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„Herr, sende dein Licht und deine Wahrheit!“ (Predigt über Ps 43,3)

Samstag 1. August 2015 von Pfr. Wilhelm Busch (1897-1966)


Pfr. Wilhelm Busch (1897-1966)

Unser Spielplatz vor dem Weigle-Haus, der Sonntagmorgens in einen Parkplatz verwandelt ist, der ist nach der Straße zu, abgeschlossen von so kleinen Steinsäulen, die durch eiserne Querstangen verbunden sind. Alle Autofahrer schimpfen drüber, aber es musste gemacht werden, weil sonst alle Lastwagen das zum Wenden gebraucht haben und der Platz so kaputt gemacht wurde. Nun sind diese eisernen Querstangen eine beliebte Sache für kleine Jungs, darauf zu laufen. Vielleicht probieren Sie es auch einmal. Ja bei Nacht und Nebel möchte ich es nicht wirklich tun. Und da hab ich neulich mal so eine kleine Schar so ganz kleiner «Dötsche» beobachtet. Wissen Sie, so drei, vier, fünf Jährige. Die versuchten also auf dieser Eisenstange zu laufen. Und das war ein Geschrei. Und eine Angeberei. «Sieh mal wie ich das kann!» brüllt einer. Und die andern traten ihn raus und einer schrie: «Wie ich das kann!» Und da purzelt einer runter. Und dann einer, ein bisschen alter: «Ich kann das viel besser!» Und der wurde dann ebenfalls runtergezerrt. Und da hab ich gedacht, sieh mal, genau wie bei den großen Leuten. «Ich kann mir einen Volkswagen leisten!» – «Ätsch, ich aber nen Mercedes!» -«Aber wir können uns leisten, in den Ferien in Italien zu sein!» – «Ja aber, wir können unsere Postkarten aus Ägypten schicken!» So ist die Welt mit Lärm erfüllt. «Ich kann, ich kann…» Was können wir nicht alles. Das ist so ein Lärm von Angeberei, dass keiner mehr auf den Andern achtet und häufig jeder für sich angeben muss.

Ja, und da ist immer noch die Bibel da! – Gottes Wort. Und wenn Sie nun die Bibel aufschlagen, dann werden Sie sofort merken: Die schiebt das alles auf die Seite. Und sie fängt an zu fragen: «So, du kannst, du kannst?» Jetzt will ich Dich mal fragen: «Kannst Du zum Beispiel: glauben? – Glauben wie Abraham? Der nicht auf das was vor Augen war, sondern einfach auf das Wort Gottes hin traute? Kannst Du Buße tun?» – Fragt die Bibel. «Kannst Du das, Du Angeber!? Kannst Du Buße tun wie der verlorene Sohn der um 180 Grad umdreht und sagt: Ich habe gesündigt!? – Und nach Hause gehen!?» Die Bibel fragt, sie ist voller solche – wie soll ich sagen – peinlichen Fragen. «Kannst Du» – das wär viel wichtiger als all Deine Angeberei – «kannst Du zum Beispiel: beten?»

Das fragt unser Text. «Kannst Du beten?» Ich lese so gern die Gebete in der Bibel. Das sind ne Menge. In den Psalmen und im Buch Daniel. Und Nehemia. Und im Neuen Testament. Und wenn ich die Gebete in der Bibel lese, dann fragt mich das:

«Du, Pastor Busch?! Kannst du beten?» Und da werde ich ganz klein und muss sagen: «So, so kann ich nicht beten. So nicht.» Ich möchte, ich lernte es noch. Sehen Sie, unser Textwort, dieses ganz kurze Sätzchen, können Sie gerade auswendig behalten:

«Sende dein Licht und deine Wahrheit.» Das ist ein Gebet. Ist ein Wörtchen aus einem Gebetspsalm. Und als ich die Psalmen so fortlaufend las, aufmerksam, horchend, da bin ich an diesem Wort hängen geblieben – weil ich merkte das ist ein besonders, tiefgründiges, ein beachtenswerter Gebetssatz. – Sende dein Licht und deine Wahrheit. Ich möchte ihn heute Morgen versuchen, ihn auszulegen. Wir Überschreiben der Predigt den Text: «Ein beachtenswertes Gebet.» Ich habe wie üblich meine drei Teile.

