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Was sagt die Bibel zum Umgang mit dem Geld?

Mittwoch 1. November 2006 von Robert Rahm


Robert Rahm

Was sagt die Bibel zum Umgang mit dem Geld?

Es war mir schon als junger Gesch├Ąftsmann ein gro├čes Anliegen, Gottes Willen zu erkennen im Blick auf den Umgang mit Geld und mir dem was uns Gott an Mitteln und Gaben anvertraut hat.

Es ist eigentlich selten, da├č man von der Kanzel ├╝ber das Geld spricht. Ich habe gelesen, da├č die Bibel z.B. etwa 200 mal ├╝ber den Glauben spricht, jedoch ├╝ber 2000 mal ├╝ber Geld, Verm├Âgen und Verwalterschaft. Ich habe es zwar nicht nachgez├Ąhlt, aber es zeigt, da├č der Umgang mit dem Geld und die uns anvertrauten Mitteln ein gro├čes Anliegen ist.

Die Bibel spricht von den Gefahren und vom Segen des Geldes.

Wenn Jesus der Herr meines Lebens ist, dann wird uns das Geld zum Segen, weil wir damit dienen k├Ânnen. Wenn das Geld der Herr ist, dann werden wir zu Sklaven des Geldes.

Es ist also ein Entscheid, ob ich mit dem, was mir Gott an materiellen Mitteln anvertraut, auch Reich Gottes baue oder nur meinen Wohlstand.

So m├Âchte ich heute zu den 8 Punkten sprechen:

1. Geld als Gefahr

2. Geld als Segen

3. Was meint die Bibel mit dem Zehnten?

4. Was sagt das Neue Testament ├╝ber den Zehnten?

5. Wem geh├Ârt mein Verm├Âgen?

6. Geben f├╝rs Reich Gottes hat etwas mit Glauben zu tun

7. Wohin sollen wir das Geld geben?

8. Einige Schlu├čbemerkungen

1. Geld als Gefahr

Die Bibel zeigt die Gefahr der Gebundenheit ans Materielle. Jesus bezeichnet dies als G├Âtzendienst, weil solche Menschen ihr Vertrauen auf das Materielle, das gro├če Bankkonto, die gute Arbeitsstelle mit dem gro├čen Einkommen setzen und nicht in erster Linie auf Gott.

So sagt Jesus bestimmt in Matth. 6,24: „Man kann nicht Gott und dem Mammon dienen“.

Jesus nennt das Geld Mammon und Mammon ist ein G├Âtze. Einem G├Âtzen. das ist ein Abgott, dem dient man. Die Gedankenwelt ist von ihm erf├╝llt. Es ist der erste Gedanke beim Erwachen und der letzte Gedanke beim Einschlafen. Gott m├Âchte, da├č er den Vorrang hat in all unserem Denken und Handeln, da├č wir ihn von Herzen lieben und wir Ihn und seine Gedanken in unserem Herzen bewegen. Was bewegen Sie in Ihrem Herzen? Diese Frage ist uns eine Hilfe um den Stellenwert von Gott in unserem Leben festzustellen. Alles was uns mehr besch├Ąftigt als Gott, wird uns zum G├Âtzen, da ist nebst Reichtum auch einfach die Arbeit, die Reben, der Wein, Hobbys, Ehre oder Macht. Kann Gott – Gott sein in meinem Leben oder nimmt etwas anderes den ersten Platz ein?

So sagt Jesus: „Ihr k├Ânnt nicht…“ nicht ihr sollt nicht…“ Beides kann man nicht. Man kann sein Herz nicht Zweien schenken! Es geht um eine Entscheidung, wem wir dienen wollen, entweder Gott oder dem Mammon. Wir m├╝ssen erkennen, da├č wir in einer materialistisch gepr├Ągten Welt leben und auch wir Christen viel mehr von diesem Geist angesteckt sind als wir wahr haben wollen.

