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„Die Christen des Orients stehen davor, ausgelöscht zu werden.“

Miriam Shaded ist Polens bekannteste Polit-Aktivistin. Die erfolgreiche Jungunternehmerin warnt, der Islam wolle Europa per Massenzuwanderung in Besitz nehmen. Berechtigte Warnung oder Verschwörungstheorie? Jedenfalls trifft Shaded die Stimmung im Land.

Frau Shaded, Sie gelten als Polens „schönes Gesicht der Xenophobie“.

Shaded: Wer verbreitet solchen Unsinn?

Zum Beispiel das deutsche Nachrichtenmagazin „Der Spiegel“.

Shaded: Tatsache ist, daß die von mir gegründete „Estera“-Stiftung die erste polnische Organisation war, die christliche Syrer nach Polen geholt hat. Klingt das für Sie nach Xenophobie?

Warum behaupten die deutschen Medien dann so etwas?

Shaded: Das frage ich Sie. Zudem: Wäre ich xenophob – also fremdenfeindlich–, müßte ich mich selbst und meinen Vater ablehnen, denn der ist Syrer und ich folglich syrischer Abstammung.

Allerdings treten Sie in den polnischen Medien immer wieder als engagierte Kritikerin der Massenzuwanderung auf.

Shaded: Das stimmt, hat allerdings mit Xenophobie nicht das geringste zu tun.

Sondern?

Shaded: Mit Islamophobie.

Bitte?

Shaded: Ich bin nicht xenophob, ich bin islamophob.

Das sagen Sie einfach so?

Shaded: Warum nicht? Ich habe dafür gute Gründe.

Und die wären?

Shaded: Der Xenophobe lehnt das Fremde ab, einfach weil es fremd ist. Der Islamophobe den Islam, weil dieser eine gefährliche Ideologie ist.

Inwiefern?

Shaded: Lesen Sie in den Schriften des Islam nach: Dieser fordert, die Ungläubigen zu vertreiben, zu verstümmeln oder grausam zu töten.

Ist es nicht zu simpel, den Islam auf seine Grausamkeiten zu reduzieren? Sie würden auch nicht wollen, daß man das mit dem Christentum tut.

Shaded: Im Christentum folgen wir Jesus Christus, der ohne Sünde war. Mohammed dagegen tat viele schreckliche, ja kriminelle Dinge. Christentum beruht auf Liebe, Islam auf Haß.

Selbst wenn – dennoch sind die meisten Muslime anständige Leute.

Shaded: Ich spreche ja auch nicht von den Muslimen. Ich spreche vom Islam.

Muslime an sich lehnen Sie nicht ab?

Shaded: Ich richte nicht über Menschen, ich beurteile eine Ideologie. Ich habe auch nichts gegen die Deutschen, lehne den Nazismus aber dennoch streng ab. Ich glaube, daß es sowohl unter den Nazis früher als auch unter den Muslimen heute natürlich auch gute Menschen gibt. Und dennoch sind ihre Ideologien verwerflich. Und was ich in bezug auf die Einwanderung ablehne, ist nicht der einzelne, sondern der Gesamtprozeß. Wissen Sie, sicher gibt es auch unter Soldaten der russischen Armee viele nette Kerle – aber dennoch laden Sie die russische Armee nicht ein nach Deutschland zu kommen, stimmt’s?

Aber viele Muslime ziehen eben derzeit nach Europa.

Shaded: Muslime sind keineswegs jene, die am meisten Hilfe brauchen.

Sondern?

Shaded: Diejenigen, die am meisten Hilfe brauchen, sind die Christen.

An der schweren Diskriminierung und Verfolgung der Christen im Orient besteht kein Zweifel. Gleichwohl sind durch das Chaos von Nordafrika bis nach Afghanistan auch viele Moslems in Gefahr.

Shaded: Und dennoch haben Muslime keinen Grund, nach Europa zu ziehen.

Wie kommen Sie darauf?

Shaded: Zum Beispiel bekämpfen sich im Islam Schiiten und Sunniten. Verfolgte Schiiten sollten daher in schiitische Gebiete ziehen, verfolgte Sunniten in sunnitische Gebiete.

Wenn es mal so einfach wäre …

Shaded: Wissen Sie, von ganzem Herzen und mit all meiner Kraft helfe ich den wirklich Verfolgten! Und das sind Opfer des Islam.

Vor allem Muslime sind im Mittleren Osten Opfer von Krieg und Terror.

Shaded: Terror? Nennen Sie das Kind doch beim Namen: Islam! Hinter all diesem Elend steht das verhängnisvolle Wirken des Islams.

