Gemeindenetzwerk

Ein Arbeitsbereich des Gemeindehilfsbundes

Drucke diesen Beitrag Drucke diesen Beitrag Artikel empfehlen Artikel empfehlen

Predigt über Lukas 17,7-10: Wem dienen wir?

Donnerstag 2. März 2017 von Pastor Uwe Holmer


Pastor Uwe Holmer

Jesus sagt: Wer unter euch hat einen Knecht, der pflügt oder das Vieh weidet, und sagt ihm, wenn der vom Feld heim kommt: komm gleich her und setzt dich zu Tisch? Wird er nicht vielmehr zu ihm sagen: bereite mir das Abendessen, schürze dich und diene mir, bis ich gegessen und getrunken habe; danach sollst du auch essen und trinken? Dankt er etwa dem Knecht, dass er getan hat, was befohlen war? So auch ihr! Wenn ihr alles getan habt, was euch befohlen ist, so sprecht: wir sind unnütze Knechte; wir haben getan, was wir zu tun schuldig waren. (Lukas 17,7-10)

Liebe Gemeinde,

das ist schon ein starkes Stück, ja geradezu eine Provokation, die Jesus uns hier zumutet: Er sagt am Schluss dieses Predigtabschnittes: „So auch ihr! Wenn ihr alles getan habt,  was euch befohlen ist, so sprecht: Wir sind unnütze Knechte; wir haben getan, was wir zu tun schuldig waren“. Da fragen wir: ist das nicht Ausbeutung pur? Haben wir denn gar keine Würde? Was hat Jesus uns mit dieser anstößigen Rede sagen wollen?

Darüber sollten wir nachdenken:

Fest steht: wir sind von Gott geschaffen. Weil wir von ihm geschaffen sind, kann er über uns bestimmen. Wie ein Tischler, wenn er einen Tisch baut, den Tisch in seinen Dienst stellen kann, genau das kann auch unser Schöpfer. Denn wir sind von Gott geschaffen, dass wir Ihn ehren und seine guten Ordnungen in der Welt, in den Familien, in der Gesellschaft und in der Natur, bewahren und pflegen. So heißt es im Schöpfungsbericht der Bibel.

Auch Martin Luther sagt es uns im Katechismus: Er zählt auf, womit Gott uns beschenkt hat, nämlich Leib und Seele, Augen, Ohren und alle Glieder, Vernunft und alle Sinne und noch sehr vieles dazu und fährt dann fort: „ für das alles ich  ihm zu danken und zu loben und dafür zu dienen und gehorsam zu sein schuldig bin. Das ist gewisslich wahr!“

Und auch das ist klar: „Es ist uns Menschen bestimmt, dass wir sterben müssen – danach kommt das Gericht“ (Hebr. 9,27).

Ob wir es wahrhaben wollen oder nicht: Wir sind nicht Herren, sondern Diener und müssen einmal vor Gott über unsere Lebensführung Rechenschaft geben.

Deshalb ist es die Schicksalsfrage für jeden Menschen,  wem er mit seinem Leben dient!

 Dazu standen mir drei Dienstherren vor Augen:

  1. Die meisten Menschen dienen nur sich selbst – und verlieren am Ende alles!
  2. Ebenso viele Menschen dienen dem Teufel – und bringen sich unter Gottes Zorn!
  3. Die von Jesus Freigekauften aber dienen ihrem Erlöser – mit Freuden

1. Die meisten Menschen dienen nur sich selbst – und verlieren am Ende alles!

Alles in ihrem Leben soll dazu dienen, dass es ihnen gut geht: Ihre Gesundheit soll dazu helfen, dass sie das Leben genießen, Spaß haben, durch Sport, Urlaub und Hobbys.

Ihr Ziel ist es,  sich ein schönes Leben zu machen. Ihr Beruf und ein gutes Gehalt soll es ihnen ermöglichen, dass sie viele irdische Güter sammeln. Ihr Traumziel ist eine Familie, ein Auto, ein Haus auf großem Grundstück, vielleicht sogar ein Boot oder andere Luxusgüter. Ihr ganzes Denken dreht sich nur um sich selbst, dass es ihnen gut geht. Alles dreht sich um ihr liebes Ich. Aber, wenn sie sterben, müssen sie alles abgeben und dann stehen sie mit leeren Händen vor Gott. Und dann sehen sie klar: Ich bin von Gott geschaffen zu seinem Ebenbild. Doch ich habe mich weder für Gott, noch für Gottes Reich, noch für Gottes Willen interessiert. Ich wollte Gott nicht, und deshalb muss ich jetzt eine Ewigkeit lang ohne ihn sein. Ich hab mich selbst zum Herrn gemacht. Ich wollte kein Diener sein. Ich hab nur vergänglichen Dingen gedient und damit mein Leben verfehlt. Jesus sagt es ganz deutlich: Wer sein (Eigen-) Leben erhalten will, der wird es verlieren (Mark 8,35). Es muss sehr schwer sein, am Ende des Lebens alles herzugeben, für das man gearbeitet hat und den verschmäht zu haben, der uns schuf. Mancher wird sich dann sagen müssen: Ich habe ganz tief in meinem Herzen und Gewissen immer gewusst, dass Gott da ist. Ich habe in besonderen Nöten sogar zu ihm gebetet. Aber ich habe nie Gott die Herrschaft über mein Leben gegeben. Ich wollte mein eigener Herr sein und nicht Diener. Und nun habe ich alles verloren. Wem dienen wir? Die erste Antwort lautet: Die meisten Menschen dienen nur sich selbst.

