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Das Schönste kommt noch!

Freitag 4. August 2017 von Prädikant Wolfgang Wilke


Prädikant Wolfgang Wilke

Der Apostel Petrus schrieb den ersten Petrusbrief an Gemeinden in Klein­asien. Dort war nach der alles überwältigenden Freude über die Auferstehung Jesu der graue und sorgenvolle Alltag eingekehrt. Unter Kaiser Nero hatten die ersten Christenverfolgungen begonnen und die Gemeinden brauchten Trost und seelsorgerlichen Beistand.Jetzt war die Frage, welche Hoffnung haben wir Christen, die, auch in Notzeiten, wirklich durchträgt und zum Ziel führt? Petrus schrieb:

„Gelobt sei Gott, der Vater unseres Herrn Jesus Christus, der uns nach seiner großen Barmherzigkeit wiedergeboren hat zu einer lebendigen Hoffnung durch die Auferstehung Jesu Christi von den Toten, zu einem unvergänglichen und unbefleckten und unverwelklichen Erbe, das aufbewahrt wird im Himmel für euch, die ihr aus Gottes Macht durch den Glauben bewahrt werdet zur Seligkeit, die bereit ist, dass sie offenbar werde zu der letzten Zeit. Dann werdet ihr euch freuen, die ihr jetzt eine kleine Zeit, wenn es sein soll, traurig seid in mancherlei Anfechtungen, damit euer Glaube als echt und viel kostbarer befunden werde als das vergängliche Gold, das durchs Feuer geläutert wird, zu Lob, Preis und Ehre, wenn offenbart wird Jesus Christus. Ihn habt ihr nicht gesehen und habt ihn doch lieb; und nun glaubt ihr an ihn, obwohl ihr ihn nicht seht; ihr werdet euch aber freuen mit unaussprechlicher und herrlicher Freude, wenn ihr das Ziel eures Glaubens erlangt, nämlich der Seelen Seligkeit.“ (1 Petr 1,3-9)

Drei Jahre lang hatte Petrus engste Lebensgemeinschaft mit Jesus und hatte die Barmherzigkeit Gottes selbst erfahren. Er hatte Jesu Predigten und Wundertaten, Seine Kreuzigung, Auferstehung, Himmelfahrt und die Ausgießung des Heiligen Geistes als Augenzeuge hautnah miterlebt und weiß, wovon er redet. So beginnt er seinen Brief mit einem Lobpreis auf Gottes Handeln. Er lobt Gottes große Barmherzigkeit, für das, was ER an uns und für uns schon getan hat und bis zur Vollendung noch tun wird.

Gottes Wohltaten an uns sind reines Gnadengeschenk und liegen nicht in unserem Wohlverhalten Gott gegenüber begründet, sondern in Seinem Wesen, das Liebe und Barmherzigkeit ist. Barmherzigkeit, Erbarmen und Vergebung gibt es nur bei dem lebendigen Gott, dem Vater unseres HERRN Jesus Christus.

Allen Göttern und Gottheiten dieser Welt fehlt der Wesenszug der Barmherzigkeit. Sie alle wollen von den Menschen durch Taten und Opfer gnädig gestimmt werden. Dann aber ist es ja Verdienst und keine Gnade und keine Barmherzigkeit mehr. Gott aber erbarmt sich über uns Menschen, weil wir IHM gegenüber nichts zu bringen haben. à leere Hände. Wer, wie Petrus, die Barmherzigkeit Gottes rühmt, zeigt damit eine demütige Gesinnung, denn er gibt zu, dass er ein Schuldner Gottes ist und dass er auf Seine große Barmherzigkeit angewiesen ist.

Lasst uns also demütig sein, als Schuldner Gottes, denn nur so kann und will ER uns helfen und retten. Lasst uns Seine Barmherzigkeit rühmen und vor aller Welt laut werden lassen, damit noch viele Menschen erfahren, wie gnädig und barmherzig Gott sein will denen, die zerbrochenen Herzens sind.

