Gemeindenetzwerk

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Eindr├╝cke einer Reise nach Indien

Freitag 14. M├Ąrz 2014 von Pastor Matthias Ackermann


Pastor Matthias Ackermann

┬áÔÇ×Ich bin der Herr, dein Gott, der ich dich aus ├ägyptenland, aus der Knechtschaft, gef├╝hrt habe. Du sollst keine anderen G├Âtter haben neben mir. Du sollst dir kein Bildnis noch irgendein Gleichnis machen, weder von dem, was oben im Himmel, noch von dem, was unten auf Erden, noch von dem, was im Wasser unter der Erde ist: Bete sie nicht an und diene ihnen nicht! Denn ich, der Herr, dein Gott, bin ein eifernder Gott, der die Missetat der V├Ąter heimsucht bis ins dritte und vierte Glied an den Kindern derer, die mich hassen, aber Barmherzigkeit erweist an vielen Tausenden, die mich lieben und meine Gebote halten.ÔÇť (2Mose 20,1-5).

Diese Verse aus 2Mose 20,1-5 kamen mir sofort in den Sinn, als wir zum ersten Mal durch die Stra├čen von Hyderabad fuhren. Indien ÔÇô ein Land, dessen Stra├čenbild nicht nur von unz├Ąhligen Autos und Menschen ├╝bers├Ąt, sondern besonders auch von bunten Hindutempeln, G├Âtzenstatuen und heiligen K├╝hen gekennzeichnet ist. Es wurde deutlich, dass die christlichen Werte, die einen lebenserhaltenden Charakter haben, in dieser Gesellschaft kaum vorhanden waren. So ist das Land besonders von Korruption, Gewalt, Unterdr├╝ckung und fehlender sozialer Versorgung gekennzeichnet, was ein Aufbl├╝hen des Landes verhindert. Die heutige Entchristlichung der europ├Ąischen Gesellschaft ist bereits mit Sorge zu beobachten, aber der G├Âtzendienst und die magischen Einfl├╝sse in der indischen Bev├Âlkerung nehmen von mir niemals geahnte Dimensionen an. Auch wenn die oben genannten Verse im Kontext des Mosebundes zu verstehen sind, ist zu erkennen, dass das Anbeten anderer G├Âtter nicht nur pers├Ânliches Verderben bringt, sondern ganze V├Âlker zerst├Ârt. F├╝r mich pers├Ânlich war es erschreckend zu sehen, wie ein Volk aussieht, dass Gott nicht kennt. Die Reise war f├╝r mich eine Warnung, wie auch Europa aussehen wird, wenn die Entchristlichung unserer Gesellschaft weiter voranschreitet und ebenso eine Aufforderung diesem entgegenzuwirken.

Diese Gottlosigkeit motivierte uns, Gottes liebendes, inspiriertes Wort zu den Menschen zu bringen. Zum einen war es das Ziel, Menschen Jesus Christus nahe zu bringen, die ihn noch nicht kennen. Aber auch umfassende biblische Lehre sollte vor allen Dingen in den besuchten Bibelschulen von Pune und Bangalore durch den renommierten Bibellehrer Michael Kotsch vermittelt werden. Dieser stellte zum Beispiel positive Vorbilder aus der Kirchengeschichte dar, von denen wir heute lernen k├Ânnen. Dabei nahm August Herrmann Francke eine besondere Position ein, der als einer der Hauptfiguren des Pietismus fungierte.

Aber auch das Aufzeigen der Gefahren vor unchristlichen westlichen Einfl├╝ssen sowie vor unbiblischen Praktiken anderer Denominationen war unsere Aufgabe. Alexander Seibel hat mit gro├čer Leidenschaft und viel Hintergrundwissen aufgezeigt, wo eine Abkehr von dem Wort Gottes sowohl in der Gesellschaft als auch innerhalb der evangelikalen Bewegung zu beobachten ist. Er hat die Menschen daf├╝r sensibilisiert, auf unbiblische Str├Âmungen zu achten und auch angebliche bibeltreue Gemeinden kritisch zu hinterfragen.

Mein Ziel war es, vor allen Dingen von meinen qualifizierten Kollegen zu lernen und die einheimischen Christen in ihrem Kontext zu verstehen und die Eindr├╝cke zu verarbeiten. Aber auch das eine oder andere Wort konnte ich weitergeben.