Wenn Geld und Besitz unser Gott ist, dann besteht die Gefahr, geizig zu werden. Und Geiz ist die Wurzel alles ├ťbels. Sie gef├Ąhrdet und zerst├Ârt Ehe und Familie und alle Beziehungen, die wir haben. Es ist ein ganz schlechtes Zeugnis, wenn Christen geizig sind. Das st├Âsst ab. Geiz ist eine Gefahr f├╝r uns Christen, weil Christen meist sparsam aufwachsen. Von Sparsamkeit zum Geiz ist nur ein kleiner Schritt. Es gibt Christen, die einerseits gro├čz├╝gig spenden und mit sich selbst und mit den Mitmenschen geizig sind. Das will Gott nicht!

Ist es dann eine Untugend, reich zu sein? Das sagt die Bibel nicht. Im Gegenteil, Gott segnet seine Kinder oft gerne mit ├ťberflu├č, wo Gotteskinder treu sind und ihr Vertrauen auf Gott setzen. Aber der Reichtum ist f├╝r den Menschen eine gro├če Gefahr. Ich habe schon beobachtet, wenn Menschen durch ein Erbe oder sonst pl├Âtzlich viel Geld bekommen haben, sie die gleichen Fragen gestellt haben, wie sie der Reiche Kornbauer gestellt hat: „Ich will all mein Korn aufbewahren, ich will sagen zu meiner Seele, habe nun Ruhe, du hast einen Vorrat auf viele Jahre!“ Dieses Denken ist auch eine Gefahr f├╝r uns Christen. Das ist aber G├Âtzendienst, weil wir uns durch materielle, verg├Ąngliche Mittel beruhigen lassen und darauf unser Vertrauen setzen wollen. Deshalb sagte Gott: „Du Narr, heute Nacht wird man deine Seele von dir fordern und wes wirdÔÇÖs sein, das du bereitet hast?“ So geht es denen, die Sch├Ątze sammeln – dem Mammon dienen – und nicht reich sind in Gott – nicht Gott gedient haben.

Ich m├Âchte einige Bibelstellen lesen, um zu zeigen, wie ernsthaft die Bibel vor dem Geiz und vor der Gebundenheit durch den G├Âtzen Mammon warnt:

„F├Ąllt euch Reichtum zu, so h├Ąnget das Herz nicht daran.“ Ps. 61.11

„H├╝tet euch vor aller Habgier; denn niemand lebt davon, da├č er viele G├╝ter hat.“ Luk. 12,15

„Denn das sollt ihr wissen, da├č kein Unz├╝chtiger oder Unreiner oder Habs├╝chtiger, das ist ein G├Âtzendiener, Erbe hat an dem Reich Christi und Gottes.“ Eph. 5,5

┬á„Denn die da reich werden wollen, die fallen in Versuchung und Stricke und viel t├Ârichte und sch├Ąndliche L├╝ste, welche die Menschen versinken lassen in Verderben und Verdammnis.“ 1. Tim. 6. In den Versen 17-19 sagt er weiter:

Den Reichen in dieser Welt gebiete, da├č sie nicht stolz seien, auch nicht hoffen auf den ungewissen Reichtum, sondern auf Gott, der uns alles reichlich darbietet, es zu genie├čen, da├č sie Gutes tun, reich werden an guten Werken, gerne geben, behilflich seien, sich selbst einen guten Grund legen aufs Zuk├╝nftige, auf da├č sie ergreifen das wahre Leben.“

Wenn alle Reichen – alle reichen Christen – und irgendwie sind wir Schweizer alles reich – das tun w├╝rden, unsere christlichen Werke m├╝ssten nicht soviel sorgen um die allern├Âtigsten finanziellen Mittel.

Jesus sagt im Gleichnis vom vierfachen Ackerfeld, vom Samen, der in die Dornen gefallen ist, da├č die Sorgen um den Reichtum und um unseren Wohlstand den Samen ersticken.

Der Heilige Geist zeigt uns vielleicht Aufgaben, aber wir finden keine Zeit daf├╝r, weil uns unsere materialistischen Pl├Ąne so stark in Anspruch nehmen. Ich glaube, da├č das ein wesentlicher Grund ist, da├č es in unseren Breitengraden so wenig erwecklicher Geist ist.