Teil 1: Ein beachtenswertes, ergreifendes Gebet

Als erstes möchte ich ihnen sagen: Sehen sie einmal, wie rührend, wie ergreifend dieses Gebet ist. Wenn sie den ganzen Psalm1 mal lesen, dann spüren sie wie der Psalmist unablässig sagt: «Ich kann nicht mehr. Ich weiß keinen Weg für mich.» Und sehen sie, das war vor 3000 Jahren. Genau diesen Satz, höre ich so oft. «Ich kann nicht mehr. Ich weiß keinen Weg für mich.» Das höre ich von Menschen, die in ihrer Ehe nicht zurechtkommen. Das höre ich von jungen Leuten, die mit sich selber nicht fertig werden. Die spüren, die, die niedrigen Bindungen ihres Lebens. – «Ich kann nicht mehr». Ich hör den Satz von Menschen, die in schwierigen Verhältnissen sind, in einer großen Familien in so kleinen Wohnungen oder so, wissen sie. – «Ich kann nicht mehr, ich seh kein Weg». Ich hör den Satz von Menschen, die ihre Friedlosigkeit ihres Herzens nicht mehr ertragen. – «Ich kann nicht mehr!»

Und sehen Sie, genau das ist die Atmosphäre dieses Psalms «Ich kann nicht mehr; weil Tränen meine Speise sind Tag und Nacht. Gott, warum hast du mich verstoßen?» So heißt es da.

So oft ich diesen Psalm 43 lese, fällt mir eine Erinnerung ein. Es war im Bombenkrieg, da war man nachts – auf einmal: «Alarm!» Und die ganze Familie also raus und los zum Bunker an der Moltkestraße. Da rannte nun jeder so rasch wie er hinkommen konnte. Und ich bin so entsetzlich Nachtblind. Und so kam ich nicht so rasch mit. Und da passierte es auf einmal, dass ich (es war so eine mondlose Nacht, so eine finstere) dass ich auf einmal auf der Straße stehe, und einfach nicht mehr weiß, wie es weitergeht. Und die Gefahr da ist. Und dann stand man und weiß nicht mehr wo ist die Richtung und wo ist Schutz. Ich wusste nicht weiter.

Und so kann man sich in der Dunkelheit dieser Welt verlaufen. Dass man auf einmal am Ende ist. Und die Probleme sind zu groß geworden. Die Nöte des Lebens, die Schuld, dass man da steht wie ich, in jener Bombennacht. Und so geht‘s dem Psalm-Sänger. Er sieht kein Weg. Er kann nicht weiter. Und da ist es wundervoll, da bleibt er stehen. Und ruft einfach: «Herr, es ist dunkel. Jetzt sende dein Licht! – Herr, ich weiß keinen wahren Weg mehr! Sende deine Wahrheit! Sende dein Licht und deine Wahrheit!»

Er ruft das einfach in die Verwirrung seines Lebens, in der ganz großen Gewissheit: «Er ist da, eine Handbreit neben mir!»

Das ist ergreifend, dieses Gebet. So ans Ende gekommen, und dann einfach, Herr, jetzt musst Du was tun, in meinem Leben. Meine Freunde, ich bekam in der vergangenen Woche eine wundervolle Auslegung dieses Bibelworts. Ich muss dabei sagen, dass ich am Sonntagabend mir den Text für den nächsten Sonntag vornehme; vielleicht schon eine Auslegung lese; und dann in meinem Herzen rumtrage, so auf Gängen und im Bett und so beschäftigt man sich damit. Und da wache ich eines Morgens auf. Ich hatte mich wohl so im Schlaf mich mit dem Text beschäftigt – «Sende dein Licht und deine Wahrheit.»

