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Ludwig Harms, Vom Heiligen Geist

Freitag 6. April 2018 von Ludwig Harms (1808-1865)


Ludwig Harms (1808-1865)

Wenn aber der Tröster kommen wird, welchen ich euch senden werde vom Vater, der Geist der Wahrheit, der vom Vater ausgeht, der wird zeugen von mir. Und ihr werdet auch zeugen, denn ihr seid von Anfang bei mir gewesen. (Joh. 15,26-27)

Der Heilige Geist zeuget in uns von Jesu Christo. Der Heiland sagt zu seinen JĂŒngern: „Wenn der Tröster kommen wird, den ich euch senden werde vom Vater, der Geist der Wahrheit, der vom Vater ausgeht, der wird zeugen von mir. Merke hier zuerst, dass der Heilige Geist wahrer Gott ist, darum wird gesagt, dass er vom Vater und von dem Sohne ausgeht, also gleichen Wesens ist mit dem Vater und dem Sohne, wahrer, persönlicher Gott, gelobt in Ewigkeit. Und darum heißt er auch der Geist der Wahrheit, weil nur von Gott die Wahrheit kommt, und zwar die untrĂŒgliche, unfehlbare Wahrheit. Was der Heilige Geist sagt, das ist wahr; denn es ist Gottes Wort. Merke aber auch aus diesem Namen, den der Heilige Geist hat: Geist der Wahrheit, dass ihm nichts so grĂ€ulich und verhasst ist als alle Art von LĂŒge und Heuchelei. Darum aufrichtig, ehrlich mĂŒssen die Menschen sein, in deren Herzen der Heilige Geist wirken soll; mit LĂŒgnern und Heuchlern hat der nichts zu tun.

LĂŒgner und Heuchler sind aber nicht nur diejenigen, welche grobe LĂŒgen mit ihrem Munde sagen, nicht bloß diejenigen, die absichtlich einander hintergehen, tĂ€uschen und betrĂŒgen, sondern LĂŒgner und Heuchler sind alle diejenigen, die auf beiden Seiten hinken, die den Baum auf beiden Schultern tragen und weder kalt noch warm sind; all das Volk, das heute mit den Frommen sich vor Christo bĂŒckt und morgen mit den Gottlosen dem Teufel dient und um das Goldene Kalb tanzt; denn die alle meinen es nicht redlich mit dem Herrn, meinen es auch nicht redlich mit der eigenen Seligkeit. Mit denen hat der Geist der Wahrheit nichts weiter zu tun, er kann ihnen nur verkĂŒndigen, dass sie dem Herrn Jesu ein Ekel sind, und dass er sie ausspeien muss aus seinem Munde. In ihnen wirken kann der Heilige Geist nicht; denn sie gehören dem Teufel an, dem Vater der LĂŒge und der Heuchelei. Darum sagt auch der Herr Jesus an einem andern Ort: „Wer aus der Wahrheit ist, der höret Gottes Wort; ihr seid nicht von Gott, darum höret ihr auch meine Stimme nicht und könnet sie nicht vernehmen.“ Aber bist du redlich, meinst und es wirklich aufrichtig mit deiner Seligkeit, bist du also bereit, Gott recht zu geben und dir selbst unrecht, und betest du deshalb mit ganzem Ernst: Herr Jesu, ich wollte gern selig werden, ich kann es aber nicht aus eigner Kraft und Vernunft; darum gib mir deinen Heiligen Geist, dass er mich in alle Wahrheit leite!, so wird die der wahrhaftige Jesus auf dein wahrhaftiges Gebet von dem wahrhaftigen Vater so gewiss senden den Heiligen Geist, den Geist der Wahrheit, als es gewiss ist, dass er wahrhaftig ist und noch nie gelogen oder sein Wort gebrochen hat.