Macht materieller Reichtum denn gl├╝cklich? Vom reichen J├╝ngling hei├čt es, „und er ging traurig davon“. Nicht: Er ging gl├╝cklich davon weil er sein Geld noch hatte. Sein Reichtum hat ihm nicht den Frieden gegeben, den er suchte. Aber er war so daran gebunden, da├č er trotz der pers├Ânlichen Begegnung mit Jesus diesem G├Âtzen nicht absagen konnte.

2. Geld als Segen

Vom Segen des Geldes, spricht die Bibel an vielen Stellen, wenn wir es f├╝r das Reich Gottes einsetzen. Zu Abraham sagt Gott in 1. Mose 12,2: „Ich will dich segnen und du sollst ein Segen sein.“ Das ist das sinnvollste unseres Lebens, wenn wir zu einem Kanal Gottes werden d├╝rfen, wo Gott unsere Arbeit segnet, uns die H├Ąnde f├╝llt und wir damit anderen zum Segen werden.

Mich beeindruckt immer wieder das bekannte Wort in Mal. 3 wo Gott sein Volk r├╝gt, weil es ihm den Zehnten f├╝r den Unterhalt des Hauses Gottes und f├╝r den Dienst des Stammes Levi nicht ganz gegeben hat. In Vers 10 sagt dann Gott: „Pr├╝fet mich hierin ob ich nicht des Himmels Fenster ├Âffnen werde und herabsch├╝tte die F├╝lle“. Wenn Gott sagt: „Pr├╝fet mich hierin…ÔÇť, so mu├č doch Gott seine Verhei├čung einl├Âsen. Gott segnet uns gern, wenn wir bereit sind, ihm zu dienen. Ich darf dies seit meiner Jugendzeit bis zum heutigen Tag erleben, da├č Gott so handelt wie er spricht.

Dann gilt im Reich Gottes das Gesetz von Saat und Ernte. In Gal. 6,7 sagt Paulus: „Was der Mensch s├Ąt wird er ernten“. Und in 2. Kor. 9,6: „Wer k├Ąrglich s├Ąt wird k├Ąrglich ernten und wer da s├Ąt im Segen, der wird auch ernten im Segen.“ Unser Leben ist eine Saat. Was wir in unserer aktiven Zeit s├Ąen, werden wir im Alter und im ewigen Leben ernten.

Mit Geld haben wir viel Gelegenheit, Gutes zu tun. Die Bibel fordert uns in Gal. 6,9 auf mit den Worten: „Lasset uns Gutes tun und nicht m├╝de werden, denn zu seiner Zeit werden wir auch ernten, wenn wir nicht ablassen.“

Von den ersten Christen hei├čt es, da├č sie ihren Besitz verkauften um damit den Armen zu helfen, was Gott sonst eigentlich gar nicht verlangt. Sie waren ganz frei vom Geld. Und zum Schlu├č hei├čt es: „Und Gott tat t├Ąglich dazu, die da gl├Ąubig wurden.“

Wir sehen: Das Geld selbst ist neutral. Es kann einem Menschen zum G├Âtzen und damit zum Fluch werden oder es kann viel Segen ausl├Âsen. Die Antwort liegt in unserer Hand!

3. Was meint die Bibel mit dem Zehnten?

Gott hat den Stamm Levi ausgew├Ąhlt, um als Priester im Tempel zu dienen. So hat er dem Volk Israel die Anweisung gegeben, f├╝r den Unterhalt des Stammes Levi und f├╝r das Haus Gottes den Zehnten zu geben. So hei├čt es in 3. Mose 27, 30 + 32: „Alle Zehnten im Lande von Samen des Landes und von Fr├╝chten der B├Ąume sind des Herrn und sollen dem Herrn heilig sein. Und alle Zehnten von Rindern und Schafen, von allem, was unter dem Hirtenstab geht, das ist ein heiliger Zehnt dem Herrn.“

Gott war betr├╝bt, da├č viele Israeliten nicht den vollen Zehnten gaben und etwas f├╝r sich zur├╝ckbehielten. Da wurde Gott zornig und sagte eben das vorher erw├Ąhnte Wort: „Pr├╝fet mich hierin, ob ich nicht des Himmels Fenster ├Âffnen werde…. “ wenn ihr treu den Zehnten gebt. Gott segnet den Zehnten! Auch heute noch!

