Mittwoch 15. August 2012 von Charles Haddon Spurgeon (1834-1892)

Dieser Psalm hat, abgesehen von der kurzen Angabe des Verfassers, keine Überschrift, und er hat keine nötig; denn er berichtet kein besonderes Ereignis und bedarf zu seinem Verständnis keinen andern Schlüssel als den, welchen jeder Christ in seinem eigenen Herzen findet. Der Psalm ist Davids Himmlisches Pastorale oder Hirtengedicht, ein unvergleichliches Stück wahrer Poesie, das von keinem Erzeugnis der Dichtkunst je übertroffen werden kann. Die Kriegstrompete weicht hier der Friedensschalmei und der Sänger, der soeben ein Klaglied über die Leiden des Hirten angestimmt hat, führt uns hier in melodischen Tönen die Freude der Herde vor. Wir stellen uns bei diesem Psalm David vor, wie er, Bunyans Hirtenknaben im Demutstal gleich, von seiner Herde umgeben unter einem schattigen Baume sitzt und da dies unvergleichliche Hirtenlied anstimmt, das Herz zum Springen voll von heiliger Freude. Oder wenn dieser Psalm, und das hat ja mehr Wahrscheinlichkeit für sich, eine Frucht des späteren Lebens Davids ist, so sind wir gewiss, dass seine Seele sich sinnend an die einsamen Wasserbäche zurückversetzte, die auf den Auen der Wüste rieselten, wo er in seinen jungen Tagen zu weilen gepflegt hatte. Dieser Psalm ist die Perle der Psalmen, die mit ihrem milden, reinen Glanze jedes Auge erfreut; eine Perle, deren der Helikon1 sich nicht zu schämen brauchte, obwohl der Jordan sie für sich beansprucht. Von diesem köstlichen Gesang darf man behaupten, dass sein Inhalt eben so reich an tief innerlicher Frömmigkeit ist, wie seine Form von vollendeter dichterischer Schönheit ist. An Lieblichkeit der Töne und an geistlicher Tiefe steht er unerreicht da. Den ganzen Beitrag lesen »
Kategorie: Predigten / Andachten
Dienstag 3. Juli 2012 von Charles Haddon Spurgeon (1834-1892)
Eine Ansprache für traurige Zeiten
„Wenn mein Herz verschmachtet, du wirst mich auf einen Felsen leiten, der mir zu hoch ist.“ (Psalm 61,2)
Davids Gebet ist sehr weise und angemessen. Er steht unter großem Druck und bittet darum, daß es ihm gegeben wird, sich darüber erheben zu können. Er hat großen Glauben, und darum ist er gewiß, daß es eine sichere Zuflucht für ihn gibt. Er ist sich großer Schwäche bewußt, denn er spricht nicht davon, daß er selber den Felsen der Sicherheit erklimmen will, sondern fleht um göttliche Leitung, damit er dorthin kann. Sein Gebet paßt für Menschen, wie wir es sind, die wir da wohnen, wo die Trübsalswogen hoch gehen. Den ganzen Beitrag lesen »
Kategorie: Predigten / Andachten
Freitag 13. Januar 2012 von Charles Haddon Spurgeon (1834-1892)
Predigt: Die beiden Baumeister und ihr Bau (Mt 7,24-27)
„Darum, wer diese meine Rede hört und tut sie, den vergleiche ich mit einem klugen Manne, der sein Haus auf einen Felsen baute. Da nun ein Platzregen fiel und ein Gewässer kam, und wehten die Winde und stießen an das Haus, fiel es doch nicht; denn es war auf einen Fels gegründet. Und wer diese meine Rede hört und tut sie nicht, der ist einem törichten Manne gleich, der sein Haus auf den Sand baute. Da nun ein Platzregen fiel und kam ein Gewässer und wehten die Winde und stießen an das Haus, da fiel es und tat einen großen Fall.“ (Mt 7,24-27) Den ganzen Beitrag lesen »
Kategorie: Predigten / Andachten
Freitag 27. Mai 2011 von Charles Haddon Spurgeon (1834-1892)
„Mein Herz war Brachland und mit Unkraut bedeckt. Aber eines Tages kam der große Bräutigam und begann meine Seele zu pflügen. Er kam mit zehn schwarzen Pferden; er benutzte eine scharfe Pflugschar und zog tiefe Furchen. Die schwarzen Pferde waren die zehn Gebote, und es war die Gerechtigkeit Gottes, die mein Gewissen wie eine Pflugschar aufriss. Das Evangelium mit seinen Verheißungen konnte ich noch nicht fassen. Es blickte mich finster an. Nur eine Hoffnung hatte ich, eine einzige, einen Zufluchtsort in meiner Not: Jesus! Jesus! Jesus! Er allein war der Bergungsort im Sturm. Den ganzen Beitrag lesen »
Kategorie: Allgemein, Gemeinde