Gemeindenetzwerk

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„Ihr werdet meine Zeugen sein…“

Donnerstag 22. Januar 2015 von Robert Rahm


Robert Rahm

Predigt ĂŒber Apostelgeschichte 1,8

Liebe BrĂŒder und Schwestern,

Jesus sagte zu seinen JĂŒngern:

„Ihr werdet die Kraft des Heiligen Geistes empfangen, welcher auf euch kommen wird und werdet meine Zeugen sein, in Jerusalem, in JudĂ€a und Samarien und bis ans Ende der Erde.“ (Apg 1,8)

Ich möchte mich in meiner Predigt auf „Jerusalem“ beschrĂ€nken, also geht es darum, Zeuge zu sein, da wo ich lebe. Der Unterschied von einem Christen zu einem JĂŒnger ist: Der Christ will in den Himmel kommen, der JĂŒnger will viele Freunde mit in den Himmel nehmen. Wenn die ersten JĂŒnger Jesu ihren Glauben als Privatsache behĂŒtet hĂ€tten, so gĂ€be es kein christliches Abendland und keine weltweite Gemeinde Jesu.

Der Urauftrag des GrĂŒnders des Chrischona-Werkes, Friedrich Spittler, an den wir heute besonders denken und von dem wir uns inspirieren lassen wollen, war es, dass Menschen mit dem Zeugnis von Jesus Christus erreicht werden, vor allem durch Laien. Es ist nicht so sehr am Prediger oder Pfarrer, den fernstehenden Menschen das Zeugnis von Jesus weiterzugeben, sondern vor allem an den Gemeindegliedern, die viele Beziehungen zu Mitmenschen pflegen. Die Schafe gebĂ€ren schließlich Schafe nicht die Hirten.

Ich leide immer etwas darunter, dass in unseren Gemeinden oft wenig Retterliebe ist und die Möglichkeiten oft wenig ausgenĂŒtzt werden, dass Menschen, die nicht mehr die Kirche besuchen, das Zeugnis von Jesus Christus hören. In Röm. 10,14 heißt es:

„Wie sollen sie aber den anrufen, an den sich nicht glauben? Wie sollen sie aber an den glauben, von dem sie nichts gehört haben?“

Die heutige Generation wĂ€chst ja ganz gottlos auf. Ich freue mich einerseits, dass wir in unseren Gottesdiensten der Anbetung mehr Raum gegeben haben. Gott, dem alle Ehre gebĂŒhrt soll gemeinsam geehrt und gepriesen werden. Ich glaube jedoch, dass sich ein eigenartiges Denken eingeschlichen hat. Man ist oft der Meinung, wenn wir gemeinsam Gott loben und der Heilige Geist unter uns ist, dann werden Menschen draußen plötzlich mit dem Heiligen Geist berĂŒhrt und finden zum Glauben. So geht es nicht. Gott hat beschlossen, uns dazu zu gebrauchen, unser Zeugnis weiterzugeben. Das war selbst bei den großen Erweckungen so, dass vollmĂ€chtige Prediger und das Volk Gottes das Evangelium von Jesus Christus an allen Ecken und Enden weitergegeben haben.

Ich habe es in der christlichen GeschĂ€ftsleutearbeit schon mehrmals erlebt, dass Schweizer GeschĂ€ftsleute in Amerika waren und mit Christen und christlichen Gemeinden in BerĂŒhrung kamen und zum Glauben gefunden haben. Geschieht das auch, wenn Menschen in die Schweiz oder nach Glattbrugg kommen, dass sie mit dem Leib Jesu am Ort in Kontakt kommen mĂŒssen? Oder erleben sie nur Geldgier, Sex und Esoterik?

Ich hoffe, dass ich durch diese Predigt viele zu diesem Dienst anspornen kann. Dabei möchte ich niemanden entmutigen, sondern zu diesem Dienst ermutigen, also wie bei den Schafen, eher von vorne locken als von hinten stoßen.

