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Die Nashville-Erklärung – Ein Bündnis für das biblische Verständnis von Sexualität

Freitag 6. Oktober 2017 von Administrator


Der „Rat für biblisches Mannsein und Frausein“ (engl. „Council on Biblical Manhood and Womanhood“, abgekürzt CBMW, mit Sitz in Louisville, Kentucky, USA) hat im August 2017 eine Erklärung zur menschlichen Sexualität vorgelegt. Die sogenannte „Nashville Erklärung“ (engl. „Nashville Statement“) nimmt zu Fragen Stellung, die seit Jahren kontrovers diskutiert werden, darunter Homosexualität, polygame oder polyamoröse Beziehungen sowie die Geschlechterrollen.

„Erkennt, dass der HERR Gott ist! Er hat uns gemacht, und nicht wir selbst …“ (Psalm 100,3)

Evangelikale Christen finden sich zu Beginn des 21. Jahrhunderts in einer Zeit bedeutender  Umwälzungen wieder. Die westliche Kultur ist zunehmend post-christlich geworden. Sie hat begonnen, ganz neu zu definieren, was es heißt, ein menschliches Wesen zu sein. Der Geist der Zeit erkennt und genießt immer weniger die Schönheit von Gottes Ordnung für das menschliche Leben. Viele leugnen, dass Gott die Menschen zu seiner Ehre geschaffen hat und dass seine guten Absichten für uns unsere personale und leibliche Gestaltung als Mann und Frau mit einschließen. Es ist sehr verbreitet, zu meinen, die menschliche Identität als Mann und Frau sei nicht Teil von Gottes wunderbarem Plan, sondern vielmehr Ausdruck autonomer Präferenzen des Einzelnen. Der Weg, der durch Gottes gute Gestaltung für seine Geschöpfe zu tiefer und anhaltender Freude führt, wird auf diese Weise durch einen Weg kurzsichtiger Alternativen abgelöst, die früher oder später das menschliche Leben ruinieren und Gott entehren.

Dieser säkulare Zeitgeist stellt die christliche Kirche vor eine große Herausforderung. Wird die Gemeinde des Herrn Jesus Christus ihre biblische Überzeugung preisgeben? Wird sie ihre Klarheit und ihren Mut verlieren und sich dem Zeitgeist anpassen? Oder wird sie am Wort des Lebens festhalten, aus Jesus Mut schöpfen und ohne falsche Scham seinen Weg als den Weg zum Leben verkündigen? Wird sie ihr klares, gegenkulturelles Zeugnis einer Welt gegenüber bewahren, die entschlossen scheint, sich selbst zu zerstören?

Wir sind überzeugt: Treue in unserer Generation bedeutet, dass wir einmal mehr die wahre Geschichte der Welt und unseren Platz in ihr – besonders als Mann und Frau – verkünden. Die Heilige Schrift lehrt, dass es nur einen Gott gibt; er allein ist Schöpfer und Herr über alles. Ihm allein schuldet jeder Mensch freudige Dankbarkeit, tief empfundenen Lobpreis und völlige Loyalität. Dies ist nicht nur der Weg, um Gott zu verherrlichen, sondern auch, um uns selbst zu erkennen. Unseren Schöpfer zu vergessen, heißt, zu vergessen, wer wir sind, denn er hat uns für sich selbst gemacht. Und wir können uns selbst nicht wahrhaftig kennen, ohne den zu kennen, der uns gemacht hat. Wir haben uns nicht selbst geschaffen. Wir gehören nicht uns selbst. Unsere wahre Identität als männliche und weibliche Personen wurde uns von Gott verliehen. Zu versuchen, etwas anderes aus uns selbst zu machen als das, wozu Gott uns geschaffen hat, ist nicht nur töricht, sondern zum Scheitern verurteilt.

Wir glauben, dass sowohl die Gestalt der Schöpfung als auch der Heilsweg Gottes dazu dienen, ihm die größtmögliche Ehre und uns den größtmöglichen Gewinn zu bringen. Gottes guter Plan schenkt uns die größte Freiheit. Jesus sagte, dass er gekommen sei, damit wir das Leben im Überfluss haben sollten. Er ist für uns, nicht gegen uns. Deshalb hoffen wir, der Kirche­ Christi zu dienen, indem wir Gottes gute Absichten für die menschliche Sexualität – wie sie in der Heiligen Schrift offenbart sind – öffentlich bezeugen. So legen wir folgende Bekenntnisse und Verwerfungen vor.