4. Was sagt das Neue Testament ├╝ber den Zehnten?

Im Neuen Testament steht eigenartigerweise nichts mehr vom Zehnten. Jesus hat allgemein die Grenzen des Gesetzes gesprengt und an dessen Stelle die Liebe zu Jesus Christus und die Leitung durch den Heiligen Geist gesetzt. Dadurch wird jedoch nicht das Gesetz nicht mehr erf├╝llt, der Heilige Geist f├╝hrt durch die Liebe weit ├╝ber das vom Gesetz verlangte hinaus.

Deshalb konnte Martin Luther sagen: „Liebe Gott und tue was du willst.“ Wenn wir Gott lieben, erf├╝llen wir das Gesetz Gottes bestimmt.

├ähnlich ist es auch mit dem „Zehnten“. Das Neue Testament spricht nicht mehr von einer Grenze, sondern es spricht von Ganzhingabe, von Liebe zu Jesus Christus. Wir m├╝ssen nicht den Zehnten geben. Wir sollen Jesus von Herzen lieben und uns vom Heiligen Geist leiten lassen. Wenn wir Jesus so lieben wie z.B. Maria von Bethanien, die Jesus mit teuerstem Salb├Âl salbte, dann ist uns nichts zu viel, wenn es um die Sache Jesu geht. Der Heilige Geist kann uns ├╝berf├╝hren, da├č wir auch unsere materiellen W├╝nsche, die wir haben, ├╝berdenken.

Eine meiner T├Âchter kam einmal von einer Explo heim und sagte mir, ich solle einen gr├Â├čeren Betrag von ihrem Konto an verschiedene christliche Werke ├╝berweisen. Ihr sei klar geworden, da├č sie die Stereo-Anlage, die sie kaufen wollte, gar nicht brauche. Da stand nicht ein Gesetz im Vordergrund, wieviel sie geben mu├č, da war ein ├ťberf├╝hren vom Heiligen Geist – weit mehr als den Zehnten zu geben, als sie die N├Âte der Welt und die finanziellen Bed├╝rfnisse von vielen christlichen Werken sah. Da gilt das Wort: „Wo euer Schatz ist, da ist euer Herz“. Sie war bei diesem Entschlu├č gl├╝cklich und Gott hat sie bis zum heutigen Tag mit viel Gutem gesegnet. Sie durfte einen gl├Ąubigen und t├╝chtigen Arzt heiraten und wurde ├ärztin. Sie d├╝rfen gemeinsam viel materiell helfen und beide durften schon eine ganze Anzahl Menschen zum Glauben f├╝hren. Im November soll hat sie Gott sogar mit Zwillingen gesegnet! Sie sehen ihre Zukunft als Missions├Ąrzte in Entwicklungsl├Ąndern.

Ich denke, da├č unser Verhalten, wie frei wir geben, ein guter Gradmesser ist von der Liebe zu Jesus Christus.