Menschen zu Jesus zu fĂŒhren ist aber nicht in erster Linie ein Leitspruch von Friedrich Spittler. Jesus hat uns im Missionsbefehl den Auftrag gegeben, hinauszugehen, um Menschen das Evangelium, die frohe Botschaft zu verkĂŒndigen, sie zu Jesus zu fĂŒhren und sie zu JĂŒngern zu machen. Jesus weiß, warum er diesen Befehl gegeben hat:

Ich möchte drei GrĂŒnde nennen:

    1. Weil Menschen ohne Jesus verloren sind. Ist uns dies bewusst im Blick auf die Menschen, mit denen wir es zu tun haben? Können wir noch ruhig schlafen, wenn wir wissen, dass unsere Verwandten, unsere Nachbarn unsere Mitarbeiter am Arbeitsplatz ohne Jesus ewig verloren sind?
    2. Weil jeder Mensch schon in diesem Leben ohne Jesus im Dunkeln ist. Jesus sagt in Joh. 8,12:„Ich bin das Licht der Welt. Wer mit nachfolgt wird nicht wandeln in der Finsternis, sondern wird das Licht des Lebens haben.“ Möchten wir das nicht den Menschen wĂŒnschen, mit denen wir zusammenleben, dass es im persönlichen Leben, im Eheleben, in der Gesellschaft Licht wird?
    3. Weil die Gesellschaft positiv verĂ€ndert wird wenn sich viele Menschen von Jesus leiten lassen. Wer den Film „Transformation“ gesehen hat, weiß welche positiven gesellschaftlichen VerĂ€nderungen ganze StĂ€dte erlebt haben, sowohl im sozialen wie auch im wirtschaftlichen Bereich. Und wir brauchen dringend in unsren LĂ€ndern eine geistliche Erneuerung, wenn wir mit unserer Wirtschaft, Politik und Gesellschaft ĂŒberleben wollen. So tun Christen, die frohe Zeugen sind und Menschen zu Jesus fĂŒhren, letztlich den wichtigsten Dienst, den sie fĂŒr unsere Gesellschaft tun können.

Vielleicht denken Sie, dass Sie eher introvertiert seien und keine evangelistische Gabe haben. Das mag sein. Ich glaube, dass vielleicht etwa 10 % der GlĂ€ubigen eine evangelistische Gabe haben. Von 100 Leuten 10 – das wĂ€re schon sehr gut, wenn diese 10 Christen ihre Gabe entfalten und einsetzen wĂŒrden. Da dĂŒrfte allerhand geschehen. Aber wenn Sie kein Evangelist sind, sind Sie ein Zeuge! Gott braucht alle, auch solche, die weniger begabt sind.

1.  Nicht jeder Christ ist ein Evangelist, aber jeder Christ ist ein Zeuge!

Einfach Zeuge Jesu sein ist schon ein ganz wichtiger Dienst. Der JĂŒnger Andreas sagte zu Petrus: „Wir haben Jesus, den Messias gefunden“. Petrus kam durch diesen Kontakt mit Jesus zum Glauben und wurde einer der wichtigsten Apostel. Andreas blieb im Hintergrund. Von Billy Graham weiß man, dass er von einem Freund zu einer Großevangelisation eingeladen wurde. Er wollte zuerst nicht kommen, kam aber dann, weil ihm der Freund die Möglichkeit gab, mit den Lastwagen zu chauffieren. Billy Graham kam an diesem ersten Abend zum Glauben und wurde ein großer Evangelist, der 10.000de zum Glauben an Jesus fĂŒhrte, wĂ€hrend man von dem Mann, der ein lebendiger Zeuge Jesu war und Billy Graham eingeladen hatte, nichts mehr hörte. Der Zeugendienst kann und soll jeder Christ tun. Alle wiedergeborenen Christen sind Zeugen und einige dĂŒrfen mit ihrer evangelistischen Gabe den schönsten Dienst tun, Menschen zu Jesus zu fĂŒhren. Schaut aber nicht zu viel eure Gaben an. Jesus sagte in Matth. 4,19 „Ich will euch zu Menschenfischern machen“. Wir wollen Jesus auch das VerfĂŒgungsrecht ĂŒber unser Leben geben.

