Gemeindenetzwerk

Ein Arbeitsbereich des Gemeindehilfsbundes

Archiv für die 'Theologie' Kategorie

Kommentar zum Grundlagentext der EKD „Die Bedeutung der Bibel für kirchenleitende Entscheidungen“

Montag 26. Juli 2021 von Pfr. Ulrich Parzany


Pfr. Ulrich Parzany

Der Rat der EKD hat einen Grundlagentext mit dem Titel „Die Bedeutung der Bibel für kirchenleitende Entscheidungen“ (2021) herausgegeben. Einen Text mit diesem Titel darf und muss man mit großen Erwartungen lesen. Warum? Der Grund wird in der Schrift selbst genannt: „Zum Selbstverständnis evangelischer Kirchen gehört es, dass sie der Heiligen Schrift für die Begründung kirchlicher Lehre und Urteilsbildung eine hervorgehobene Bedeutung zuerkennen. Die Schrift in der Einheit von Altem und Neuem Testament soll als „Richter, Regel und Richtschnur, nach welcher als dem einzigen Prüfstein alle Lehren erwogen und beurteilt werden“…, dienen, wie es die lutherischen Bekenntnisschriften formulieren und darin einen gemeinreformatorischen Grundsatz zum Ausdruck bringen.“ (S. 11) Den ganzen Beitrag lesen »

Kategorie: Gemeinde, Kirche, Theologie

Wahre und falsche Modernität und Popularität in der Verkündigung

Mittwoch 7. Juli 2021 von Pfr. Wilhelm Busch (1897-1966)


Pfr. Wilhelm Busch (1897-1966)

Das ist die Forderung, die beständig an uns gestellt wird: Wir sollen modern und populär sein in unserer Verkündigung. Und wir sehen, wie die einen sich gegen diese Forderung heftig sträuben und sich damit isolieren, und wir sehen andere, die dieser Forderung so willig nachgeben, daß ihre Verkündigung eben keine Verkündigung mehr ist. Wir müssen zunächst fragen: Was heißt denn Modernität und Popularität? Wenn wir von Popularität sprechen, dann denken wir dabei an den Mangel unserer Hörer. Einer, der populär redet, hat begriffen, daß die Menge der Hörer ein nur begrenztes Sehfeld hat, und erstellt sich in seiner Rede auf diese Armut ein. Bei dem Worte Modernität denken wir an den geistigen Besitz der Hörer. Sie sind Kinder ihrer Zeit, und das, was ihre Zeit ihnen gibt, ist ihr Besitz. Wer mit diesem, aus der Gegenwart gegebenen Besitz der Hörer zu rechnen versteht, spricht modern. Den ganzen Beitrag lesen »

Kategorie: Gemeinde, Kirche, Theologie

Charles H. Spurgeon, Auslegung des 1. Psalms

Sonntag 4. Juli 2021 von Charles Haddon Spurgeon (1834-1892)


Charles Haddon Spurgeon (1834-1892)

Der 1. Psalm

Inhalt. Wir können diesem Psalm die Überschrift das Vorwort geben, da gewissermaßen der Inhalt des ganzen Psalters darin angezeigt ist. Es liegt dem Psalmisten am Herzen, uns den Weg zu der wahren Glückseligkeit zu lehren und vor dem sicheren Untergang der Sünder zu warnen; und eben dies ist der Gegenstand des ersten Psalms, der so gleichsam als der Text gelten kann, wozu der ganze Psalter die göttliche Predigt bildet.

Einteilung. Der Psalm besteht aus zwei Teilen. In dem ersten (V. 1-3) führt der Dichter aus, worin die Glückseligkeit des Frommen besteht, womit er sich beschäftigt und was für Segnungen er vom Herrn empfängt. In der zweiten Hälfte (V. 4-6) stellt er demgegenüber den Zustand und die Beschaf­fenheit des Gottlosen dar und enthüllt dessen Zukunft, indem er mit markigen Zügen sein schließliches Schicksal beschreibt. Den ganzen Beitrag lesen »

Kategorie: Predigten / Andachten, Theologie

Vortrag beim Regionaltreffen des Gemeindehilfsbundes: „Ich bin nicht gekommen, Frieden zu bringen, sondern das Schwert.“ (Mt 10,34)