Wenn Jesus keine Grenze setzt, so scheint mir wichtig, da├č wir den alttestamentlichen Zehnten als Grundlage nehmen. Wir haben ja mit unserem Prediger und mit Missionaren, die wir ausgesandt haben, auch unseren Stamm Levi und wir haben f├╝rs Gotteshaus und f├╝r Bibelschulen zu sorgen. Ich glaube, da├č f├╝r sehr viele Christen mit normalem oder unterdurchschnittlichem Einkommen der Zehnte schon ein rechtes Opfer bedeutet und es Glauben braucht, ihn treu zu geben. Aber Gott stellt sich zu seinen Verhei├čungen. Ich wei├č noch, wie ich als Lehrling begonnen habe von meinem Lehrlingslohn von Fr. 200.– den Zehnten, Fr. 20.– monatlich zu geben. Dabei vielleicht ein Tip: Es ist wichtig, da├č wir den Zehnten zu Beginn des Monats auf die Seite tun. Wir werden es erleben, da├č es mit dem Rest reichen wird. Wenn wir warten, ob am Ende des Monates noch etwas ├╝brig bleibt, so wird in der Regel alles aufgebraucht sein.

Ich habe dann mit der Zeit mehr verdient und ich habe mich immer eigentlich gefreut, den Zehnten geben zu k├Ânnen. Es ist Gottes Art, Menschen, die gerne geben, weiter zu segnen. Das durfte ich erleben und es kam der Punkt, wo ich erkannte, da├č der 10. Teil mir eigentlich kein Opfer mehr bedeutet, obwohl man ja immer W├╝nsche aufstellen k├Ânnte um das Geld zu verbrauchen, den Lebensstandard zu erh├Âhen oder die Reserven aufzustocken, um mehr Sicherheit zu haben. So lie├č ich mich mehr und mehr vom Geist Gottes leiten, wo und wieviel ich geben kann. Mich hat das Buch eines Amerikaners mit dem Titel: „Gott ist mein Gesch├Ąftspartner“ angesprochen. Der hat Gott als Gesch├Ąftspartner eingeladen und ihm versprochen, wie dies bei weltlichen Partnern ├╝blich ist, die H├Ąlfte des Gewinnes zukommen zu lassen. Er hat es dann erlebt, da├č er gro├če Summen f├╝r das Reich Gottes einsetzen durfte und selbst reich gesegnet wurde. Ich durfte das ganz ├Ąhnlich erleben. Gott h├Ąlt sich wirklich an seine Verhei├čungen, wenn er sagt: „Pr├╝fet mich, ob ich nicht des Himmels Fenster gro├čz├╝gig auftue, wenn ihr auch gro├čz├╝gig gebt.“ oder das Wort: „Wer reichlich s├Ąt wird reichlich ernten.“ Da ist nicht nur die materielle Ernte gemeint.

So gilt im Neuen Testament vielmehr das Wort von der Haushalterschaft. Alles was wir haben geh├Ârt letztlich Gott. Wir sind Haushalter, Verwalter auf dieser Erde und werden alles einmal zur├╝ckgeben und unser Handeln verantworten m├╝ssen. Beim Preisgericht, wie dies die Bibel erw├Ąhnt, geht es dann nicht in erster Linie darum, wer am meisten gegeben hat, sondern um die Treue. Da wird manch treues Gotteskind, dem wenig anvertraut war und im Verh├Ąltnis viel gegeben hat, besser dastehen als mancher, der viele Mittel zur Verf├╝gung hatte. So sagte Jesus, als er beim Opferstock stand und zuschaute, wie die Leute ihr Geld in den Opferkasten legten: „Die Reichen gaben viel vom ├ťberflu├č….“. Die arme Witwe gab jedoch ihre letzten beiden Scherflein. Und Jesus r├╝hmt nicht in erster Linie die Reichen, die viel gaben, sondern diese treue Frau, der das Reich Gottes so wertvoll war, da├č sie, trotz ihrer Armut ihren Beitrag geben wollte. F├╝r den Reichen sagte Jesus: „Wem viel gegeben ist, von dem wird auch viel gefordert werden.“ Luk. 12.48