2.  Wir mĂŒssen mit dem Heiligen Geist erfĂŒllt sein.

Jesus sagte in Apg. 1,8: „Ihr werdet die Kraft des Heiligen Geistes empfangen, welcher auf euch kommen wird, und werdet meine Zeugen sein….“

Wir können keine wirksamen Zeugen sein und jede Methode bringt nichts, wenn wir nicht vom Heiligen Geist erfĂŒllt sind. Ohne die ErfĂŒllung des Heiligen Geistes, wird alles nur zu einer unfruchtbaren Diskussion. Sind wir mit dem Heiligen Geist erfĂŒllt?

Jeder Christ, der Jesus als seinen Erlöser und Herrn angenommen hat, ist vom Heiligen Geist mindestens bewohnt. Der Hl. Geist nimmt Raum ein im Herzen eines Nachfolgers Jesu und beginnt sein Leben umzugestalten, in dem Masse wie wir ihm Raum geben. Das gilt es auch, im Glauben anzunehmen und nicht zu zweifeln. Dann bekommen wir eine gesunde Heilsgewissheit und eine IdentitĂ€t als Gotteskind. ErfĂŒllt vom Heiligen Geist, voll Geistes, werden wir, wenn wir von Jesus richtig erfĂŒllt, begeistert, von Jesus tief ergriffen sind.

Wenn wir im Dienst stehen, genĂŒgt es nicht, nur vom Heiligen Geist bewohnt zu sein, dann mĂŒssen wir vom Heiligen Geist erfĂŒllt, von Jesus ergriffen sein. So sagt Paulus zu den Christen in Gal.5,18 in Befehlsform: „Werdet voll Geistes“. Und er gibt dann Anweisungen, wie wir mit dem Heiligen Geist erfĂŒllt werden können. Ein Hauptpunkt ist, dass durch das Lesen, Hören und Bewegen von Gottes Wort und durch das Gebetsleben ein Christ von Jesus ergriffen, vom Heiligen Geist erfĂŒllt wird. „Wer in mir bleibt und ich in ihm“, sagt Jesus in Joh. 15, „der bringt viel Frucht.“ Gottes Wort, das wir im Herzen bewegen, schafft eine Liebe zu Gott und Jesus Christus, so dass unser Mund ĂŒberfließt. Das heißt also, dass wir uns Zeit nehmen fĂŒr Gottes Wort und fĂŒr die Gemeinschaft mit GlĂ€ubigen.

Das begeistert sein, das erfĂŒllt sein von Jesus gibt mir Freimut, Menschen zu einem Treffen einzuladen, ein BĂŒchlein weiterzugeben oder ein Erlebnis von Jesus zu erzĂ€hlen. Freimut, frei werden von Menschenfurcht, ist ein klares Zeichen der Vollmacht im Heiligen Geist.

Menschen, die eine lange Zeit ihres Lebens ohne Jesus gelebt haben und in allerhand Not und Schuld gekommen sind und dann Jesus den Erlöser erkannt haben, der alle Schuld und SĂŒnde vergeben und aus den Schwierigkeiten gefĂŒhrt hat, sind oft besonders lebendige Zeugen. Ich denke an eine ledige, alleinerziehende Frau, die bei mir eine GesprĂ€chsrunde der IVCG besucht hat. Als ich sie ermutigte, das Übergabe-gebet zu beten und so Jesus als Erlöser und Herrn anzunehmen, da sagte sie: „Dann muss mir Jesus aber viel vergeben, mit dem Luderleben, das ich gefĂŒhrt hatte.“ Ich sagte ihr, dass sie die Verheißung Jesu haben werde: „Sie liebt viel, weil ihr viel vergeben worden ist.“. Sie betete dann und nahm Jesus unter TrĂ€nen als ihren Erlöser an und ist seither eine dankbare und treue Zeugin Jesu.

Solche Menschen können ihren frĂŒheren Freunden zeigen, wie sie zu einem neuen Leben gefunden haben. Bettler, die Brot gefunden haben, zeigen Bettlern wo sie dieses Brot finden können. So natĂŒrlich sollte unser Zeugnis sein. Ist uns in unserem frommen Leben oft unser immer noch sĂŒndiges Wesen zuwenig bewusst, dass wir zuwenig Dankbarkeit ausstrahlen, was wir in Jesus haben?

Noch ein Hinweis, was das Zeugnis fĂŒr Christus lĂ€hmt ist: Unvergebene SĂŒnde, mit der wir nicht brechen!