Donnerstag 1. Juli 2021 von Dr. Klaus-Rüdiger Mai


Dr. Klaus-Rüdiger Mai

Vor fünfhundert Jahren reiste Martin Luther nach Worms, um dem Reichstag seine theologischen Positionen, die doch so viel Diskussion und Aufregung in der christlichen Welt hervorgerufen haben, zu erläutern. Auch wenn der Kaiser ihm geschrieben hatte: „Ehrsamer, Lieber, Andächtiger! Nachdem Wir und die Stände des heiligen Reiches, die jetzt hier versammelt sind, uns vorgenommen und entschlossen haben, der Lehre und Bücher halber, die vor einiger Zeit von dir herausgegeben wurden, Erkundigung von dir einzuholen und diese zu bekommen, haben Wir dir für dein Herkommen und später wieder von hier zu deiner sicheren Bleibe Unser und des Reichs freie, ungeschmälerte Sicherheit und Geleit gegeben. Das senden Wir dir hiermit zu, mit dem Begehren, du mögest dich demnächst aufmachen, und zwar so, dass du in einundzwanzig Tagen, wie es unser Geleit bestimmt, mit Gewissheit hier bei uns sein mögest und nicht ausbleibst. Du sollst dir auch um keine Gewalt oder Unrecht Sorgen machen. Karl V.“, lagen doch die Vorstellungen über die Art und Weise des Auftritts vor dem Reichstag weit auseinander. Den ganzen Beitrag lesen »

Kategorie: Kirche, Kirchengeschichte, Theologie

„Weit weg von der Heiligen Schrift“ (Leserbrief)

Freitag 18. Juni 2021 von Joachim Opitz


Joachim Opitz

Wir veröffentlichen hier die ungekürzte Fassung eines Leserbriefes des Gemeindehilfsbund-Mitgliedes Joachim Opitz (Bienenbüttel bei Lüneburg) zu Meldungen in ideaSpektrum und der Evangelischen Zeitung über Pastor Marcus Piehl, der seine Gemeinde auf Grund eines Gemeindebriefartikels zum biblischen Eheverständnis verlassen musste:

Mit großer Anteilnahme und Traurigkeit haben meine Frau und ich verfolgt, was Herrn Pastor Piehl in seiner Gemeinde Nordstemmen mit seinem zur Diskussion stehenden Gemeindebriefartikel widerfahren ist. Es steht völlig außer Frage, dass er das Gesamtzeugnis der Heiligen Schrift und das Bekenntnis der „einen, heiligen, allgemeinen, apostolischen Kirche“ und damit auch das (zumindest noch theoretisch gültige) Bekenntnis der ev.-luth. Landeskirche Hannovers auf seiner Seite hat. Es ist also nicht an ihm, sich für das, was er in diesem Gemeindebriefartikel geschrieben hat, zu entschuldigen. Nicht er ist es, der hier falsch lehrt! Es ist ja schon Methode, dass man sich gerne auf verletzte Gefühle beruft und damit die Kritik an jeder noch so abstrusen oder abwegigen Haltung im Keim erstickt. Den ganzen Beitrag lesen »

Kategorie: Kirche, Theologie

„Ihr nehmt solche, die in der Gemeinde nichts gelten, und setzt sie zu Richtern. Euch zur Schande muß ich das sagen“ (1. Kor 6,4–5). Luthers Lehre von den zwei Regierweisen Gottes und das Verhältnis von Kirche und Staat heute

Dienstag 15. Juni 2021 von Pfr. Dr. Stefan Felber


Pfr. Dr. Stefan Felber

Die Entdeckung der Glaubensgerechtigkeit allein aus Gnaden steht in der Mitte von Luthers theologischen Denkens und Verkündigens. Als Mitte seiner Ethik gilt seine Lehre von den zwei Regierweisen Gottes, die jedem anhand seines Standes bzw. Standortes Orientierung für sein Handeln in der Welt gibt.[1] Wenn wir heute Luther mit der Frage nach dem Verhältnis von Kirche und Obrigkeit lesen, entsteht aus meiner Sicht der Eindruck einer bleibenden Aktualität. Den ganzen Beitrag lesen »

