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„Euch ist heute der Heiland geboren!“

Mittwoch 24. Dezember 2014 von Robert Rahm


Robert Rahm

Weihnachten ist eine Zeit des geöffneten Himmels. Das Geschehen von Weihnachten ist heilsgeschichtlich und von der Ewigkeit her gesehen so bedeutungsvoll, dass sich in dieser Zeit mehrmals der Himmel öffnete und ein Engel erschien, bei Zacharias, dem Vater von Johannes dem Täufer, der ein Wegbereiter Jesu werden sollte, bei Maria und bei Josef und dann bei den Hirten auf dem Felde.

Es folgen nun einige Gedanken zu dem Wort, das der Engel in Lukas 2, Verse 10 -11 den Hirten auf dem Felde zugerufen hat:

„Fürchtet euch nicht! Siehe, ich verkündige euch grosse Freude, die allem Volk widerfahren wird, denn euch ist heute der Heiland geboren, welcher ist Christus der Herr, in der Stadt Davids.“

Wenn der Engel, der ja einen Auftrag von Gott hatte, den Hirten zugerufen hat: Freuet euch! So muss das doch für uns heutige Botschafter Christi der Auftrag sein, genau diese Botschaft unserer Bevölkerung zuzurufen: „Freuet Euch! Denn euch ist der Heiland geboren! Was beinhaltet diese Botschaft?

Seit dem Sündenfall im Paradies, wohl die allergrösste Katastrophe, die je über die Menschheit gekommen war, ist der Mensch von Gott getrennt. Sie wissen es: Die ersten Menschen wurden aus dem Paradies ausgewiesen und seither leben wir alle in einer gefallenen Schöpfung mit Disteln und Dornen, mit Geburtswehen und Schmer-zen und mit vielen Sorgen und Angst vor Krankheit und Tod.

Dann wissen wir um die Berufung des Volkes Israel als Gottes Volk. Gott gab ihnen die 10 Gebote, die sie zu erfüllen hatten und mit Schlachtopfern konnten sie Verge-bung ihrer Sünden erlangen. Das Halten des Gesetzes und das Schlachten der Opfer-tiere war dem Volk Israel eine Last, so dass die Propheten mehr und mehr darauf warteten, dass der verheissene Messias kommen werde, der einmal ein für allemal die Sünden der Welt auf sich nehmen wird und die Menschen mit Gott wieder versöhnt werden, wieder den Zugang zum Heiligen Gott finden. Und so rief der Prophet Jesaja im 63. Kapitel: „Dass du den Himmel zerrissest und herabführest!“ Der Prophet Micha, 400 Jahre vor Christi Geburt, war der letzte Prophet. Es sah für die damaligen Menschen hoffnungslos aus wenn es um die persönliche Beziehung zu Gott und um die Vergebung der Schuld ging.

So hatte der Engel Grund zu sagen: „…ich verkündige euch grosse Freude, denn euch ist heute der Heiland geboren, welcher ist Christus der Herr“ – der so lang ersehnte Retter! Denn das Unfassbare ist geschehen, dass mit Weihnachten Jesus, der seit Ewigkeit her bei seinem Vater in der Herrlichkeit war, der zusammen mit seinem Vater das ganze Universum geschaffen hatte – ich denke der Vater war der Architekt und der Sohn der Baumeister, wie dies uns die Bibel zeigt, dieser Gottessohn ist Fleisch geworden, kommt in unsere Haut, lernt unsere Nöte und Ängste kennen und löst durch seinen schrecklichen Tod am Kreuz das Schuldproblem von uns Menschen.

Das soll auch heute noch unsere Freudenbotschaft sein!

Warum handelt Gott mit seinen abgefallenen Menschenkindern, die dem Teufel mehr geglaubt hatten als Gott und die Gott auch als Gottesvolk immer wieder enttäuscht hatten, so barmherzig, so liebevoll? Was ist denn so besonders an uns Menschen, dass Gott so handelt? Wir können es nur so erklären: Weil Gott Liebe in Person ist und seine Menschen trotzdem liebt, weil sie seine Geschöpfe sind. Weil Gott uns so lieb hat, sieht er noch Schönes an uns, wie wenn eine Mutter von einem mongoloiden Kind sagen kann: „Siehst du mein Kind, wie schön es ist?“

Der Engel sagt in dem kurzen Satz dreimal „Euch“. Für die Hirten, die Menschen, die nicht viel galten im Volk, ist er erschienen. „Was töricht ist vor der Welt hat Gott erwählt“. Euch ist heute der Heiland geboren. So gilt diese Botschaft vor allem den Menschen, die Mühe haben, das Leben zu meistern, Menschen, die erkennen, dass sie schuldig sind und Vergebung brauchen, die erkennen, dass sie schwach sind und Hilfe brauchen.