Artikel 1

Wir bekräftigen, dass Gott die Ehe als geschlechtliche, reproduktive, lebenslange Bundesbeziehung zwischen einem Mann und einer Frau angelegt hat. Dieser Bund zwischen einem Ehemann und einer Ehefrau ist dazu bestimmt, die Liebe Christi zu seiner Braut, der Gemeinde, darzustellen.

Wir verwerfen, dass Gott die Ehe als eine homosexuelle, polygame oder polyamoröse Beziehung angelegt haben soll. Wir verwerfen ebenfalls die Auffassung, die Ehe sei nur ein menschlicher Vertrag und nicht ein Bund, der vor Gott geschlossen wird.

Artikel 2

Wir bekräftigen, dass Gottes offenbarter Wille für alle Menschen Keuschheit außerhalb der Ehe und Treue innerhalb der Ehe vorsieht.

Wir verwerfen, dass irgendwelche Gefühle, Begehren oder ­Verpflichtungen jemals Geschlechtsverkehr oder andere Formen der sexuellen Unmoral vor oder außerhalb der Ehe rechtfertigen dürfen.

Artikel 3

Wir bekräftigen, dass Gott Adam und Eva, die ersten Menschen, nach seinem Ebenbild erschaffen hat. Sie sind als Personen vor Gott gleichwertig, aber als Mann und Frau verschieden.

Wir verwerfen, dass die göttlich bestimmten Unterschiede zwischen Mann und Frau ungleiche Würde oder Wert bedeuten sollen.

Artikel 4

Wir bekräftigen, dass die göttlich bestimmten Unterschiede zwischen Mann und Frau die ursprüngliche Schöpfungsabsicht Gottes widerspiegeln und dem menschlichen Wohl und Gedeihen dienen.

Wir verwerfen, dass solche Unterschiede ein Ergebnis des Sündenfalls oder ein tragisches Unglück, das es zu überwinden gilt, sein sollen.

Artikel 5

Wir bekräftigen, dass die Unterschiede zwischen den männlichen und weiblichen Geschlechtsmerkmalen integraler Bestandteil von Gottes Absicht für das Selbstverständnis von Mann und Frau sind.

Wir verwerfen, dass körperliche Abweichungen oder psychologische Zustände die von Gott bestimmte Verknüpfung zwischen dem biologischen Geschlecht und dem Selbstverständnis als Mann oder Frau aufheben würden.

Artikel 6

Wir bekräftigen, dass diejenigen, die mit einer anatomischen Geschlechtsdifferenzierungsstörung geboren werden, nach dem Ebenbild Gottes erschaffen sind und gleiche Würde und Wert haben, wie die anderen, die Gottes Bild tragen. Sie werden von unserem Herrn Jesus mit den Worten über „Verschnittene, die von Mutterleib so geboren sind“, anerkannt. Sie sind mit allen anderen als treue Nachfolger von Jesus Christus eingeladen und sollten ihr biologisches Geschlecht, soweit es feststellbar ist, annehmen.

Wir verwerfen, dass Unklarheiten in Bezug auf das biologische Geschlecht es einer Person unmöglich machen sollen, ein fruchtbringendes Leben in freudigem Gehorsam gegenüber Christus zu führen.

Artikel 7

Wir bekräftigen, dass das Selbstverständnis von Mann oder Frau entsprechend Gottes heiligen Intentionen in Schöpfung und Erlösung – wie sie in der Schrift offenbart sind – definiert werden soll.

Wir verwerfen, dass es mit Gottes heiligen Intentionen in Schöpfung und Erlösung vereinbar sein soll, sich ein homosexuelles oder transgender Selbst-Konzept zu eigen zu machen.

Artikel 8

Wir bekräftigen, dass Menschen, die sich vom gleichen Geschlecht sexuell angezogen fühlen, durch den Glauben an Jesus Christus ein reiches, fruchtbringendes und Gott wohlgefälliges Leben führen können, indem sie, wie es allen Christen geboten ist, in Reinheit leben.

Wir verwerfen, dass sexuelle Anziehung für das gleiche Geschlecht ein Bestandteil von Gottes ursprünglicher, guter Schöpfung sein soll oder dass sie einen Menschen von der Hoffnung des Evangeliums ausschließe.

Artikel 9

Wir bekräftigen, dass Sünde sexuelles Begehren verzerrt, indem sie es vom Ehebund weg zu sexueller Unmoral hinlenkt – eine Verzerrung, die sowohl heterosexuelle als auch homosexuelle Unmoral umfasst.

