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Studien erweisen Nachteile für Kinder in homosexuellen Partnerschaften

Freitag 6. Dezember 2013 von Kultur und Medien


Kultur und Medien

In einem Kommentar zum Artikel in der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ vom 13. November 2013 mit dem Namen „Lückenhafte Erkenntnisse“ der Journalistin Susanne Kusicke, schreibt Manfred Spieker, emeritierter Professor für Sozialwissenschaften, die sog Bamberger Studie von Marina Rupp über die Lebenssituation von Kindern in gleichgeschlechtlichen Partnerschaften sei veraltet und keineswegs unwidersprochen geblieben.

Maria Rupp äußerte sich in der im Jahr 2009 erschienene Studie positiv über die Lage von Kindern, die mit homosexuellen Paaren leben müssen. Schon damals hagelte es an Kritik – selbst an den Methoden. Es wurden nämlich nur 95 Jugendliche mit einem Durchschnittsalter von 14 Jahren telefonisch befragt. 78 Prozent stammten aus einer früheren heterosexuellen Verbindung und hatten durchweg ihre ersten fünf Lebensjahre gemeinsam mit Mutter und Vater verbracht. Zudem wurden die befragten Kinder und Jugendlichen von ihren homosexuellen Eltern ausgewählt, so der Deutsche Familienverband und das Institut für Jugend und Gesellschaft.

Die Rheinische Post vom 13. Juni 2013 schrieb zu dieser Studie: „Dr. Christl Vonholdt, Fachärztin für Kinder- und Jugendmedizin beim Institut für Jugend und Gesellschaft, wandte ein, dass die meisten befragten Kinder ihre leiblichen Eltern kannten. Die Stichproben seien somit nicht übertragbar auf Adoptivkinder, die von Geburt an bei einem fremden, homosexuellen Frauen- oder Männerpaar aufwüchsen.“

Diese jetzige Stellungnahme von Professor Spieker ist insofern von Gewicht, weil die Studie von Maria Rupp immer in den Debatten um das Adoptionsrecht für homosexuelle Paare zitiert wird. Auch das Bundesverfassungsgericht hat sie in den Beratungen des Urteils zur Sukzessivadoption verwendet.

Gegenwärtig setzt sich vor allem die SPD für die Öffnung des Adoptionsrechts für homosexuelle Paare. Im Koalitionsvertrag ist diese Öffnung zwar nicht ausdrücklich vorgesehen, doch auch nicht ausgeschlossen. Im Koalitionsvertrag zwischen Union und FDP im Jahr 2009 wurde das Adoptionsrecht für homosexuelle Paare ausdrücklich ausgeschlossen, obwohl die FDP dafür war.

Spieker führt aus, dass nach der Bamberger Studie weitere erschienen sind, die allesamt negative Ergebnisse mitteilen: Die jüngste dieser Studien nach jenen von Sotirios Sarantakos (Australien), Mark Regnerus (Vereinigte Staaten) und Loren Marks (Vereinigte Staaten) stammt von Douglas W. Allen, einem Ökonomen der Simon Fraser Universität in Vancouver.

Douglas W. Allen untersuchte die High-School-Abschlüsse von Kindern aus gleichgeschlechtlichen Haushalten in Kanada. Dieses Land hat schon 1995 die Ehe für Homosexuelle eingeführt. Sein Ergebnis, publiziert in der „Review of Economics of the Household“ (2013, Seite 635–658): Die Wahrscheinlichkeit, einen solchen Abschluss nach zwölf Schuljahren zu erreichen, beträgt im Vergleich mit Kindern aus heterosexuellen Haushalten nur 65 Prozent.

Manfred Spieker erläutert: „Allen differenziert nach weiblicher und männlicher Homosexualität bzw. deren Haushalte sowie nach dem Geschlecht der Kinder. Mädchen haben es noch viel schwerer: Sie erreichen den High-School-Abschluss mit einer Wahrscheinlichkeit von 45 Prozent in lesbischen und von nur 15 Prozent in schwulen Haushalten.“

Die Studie untersucht die ökonomischen Konsequenzen der Adoption durch homosexuelle Paare und geht nicht der Frage nach, wieso diese Unterschiede so groß sind. Doch Allen „neigt zu der Annahme, dass Väter und Mütter sich nicht gegenseitig voll ersetzen können. Fest steht für ihn nur, dass die landläufige Annahme, es gebe keine Unterschiede, nicht haltbar ist“, so Manfred Spieker.

Mathias von Gersdorff und Felizitas Küble

Quelle: Kultur und Medien – Online am 4.12.2013

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Dieser Beitrag wurde erstellt am Freitag 6. Dezember 2013 um 12:24 und abgelegt unter Gesellschaft / Politik, Sexualethik.