder begreifst! Sieh, dein Leben an! Du kannst so vor Gott nicht bestehen. Gottes Wort sagt: „Du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben von ganzem Herzen, ganzer Seele und ganzem Gemüt … Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst“ (Mt 22,37.39). Ständig übertreten wir diese beiden höchsten Gebote und alle anderen Gebote auch. Du sollst in deinem Herzen nicht hassen, ehebrechen, neidisch oder eifersüchtig sein. Du sollst nicht lügen und lästern. Du sollst nicht stehlen. Du sollst den Feiertag heiligen und die Eltern ehren. Wir sollen den Namen Gottes nicht missbrauchen. Überall wirst Du schuldig. Jesus musste leiden und sterben um deine Schuld zu bezahlen. Wir brauchen einen leidenden und sterbenden Messias, um mit Gott ins Reine zu kommen.

Wenn Du das glaubst und dem gekreuzigten Messias deine Sünden bekennst, dann wirst Du ihn erkennen, wie er und wer er wirklich ist. Dann wird er sich dir als der auferstandene Christus und Gottessohn offenbaren. Dann wirst Du begreifen, dass Jesus mehr war als ein Prophet Gottes. Du wirst ihn erkennen als Messias, Gottessohn, Herrn und Erlöser – wahrer Mensch und wahrer Gott.

Amen

Johann Hesse, Predigt zum Pfingstfest am Sonntag, den 4. Juni 2017 in Walsrode-Düshorn