5. Wem geh├Ârt mein Verm├Âgen?

Ich denke, da├č wir auch ein den Verh├Ąltnissen entsprechendes Verm├Âgen anlegen d├╝rfen, um sp├Ąter Investitionen machen zu k├Ânnen und um auch etwas Reserven f├╝r das Alter oder f├╝r schlechtere Zeiten zu haben. Wir sollen aber unser Herz und unser Vertrauen nicht daran h├Ąngen. Wir sollen das Geld haben, das Geld soll nicht uns haben. Grunds├Ątzlich geh├Ârt auch das Verm├Âgen Gott. Wir haben es als Gemeinde erlebt, da├č Gott hie und da in eine gro├če finanzielle Aufgabe hineinf├╝hren kann, wo es nicht reicht, da├č wir den Zehnten des Einkommens geben, also nur den Kassenschrank ├Âffnen, sondern Gott auch m├Âchte, da├č wir einmal auch den Tresor ├Âffnen. Ich denke an die Situation, wo es anfangs der 80er Jahre darum ging, ein neues Gemeindezentrum zu bauen. Die Frage stand im Raum: Was geschieht mit der Mission, wenn wir soviel Geld f├╝r den eigenen Bau ben├Âtigen? Ich stand damals als Pr├Ąsident der Baukommission unter dem Eindruck, da├č wir den Zehnten nach wie vor der Mission zukommen lassen sollten und wir aus unseren Verm├Âgen die Kapelle finanzieren sollten. Die Leute haben das weitgehend so gemacht und Zehntausendfrankenweise gespendet. Und Gott hat es geschenkt, da├č wir die Mission trotzdem gut unterst├╝tzen konnten und das n├Âtige Geld f├╝r den Kapellenbau zusammenkam. Und eines habe ich festgestellt: Es war nicht eine Last f├╝r die Gemeindeglieder. Allgemein war eine gro├če Freude festzustellen, als wir das Zentrum einweihen konnten. Und jemand hat das treffende Wort gesagt: Wir werden nie ├Ąrmer, wenn wir f├╝rs Reich Gottes geben, sondern immer reicher!

6. Geben f├╝rs Reich Gottes hat etwas mit Glauben zu tun

Ich denke, da├č es egal ist, ob wir ein tiefes, mittleres oder gr├Â├čeres Einkommen und Verm├Âgen haben, es stellt sich bei jeder Gabe die Frage: Reicht es nachher noch f├╝r mich? Wir haben ja unsere Zukunft nicht in der Hand. Da d├╝rfen wir vertrauen, da├č aber unser Herr unsere Zukunft in seiner Hand h├Ąlt, der sagt: „Einen fr├Âhlichen Geber hat Gott lieb.“ 2. Kor. 9,6

Im Reich Gottes gilt das Gesetz von Saat und Ernte. Jesus sagte: „Was der Mensch s├Ąt, wird er ernten. Wer auf das Fleisch s├Ąt – sich vom eigenen Ich, vom Egoismus, leiten l├Ąsst – wird das Verderben ernten. Wer auf den Geist s├Ąt – sich vom Heiligen Geist leiten l├Ąsst und im Glauben handelt – wird das ewige Leben ernten.“

Dabei ist der Glaube wie ein Muskel. Je mehr wir ihn bet├Ątigen, desto st├Ąrker wird er. So haben wir anf├Ąnglich den Glauben f├╝r etwas Kleines und wir erkennen, wie sich Gott dazu stellt. Das n├Ąchste Mal haben wir schon den Glauben f├╝r etwas Gr├Â├čeres und wir erleben erneut, da├č Gott entsprechend antwortet.

Oft gibt es auch finanzielle R├╝ckschl├Ąge. Da ist die Gefahr besonders gro├č, da├č wir zuerst die Gaben k├╝rzen. Es ist gut, wenn uns unsere Gaben f├╝rs Reich Gottes so heilig sind, da├č wir sie nicht so schnell abbauen. Ich habe es selbst erlebt, da├č ich nach einem Jahresabschlu├č feststellen mu├čte, da├č wir im Verh├Ąltnis zum schlechteren Jahresergebnis viel zu viel gespendet haben. Der Gedanke, da├č wir die Spenden vielleicht 10 bis 20 % k├╝rzen m├╝ssen, um sie dem Ertrag anzupassen, hat mich traurig gemacht. Meine Frau und ich lasen dann in jener Woche t├Ąglich im Bibellesezettel von den Aidlingerschwestern die Geschichte der armen Witwe, die ihre beiden letzten Scherflein in den Opferstock legte. Und wir lasen da├č Jesus zu den J├╝ngern sagte: „Die Reichen gaben viel vom ├ťberflu├č – das haben wir auch gemacht – aber diese Witwe hat die beiden letzten Scherflein in den Opferkasten gelegt“. Beim Bibellesezettel geht es oft w├Ąhrend der ganzen Woche um dieselbe Bibelstelle, die von verschiedenen Seiten beleuchtet wird.