Und da fällt mein Blick aufs erstes auf ein Bild, das meinem Bett gegenüber hängt. Das ist ein Bild von dem Maler Wilhelm Steinhausen, den ich persönlich kannte und dessen Bilder ich so liebe, eine wundervolle, tiefe Auslegung der Bibel. Es ist dargestellt, eigentlich nur Skizzenhaft, wie Jesus dem blinden Mann die Hände auflegt und ihn heilt. Oh, dies zerquälte Gesicht von dem Blinden. So emporgereckt. Man sieht dem Gesicht förmlich an, all die Qualen um fertig zu werden, mit dieser Misere seines Lebens. Er hält die Hände so, als wenn er die schreckliche Finsternis zurückdrücken wollte. Als wenn er sich noch stemmen wollte gegen die ungelösten Fragen seines Lebens. Als ich es näher ansah, sagte ich, nein er hält die Hände eher hoch, wie ein Soldat der sich gefangen gibt. Der die Waffen weggeworfen hat. Hände hoch. Der sich jetzt ergibt.

Und der Mann tut gut sich so zu ergeben. Den neben ihm steht der Sohn Gottes. Der Herr Jesus. Und legt ihm die Hand auf seine Augen und auf sein zerquältes Gesicht. Ah, das ist wundervoll, diese Jesushand, über diesem Gesicht voll Qualen.

Und als ich das Bild ansah, den Morgen diese Woche, da war mir das wie dieser Mann sagt: «Herr ich bin so fertig, ich kann nicht mehr! Sende dein Licht und deine Wahrheit!» Und da wird das Gebet erhört. Es steht neben ihm: Jesus. Der gesagt hat:

«Ich bin das Licht der Welt!» Es steht neben ihm Jesus der gesagt hat: «Ich bin die Wahrheit und das Leben!» Es steht neben ihm Jesus der gesagt hat: «Dass der Vater ihn gesandt habe!» «Sende dein Licht und deine Wahrheit», jawohl! Hier ist Jesus, Licht und Wahrheit, gesandt vom Vater. Und legt ihm die Hände auf, und da gehen ihm die Augen auf. Und er sieht niemand als Jesus allein. Er sieht in die Augen von dem, der Licht und Wahrheit ist.

Und meine Freunde: Genau so, nicht anders, wird dieses Gebet bei uns erhört, wenn wir es beten. Und ich möchte, wir beteten es in jeder dunklen Stunde unseres Lebens. Sende dein Licht und deine Wahrheit. Und dann wird‘s erhört. Wir dürfen innewerden, es ist ja alles gut; weil ich einen Heiland habe, der vom Kripplein bis zum Grabe, bis zum Thron wo man ihn ehrt, mir dem Sünder zugehört.

Teil 2: Ein gefährliches Gebet

Aber lassen sie mich ein zweites Sagen. Es ist ein beachtenswertes Gebet. Nicht? Der Mann der am Ende ist auf einmal: glauben können. Das zweite was ich sagen möchte: «Es ist aber, meine Freunde, ein gefährliches Gebet. Sende dein Licht und deine Wahrheit, das ist ein gefährliches Gebet.» –

«Ein gefährliches Gebet, gibt‘s das» – «Jawohl, das ist ein gefährliches Gebet.» Und ich möchte Leute, die gar nicht ernst machen wollen heute, die sich einfach so reinverirrt haben, warnen, dieses Gebet zu beten! Das ist ein gefährliches Gebet. Denn wenn Gott es erhört, und sendet sein Licht, dass es hell wird, und seine Wahrheit, dass wir sehen was los ist, dann sehen wir uns selber. Und nichts ist schrecklicher, als sich selber einmal im Licht zu sehen. Nichts fürchtet der natürliche Mensch mehr als sich im Licht zu sehen. Lieber diskutiert er zwanzig Stunden gegen die Bibel, als dass er es riskierte, sich dem Licht und der Wahrheit auszusetzen, wo man sich selber sieht.

Sehen Sie, ich denke da an den Apostel Paulus. Der war Israelit. Der war samstags in der Synagoge. Und der hat sicher unendlich oft diesen Psalm mitgebetet und mitgesungen. Diese Psalmen wurden noch gesungen. Und ich sehe diesen eifrigen jungen, ernsthaften, gottesfürchtigen, Pharisäer. Wie er mitsingt und betet: «Sende dein Licht und deine Wahrheit!» –

Und dann geschieht es! Auf dem Wege nach Damaskus. Das ist Gottes Licht und die Wahrheit ist auf einmal da. Und da sieht der Paulus nichts, als sich selbst. In seinem Leben waren keine groben Sünden wie bei uns. Und doch sieht er auf einmal: Mein ganzes Leben ist völlig verkehrt. Völlig verkehrt. Da mag manches gutes sein, aber der Mann war auf dem falschen Weg. Und damit wird es verkehrt. Und mein Leben ist eine große Schande. Und ich habe Gott verfolgt. Und seine Geliebten getötet. Es war alles falsch! Es war alles böse! Es war alles «Gott – los».