Nach dem Lobpreis Gottes wendet sich Petrus in seelsorgerlicher Weise an die Gemeinde und ruft uns ins Gedächtnis:

Ihr wisst doch, der lebendige Gott, der Vater unseres HERRN Jesus Christus, hat uns durch die Auferstehung Seines Sohnes ein neues Leben versprochen / geschenkt. Wir lesen ja leider oft so oberflächlich darüber hinweg, als sei das selbst­verständlich. Wir machen uns meist nicht bewusst, um welch einmaliges Geschenk Gottes es sich hier handelt.

Es gibt Menschen, die würden ein Vermögen hergeben, wenn sie ihr Leben nur um eine bestimmte Zeitspanne verlängern könnten, das dann aber doch mit dem Tod endet. Gott aber will allen Menschen ein neues, ewiges Leben schenken, wenn sie sich an Jesus wenden und IHN als HERRN ihres Lebens in ihr Herz aufnehmen. Denen, die das schon gemacht haben, den Christen in Kleinasien, schreibt Pet­rus:

„Wir sind jetzt von neuem geboren und haben jetzt eine sichere, eine lebendige Hoffnung.“

Mit der Auferstehung Jesu kam das Licht Gottes in unsere dunkle Welt und damit die Hoffnung, die einzige, die lebendige Hoffnung, für uns Menschen. Diese Neu-Geburt ist der Beginn eines nie endenden Lebens aus Gott und bei Gott. Es ist der Anfang eines Lebens mit ungeahnten Perspektiven und hat seinen Grund, seine Ursache allein in der Auf­erweckung Jesu Christi. Wenn wir IHM gehören, haben wir Anteil an Seiner Auferstehung und an Seinem ewigen Leben in Seiner ewigen Herrlichkeit. Nur die Hoffnung, die auf das in Jesu Auferstehung offenbar gewordene ewige Leben gegründet ist, ist lebendig. Jede andere, auf Irdisches gerichtete Hoffnung, ist wesensmäßig eine vergehende, eine tote Hoffnung.

Alles hängt also an der Auferstehung Jesu. Durch sie haben wir, wenn wir Jesus angehören, nicht nur die verbindliche Zusage, dass auch wir eines Tages aufer­stehen werden, das ist schon wundervoll. Aber, wir haben auch hier und jetzt schon etwas davon, nämlich die Wiedergeburt, d.h. eine Neu-Geburt aus Wasser und Geist. (vgl. Joh 3,5)

Was aber durch Gottes Geist wiedergeboren ist, das trägt die Wesenszüge Gottes in sich. Paulus schreibt: „Wenn also ein Mensch zu Christus gehört, ist er schon »neue Schöpfung«. Was er früher war, ist vorbei; etwas ganz Neues hat begonnen.“ (2. Kor 5,17 GN)

Und er schreibt weiter „…in Wirklichkeit lebe nicht mehr ich, sondern Christus lebt in mir. Das Leben, das ich jetzt noch in diesem vergänglichen Körper lebe, lebe ich im Vertrauen auf den Sohn Gottes, der mir seine Liebe erwiesen und sein Leben für mich gegeben hat.“ (Gal 2,19b-20 GNB)

Ist uns das so richtig bewusst?

Durch Seinen Geist wirkt ER in den Seinen ein neues, nicht-mate­rielles, sondern das geistig-himmlische Leben, das göttliche Qualität hat. Das ist eine völlig neue Dimension. Jesus lebt dann durch Seinen Geist in uns. Dadurch erhalten wir Anteil an dem Leben Jesu, das ewig ist. Mit Seinem Geist fließt dann auch Sein Wesen Schritt für Schritt in uns hinein und verändert uns im Laufe der Zeit so, wie ER uns von Anfang an gedacht hatte.

Das ist der Grund für die lebendige und sichere Hoff­nung, die wir haben dürfen. Wir werden nicht aufs Jenseits vertröstet, nein, wir haben das neue Leben als Anzahlung schon hier erhalten, wenn es auch noch nicht wirklich sichtbar ist. Aber es ist der helle Hoffnungsstreifen am Horizont unseres Lebens. Ja, es ist bereits ein Stück Morgenglanz der Ewigkeit, der zu uns herüber in unsere Herzen scheint.