Weil der Heilige Geist aber der Geist der Wahrheit ist, so kann und will er dir auch die Wahrheit nicht verhehlen, sondern wird dich erproben, ob dein Gebet um den Heiligen Geist auch wirklich Wahrheit gewesen ist, indem er dir aus Gottes Wort die ganze Wahrheit predigt, wer du denn eigentlich bist, nĂ€mlich ein armer, elender, verdammter SĂŒnder, ein schĂ€ndlicher Übertreter aller Gebote deines Gottes. Er wird dir vorstellen alle deine SĂŒnden, die großen und kleinen, die verborgenen und offenbaren. Und indem er dir diese deine SĂŒnden in erschrecklicher Klarheit und Wahrheit vor die Augen stellt, zeigt er dir, dass kein Ehebrecher, kein Hurer, kein Unreiner, kein Geiziger, kein Fresser, kein SĂ€ufer Anteil hat am Reiche Gottes. Er offenbart dir, dass ein Weltkind ein Satanskind ist, dass ein unbarmherziges Gericht ĂŒber die ergehen wird, die nicht Barmherzigkeit geĂŒbt haben, dass Augenlust, Fleischeslust, hoffĂ€rtiges Leben nicht vom Vater ist, sondern von der Welt. Er zeigt dir, dass alle LĂŒgner, alle Diebe, alle Ungerechten, vor allem aber alle UnglĂ€ubigen draußen sind und ihr Teil haben in dem Pfuhle, der mit Feuer und Schwefel brennt ewiglich. Ja, er sagt dir: Verflucht ist jedermann, der den Herrn Jesum Christum nicht liebhat; verflucht, wer nicht alles in dieser Welt fĂŒr Schaden und Dreck hĂ€lt, um Christum zu gewinnen; verflucht, wer nicht schafft mit Furcht und Zittern, dass er heilig werde.

Das predigt dir der Heilige Geist darum, weil er der Geist der Wahrheit ist. Bei solcher Predigt des Heiligen Geistes wird es sich denn bald zeigen, ob du es aufrichtig meinst und aus der Wahrheit bist. Ist dir diese Predigt zu hart, wirst du zornig, suchst du dich zu entschuldigen und sprichst: Nein, so schlimm ist es nicht mit mir, so bist du ein LĂŒgner, und dein Gebet um den Heiligen Geist ist Heuchelei gewesen. Und bleibst du in diesem Sinn, so gehst du verloren; denn du glaubst nicht dem Zeugnis des Heiligen Geistes in dir. Erkennst du aber mit demĂŒtigem Herzen: Das Zeugnis des Heiligen Geistes ist wahr, solch ein SĂŒnder bin ich, ich kann’s nicht leugnen und will’s auch nicht leugnen; rufst du nun, wie einst David tat: „Ja, ich bin der Mann, ich habe gesĂŒndigt und ĂŒbel vor dir getan, Herr, mein Gott“; sprichst und aus zerschlagenem und geĂ€ngstetem Geiste mit Paulus: „Ich armer, elender, verlorener Mensch, wer will mich erretten von dem Leibe dieses Todes?“ oder mit dem verlorenen Sohne: „Vater, ich habe gesĂŒndigt im Himmel und vor dir, ich bin es hinfort nicht wert, dass ich dein Sohn heiße!“; demĂŒtigst du dich also unter die gewaltige Hand Gottes und tust Buße und erschrickst vor Gottes Zorn und Gericht, weil du einsiehst, dass du ein verlorener Mensch bist und die Hölle ihren Rachen aufgetan hat, dich zu verschlingen; geht dir das alles durchs Herz wie jenen Leuten am Pfingsttage, und du fragst mit sehnsĂŒchtigem Verlangen: O, was muß ich tun, dass ich selig werde?, dann sollst du den Heiligen Geist als den Tröster kennenlernen, der besser tröstet, als einen seine Mutter tröstet.

Denn nun fĂ€ngt der Heilige Geist an, in dir zu zeugen von Christo Jesu, dem Sohne Gottes, dass er fĂŒr dich getan hat, was dem Gesetz unmöglich war, dass er die SĂŒnder selig macht und die Armen reich und die Hungrigen satt. Nach Golgatha fĂŒhrt dich der Heilige Geist. Siehst du da den, der unter den Mördern hĂ€ngt, zwischen Himmel und Erde? Den meine ich, der am Kreuz fĂŒr seine Mörder betet: „Vater, vergib ihnen; sie wissen nicht, was sie tun!“, der zu dem SchĂ€cher spricht mit göttlicher MajestĂ€t: „Wahrlich, ich sage dir: Heute wirst du mit mir im Paradiese sein!“, und der dann, von den Menschen verhöhnt und von Gott verlassen, sein dorngekröntes Haupt und todesbleiches Antlitz in den Tod neigt und stirbt, der Gerechte fĂŒr die Ungerechten, der Heilige fĂŒr die SĂŒnder, bei dessen Leiden die Erde bebt und die Sonne ihren Schein verliert, siehst du den? Das ist Gottes eingeborener Sohn, fĂŒr dich geopfert; das ist Gottes Lamm, fĂŒr dich geschlachtet; der hat dich erlöset vom Fluch des Gesetzes, da er ward ein Fluch fĂŒr dich. Er ist es, von dem geschrieben steht: „Das Blut Jesu Christi, des Sohnes Gottes, macht dich rein von aller SĂŒnde“, von ihm zeugt das Wort des Herrn: „Siehe, das ist Gottes Lamm, das der Welt SĂŒnden trĂ€gt!“; von ihm singen wir in jenem schönen Gesange: „Er ist das ewige Erbarmen, das alles Denken ĂŒbersteigt; es sind die offnen Liebesarme des, der sich zu den SĂŒndern neigt; der selbst: So wahr ich lebe, spricht, ich will den Tod des SĂŒnders nicht!“

