- Gemeindenetzwerk - https://www.gemeindenetzwerk.de -

Ein Bußgebet

Lieber lebendiger Herr, mein einziger Trost im Leben und Sterben – und für uns alle – ist, daß du unsere Buße geworden bist, daß wir nichts haben, was wir vor dir darbringen können, daß wir völlig verloren sind ohne dich, daß es ohne die Offenbarung, die in Dir uns geworden ist, – die alleinige im Himmel und auf Erden – kein Heil gibt. Herr, wir bitten dich für unser Volk, für unsere Kirche, für alle, die wir lieb haben, Herr, wir bitten dich, erbarme dich ihrer. Wir wollen mit der Buße anfangen, Herr, du wollest sie uns schenken, daß wir Tag und Nacht schreien wie Daniel, nicht auf unsere Gerechtigkeit, sondern auf deine Barmherzigkeit hin. Daß wir erkennen, daß wir deine Gerichte ja herausfordern, wenn wir Hunderttausende von Kindern abtreiben und das Wort „Du sollst nicht töten“ fälschen oder umdeuten, und daß man bei der Abwegigkeit einer Bewegung, wie ich sie täglich sehe in den Beichten, bei Homosexuellen und Lesbischen – diese furchtbare Täuschung bewirkter Leidenschaft – in Hormonlehren Zuflucht sucht, im Grunde, weil man vor sich selber flieht und nicht die Ehrlichkeit findet, die jeder finden muß, der selig wird.

Nur wer aus der Wahrheit ist, hört deine Stimme, nur im Kreuz ist Heil, nur in der Gewißheit deiner Auferstehung läuten Osterglocken. Laß sie heute läuten über uns und schenke uns Mut, aber hilf, daß wir nicht schimpfen und sorgen, und keiner hier weggeht, ohne angesprochen zu sein von der Botschaft, ohne sich gefragt zu haben: Bin ich in der Nachfolge? Worauf lebe ich, worauf sterbe ich? Daß ich meines Heilands eigen sei, daß wir das alle wissen, und dann getrost unseren Weg gehen als deine Zeugen in einer verlorenen Welt. Du wirst kommen, du wirst dein herrlich Werk vollenden, der du der Welten Heil und Richter bist. Du hast alle Gewalt im Himmel und auf Erden. Wir bitten dich für unsere Kirche. Ich bitte dich für unseren Bischof, und ich bitte dich, daß nicht das Mißverständnis kommt, was der Teufel inspiriert, als wollten wir hier einen eigenen Laden, als wollte der Kemner sich wichtig machen. Herr, radiere meinen Namen aus, verwirf mich in die Hölle, Herr verwirf mich, wenn ich mich selbst suche, denn dann ist alles verloren. Hilf, daß dieser Bußschrei Echo hat bei uns allen, und nun Herr, rede du. Amen.

Dieses Gebet wurde von Pastor Heinrich Kemner anläßlich der Gründung des Gemeindehilfsbundes am 31.10.1992 in der Glaubenshalle des Geistlichen Rüstzentrums Krelingen gesprochen.