Das ist aber noch nicht alles.

Gott hält in Seiner großen Güte im Himmel, also an einem absolut sicheren Ort, auch ein unvergängliches, makelloses Erbe für uns bereit, das nie seinen Wert verliert, und das uns niemand nehmen oder zerstören kann. Denn wer Jesus in sein Herz aufnimmt erfährt die Wiedergeburt und darf sich Kind Gottes nennen.

Wenn wir aber Kinder sind, dann sind wir auch Erben, und das heißt: wir bekommen teil am unvergänglichen Leben des Vaters, genauso wie Christus und zusammen mit ihm. Wie wir mit Christus leiden, sollen wir auch seine Herrlichkeit mit ihm teilen. (Rö 8,17; Kinder Gottes 1. Joh. 3,2)

Paulus schreibt dazu: „Was kein Auge jemals sah, was kein Ohr jemals hörte und was sich kein Mensch vorstellen kann, das hält Gott für die bereit, die ihn lieben.“ (1. Kor 2,9 Hfa)

Ist das kein Grund zur Freude?

Und diese Freude über das neue Leben, das uns Gott in Christus bereits geschenkt hat und die sichere Hoffnung, dass ein solch wun­derbares Erbe für uns im Himmel bereitliegt, soll uns trösten. Es soll uns Kraft geben, wenn wir jetzt vielleicht manchmal angefochten und um Seines Namens willen bedrängt werden und leiden müssen, denn das gehört zum echten Christenleben dazu, wie Paulus an seinen Mitarbeiter Timotheus schreibt:

„Vergiss nicht: Jeder, der an Jesus Christus glaubt und so leben will, wie es Gott gefällt, muss mit Verfolgung rechnen.“ (2.Tim 3,12)

Petrus, der selbst schwere Leidenszeiten durchgemacht hat, will uns ermutigen. Er weist darauf hin, dass die Zeiten der Leiden gleichzeitig Zeiten der Prüfung und Bewährung sind, in denen sich herausstellen soll, ob unser Glaube wirklich echt ist. Er soll wie das Gold im Feuer vollkommen gereinigt werden.

Das erleben die Christen zurzeit weltweit. In den westlichen Län­dern sind es noch vergleichsweise harmlose Attacken verschie­denster Art: Hohn, Spott, Verleumdung und manches andere. In vielen Ländern aber werden Christen intensiv überwacht, bedrängt, verfolgt, ja sogar gefoltert und getötet. Jährlich sterben rund 170.000 von ihnen als Märtyrer! (www.prosecutio.de)

Trotzdem, oder gerade deshalb, werden immer mehr Menschen, gerade in diesen Ländern, Christen. Sie sehen den festen und echten Glauben der Christen und fragen sich: was ist das für ein Gott, an den die Christen glauben, dass sie dafür sogar den Tod in Kauf neh­men. – Das überzeugt sie. – Einem solchen Gott wollen sie auch gehören, selbst wenn sie von ihren Familien ausgestoßen oder mit dem Tode bedroht werden.

Ein Pastor aus Usbekistan, der mehr als zwei Jahre dort im Gefängnis saß, sagt: „Vor der Verhaftung habe ich oft über Verfolgung gepredigt. Jetzt kenne ich den Unterschied zwischen Theorie und Praxis. Ich bin kein Held und es fällt mir nicht leicht, fröhlich zu sein. Doch trotz Gefängnis bin ich frei, denn wo der Geist des HERRN ist, da ist Freiheit.“

Viele Christen dort sagen: „Wir sterben lieber, als den Glauben aufzugeben und Jesus zu verleugnen.“ Das neue Leben in Christus und die lebendige Hoffnung auf die Auferstehung am Jüngsten Tage sind ihnen alle Ent­behrung und alles Leiden wert.

Das schreibt ja auch schon Paulus: „Ich bin ganz sicher, dass alles, was wir zurzeit erleiden, nichts ist, verglichen mit der Herrlichkeit, die Gott uns einmal schenken möchte.“ (Römer 8,18)

Die bange Frage ist nur, werden diese Christen und werden wir das durchhalten, wenn so etwas auf uns zukommt?