3.  Wir sollen natĂŒrlich bleiben und die von Gott geschenkten Gelegenheiten benĂŒtzen.

Ich möchte zur Ermutigung einige Beispiele erzÀhlen, wie wir auf einfache Art und Weise das Zeugnis weitergeben können, wenn es uns nur ein Anliegen wird und wir auch etwas vorausdenken.

Tragen wir ein evangelistisches BĂŒchlein in unserer Tasche und im Handschuhfach unseres Autos, das wir Menschen, denen wir begegnen und in ein seelsorgerliches GesprĂ€ch kommen, weitergeben können? Ich war 40 Mal im Spital Winterthur zur Bestrahlung. Ich habe oft jemandem, mit dem ich beim Warten ins GesprĂ€ch kam, ein BĂŒchlein abgegeben. In solchen Situationen nehmen die Leute gerne alles an, was sie ermutigen kann.

Wir hatten einige Male Tschernobyl-Kinder aufgenommen. Sollten die Kinder am Schluss nur dankbar sein fĂŒr den Wohlstand, den sie bei uns genießen durften, oder darf es eine Gelegenheit sein, ihnen Jesus zu zeigen? Wir haben russische, christliche BĂŒchlein organisiert und auch einen russischen Jesus-Video. Die Übersetzerin und die beiden Kinder, die in unserem Haus wohnten, durften ihn sehen. Alle waren sehr berĂŒhrt. Die Übersetzerin hat am Schluss gesagt, dass sie als orthodoxe Christin zum lebendigen Glauben gefunden habe und die zwei Kinder haben der Übersetzerin auf russisch gesagt, sie möchten uns danken fĂŒr die BĂŒchlein, die sie gelesen hatten und fĂŒr den Jesus Film. Sie hĂ€tten beim Übergabegebet mitgebetet.

In der Heimat hat die Übersetzerin den Jesusfilm mehrmals in der UniversitĂ€t gezeigt und das regionale Fernsehen habe ihn auf Ostern und auf Weihnachten ausgestrahlt. Es begann mit der Frage, was können wir den Leuten, mit denen wir nicht sprechen können, mitgeben. Es sind uns ja wunderbare Mittel in die Hand gegeben!

Wir haben vor einigen Jahren unsere Ferien ausnahmsweise im Ausland in der TĂŒrkei verbracht und sind u.a. privat den Spuren vom Apostel Paulus nachgegangen. Da war es uns ein Anliegen, Menschen, mit denen wir in den Ferien ein besonderes VerhĂ€ltnis haben werden, das Evangelium weitergeben zu können. Wir bestellten vor den Ferien bei Campus fĂŒr Christus oder Meos drei Jesus-Video auf tĂŒrkisch und dann nahm ich noch einige deutschsprachige Zeitschriften „Reflexionen“ mit und einige BĂŒchlein vom ERF „Fenster zum Sonntag“ mit. Es war unser Gebet, dass wir, beim entspannten Ferien machen Gelegenheiten haben, dieses Dynamit weiterzugeben.

Wir haben drei Mal eine FĂŒhrung mit je einem anderen tĂŒrkischen FremdenfĂŒhrer mitgemacht. Das waren alles tĂŒrkische Moslems, die aber meist in Deutschland Geschichte studiert hatten und auch die Bibel kennen. Jedem haben wir am Schluss der FĂŒhrung einen Jesus-Video auf tĂŒrkisch abgegeben mit den Worten: „Wir danken fĂŒr die sehr interessante FĂŒhrung. Wir sind Christen aus der Schweiz und möchten Ihnen gerne eine Video-Kassette ĂŒber die Person von Jesus Christus auf tĂŒrkisch schenken.“

Bei allen Dreien war ausnahmslos sehr große Freude und Dankbarkeit. Alle haben gesagt, dass sie diese Kassette gerne ansehen werden. Einer gab am drauf folgenden Tag bereits ein Feedback und meinte, dass die Kassette Spitze sei und er sich noch-mals ganz herzlich bedanken möchte. Ich sagte ihm dann, es wĂ€re mein Wunsch, dass er durch den Film erkennen könne, dass Jesus auch fĂŒr seine SĂŒnden gestorben sei.

