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Open Doors fordert Schutz christlicher FlĂŒchtlinge

Montag 25. April 2016 von Open Doors


Open Doors

Das ĂŒberkonfessionelle christliche Hilfswerk Open Doors setzt sich weltweit fĂŒr verfolgte Christen ein – aufgrund der zahlreichen Übergriffe gegen christliche FlĂŒchtlinge in deutschen FlĂŒchtlingsunterkĂŒnften nun auch in Deutschland. Allein aus Berlin liegen Open Doors weit ĂŒber 100 Meldungen zu gewaltsamen Übergriffen gegen christliche FlĂŒchtlinge vor. Der Berliner Senat sieht Handlungsbedarf im Blick auf die FlĂŒchtlingssituation und erarbeitet gegenwĂ€rtig einen „Masterplan Integration und Sicherheit“. Am 15. MĂ€rz 2016 wurde ein erster Entwurf vorgelegt (siehe entsprechende Pressemitteilung des Berliner Senats). Von Schutz fĂŒr christliche FlĂŒchtlinge ist in dem „Masterplan“ jedoch nicht die Rede, obwohl laut EU-Richtlinie die Mitgliedstaaten verpflichtet sind, „das Vorliegen besonderer BedĂŒrfnisse besonders gefĂ€hrdeter Gruppierungen zu ermitteln und zu beurteilen“. Wie will der Berliner Senat dies tun, wenn nicht einmal die Religion der FlĂŒchtlinge erfasst wird?

Wer gehört zu den besonders gefÀhrdeten Gruppen?

Auf Seite 11 des Entwurfs wird unter Punkt 2.1.31 der „Schutz besonders vulnerabler Gruppen“ behandelt mit Bezug auf die EU-Richtlinie 2013/33/EU vom 26. Juni 2013 zur Festlegung von Normen fĂŒr die Aufnahme von Personen, die internationalen Schutz beantragen. Die EU-Richtlinie nennt als besonders GefĂ€hrdete zum Beispiel MinderjĂ€hrige, Behinderte, Schwangere und auch Personen, die schwere Formen psychischer und physischer Gewalt erlitten haben.

Man muss kein Nahost-Experte sein, um zu wissen, dass viele Christen in ihren HeimatlĂ€ndern genau das erleben. Ausgerechnet in deutschen FlĂŒchtlingsunterkĂŒnften sind sie nun zum Teil Ă€hnlichen Übergriffen ausgesetzt, so dass einige sich nicht anders zu helfen wissen, als ihre UnterkĂŒnfte nur noch nachts aufzusuchen oder gleich bei Kirchen um Asyl zu bitten. Sie sind besonders gefĂ€hrdet.

Im Entwurf des Berliner Senats wird ein besonderer Schutzbedarf christlicher FlĂŒchtlinge allerdings nicht festgestellt. Dagegen werden „lesbische, schwule, bisexuelle sowie trans- und intergeschlechtliche Menschen in den Personenkreis besonders SchutzbedĂŒrftiger einbezogen, weil sie von Diskriminierungen bis hin zu gewalttĂ€tigen Übergriffen betroffen sein können“, so der Entwurf zum Masterplan. Die hier Genannten „können betroffen sein“, deshalb sind sie laut Berliner Senat gefĂ€hrdet. Die christlichen FlĂŒchtlinge SIND hundertfach betroffen, gelten aber laut Berliner Masterplan als nicht gefĂ€hrdet.

Christliche FlĂŒchtlinge sind in manchen FlĂŒchtlingsunterkĂŒnften stark gefĂ€hrdet

Open Doors fĂŒhrt derzeit eine Befragung unter christlichen FlĂŒchtlingen in Deutschland durch, um möglichst flĂ€chendeckend VorfĂ€lle von Gewalt und Diskriminierung zu registrieren und im Rahmen einer Studie zu veröffentlichen. Zahlreiche Berichte von Betroffenen liegen bereits vor. Deshalb kritisiert Open Doors, dass christliche FlĂŒchtlinge, die in Erstaufnahmeeinrichtungen und FlĂŒchtlingsheimen vielfach von muslimischen FlĂŒchtlingen bedroht, drangsaliert und attackiert werden, vom Rechtsstaat weitgehend alleingelassen werden. Markus Rode, geschĂ€ftsfĂŒhrender Vorstandsvorsitzender von Open Doors, drĂ€ngt auf eine Korrektur des Berliner Masterplans: „Nach den vielen Berichten in den Medien ĂŒber die Gewalt gegen christliche FlĂŒchtlinge, gerade auch in Berlin, muss ich fragen, ob dies den Mitgliedern des Berliner Senats entgangen ist“, so Rode. „Was muss noch alles geschehen, bevor christliche FlĂŒchtlinge endlich entsprechend unseres deutschen Rechts und EU-Richtlinien geschĂŒtzt werden? Wir appellieren dringend an die Politiker im Berliner Senat, ihren Entwurf zu ĂŒberarbeiten und allen christlichen FlĂŒchtlingen ausreichend Schutz zu gewĂ€hrleisten.“

Open Doors, Kelkheim

 

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Dieser Beitrag wurde erstellt am Montag 25. April 2016 um 13:23 und abgelegt unter Gesellschaft / Politik.