Diesen bedrängten und verfolgten Christen, aber auch uns, hier in unseren Gemeinden vor Ort, gilt die Zusage:

„Gott wird euch, die ihr glaubt, durch Seine Macht bewahren bis das Ende der Zeit gekommen ist und der Tag der Rettung anbricht. Dann wird das Heil in seinem ganzen Umfang sichtbar werden. “ (1. Petr 1,5 NGÜ)

Das darf uns getrost machen, so dass wir auch in den Stürmen, die auf uns zukommen werden, gelassen bleiben können. Wir wollen fest darauf vertrauen, dass Gott alles in der Hand hat, das ganze Weltgeschehen ebenso wie mein kleines, persönliches Geschick. Es wird nichts kommen, was Gott nicht zugelassen hat und Jesus Christus, als unser König und HERR, regiert diese Welt, egal, was kommen mag. IHM ist kein Problem zu groß.

ER wird die Welt gegen allen Widerstand dahin bringen, wohin ER sie haben will, ob die Menschen das nun wollen oder nicht, denn ER hat am Kreuz auf Golgatha die Welt bereits besiegt, den Wider­sacher Gottes bezwungen. Der Sieg ist bereits hinter IHM. Er muss nur noch vor aller Welt sichtbar werden. Das geschieht zu dem von Gott festgelegten Zeitpunkt.

Dann – wird Jesus plötzlich und völlig unerwartet aus Seiner Verbor­genheit hervortreten und als der König aller Könige in Seiner ganzen Majestät und Herrlichkeit und mit Seinen himmlischen Heerscharen erscheinen. Alle Menschen werden IHN sehen, vor IHM niederfallen und zur Ehre Gottes bekennen, dass Jesus Christus der HERR ist.

Dann wird den Christen ihre Standhaftigkeit Ruhm und Ehre einbrin­gen. Sie, die bis dahin von aller Welt belächelt, verspottet, gehasst und verachtet wurden und Jesus durch alles hindurch vertraut haben, obwohl sie IHN nicht sehen konnten, erhalten dann als Erbe ihre Vollendung.

Mit ihnen bekommen auch wir, wenn wir wirklich zu Jesus gehören, unter Beibehaltung unserer einmaligen und individu­ellen Persönlichkeit, den Auferstehungsleib, einen Herrlichkeitsleib von unbeschreiblicher Vollkommenheit und Schönheit, von dessen Glanz und Herr­lichkeit wir uns heute noch gar keine Vorstellung machen können, denn dann werden wir Jesus ähnlich sein und IHN sehen, wie ER ist.

  • Wir haben also eine lebendige Hoffnung
  • Der Grund unserer Hoff­nung ist die Auferstehung Jesu Christi von den Toten und, dadurch bedingt, das als Anzahlung bereits erhaltene Leben durch Gottes Geist.
  • Das Ziel unserer Hoffnung ist unsere endgültige Rettung und Ver­herrlichung für die Ewigkeit
  • Bis dahin wird Gott uns mit Seiner Macht durch alle Bedrängnis hindurch bewahren
  • und dann erhalten wir, als Miterben unse­res HERRN Jesus Christus, das Erbe, das für uns aufbewahrt wird im Himmel.

Das ist die wunderbare, die lebendige Hoffnung und ein ewig lohnendes Ziel. Was ist dein Ziel auf das du dein Leben ausgerichtet hast und von welcher Hoffnung lässt du dich leiten? Gott hält die lebendige Hoffnung und das ewige Leben auch für dich bereit! Du musst es nur haben wollen!

Und denk daran: Das Schönste kommt noch!

Amen.

Der Friede Gottes, der höher ist als alle Vernunft, bewahre unsere Herzen und Sinne in Christus Jesus, unserem HERRN!

Predigt am Sonntag Quasimodogeniti 2017, Prädikant Wolfgang Wilke

 

 

 

 

 

 

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Dieser Beitrag wurde erstellt am Freitag 4. August 2017 um 12:39 und abgelegt unter Predigten / Andachten.