Zwei GeschĂ€ftsleuten, die mit auf einem gefĂŒhrten Ausflug waren und ich mit ihnen in ein natĂŒrliches GesprĂ€ch kam, durfte ich eine Nummer der Zeitschrift „Reflexionen“ geben und Hausnachbarn das BĂŒchlein „Fenster zum Sonntag“. Wir haben entspannt Ferien gemacht, sind natĂŒrlich mit Menschen ins GesprĂ€ch gekommen und haben so das Zeugnis von Jesus Christus weitergegeben. In der Ewigkeit werden wir einmal sehen, was mit den drei tĂŒrkischen Jesus-Videos geschah, wieviele Leute sie angesehen hatten und was sie ausgelöst haben. „Das Wort kommt nicht leer zurĂŒck“, verheißt Gottes Wort.

Vor einiger Zeit habe ich den ehemaligen RebbaukommissĂ€r im Altersheim „Ruhesitz“ Beringen besucht und ihm zum 90sten Geburtstag gratuliert. Er hatte eine große Freude am Besuch, hatten wir doch frĂŒher ein gutes VerhĂ€ltnis. Ich gab ihm nebst drei Flaschen Wein, die einmal das Herz öffnen sollen, das Buch „Jesus unser Schicksal“ mit der Empfehlung, dieses Buch zu seiner Vorbereitung auf die Ewigkeit zu lesen. Er dankte herzlich und sagte, das will ich tun. Wir sollen unsere guten Beziehungen ausnĂŒtzen.

Wenn ich mit GeschĂ€ftsleuten oder allgemein mit Menschen in besonderer Verantwortung zusammen bin, so ist es mir immer wieder ein Anliegen, dass sie einen Anstoß zum Glauben bekommen. Ich möchte all denen, die mit solchen Menschen Verbindung haben sagen, dass die IVCG hier ausgezeichnete Möglichkeiten hat, solche Menschen, mit Jesus Christus in Verbindung zu bringen.

Da ist einmal die Zeitschrift “Reflexionen“. FrĂŒher „GeschĂ€ftsmann und Christ“, in hohem Niveau geschrieben, eine sehr gute Gelegenheit, diese als Geschenk weiterzugeben oder jemandem als Geschenk zu abonnieren oder am Jahresende allen Kunden und Lieferanten mit einem netten Begleitbrief, wo man fĂŒr die gute Zusammenarbeit dankt, die besondere „Festtagsnummer“ beilegt. Wenn man dieses Geschenk noch mit zwei Flaschen Wein verbindet, so ist es noch besser – fĂŒr das Öffnen der Herzen – und fĂŒr die Weinwirtschaft! Wir versenden in der Rimuss-Kellerei an jedem Jahresende rund 10.000 Festtagsnummern an alle Kunden und Lieferanten. Das ist eine gewaltige Saat!

Dann kann man GeschĂ€ftsfreunde oder allgemein Menschen von dieser Zielgruppe zu IVCG-Vortragstreffen einladen, wo sie bei einem Nachtessen einen Vortrag und ein gutes Zeugnis hören. Wir mĂŒssen die Leute aber als unsere GĂ€ste einladen und ihnen das erste Mal das Nachtessen offerieren. So durfte ich schon viele Menschen mit dem Zeugnis von Jesus in Verbindung bringen und einige durften dadurch auch Jesus finden. Nehmen wir die natĂŒrlichen Gelegenheiten wahr! Sie sind nicht umsonst in einer Kaderposition. Mardochai sagte zu Esther:

„Und wer weiß, ob du um dieser Zeit willen zur königlichen WĂŒrde gekommen bist. Wenn du schweigst, wird die Hilfe von einem anderen Ort kommen.“ (Esther 4,14)

Ich denke, dass sich auch der Gedanke eingeschlichen hat, wir Christen mĂŒssten einfach positive Leute sein, dann wollen die Leute auch so werden wie wir. Das ist eine gefĂ€hrliche Einstellung. In dieser eher stolzen Haltung, wir sind gut, besteht die Gefahr, dass wir verherrlicht werden, nicht Christus. Und vielleicht wollen die anderen gar nicht so werden wie wir, weil wir ja auch nicht perfekt sind und andere aufregen können. Meine Haltung muss es sein und das sollen andere spĂŒren, dass ich Jesus liebe, weil er meine SĂŒnde vergeben hat.