Wir verwerfen, dass ein anhaltendes Begehren nach sexueller Unmoral sexuell unmoralisches Verhalten rechtfertigen soll.

Artikel 10

Wir bekräftigen, dass es sündhaft ist, homosexuelle Unmoral oder Transgenderismus zu befürworten und dass eine solche Befürwortung eine schwerwiegende Abkehr von der christlichen Treue und dem christlichem Zeugnis darstellt.

Wir verwerfen, dass die Befürwortung von homosexueller Unmoral oder Transgenderismus moralisch belanglos und für sonst treue Christen damit nur eine untergeordnete Meinungsfrage sein soll.

Artikel 11

Wir bekräftigen, unsere Pflicht, die Wahrheit zu jeder Zeit in Liebe zu sagen, auch dort, wo wir zu- oder übereinander als Mann oder Frau sprechen.

Wir verwerfen jegliche Verpflichtung, auf eine Weise zu reden, die Gottes Schöpfung von Mann und Frau als seine Ebenbilder entehren würde.

Artikel 12

Wir bekräftigen, dass die Gnade Gottes in Christus uns sowohl Vergebung als auch Kraft zur Veränderung schenkt und dass diese Vergebung und verändernde Kraft es einem Nachfolger Jesu ermöglichen, sündhafte Begierden abzutöten und des Herrn würdig zu leben.

Wir verwerfen, dass die Gnade Gottes in Christus nicht ausreichen soll, alle sexuellen Sünden zu vergeben und dass sie nicht im Stande sein soll, jeden Gläubigen, der sich zur sexuellen Sünde hingezogen fühlt, Kraft für ein Leben in Heiligkeit zu verleihen.

Artikel 13

Wir bekräftigen, dass die Gnade Gottes in Christus Sünder befähigt, Transgender-Selbst-Konzepte aufzugeben und durch Gottes Langmut die von ihm bestimmte Verknüpfung zwischen dem biologischen Geschlecht und dem ­eigenen Selbstverständnis als Mann oder Frau anzunehmen.

Wir verwerfen, dass die Gnade Gottes in Christus Selbst-­Konzepte billigen soll, die Gottes offenbartem Willen widersprechen.

Artikel 14

Wir bekräftigen, dass Jesus Christus in die Welt gekommen ist, Sünder zu retten und dass durch Christi Tod und Auferstehung­ Vergebung der Sünden und ewiges Leben jedem Menschen offenstehen, der von seiner Sünde umkehrt und auf Christus allein als Retter, Herrn und höchstes Gut vertraut.

Wir verwerfen, dass des Herrn Arm zu kurz sein soll, um zu retten,­ oder dass er irgendeinen Sünder nicht erreichen könne.

Die Nashville Erklärung (engl. Nashville Statement) nimmt zu kontroversen Fragen rund um die menschliche Sexualität und die Geschlechterrollen Stellung. Die vom „Council on Biblical Manhood and Womanhood“ (CBMW) herausgegebene Erklärung wurde im August 2017 vorgelegt und am 29. August online verfügbar gemacht (https://cbmw.org/nashville-statement). Zu den Erstunterzeichnern zählen mehr als 150 angesehene evangelikale Theologen und Persönlichkeiten, darunter J. I. Packer, Wayne Grudem, Albert Mohler, D. A. Carson, John Piper, Mark Dever, John MacArthur, R. C. Sproul, Rosaria Butterfied, Francis Chan, Kevin DeYoung, Marvin Olasky, C. J. Mahaney, Ligon Duncan, Robert A. J. ­Gagnon, Denny Burke, Andy Naselli, Matt Chandler, Vaughan Roberts, Michael Reeves, J. P. Moreland, Thomas Schreiner, Bruce Ware, Michael Horton. Eine Möglichkeit, die Nashville Erklärung online zu unterzeichnen, gibt es unter der oben genannten Internetadresse von CBMW.

Die Nashville-Erklärung zum Herunterladen.

Übersetzung mit freundlicher Genehmigung der CBMW. Übersetzung: Stefan Beyer, Ron Kubsch

Lektorat: Ron Kubsch, Ivo Carobbio

Korrektur: Tanja Bittner, Renate Jackson

Copyright © der deutschsprachigen Übersetzung 2017 by Evangelium21 D-65529 Waldems

Alle Rechte vorbehalten www.evangelium21.net

 

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Dieser Beitrag wurde erstellt am Freitag 6. Oktober 2017 um 11:32 und abgelegt unter Ehe u. Familie, Seelsorge / Lebenshilfe, Sexualethik, Theologie.