W├Ąhrend der ganzen Woche lasen wir von dieser armen Witwe, bis ich zu meiner Frau sagte: So schlecht war das Jahr auch wieder nicht, da├č wir die Gaben k├╝rzen m├╝ssen. Wir sollten zwar f├╝r eine weitere n├Âtige Reservebildung in der Zukunft vermehrte Mittel haben, aber ich vertraue Gott, da├č er uns dies in der Zukunft geben wird. Ich habe im Herzen beschlossen, die Spenden nicht zu k├╝rzen.

Da erlebten wir einige Wochen sp├Ąter ein gro├čes Wunder, indem wir einen Artikel mit gutem Umsatz pl├Âtzlich zollfrei einf├╝hren konnten. Dieser Entscheid der Oberzolldirektion hat nicht nur 10 % der Gaben ausgemacht, sondern etwa einen Drittel. So gro├č ist Gott! Wir haben im Laufe der Jahre ├Ąhnliche Erfahrungen gemacht und immer wieder erleben d├╝rfen, da├č sich Gott dazu stellt, wenn uns das Reich Gottes am wichtigsten ist.

Wenn wir von materiellen Opfern sprechen, so m├╝ssen wir auch das Opfern unserer Zeit und unserer Talente erw├Ąhnen. Gott will, da├č wir auch davon den „Zehnten“ geben, indem wir damit dienen.

So sagt Jesus in Matth. 6,33: „Trachtet am ersten nach dem Reich Gottes und nach seiner Gerechtigkeit, so wird euch solches alles zufallen.“ Jesus h├Ąlt sich an sein Versprechen. Das durfte ich immer wieder erleben und wohl alle unter uns, die treu in einer Aufgabe dienen.

7. Wohin sollen wir das Geld geben?

Ich glaube, da├č ein wesentlicher Teil unserer Gaben, unseres Zehnten, unsere eigene Gemeinde und unser eigenes Werk erhalten sollte. Wir haben von der eigenen Gemeinde in der pers├Ânlichen christlichen Erziehung selbst viel profitiert und sind vielleicht sogar in der eigenen Gemeinde zum Glauben gekommen und unsere Kinder.

Als zweites sollen wir die Personen und Werke unterst├╝tzen, mit denen unsere Gemeinde verbunden ist und unterst├╝tzt.

Im weiteren haben wir selbst Menschen in unserer Familie, Verwandtschaft oder Bekanntschaft, die unsere Unterst├╝tzung brauchen.

Schwieriger wird es bei fremden Werken, die uns etwas weniger nahe stehen. Ich denke, wo uns eine Arbeit eines Werkes oder einer Person sehr anspricht und ├╝berzeugt, m├╝ssen wir uns leiten lassen, um das zu geben, was uns der Heilige Geist zeigt.

Ich m├Âchte die laufende Aktion unseres Werkes erw├Ąhnen, wo zinslose Darlehen f├╝r die Entschuldung gesucht werden. K├Ânnten nicht viele Fr. 5000.–, 10 000.– oder 20 000.– oder mehr unserem Werk zinslos zur Verf├╝gung stellen? Dann arbeitet dieses Geld f├╝rs Reich Gottes. Viele Gelder liegen f├╝r 1 – 2 % herum. Wir bekommen kaum einen Zins daf├╝r. F├╝r Hypotheken zahlt unser Werk jedoch gegen 4 % Zins. Das w├Ąre eine Hilfe, die uns nicht einmal weh tut. Und zudem m├╝ssen wir nicht den Zins, den wir auf der Bank bekommen w├╝rden, versteuern. ├ťberlegen Sie sich diesen Gedanken. Die Unterlagen liegen im St├Ąnder.