Paulus sagt uns an einer Stelle, dass wir bereit sein mĂŒssen, das Gesicht um Jesu Willen zu verlieren. Es braucht etwas Überwindung, z.B. einem Nachbarn, einem GeschĂ€ftsmann, einem Behördenmitglied oder einem Regierungsrat ein Heft zu senden oder sie zu einem Treffen einzuladen wo es um Jesus Christus geht. Wenn wir aber bereit sind, unser Gesicht zu verlieren um Jesu willen, so erleben wir es, dass es Men-schen gibt die offen sind und dankbar zuhören. Das darf ich immer wieder erleben.

Und wenn wir Besuch zum Essen am Tisch haben? Ändern wir dann unsere Tischordnung? Ich hatte vor vielen Jahren erstmals einen auslĂ€ndischen Traubensaft-lieferanten, ein MultimillionĂ€r aus Meran, zum Essen ins Haus eingeladen. Nach dem Essen sagte ich, wir hĂ€tten die Gewohnheit, zum Abschluss einen Abschnitt aus einem Andachtsbuch zu lesen. Wir laden ihn gerne dazu ein. Das nahm er interessiert an. Ich las und betete dann zum Schluss, auch fĂŒr ihn. Das hat den GeschĂ€ftsmann sehr berĂŒhrt und es löste ein tiefes GlaubensgesprĂ€ch aus. Ich konnte ihm sogar zum Schluss das BĂŒchlein „Gott persönlich kennen lernen“ vorstellen. Dann sagte er bewegt: „Darf ich das BĂŒchlein mitnehmen?“ Er ist jedes Jahr, entweder zur Mittags- oder zur Abendzeit zu uns gekommen, wo er wusste, dass er zum Essen oder Übernachten eingeladen war und wir austauschen können. Als er krebskrank wurde, habe ich ihm geschrieben und ein BĂŒchlein geschickt, das ihm den Weg zu Christus zeigt. An seiner Beerdigung war ich froh, dass ich ihm in den vielen Begegnungen, die ich mit ihm hatte, versucht habe, ihm Jesus zu zeigen und ich ihm nicht nur zeigte, dass ich ein erfolgreicher GeschĂ€ftsmann bin.

4.  Wie öffnen sich Menschen fĂŒrs Evangelium?

Als erstes muss ich glauben, dass es auch heute so ist, wie es Jesus sagte: „Das Feld ist weiß zur Ernte“. Es gibt viele Menschen, an denen Gott sein Werk begonnen hat, die das Leben, die Wahrheit, Gerechtigkeit und Liebe suchen. Sie suchen oft nur am falschen Ort. Sie sind vielleicht enttĂ€uscht von der Kirche, vielleicht auch oft von Christen. Aber von Jesus, werden sie nie enttĂ€uscht sein. Wir mĂŒssen ihnen Jesus zeigen!

Die erste Bedingung, dass wir mit Menschen ĂŒber den Glauben ins GesprĂ€ch kommen können, ist ein glaubwĂŒrdiges Leben. Viele Menschen lesen die Bibel nicht mehr, sie lesen uns. Wir mĂŒssen ihnen vielleicht einfach einmal einen Liebesdienst erweisen. Mit einem GesprĂ€ch, einem Geschenk einer Einladung zu einem Essen usw. Liebe öffnet harte Herzen! Das öffnet das Herz. Auch das Handeln, besonders als GeschĂ€ftsmann, soll glaubwĂŒrdig und vom Heiligen Geist geprĂ€gt sein.

Das Gebet fĂŒr Menschen spielt eine ganz große Rolle. Von den meisten Menschen, die zum Glauben gefunden haben, weiß man, dass oft viele Christen wĂ€hrend lĂ€ngerer Zeit fĂŒr sie gebetet haben. Wir mĂŒssen uns Menschen von Gott aufs Herz legen lassen und fĂŒr sie beten.