Es gibt viele Gründe, warum der Engel sprach: „Freuet euch!“ Ich möchte drei wichtige Gründe nennen:

1. Das Heil Gottes und die Vergebung der Sünden

Als das Erste und Wichtigste ist wohl das Heil. Mit seinem Tod am Kreuz hat er stellvertretend für unsere Sünden bezahlt. Nicht mit vergänglichem Silber oder Gold, sondern mit seinem teuren Blut. „Und wenn die Sünde gleich blutrot ist, soll sie schneeweiss werden“. Was ist das für ein Evangelium, was für eine gute Botschaft, die wir schuldigen Menschen verkündigen dürfen mit der so einfachen Formel: „Wer den Namen des Herrn anrufen wird, wird gerettet werden!“ Ein Grund für den Engel und für uns zu rufen: „Freuet euch!“

Wir wissen, dass mit einer Bekehrung und Wiedergeburt die Schuld der Vergangenheit ausgelöscht ist. Da können Menschen aufatmen und werden von einem grossen Druck befreit. Diese Botschaft kommt nicht nur bei den Hirten, bei den einfachen Menschen an, auch mehr und mehr bei Geschäftsleuten und Menschen in Verantwortung. Da ist auch oft viel Sünde und Schuld. Wir leben in einer unreinen Welt. Da geschieht oft Ehebruch. Die Arbeit wird zum Gott und die Prioritäten werden falsch gesetzt, Gründe, warum oft Ehen und Familien von Managern auseinander fallen. Bei Managern liegt die Scheidungsrate bei 80%! Viele sind von der Arbeit so getrieben, dass sie wie es Pascal sagte, ein inneres Vakuum spüren und sich sehnen, dass sie eine Erfüllung finden. Ihnen können wir zurufen: „Freuet euch!“

Nicht wenige besuchen z.B. innerhalb der IVCG eine Bibelgesprächsrunde, wo sie Jesus als Erlöser erkennen und die Vergebung ihrer Sünden, ihres verkehrten Lebens annehmen. Am übernächsten Samstag sind 12 suchende Geschäftsleute für eine Gesprächsrunde in Hallau angemeldet!

Da hat ein Geschäftsmann, der kürzlich eine GR bei mir besuchte und das Übergabegebet laut vor den andern gebetet hatte und ich ihm im Gebet die Vergebung der Sünden zusprechen durfte, geschrieben: „Ich fuhr heim wie in einem Rausch, ein wirklich neues Leben gefunden zu haben“. Das hat uns Jesus gebracht! Das dürfen wir heute belasteten Menschen weitergeben. Grund für den Engel zu sagen: „Freuet euch, denn euch ist heute der Heiland geboren, welcher ist Christus der Herr!“

Zur Vergebung der Sünden gehört nicht nur die Bekehrung und Wiedergeburt.

Auch gläubige Christen erkennen täglich, dass weiterhin Sünde vorkommt. Auch dafür gilt das „Freuet Euch“ des Engels. Die Bibel zeigt uns: „Wer (täglich) Jesus seine Sünde bekennt, dem ist er treu und gerecht, dass er die Sünden vergibt und reinigt uns von aller Untugend. 1. Joh. 1,9. Mir gefällt die Formulierung von Nicky Gumbel in einem seiner Vorträge vom Alphalive-Kurs. Er sagt zum Wort: „Das Blut Jesu Christi reinigt uns von aller Sünde“, das sei wie ein Scheibenwischer: „Das Blut Jesu Christi reinigt uns von aller Sünde.“ Es wäscht die täglichen unreinen Spritzer weg, wenn wir sie Jesus bekennen.

2. Der Sieg über den Tod und das Geschenk des ewigen Lebens

Ein zweiter Grund, dass der Engel sagen konnte: Freuet euch! Wir Menschen werden ja seit dem Sündenfall mit Sorge und Angst belastet. Psychologen sagen, dass hinter jeder Angst letztlich die Todesangst stehe. Jesus hat durch seinen Opfertod am Kreuz den grössten Fluch, den Tod besiegt und uns ewiges Leben geschenkt. Jesus hat damit die grösste Ursache unserer Angst gebrochen. Wir haben ewiges Leben. Nun können wir mit Paulus sagen: „Christus ist mein Leben und Sterben ist mein Gewinn“.