Meine Freunde das ist ein gefährliches Gebet. Sende dein Licht und deine Wahrheit, dass man sich selber sieht. Und doch lassen wir ihnen sagen – in Klammern eben – (sie können nicht anders Kinder Gottes werden, als dass Sie durch dieses Feuer durchgehen). Es ist noch nie ein selbstgerechter Mensch in den Himmel gekommen!

Sehen Sie, ich blätterte neulich mal so in den Katechismen. Und da gingen mir auf, die Männer, die unsere Katechismus oder wie sagt man Katechismen geschrieben haben, die haben im Licht und in der Wahrheit gestanden. Sehen Sie, das sagt Luther in der Erklärung im zweiten Artikel: «Der mich verlorenen und verdammten Menschen.» –

Ich bitte Sie! «Verlorener und verdammter Mensch?» Ist doch lächerlich in den Augen eines Menschen den ich neulich auf der Straße sah: «Wissen Sie, dass sie ein verlorener verdammter Mensch sind?» Da macht man doch höchstens so: Also er tippt sich an die Stirn. Und im Heidelberger Katechismus heißt es: «Meine Natur ist vergiftet.» Oder: «ich bin von Natur geneigt: Gott und meinen Nächsten zu hassen!» Ach, sagt der Mensch: «Das ist doch übertrieben.» Das sagt der Mensch, der eben nie im Lichte Gottes gestanden hat.

Und so lange man dieses Gebet nicht betet, kann man so schön vergnügt über sich denken. Da kann man stundenlang erzählen wie vorzüglich man ist. Da kann man den Leuten erzählen:

«Ich tue recht und scheue niemand.» Da ist der Spiegel der Seele vielleicht doch ganz schön ungetrübt. Und man kann dem Eindruck sich hingeben, dass Gott mit einem zufrieden wäre. Bis zur Stunde des Todes! Da treten Sie, ob Sie wollen oder nicht, ins Licht und in die Wahrheit Gottes und alle Sünde wird offenbar. Da kommt das Gericht Gottes.

Ich sage es ist ein gefährlicher Satz: «Sende dein Licht und deine Wahrheit.» Ich vergesse nicht, wie ich einmal in der lärmenden S-Bahn in Berlin, mit einem Freund von einer gesegneten Versammlung kam. Und der schwieg so lange und schließlich sagt er ganz erschüttert: «Ich bin mir selber begegnet.» Da war so ein Strahlen in sein Leben gekommen dass er sich sah. Ich bin mir selber begegnet.

Paul Gerhardt singt in einem Lied: „An mir und meinem Leben ist nichts auf dieser Erd“. Das singen Sie strahlend mit, wenn ich es anschlage, aber Sie glauben es nicht. Bis zu dem Augenblick, wo das geschehen ist: «Sende dein Licht und deine Wahrheit.» Dann glauben Sie es.

An mir und am Leben ist nichts auf dieser Erde. Meine Freunde, ich weiß ganz genau, dass ist nicht einfach ein Pessimismus. Das ist nicht einfach moralischer Katzenjammer. Keine Rede! Sondern, das sagt ein Mann, dem Gott Licht und Wahrheit gesendet hat.

Aber nun, passen Sie auf, ich bin nicht fertigt, jetzt kommt vielleicht das ebenso Wichtige. In dem Maß, wie Gott uns die Verlorenheit unseres eigenen Herzens zeigt, in demselben Maß zeigt sein Licht uns das Kreuz des Sohnes Gottes. Es ist merkwürdig, dass das wie kommunizierende Röhren zusammengehört. In dem Maß als er unsere Verlorenheit zeigt, zeigt er uns das Kreuz Jesu. Und wenn man sich selber nicht mehr ansehen mag, dann sieht man auf Jesu Kreuz. Und dann entdeckt man, siehe da ist auch Licht und Wahrheit, am Kreuz des Sohnes Gottes. Sehen Sie ihn an. Da ist mehr als Licht und Wahrheit! Da ist Heil und Leben für mich verlorenen verdammten Sünder, dessen Natur vergiftet ist. Darum werden Christen so Leute, deren Blick, einfach wo sie auch sind, auf das Kreuz Jesu gerichtet ist.