Macht alles, was ihr tun könnt, dass sich Herzen öffnen. Es gibt viele Gelegenheiten:

  • Bei einem Todesfall schreibe ich den Angehörigen mit einer Kondolenzkarte immer einige persönliche, ermutigende SĂ€tze. Wenn die verstorbene Person Christ war, so schreibe ich jeweils, dass die Tatsache, dass alle, die im Glauben an unseren Erlöser Jesus Christus sterben, ewiges Leben haben, allen Angehörigen Mut und Zuversicht geben wird. Es gibt ja oft auch NichtglĂ€ubige, die diese Karte lesen. Da bekennen wir ihnen unseren Glauben und den GlĂ€ubigen ist es zur StĂ€rkung geschrieben.
  • Wenn jemand Bekanntes eine gute Leistung vollbracht oder eine Wahl gewonnen hat, so gratuliere ich ihm oft schriftlich. Das öffnet das Herz. Dann darf ich ihn auch einmal einladen. Bei öffentlichen AnlĂ€ssen gehe ich gerne, setze mich möglichst zu GeschĂ€ftsleuten hin und komme ins GesprĂ€ch. Ich taste dann meistens ab, ob ich sie einmal zu einem IVCG-Treffen einladen darf. Aus Erfahrung muss ich fĂŒnf Ehepaare einladen, damit eines kommt. Wenn ich also will, dass ich zwei Ehepaare begleiten darf, so muss ich zehn Einladungen schreiben. Das geht ja mit dem Computer sehr schnell, wenn der erste Brief einmal geschrieben ist.
  • Die Senioren haben viel Zeit, nebst dem Gebet, zu Besuchen. Da kann man doch auch ein BĂŒchlein schenken und kann auch ins GesprĂ€ch kommen.

5.  Wie kommen Menschen zum Glauben?

Eine wichtige Erkenntnis:

Das Wort Gottes ĂŒberfĂŒhrt. Unser Lebenswandel, unsere Liebesdienste, unser persönliches Zeugnis können nur eine Hilfe sein, Menschen zu interessieren und ihnen die Herzen zu öffnen. Die Bibel zeigt, vor allem mit dem Gleichnis des Vierfachen Ackerfeldes, dass das Wort Gottes der Same ist, der in den Herzen aufgeht und zur Bekehrung und Wiedergeburt fĂŒhrt. Wir mĂŒssen also Menschen mit dem Wort Gottes in Verbindung bringen. Das kann an einem evangelistischen Treffen sein oder beim Lesen von Gottes Wort, wobei suchende Menschen oft die Hilfe von einem erfahrenen Christen brauchen. In der GesprĂ€chsrunde der IVCG erlebe ich, wie Gottes Wort, das wir reichlich lesen, ĂŒberfĂŒhrt. Der Alphalive-Kurs ist so gesegnet, weil fĂŒnfzehn dreiviertelstĂŒndige VortrĂ€ge Jesus und sein Wort in den Mittelpunkt stellen. Zur Gemeinde von Philadelphia sagt Jesus in Offb. 3,8 „Ich habe dir gegeben eine offene TĂŒr, denn du hast mein Wort behalten und hast meinen Namen nicht verleugnet.“ Wenn wir uns ganz zum Wort Gottes stellen, öffnet Gott TĂŒren.

Schön, wenn Sie das selbst können, z.B. mit dem BĂŒchlein, „Gott persönlich kennen lernen“. Aber es ist schon sehr wichtig, dass Sie als Zeuge Jesu Menschen dahin begleiten, wo sie Gottes Wort hören und einmal vor die Entscheidung gestellt werden.

Die Bibel sagt, dass in der Ewigkeit alle, die Menschen zum Glauben gefĂŒhrt haben, leuchten werden wie die Sterne am Himmel.

NatĂŒrlich erleben wir nicht nur Offenheit, auch viel Distanziertheit bis Ablehnung.

Ich möchte lesen, was Friedrich Spittler dazu gesagt hat:

„Wir werden es nicht erleben, dass durch unser Zeugnis die meisten Menschen Christen werden, aber wir dĂŒrfen es erleben, dass einige vom Strom des Verderbens gerettet werden.“ Das ist schon eine faszinierende Herausforderung!

Amen.

Robert Rahm

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Dieser Beitrag wurde erstellt am Donnerstag 22. Januar 2015 um 17:25 und abgelegt unter Predigten / Andachten.