Ich hatte vor einigen Jahren die Diagnose: Prostatakrebs. Es hat mich schon etwas berührt, meinte ich doch immer, der gesündeste Mensch zu sein. Ich bin froh, dass ich nicht in ein Loch fallen musste, sondern Jesus sagen konnte: Wenn du mich in den nächsten ein bis zwei Jahren heimholen willst, so will ich bereit sein, mich deinem Willen zu beugen und ich möchte es lernen, mich auf die Ewigkeit einzustellen. Es ist dir aber auch ein Kleines, mich zu heilen. Dann möchte ich Dir weiterhin von Herzen dienen. Unser Prediger und zwei Älteste haben unter Handauflegung über mir gebetet und so ging ich in grosser Zuversicht den Weg zum Urologen, zur Operation und zur 40maligen Bestrahlung und ich denke, dass ich vielen Patienten im Wartsaal mit einigen ermutigenden Worten und einem hilfreichen Büchlein, das ich jeweils abgegeben habe, eine Hilfe sein durfte. Vielleicht musste ich deshalb 40 x zur Bestrahlung, um etwas Licht in diese Hoffnungslosigkeit zu bringen. Glücklicherweise darf ich ganz geheilt sein.

Jesus kann in Todesnot Geborgenheit und Frieden schenken und er ist auch der Heiler.

Grund für den Engel zu sagen: „Freuet euch, denn euch ist heute der Heiland geboren, welcher ist Christus der Herr.“

 3. Gott schenkt uns seinen Geist

Ein dritter Grund, dass der Engel sagen konnte: „Freuet euch“: Jesus schenkt uns auch einen neuen Geist. Dieser Geist der Liebe, der Barmherzigkeit, der Wahrheit, der Reinheit und der Besonnenheit wohnt in uns. Er verändert Menschen, Ehen und Familien. Dieses Joch ist nicht hart wie im AT. „Mein Joch ist sanft“, sagt Jesus, weil der wiedergeborene Mensch aus Liebe zu Jesus versucht, Gottes Willen zu tun. – Ein Grund auch heute den Menschen zu sagen: „Freuet euch! Ihr müsst nicht in eurem Gefängnis so bleiben wie ihr seid. Jesus befreit und verwandelt euch!

Jesus Christus ist für unsere Gesellschaft und für unsere abendländische Kultur so wichtig geworden, dass man heute fast auf der ganzen Welt die Jahreszahlen ab Christi Geburt nennt. So gibt es eine Zeit vor und eine Zeit nach Christi Geburt. Wahrlich ein Grund für den Engel zu sagen: „Freuet euch, denn euch ist heute der Heiland geboren,“ der eine ganz neue Zeit bringen wird.

Sind wir gestandene Christen uns bewusst, was wir in Jesus Christus haben? Wenn uns das an der heutigen Weihnachtsfeier erneut bewusst wird, so muss es uns ein Anliegen sein, heute diese Freude Menschen zu sagen, die Jesus nicht kennen. Es sind oft nicht die Tonangeber dieser Welt, denen es gut geht. Es sind die Menschen, die enttäuscht sind, oft Menschen, die im Leben teilweise gescheitert sind, die eine Scheidung hinter sich haben, Menschen, die finanziell am Anschlag sind, Menschen, die in Süchte geraten sind, die ein gutes Leben führen möchten aber nicht die Kraft dazu haben. Oft einfache Leute, aber mehr und mehr auch Geschäftsleute und Verantwortungsträger. Für sie alle ist Jesus Christus gekommen!

Wenn wir das Weihnachtsgeschehen und Gottes weitere Heilspläne für uns Christen bedenken und auch darum wissen, dass wir ewiges Leben haben und Erben Gottes sind, so können wir nur mit dem Dichter sagen: „Wenn ich dies Wunder fassen will, so steht mein Geist vor Ehrfurcht still! Er betet an und er ermisst, dass Gottes Lieb unendlich ist!“

 Robert Rahm, Hallau (Schweiz)

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Dieser Beitrag wurde erstellt am Mittwoch 24. Dezember 2014 um 11:29 und abgelegt unter Predigten / Andachten.