Je mehr wir uns vom Lichte Gottes, zeigen lassen, dass wir allen Grund haben und selber einfach zu verzweifeln, in demselben Maße dürfen wir lernen auf das Kreuz Jesu zu sehen. «Der du dich für mich gegeben, / in die tiefste Seelennot. / In das äußerste Verderben, / nur das ich nicht möchte Sterben. / Tausend, tausendmal sei dir liebster Jesus Dank dafür.»

Ich bekam in dieser Woche einen Brief von einem intelligenten jungen Mann. Ich weiß nicht, was er ist. Aus Oldenburg. Und, da kam also am Dienstag ein Brief von diesem jungen Mann. Ein empörter Brief. Ein intelligenter Brief. Und der Inhalt ist ungefähr der: «Pastor Busch! Wie können Sie es wagen, uns, der jungen Generation» – (Es war viel junges Volk da.) diese alte Mythologie zu predigen.» Theologen wissen, woher der Wind weht. «Diese alte Mythologie zu predigen.» «Jesus, Sohn Gottes und Opfer für uns, Pastor Busch, das sind unchristliche Vorstellungen. Das sind heidnische Begriffe, die in der Bibel hineingeschlichen sind. Die wir einfach nicht mehr annehmen. Und weil sie uns zuwider sind. Und sie halten die Menschheit auf mit solchen törichten Predigten. Sie vermehren die geistige Verwirrung».

Ich habe ihm geschrieben: «Lieber Bruder! Ich will mit Ihnen nicht zanken. Aber es könnte ja die Stunde kommen, wo der lebendige Gott Ihnen sein Licht uns seine Wahrheit sendet. Dass Sie sich selber erkennen. Und wo Sie ein erschrockenes und gequältes Gewissen kriegen. Und da werden Sie dankbar sein für diese schrecklich unmoderne Botschaft. Dass Jesus, der Sohn Gottes gekommen ist. Und gestorben ist am Kreuz. Um Sünder selig zu machen. Und Sie werden dankbar sich zum Kreuze hinbegeben.» – Weil Sie nirgends sonst, in aller Welt nicht im Himmel oder auf Erden – Vergebung Ihrer Sünden und Gnade und Frieden mit Gott und Rettung vor der Hölle finden können. Ich wünsche Ihnen, dass die Stunde bald kommt!».

Ich wünsche Ihnen auch, dass die Stunde in Ihrem Leben bald kommt.

Teil 3: Ein notwendiges Gebet

Lassen Sie mich kurz noch ein letztes sagen. Ein beachtenswertes Gebet. Ich sagte es ist ein ergreifendes Gebet. Es ist ein gefährliches Gebet. – Und es ist ein notwendiges Gebet . Das muss ich noch sagen: Es ist ein notwendiges Gebet. Sende dein Licht und deine Wahrheit. Ich hätte beinahe als Überschrift genommen erst: Es ist ein unverschämtes Gebet. – Aber das klingt so böse, aber ich musste das mal eben sagen. Denn damit spricht der Psalmsänger das Unerhörte aus. Und er sagt es in der Fülle des Heiligen Geistes: «Sende dein Licht und deine Wahrheit.» Da spricht er aus, dass diese Welt eine Welt der Finsternis und der Lüge ist.

Ich habe hier junge Männer links und rechts vor mir und da oben die jungen Mädels. Und ich möchte euch sagen dass, das der tiefste Schock im Leben eines jungen Menschen ist. Wenn jeder Idealismus zerbricht. Weil er die Wirklichkeit erkennt das es eine Welt der Finsternis und der Lüge ist. Und da beginnt für viele Menschen die Zeit wo ihnen alles egal ist und sagen: «Nur noch raffen und genießen.» -Oder muss ich beten lernen: «Sende dein Licht und deine Wahrheit!»