Wie auch immer. Die Frage der Zeit ist doch: Wie können wir Europa vor Masseneinwanderung schützen, tatsächlich verfolgten Moslems aber dennoch helfen?

Shaded: Erstens: Viele Muslime stellen sich als schlimmer verfolgt dar als die Christen – das ist eine Lüge. Zweitens: Die Einwanderer, die zu uns kommen, sind meist keineswegs die Schwächsten und Elendsten. Es kommen vielmehr die Jungen und Starken. Drittens: Lassen wir massenhaft Muslime nach Europa, produzieren wir hierzulande neue Gefahren, Leid und Opfer. Das ist unverantwortlich! Viertens: Ich kenne den Islam, und deshalb verstehe ich, daß es sich in Wirklichkeit um eine Invasion handelt.

Wie meinen Sie das?

Shaded: Etwa achtzig Prozent der Zuwanderer sind junge Männer, und ihre Reise ist sehr teuer. Ich glaube, sie erhalten Geld dafür, etwa aus Saudi-Arabien.

Sie meinen, für die Überfahrt nach Europa?

Shaded: Ja, natürlich.

Warum?

Shaded: Wie gesagt, es ist eine Invasion.

Sie halten die gesamte derzeitige Massenzuwanderung für gesteuert?

Shaded: Ja.

Klingt unglaubwürdig.

Shaded: Inwiefern? Sie meinen nicht, daß das eine Verschwörungstheorie ist?

Shaded: Nein – das ist der Islam.

Die Fluchtgründe, Krieg und Not im arabischen Raum, sind objektiv vorhanden.

Shaded: Und dennoch halte ich die Flüchtlingsbewegung für gesteuert – von Leuten, für die diese Einwanderer Soldaten sind.

Was schlagen Sie vor?

Shaded: Es stimmt, daß im Orient Krieg und Terror herrschen. Was wir tun sollten, ist den Opfern zu helfen, sprich Christen aufzunehmen – nicht aber Europa zu destabilisieren, indem wir massenhaft Muslime aufnehmen. Das gleiche gilt übrigens, wenn Sie der Meinung sind, Europa brauche Einwanderer, weil es selbst nicht mehr genug junge Menschen hat. Decken Sie diesen Bedarf mit Muslimen, bringen Sie Europa in Gefahr. Wählen wir statt dessen lieber christliche Flüchtlinge, die gleichzeitig am meisten verfolgt werden.

Bundeskanzlerin Merkel hat anders entschieden. Was hat Deutschland ob dieser Entscheidung zu erwarten?

Shaded: Ganz ehrlich?

Natürlich.

Shaded: Krieg.

Jetzt übertreiben Sie.

Shaded: Nicht im geringsten.

Wir haben seit Jahrzehnten eine muslimische Einwanderung nach Deutschland – und etliche Probleme, aber keinen Krieg.

Shaded: Bis jetzt waren die Muslime auch noch in der Minderheit, aber nun werden es mehr und mehr, und sobald sie eine gewisse Anzahl erreicht haben, beziehungsweise in der Mehrheit sind, werden sie anfangen, ihre gesellschaftlichen und religiösen Normen sowie die Scharia durchzusetzen. Verkennen Sie nicht, daß unsere europäischen Gesellschaften eine freiheitliche Kultur haben. Das aber ist mit dem Anspruch des Islams grundsätzlich nicht vereinbar. Der Islam ist illiberal, er duldet keine Freiheit. Nicht für Christen und Juden und übrigens auch nicht für seine eigenen Leute.

In Polen treten Sie immer wieder in den Medien auf. Wie erklären Sie sich Ihren Erfolg dort?

Shaded: Damit, daß ich in der Debatte einen Kontrapunkt setze. Ich wage zu sagen, was die Mehrheit der Leute denkt, sich aber nicht zu sagen traut. Oder anders ausgedrückt: Weil ich nicht politisch korrekt bin! Die Wahrheit ist, daß die Mehrheit der Menschen hierzulande Angst vor dem Islam hat – und das zu Recht. Ziel des Islam ist es, Europa in Besitz zu nehmen. Das Problem ist, daß man sich im stark multikulturalisierten Mitteleuropa nicht traut, diese Tatsache einzugestehen. Osteuropa dagegen ist sich der Gefahr der Islamisierung sehr viel bewußter. Attacken wie sie jüngst in Paris stattgefunden haben, haben doch eigentlich niemanden überraschen können. Ich zumindest habe so etwas schon lange öffentlich vorausgesagt. Das war ja auch nicht schwer, denn wir beobachten solche Ereignisse schon lange im Nahen und Mittleren Osten, dann auch im islamischen Teil Afrikas – und jetzt kommen sie mit dem Islam nach Europa. Und die Entscheidung Frau Merkels, die Grenzen zu öffnen, wird nicht nur Auswirkungen auf Deutschland, sondern auf ganz Europa haben. Wenn auf diese Weise große Mengen Muslime nach Europa gelangen, dann geht das alle Europäer an. Und wenn ein so großes europäisches Land wie Deutschland durch seine Zuwanderungspolitik zunächst islamisiert wird und schließlich in einen multikulturellen Krieg stürzt, so betrifft das natürlich auch seine Nachbarn. Heute sind Deutschland und Polen noch Partner. Aber wenn Deutschland immer islamischer wird, Polen jedoch nicht, dann wird das in Zukunft nicht mehr der Fall sein. So werden Spannungen nach Europa zurückkehren, die wir nach dem Ende des Kalten Krieges ein für allemal überwunden geglaubt hatten.