Kategorie: Gesellschaft / Politik, Kirche, Kirchengeschichte, Theologie

Pfingsten

Samstag 22. Mai 2021 von Dr. Joachim Cochlovius


Dr. Joachim Cochlovius

Das Pfingstfest wird von manchen als der Geburtstag der Kirche angesehen. Manche Christen feiern Pfingsten als Fest der Geisterfüllung. Wieder andere feiern es als ein liebliches Frühlingsfest, wie es Goethe tat. Die Frage ist, was ist Pfingsten nach dem biblischen Zeugnis wirklich. Was bedeutet dieses Fest? Inwiefern gibt es uns Anlass zur Freude? Das Ziel dieser Betrachtung ist, dass wir neu verstehen, wie unverzichtbar das Pfingstgeschehen für den christlichen Glauben ist. Den ganzen Beitrag lesen »

Kategorie: Gemeinde, Kirche, Theologie

Stärker als der Tod – Jesus lebt!

Freitag 23. April 2021 von Pfr. Matthias Köhler


Pfr. Matthias Köhler

Mitten in einer Welt des Leides, der Krankheit und des Todes gibt es eine große Hoffnung: Jesus hat in seiner Auferstehung den Tod besiegt! Im 1. Korintherbrief, Kapitel 15 betont der Apostel Paulus, wie wichtig es für unsere Rettung ist, dass die Auferstehung Jesu eine Tatsache ist. Dazu verweist er besonders auf die zahlreichen Augenzeugen, die den Auferstandenen persönlich erlebt hatten und von denen die meisten zur Zeit des Paulus noch lebten und jederzeit befragt werden konnten. Darum folgt nun eine Zusammenstellung aller Erscheinungen des auferstanden Jesus, die uns berichtet werden: „Den Aposteln zeigte er sich nach seinem Leiden durch viele Beweise als der Lebendige und ließ sich sehen unter ihnen vierzig Tage lang und redete mit ihnen vom Reich Gottes.“ (Apostelgeschichte 1,3) Den ganzen Beitrag lesen »

Kategorie: Gemeinde, Kirche, Theologie

„Ihr seid alle Brüder“

Dienstag 16. März 2021 von Holger Lahayne


Holger Lahayne

Was ist ein Christ? Sicher kann man hierauf verschiedene Antworten geben. Eine der klarsten und prägnantsten ist folgende: Ein Christ ist jemand, der Gott zum Vater hat; Christen sind Kinder Gottes, und Nichtchristen sind es nicht. „‘Vater’ ist die christliche Anrede Gottes“, so J.I. Packer (1926–2020) in Gott erkennen. Leider liest und hört man heute meist etwas anderes. Alle Menschen seien Kinder Gottes, und man könne auch in nichtchristlichen Religionen ein Kind Gottes sein. Diverse Esoteriker und Sektierer, aber auch Katholiken wie Protestanten äußern sich heute so. Es waren leider gerade Letztere, die dieses Denken populär gemacht haben. Vor gut hundert Jahren betonten besonders die liberalen evangelischen Theologen die „allgemeine Vaterschaft Gottes“. Die Bibel lehrt jedoch: einzig ein Christ hat Gott zum Vater. Dass alle Menschen Kinder Gottes wären, ist ein Gedanke, den man in der Bibel nicht finden kann. Den ganzen Beitrag lesen »

Kategorie: Christentum weltweit, Kirche, Theologie

Diesseits-Theologie und Politisierung

Freitag 12. März 2021 von Dr. Christian Herrmann


Dr. Christian Herrmann

„Weil ihr aber nicht von der Welt seid, sondern ich euch aus der Welt erwählt habe, darum hasst euch die Welt“ (Johannes 15,19). Diese Ankündigung Christi an seine Gemeinde spricht eine Wirklichkeit an, die von den kirchenleitenden Gremien der evangelischen Landeskirchen in Deutschland wohl eher als Bedrohungsszenario denn als Wesensmerkmal von Kirche wahrgenommen wird. Weder wird eine Distanz zur Welt empfunden noch angestrebt. Der Hass der Welt soll vermieden werden. Den ganzen Beitrag lesen »

Kategorie: Kirche, Theologie