Ist eine tolle Entscheidung! Irgendwann kommt es bei jedem. Ist eine erschütternde Behauptung, die der Mann macht: Diese Welt ist eine Welt der Finsternis und ist eine Welt der Lüge.

Meine Freunde: «Ist es eine Welt der Finsternis?! – Ja!» Sehen Sie, das Kennzeichen der Nacht ist das, dass alles verzerrt ist, haben Sie alles schon erlebt, erlebt beim Geländespiel, dass man irgend ein alten Baumstumpf für einen unheimlichen Mann hält, der da kauert, nicht? Da ist alles verzerrt. In dieser Welt ist alles verzerrt.

Ich empfehle nur einmal einen Bericht über die letzte Bundestagssitzung zu lesen. Dieses hoffnungslose, hilflose aneinander vorbeireden und beschimpfen, und darüber das künstliche Lächeln. Liebe Freunde, man muss nur einmal das gelesen haben um zu wissen: Nacht! Nacht! Einfach Nacht! Wo alles verzerrt ist. Wo man verzweifelt sagt:

«Ja was ist denn wirklich? Was ist denn wirklich los?» Aber das wissen Sie doch aus ihrem eigenen Leben, das Kennzeichen der Nacht ist, dass man in der Nacht Furcht hat. Die Nacht ist erfüllt mit Furcht. Ist merkwürdig. Wie tapfere Leute in der Nacht auf einmal so ein Gruseln kriegen, ist unheimlich, nicht in der Grossstadtstraße, wo die Laternen stehen, sondern so in der richtigen Nacht.

Es heißt in der Bibel vom Judas. Wissen Sie, wer Judas ist? Der Jesus verraten hat! Als er das Abendmahl genommen hatte, als Judas den Bissen genommen hatte, ging er hinaus und es war Nacht. Und in der Nacht leben wir. Sehen Sie, und darum ist es notwendig, dass wir beten lernen: «Sende dein Licht und deine Wahrheit!»

Das heißt: «Herr ich halte es nicht mehr aus in der Nacht dieser Welt! – Ich halte es auch nicht mehr aus in der Furcht dieser Welt! – Ich halte es nicht mehr aus in den Verzerrungen dieser Welt! – Ich möchte auf eine andere Ebene kommen! – Sende dein Licht und deine Wahrheit!»

Sehen Sie, das ist Christenstand! – Dass ich in einer völlig anderen Situation lebe. Die Bibel sagt, dass Christen im Tage leben. Da wird ihnen Licht und Wahrheit gesandt. Und dass die Welt noch in der Nacht ist. Man könnte einen Menschen, der ernsthaft so betet, Sende dein Licht und deine Wahrheit, sagen: «Mensch, weißt du was du tust? – Die Welt liebt ja die Nacht wie die Fledermäuse. Und die Lüge. – Willst du wirklich in den Tag? Ins Licht und in die Wahrheit? Mensch, da kommst du in Konflikt, da stehst du ganz allein.»

Und da sagt der Psalmist: «Ich weiß, das will ich aber auf mich nehmen! Denn ich halte es nicht mehr aus in der Finsternis! Und der Welt der Verlogenheit! Herr, sende dein Licht und deine Wahrheit! Ich halte es sonst nicht mehr aus!» Halten Sie es noch aus? Halten Sie es noch aus in der Finsternis mit christlichem Anstrich?! Oder haben Sie nicht längst das Gefühl, es müsste in ihrem Leben erst richtig losgehen: «Sende dein Licht und deine Wahrheit, ich muss jetzt ins Licht kommen! Und in die Welt der Wahrheit hineinkommen.» Ich muss schließen. Es gibt einen Liedvers, der fängt so an: «Lehre mich, im Licht zu wandeln. / Wie du selbst im Lichte bist.»

Wir wollen beten: «Herr! Was sollen wir tun, wir können dich jetzt nur ernsthaft bitten: ‚Sende dein Licht und deine Wahrheit in unser Leben.‘ Amen!»

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Dieser Beitrag wurde erstellt am Samstag 1. August 2015 um 23:22 und abgelegt unter Predigten / Andachten.