Schwierig ist manchmal die Frage f├╝r uns Christen, wieviel wir f├╝r soziale Hilfswerke und bei Katastrophen usw. geben. Da m├╝ssen wir bedenken, da├č viele Menschen, die nicht gl├Ąubig sind oder weltliche Firmen oft viel Geld spenden, so da├č wir hier bestimmt zur├╝ckhaltender sein d├╝rfen. Diese Menschen oder Firmen haben kein Verst├Ąndnis f├╝r die Mission. So m├╝ssen wir uns mit unseren Gaben vor allem auf den Bau des Reiches Gottes konzentrieren.

8. Einige Schlu├čbemerkungen

Wir leben in einer materialistischen Welt und m├╝ssen uns bewu├čt l├Âsen vom G├Âtzen Mammon. Gott will aber nicht in erster Linie unser Geld. Er will uns selbst mit allem was wir sind und haben. Unsere Talente, unsere Gesundheit und unsere Zeit geh├Âren Gott. Ich habe einmal Gott gesagt, da├č ich nie sagen werde, ich habe keine Zeit, ich habe ein Gesch├Ąft, wenn er in eine Aufgabe beruft. Er hat mich in einige Arbeiten gestellt und ich habe mich im Gesch├Ąft so organisiert, da├č dies m├Âglich war. Ich bin in bescheidenen, b├Ąuerlichen Verh├Ąltnissen aufgewachsen. Wenn ich an meine Jugend zur├╝ckdenke, so kann ich sagen, da├č es in unserer kinderreichen Familie finanziell eher eng war. Unser Vater konnte uns Kindern beim Aufbau des Betriebes nicht den vollen Lohn bezahlen. Man hat die unbezahlte Zeit notiert und sp├Ąter, als es dem Gesch├Ąft besser ging, jedem entsprechend gutgeschrieben.

Es war mir aber seit meiner Jugendzeit ein gro├čes Anliegen, selbst und mit dem Gesch├Ąft Gott zu dienen. Wenn ich heute zur├╝ckblicke, so darf ich zur Ehre Gottes sagen – und ich m├Âchte nur Gott die Ehre geben: Gott hat trotz viel pers├Ânlicher Schwachheit und auch S├╝nde, viele erfolgreiche Jahre geschenkt, er hat T├╝ren ge├Âffnet und uns ein wertvolles Unternehmen anvertraut. Ich darf eine Familie mit vier Kindern haben, die Jesus lieben und ihm dienen und mir ist die Gesundheit geschenkt, um in verschiedenen Aufgaben zu dienen. Das sage ich als Zeugnis, da├č es so ist, da├č Gott des Himmels Fenster ├Âffnen wird, wenn wir nur ein Ziel haben: Ihm zu dienen – auch in unserer Schwachheit.

Wir haben uns nicht nur bekehrt um in den Himmel zu kommen. Paulus hat in 1. Thess. 1,9 gesagt: „Ihr habt euch bekehrt von den Abg├Âttern – vom Mammon und dem egoistischen Denken – um zu dienen dem wahren und lebendigen Gott.“

Wer sich dazu befreien l├Ąsst, bekommt ein erf├╝lltes und sinnreiches Leben, denn nichts ist sinnvoller als mit dem was uns anvertraut ist zu dienen und nichts ist spannender als es zu erleben, wie Gott darauf antwortet. Sch├Ân, wenn Gott in der Ewigkeit einmal zu Ihnen sagen kann: „Ei du frommer und getreuer Knecht, du bist ├╝ber wenig getreu gewesen, ich will dich ├╝ber viel setzen.“

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Dieser Beitrag wurde erstellt am Mittwoch 1. November 2006 um 16:10 und abgelegt unter Seelsorge / Lebenshilfe.