Vor diesem Jesu knie nieder, unter seinem Kreuze bete an und rufe: „O Jesu, du Sohn Gottes, erbarme dich meiner!“ Und wahrlich, ich sage dir, der Heilige Geist wird es dir versiegeln in deinem Herzen, dass Jesus Christus, Gottes und Marien Sohn, dein treuer Herr und Heiland sei, der dich verlorenen und verdammten Menschen erlöset hat, erworben, gewonnen von allen SĂŒnden, vom Tode und der Gewalt des Teufels, weil du an ihm hast die Erlösung durch sein Blut, nĂ€mlich die Vergebung der SĂŒnden. Diese gewisse Vergebung deiner SĂŒnden und die daraus folgende Gewissheit der ewigen Seligkeit grĂŒndet der Heilige Geist, was ich dir immer und immer wiederholen muss, auf das Wort Gottes. Diesem teuren Worte Gottes glaubst du durch das Zeugnis des Heiligen Geistes, und so hast du, was die Worte sagen, und wie sie lauten, nĂ€mlich Vergebung der SĂŒnden. Sehet, meine Lieben, das ist das Zeugnis des Heiligen Geistes in uns von Christo! Haben wir da, so ist unsere Traurigkeit in Freude verwandelt, und wir seligen Menschen können singen: „Ich lebe, aber doch nun nicht ich, Christus lebet in mir; denn was ich nun noch lebe im Fleisch, das lebe ich im Glauben des Sohnes Gottes, der mich geliebt hat und sich selbst fĂŒr mich dargegeben.“ Durch solches Zeugnis hast du Frieden gefunden; denn du bist gerecht geworden vor Gott durch den Glauben an Jesum Christ; das Alte ist vergangen, siehe, es ist alles neu geworden!

Der Heilige Geist macht uns zu Zeugen des Herrn Jesu Christi. Der Heiland sagt weiter: „Und ihr werdet auch zeugen; denn ihr seid von Anfang bei mir gewesen. Seht, erst zeugt der Heilige Geist in den GlĂ€ubigen, dass Jesus Christus, der einige Heiland und Seligmacher, auch ihr einziger Heiland und Seligmacher sei, und dann zeugt er durch die GlĂ€ubigen. d.h. er macht die GlĂ€ubigen zu Zeugen des Herrn Jesu. Was sie nĂ€mlich an sich selbst erlebt und erfahren haben, nĂ€mlich, dass in keinem andern Heil sei, dass auch kein andrer Name den Menschen gegeben sei, darin sie selig werden können, als allein der hochgelobte Name Jesu Christi, das sollen die GlĂ€ubigen nun den andern Menschen bezeugen, damit die auch sich zu Jesu bekehren und selig werden. Darum sagt der Herr Jesus an einer andern Stelle von seinen JĂŒngern: „Wer an mich glaubt, von des Leibe sollen Ströme des lebendigen Wassers fließen.“