Das alles ist sicher nicht auszuschließen, klingt allerdings sehr pessimistisch und dürfte in dieser Drastik doch eher unwahrscheinlich sein.

Shaded: Noch einmal: Schauen Sie in den Nahen und Mittleren Osten! Schauen Sie nach Afrika! Sehen Sie, wie sich die Dinge dort im Laufe der Zeit entwickelt haben! Und dann rechnen Sie hoch. Sie müssen blind sein, wenn Sie nicht sehen, welche Gefahren uns drohen. Denken Sie an meine Worte.

Sie sind selbst arabischer Abstammung. Spielt das eine Rolle für Sie?

Shaded: Natürlich, denn daher verstehe ich, wie die Muslime denken. Allerdings, ich bin zwar halb arabisch, was ich auch keineswegs verdränge, aber dennoch ist Polen mein Vaterland.

Das heißt?

Shaded: Ich bin eine polnische Patriotin.

Was bedeutet das konkret für Sie?

Shaded: Daß für mich im Vordergrund steht, was gut für Polen ist. Und daß es wichtig ist, eine gute Christin zu sein.

In Deutschland würde man meinen, als Frau und Einwandererkind gehörten Sie selbst zu den Diskriminierten und müßten daher die Sache der Zuwanderer vertreten.

Shaded: Oh, ich stehe auf der Seite der Diskriminierten! Ich bin ganz unbedingt eine Kämpferin für die Menschenrechte und die Rechte der Frau! Und eben deshalb lehne ich den Islam ab, weil es keine unfreiere und unglücklichere Person gibt als die Frau im Islam!

Sie sind eine junge, erfolgreiche Unternehmerin. Warum haben Sie sich überhaupt entschlossen, in der Politik mitzumischen, statt das Leben zu genießen, wie die meisten anderen Frauen Ihres Alters?

Shaded: Weil ich erkannt habe, daß ich als Christin auf der Seite der Schwachen, der Christen des Orients, stehen muß. Früher dachte ich, ich studiere erst mal, dann mache ich Karriere, und wenn ich reich bin, dann helfe ich auch. Aber so lief das nicht. Auf halbem Wege erkannte ich die Not der Christen im Osten, und mein Herz sprach zu mir, daß ich jetzt helfen muß, weil diese Menschen keine Zeit haben zu warten, bis ich soweit bin.

Was tut Ihre Stiftung?

Shaded: In erster Linie Lobbyarbeit, um die Politik dazu zu bewegen, etwas für verfolgte Christen zu tun. Natürlich helfen wir auch selbst, aber wichtiger ist, beizutragen, daß sich die Politik ändert.

Anders als das Schicksal der Zuwanderer ist dieser das der Ostchristen offenbar egal.

Shaded: Eben, und genau das wollen wir ändern. Die Christen des Orients stehen davor, ausgelöscht zu werden. Für sie ist das, was sie derzeit erleben, der Dritte Weltkrieg. Daß die Politik in Europa dazu weitgehend schweigt, ist eine Schande – und dagegen tun wir alles, was in unserer Macht steht.

Die Fragen stellte Moritz Schwarz

mid_38547 [1]Miriam Shaded ist Präsidentin der von ihr gegründeten Stiftung „Estera“, die sich für die Rettung syrischer Christen engagiert. Geboren wurde die Tochter einer polnischen Künstlerin und eines protestantischen Pfarrers syrischer Herkunft 1986 in Warschau. Zunächst studierte sie evangelische Theologie, gründete dann aber eine eigene IT Firma. Bei der polnischen Parlamentswahl im Oktober 2015 unterstützte Shaded die euroskeptische Partei Korwin.

Quelle: www.jungefreiheit.de [2]