Es stellte sich heraus, dass die Inder ein sehr positives und idealistisches Bild vom Westen haben. Die indischen Christen sehen Deutschland mit seiner starken Wirtschaft, der herausragenden Technologie und den vielen einflussreichen Personen als ein besonders von Gott gesegnetes Land an. Sie sagten mir, dass sie begeistert davon sind, dass wir das gesegnete Deutschland verlassen w├╝rden und in ihrem schmutzigen Land leben, um ihnen das Evangelium zu bringen. Diese Dankbarkeit spiegelte sich in der teilweise f├╝r mich ├╝bertriebenen Gastfreundschaft wieder.

Es gelang uns, den Indern zu vermitteln, dass ihre Sicht ├╝ber die westlichen Christen nicht immer den Tatsachen entspricht und konnten vor einflussreichen Theologien und Theologen warnen.

Als gr├Â├čte Herausforderung sah besonders die von uns besuchte Bibelschule in Bangalore den gro├čen Einfluss der Charismatischen Bewegung in Indien. Diese Bibelschule hatte einen starken┬á amerikanischen Einfluss. Der amerikanische Rektor behauptete, dass Prediger wie Benny Hinn oder Joyce Meyer den Menschen ein falsches Bild der Bibel darbringen w├╝rden. Hier wurde bereits reflektiert gearbeitet.

Besonders dankbar waren wir ├╝ber die Zusammenarbeit mit dem Team von ÔÇ×Back to the BibleÔÇť, die das Ziel vertreten, den Menschen auf einer fundierten biblischen Basis das Evangelium n├Ąher zu bringen. So konnten wir gezielt dort unser Wissen weitergeben, wo es ben├Âtigt wurde. Aber auch in s├Ąmtlichen Hausbesuchen und Treffen mit verschiedenen Leitern und Werken konnten wir unsere Anliegen weitergeben.

Besonders erschreckend ist die derzeitige Situation der indischen Christen, die aufgrund ihres Christseins zum Teil erhebliche Nachteile erleiden m├╝ssen. So sei es f├╝r Christen auch mit einem abgeschlossenen Studium schwer, einen Arbeitsplatz zu bekommen. Die Christen, die der untersten Kaste angeh├Âren, m├╝ssten gegen├╝ber den Hindus aus der h├Âheren Kaste starke Nachteile hinnehmen. Auch da die entschiedenen Christen der stark verbreiteten Korruption aus dem Weg gehen, haben sie wesentlich weniger Chancen auf einen Arbeits- oder Studienplatz. Ich bin sehr dankbar f├╝r die Erfahrungen, die ich in Hyderabad, Pune und Bangalore sammeln durfte. Bereits das Erleben der dortigen Kultur war atemberaubend. Die mangelnde Hygiene, der M├╝ll auf den Stra├čen, das einseitige Essen, die starke Armut, die mir besonders auf der Zugfahrt von Hyderabad nach Pune aufgefallen ist und der chaotische Stra├čenverkehr sind eine starke Herausforderung f├╝r fremde Besucher. Auf der anderen Seite waren die Gastfreundschaft, die starke Rollentrennung von Mann und Frau und die gro├če Wertsch├Ątzung uns gegen├╝ber Punkte, die mich erstaunt haben. Ebenfalls bin ich dankbar f├╝r die Kontakte, die ich kn├╝pfen durfte, sowie f├╝r die Freundschaften, die entstanden sind. Auch unsere Bewahrung vor ernsten Krankheiten ist nicht selbstverst├Ąndlich. Recht herzlich bedanke ich mich bei allen Unterst├╝tzern dieser Reise. Sie haben es durch Gebet und finanzielle Unterst├╝tzung m├Âglich gemacht, diesen segensreichen und wichtigen Dienst zu tun. Ganz nach dem Motto aus Apg 2,24: ÔÇ×Sie blieben aber best├Ąndig in der Lehre der Apostel und in der Gemeinschaft und im Brotbrechen und im Gebet.ÔÇť

Pastor Matthias Ackermann

An der Reise vom 1.-17. Februar 2014 nahmen Pastor Matthias Ackermann, Michael Kotsch und Alexander Seibel teil. 

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Dieser Beitrag wurde erstellt am Freitag 14. M├Ąrz 2014 um 17:50 und abgelegt unter Christentum weltweit.