Die Hauptzeugen des Herrn Jesu sind und bleiben freilich immer die heiligen Apostel; denn die sind von Anfang bei ihm gewesen, die haben gesehen seine Taten, Wunder und Zeichen, haben gesehen sein Leiden, Sterben, Auferstehen und Himmelfahrt; haben gehört seine Predigt und die holdseligen Worte seines Mundes, und was sie gesehen haben mit ihren Augen und gehört mit ihren Ohren, das sollten sie weiter predigen vor der ganzen Welt, damit die ganze Welt zu Jesu sich bekehrte und selig wĂŒrde. Und das haben sie getan mit freudigem Auftun ihres Mundes, solange sie lebten und wandelten auf Erden, und das tun sie auch noch in der Heiligen Schrift, die von ihnen geschrieben ist aus Eingebung des Heiligen Geistes. Aber obgleich die lieben Apostel die Hauptzeugen des Herrn Jesu sind und bleiben auf Erden, so soll doch ein jeder wahre Christ, in welchem Christus eine Gestalt gewonnen hat, ein jeder wahre Christ, der durch den Heiligen Geist an Jesum glaubt, ihn von Herzen liebhat und es erfahren hat in seinem Herzen, dass außer Jesu kein Heil, keine Vergebung der SĂŒnden und kein Friede ist, es soll ein jeder solcher wahre Christ auch ein Zeuge sein von dem Herrn Jesu und es jedermann bezeugen und vor aller Welt verkĂŒndigen, dass nur in Jesu Christo Vergebung der SĂŒnden ist und Friede und ewiges Leben, auf dass sich jedermann zur Buße kehre.

Aber wie denn das? Soll wirklich ein jeder Christ ein Zeuge Christi sein? Ich meine doch, so fragst du, der Herr Christus hĂ€tte das Predigtamt nicht fĂŒr alle eingesetzt, sondern nur fĂŒr die, welche er zu seinen Botschaftern berufen hat; und nun verlangst du von uns, ein jeder Christ soll ein Prediger sein? Ich antworte euch: allerdings, und zwar auf eine zwiefache Weise, im Wort und im Wandel. Zuerst im Wort. Sehet, mir hat Gott der Herr den Beruf gegeben, hier öffentlich in der Kirche vor der versammelten Gemeine Jesum Christum zu predigen und seine heiligen Sakramente zu verwalten. Das soll nicht ein jeder, sondern nur derjenige, dem der Herr dies Amt gegeben hat, wie geschrieben steht: „DafĂŒr halte uns jedermann, nĂ€mlich fĂŒr Christi Diener und fĂŒr Haushalter ĂŒber Gottes Geheimnisse.“ Und deshalb sagt auch unsre teure Augsburgische Konfession, dass niemand in der Gemeinde öffentlich lehren soll, als wer ordnungsmĂ€ĂŸig dazu berufen ist. Aber ich soll auch sonderlich, wo ich hinkomme, von dem Herrn Jesu Christo Zeugnis geben, dass in keinem andern Heil sei als in ihm; ich soll die Kranken und Sterbenden zu Jesu weisen, ihnen von dem Herrn zeugen und mit ihnen beten; ich soll die GlĂ€ubigen stĂ€rken, die UnglĂ€ubigen ermahnen, die SĂŒnder warnen und alles tun, was ich kann, dem Herrn Jesu die Seelen der Menschen zuzufĂŒhren und sie fĂŒr ihn zu gewinnen; ich soll endlich alle auf meinem Herzen tragen und fĂŒr alle beten, dass sie zu dem Herrn Jesu sich bekehren und selig werden. Und ihr wisst es, dass ich in meiner Schwachheit alle meine KrĂ€fte aufzehre in solchem Beruf und Amt, möchte am liebsten, wenn ich es könnte, alle, groß und klein, auf meine Arme nehmen und sie zu Jesu tragen.

Aber ich bin ein schwacher Mensch, ich kann nicht allenthalben sein, kann mich nicht in zehn Teile zerteilen. Darum sollt ihr alle, so viele euer den Herrn Jesum und die BrĂŒder liebhaben, mir helfen und auch Zeugen und Prediger des Herrn Jesu sein, ein jeglicher in seinem Kreise und Berufe. Ihr sollt auch die Kranken besuchen und ihnen vorlesen und mit ihnen beten, ihr sollt auch von der Liebe Christi euch dringen lassen, von dem Herrn Jesu Christo zu zeugen, ihr sollt es nicht dulden, wenn in eurer Gegenwart der Name des Herrn Jesu gelĂ€stert und sein Wort verspottet wird, sollt nicht dazu stillschweigen, sondern sollt euern Herrn und König und sein Wort verteidigen und des Herrn Jesu Namen vor den UnglĂ€ubigen bekennen und euch eures Heilandes nicht schĂ€men, damit er euch wieder bekenne vor seinem himmlischen Vater. Ihr sollt auch, wo ihr jemand irren seht vom rechten Wege, ihm wieder zurechthelfen mit sanftmĂŒtigem Geiste, ihr sollt auch ermahnen die Unbußfertigen und die Kinder der Welt, dass sie nicht in die Hölle und ins Verderben laufen, sondern sich bekehren und leben. Und ganz besonders ihr HausvĂ€ter und HausmĂŒtter, ihr sollt euern Hausgenossen, Kindern und Gesinde Zeugnis geben von dem Herrn Jesu Christo, mit ihnen beten, lesen und singen, ihnen Gottes Wort ans Herz legen, sie strafen, warnen und ermahnen.

