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Du sollst nicht töten (2. Mose 20,13)

Samstag 23. August 2014 von Jörgen Bauer


Jörgen Bauer

Ein Gebot, das sehr strapaziert wird. In meiner Jugendzeit habe ich mal einen „bibelfesten“ Freund gefragt, ob er einen TĂ€ter, der gerade dabei ist, einen Gasometer zur Explosion zu bringen, mit einem Schuss töten wĂŒrde, wenn das die einzige Möglichkeit wĂ€re, zu verhindern, dass die Stadt verwĂŒstet wird. Die Antwort war, „nein, denn du sollst nicht töten, und man mĂŒsse das weitere Gott ĂŒberlassen“. Das ist eine Haltung, die ich noch nie akzeptieren konnte. Ich denke, dass ich damit nicht falsch liege, denn das besagte Gebot heißt im hebrĂ€ischen Urtext: „Du sollst nicht morden“, wobei unter morden, ein rechtswidriges, kriminelles Tun aus niederen BeweggrĂŒnden zu verstehen ist. Wie im Fall von Kain und Abel.

Abwehr- und Verteidigungshandlungen fallen demnach nicht darunter. Außerdem wĂŒrde sich die Bibel widersprechen, wenn sie einmal ein Tötungsverbot enthĂ€lt und auf der anderen Seite Gott dann Israel in kriegerischen Auseinandersetzungen beisteht, David den Goliath umlegt und der Prophet Elia die Baalspriester tötet.

Allerdings wird im Neuen Testament nirgendwo dem Töten das Wort geredet, von Römer 13 einmal abgesehen, wo der Obrigkeit das Schwert zur Bestrafung der Bösen von Gott verliehen ist. Im Neuen Testament geht es um Liebe und Vergebung, auch um Feindesliebe, und da werden an den Christen sehr hohe Anforderungen gestellt. Mancher sagt dann, dass er sich lieber töten lasse, bevor er einen anderen tötet. Das mag der Betreffende ja so halten, wenn er einmal in diese Lage kommen sollte. Aber wie ist das mit den anderen, die nicht so gern getötet, sondern gerettet werden wollen? Werde ich dann nicht schuldig, wenn ich den Tod meines NÀchsten billigend in Kauf nehme, obwohl ich die Möglichkeit hÀtte das zu verhindern, indem ich den Angreifer töte? Ich glaube schon, dass ich da schuldig werde und zwar ganz erheblich.

Da regt es mich immer ein bisschen auf, wenn der satte Vollkasko-BedenkenstrĂ€ger bequem und sicher im Fernsehsessel hockt, dabei von dem extrem grausamen Tun der IS-Horden erfĂ€hrt, um danach beschaulich darĂŒber nachzusinnen, ob es verantwortet werden kann, den schwerstens BedrĂ€ngten mit Waffen zur Hilfe zu kommen. Das ist so, als wenn ein Haus brennt, in dem Menschen eingeschlossen sind, die Feuerwehr aber zögert, weil es ja sein könnte, dass am Haus ein Wasserschaden entsteht oder unnötig Wasser verbraucht wird, das anderweitig besser verwendet wĂ€re. Und wĂ€hrend man labert und sabbert – und vielleicht noch einen Arbeitskreis bildet – brennt das Haus völlig ab, einschließlich der Eingeschlossenen, womit sich das Problem dann erledigt hat.

Die Amerikaner können sein wie sie wollen, aber sie haben Mut und Tatkraft bewiesen.Möge uns Gott die rechte Erkenntnis und den Mut zum Handeln geben, wenn es erforderlich wird. Dass wir selbst mal unmittelbar zum harten Handeln aufgefordert sein könnten, kann passieren, wenn man sich weiter so lahm gibt und eine extreme Bedrohung nicht nachhaltig ausschaltet.

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Dieser Beitrag wurde erstellt am Samstag 23. August 2014 um 11:35 und abgelegt unter Predigten / Andachten.