So sollt ihr alle Zeugen Jesu Christi sein, und dazu sollt ihr fĂŒr alle aufheben heilige HĂ€nde des Gebets, fĂŒr eure Hausgenossen, fĂŒr die ganze Gemeinde, fĂŒr die ganze Christenheit, fĂŒr Heiden und Juden. Das ist das Zeugnis durchs Wort.

Und dazu soll kommen von uns allen das Zeugnis durch den Wandel. Wehe, wehe dem Prediger, der durch seinen Wandel niederreißt, was er mit dem Worte der Predigt gebaut hat, er wird dasselbe schreckliche Urteil hören, welches der Herr einst den heuchlerischen Schriftgelehrten und PharisĂ€ern gedroht hat: „Meinst du, dass du dem zukĂŒnftigen Zorn entrinnen werdest?“ Aber dasselbe gilt auch fĂŒr euch Christen alle, die ihr Christum bekennt mit dem Munde, euch GlĂ€ubige nennt, nicht aber als Christen lebt, sondern einen unchristlichen Wandel fĂŒhrt und dadurch dem LĂ€sterer in die Stricke fallt. Wehe, wehe euch, die ihr durch euren Wandel Ärgernis gebt der Geringsten einem, die an Jesum Christum glauben! Ist unser Glaube ein wahrhaftiger, lebendiger, so muss auch die köstliche Frucht eines heiligen Wandels darauf wachsen, oder unser Glaube ist Heuchelei. Und gerade ein solcher frommer, gottseliger Wandel ist ein besonders krĂ€ftiges Zeugnis von Christo; erst dadurch kriegen die Weltkinder Respekt vor dem Christenglauben, wie der heilige Apostel sagt: „dass sie eure guten Werke sehen und den Vater im Himmel darĂŒber preisen“. Und das ist in unserer Zeit gerade umso nötiger, weil die Welt gewohnt ist, gleich allen Glauben und alle Frömmigkeit als Heuchelei zu verschreien; da schlĂ€gt ein frommer, heiliger Wandel der GlĂ€ubigen sie am besten aufs Maul, dass ihnen das LĂ€stern vergeht.

Darum lass jederzeit zu dem Zeugnis deines Mundes das Zeugnis eines heiligen, unstrĂ€flichen Wandels kommen in der Furcht und Liebe des Herrn und in der Liebe zu den BrĂŒdern! Willst du von Jesu mit dem Munde zeugen, und dein Wandel ist sĂŒndlich und weltlich, o dann schweige doch ja, du schadest dem Heilande und seinem Reiche nur durch das Bekenntnis deines Mundes; denn dein Wandel weist dich ja dann als einen Heuchler aus, wie geschrieben steht: „Um euretwillen wird der Name des Herrn gelĂ€stert unter den Heiden.“ Darum, bist du ein wahrer, aufrichtiger, glĂ€ubiger Christ, so zeuge von dem Herrn Jesu, wo du kannst, durch den Heiligen Geist und schĂ€me dich nicht! Der Herr Christus ist es wahrhaftig wert, dass man fĂŒr ihn den Mund auftut; aber zeuge von ihm, wie mit deinem Munde, so mit deinem Wandel, und wahrlich, ich sage dir, der Herr wird dir Frucht schaffen des ewigen Lebens, dein Zeugnis wird gesegnet sein.

Quelle: Arno Pagel, Ludwig Harms – Gottes Rufer in der Heide

 

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Dieser Beitrag wurde erstellt am Freitag 6. April 2018 um 22:08 und abgelegt unter Predigten / Andachten.