2. Ebenso viele Menschen dienen dem Teufel und bringen sich unter Gottes Zorn.

Der am weitesten verbreitete Teufelsdienst ist die Lüge. Jesus sagt: Der Teufel ist der Vater der Lüge. Mit jeder Lüge begibt sich der Mensch auf das Terrain des Teufels. In Politik und Wirtschaft, in der Presse und im Zusammenleben der Menschen, in den Familien und in der Finanzwelt verdunkelt die Lüge das Klima und zerstört das Vertrauen. Fast jede Sünde ist begleitet von der Lüge. Andere durchziehen unser Land mit Stehlen und Rauben. Ganze Banden rotten sich zusammen, brechen in Häuser ein und schaffen eine Atmosphäre der Unsicherheit und Angst. Andere locken Frauen aus Osteuropa oder Asien nach Deutschland, versprechen ihnen gute Arbeit und versklaven sie dann in Bordellen und in Rotlichtvierteln. Sie dienen dem Bösen, indem sie Menschenleben zerstören. Jesus sagt, der Teufel ist ein Mörder von Anfang an. Wehe denen, die ihm dienen!

Ist es nicht schrecklich, was unsere Medien berichten: In Deutschland werden bis zu 1 Million Kinder, Kleinkinder und Jugendliche missbraucht und vergewaltigt. Der Teufel zerstört Menschen durch Missbrauch und Terroranschläge.  Und Menschen machen sich zu seinen Werkzeugen.

Wenn ich jetzt noch an das Internet denke, wo bis zu 80 % der Männer ihre Fantasie durch Pornographie verderben lassen, dann merken wir, wie viele Menschen in unserem Land dem Teufel dienen und ihre eigenen Familien freiwillig zerstören. Welch eine Masse an Bösem verdunkelt unsere Welt! Der Apostel Paulus hat das vorausgesehen. Er schreibt in 1Tim3,1: Das sollst du aber wissen, dass in den letzten Tagen gräuliche Zeiten kommen werden!

 Ja: Scharen von Menschen dienen dem Teufel mit ihren Lastern und Sünden!

3. Die Freigekauften dienen ihrem Erlöser – mit Freuden!

Die Geschichte der Sklaverei erzählt uns von schrecklichen Unterdrückungen, Vergewaltigungen und Folterungen. Es wird uns aber auch berichtet, dass gelegentlich ein reicher Herr einen Sklaven losgekauft hat, der von seinem Herrn übel gequält worden war. Manchmal hat ihm sein neuer Herr sogar freigestellt, in die Freiheit zu  gehen.  Mancher hat dann aber gesagt: Ich möchte bei Dir bleiben und Dir dienen – aus Dankbarkeit und Liebe. Mag das auch selten vorgekommen sein – bei Jesus geschieht das millionenfach. In einem Liede heißt es: „Dem König welcher Blut und Leben dem Leben seiner Völker weiht, dem König werde Preis gegeben! Erzählt sein Lob in Ewigkeit. Singt alle Wunder, die er tut, doch über alles rühmt sein Blut“.  Und in einem anderen Lied heißt es: „Welch ein Herr! Welch ein Herr! Ihm zu dienen – Welch ein Stand!

Ja, das lebt in den Herzen der Gläubigen: Solch einem Herrn zu dienen ist Dankesdienst und Liebesdienst und Freudendienst! Jesus hat sie freigekauft von Sünde, Tod und Teufel. Nun ist es ihre Freude, diesem guten Herrn zu dienen. Das ist die Situation von uns Christen.  Es soll uns eine Freude sein, diesem guten Herren zu dienen.

Der Apostel Paulus schreibt  an die Christen in Thessalonich:  „Ihr habt euch bekehrt zu Gott, weg von den Abgöttern, zu dienen dem lebendigen und wahren Gott und zu warten auf seinen Sohn vom Himmel“ (1 Th. 1,9). Die Christen von Thessalonich haben von vornherein gewusst: wenn wir uns bekehren, geben wir die Herrschaft über uns selbst ab an Gott. Unser ICH muss runter vom Thron des Herzens. Und Gott wird unser Herr in allen Fragen des Lebens. Und ich werde sein Diener. Und dann will ich unter Gottes guter Herrschaft Gutes tun und Liebe üben, wo immer ich kann und wo immer er mich hinstellt. Das macht mein Leben dankbar und froh und  ganz zufrieden. D.h. also: er vergibt mir nicht nur meine Sünden und gibt mir nicht nur ein gutes Gewissen und nicht nur Freude auf den Himmel. Nein, Gott will mehr.

Er will den Thron meines Herzens. Und ich will ihm die Herrschaft geben und will ihm dienen. Sag, hast du dich so bekehrt? Ist das klar in deinem Leben, dass du nicht mehr Herr bist, sondern Diener für Gottes gute Herrschaft in dieser Welt. Ich sage dir da gilt: Ihm zu dienen – welch ein Stand!

Zum Schluss stellt sich uns die Frage: Haben wir Jesus wirklich verstanden? Er wollte uns sagen: wenn du Gott dienst – bilde dir nicht ein, dass er sich bei dir bedanken müsste. Nein, immer bleibst du Beschenkter und Begnadeter. Ihm zu dienen, macht dein Leben reich und fruchtbar. Und es macht dich selbst froh und dankbar. Am Ende deines Lebens sagst du dann: Wie hat Gott mein Leben reich gemacht!

Bist du runter vom Thron der Selbstherrlichkeit? Ist Gott der Herr, der Dein Leben regiert?

Gib ihm jetzt die Antwort…!  Und heute Abend, vor dem Schlafengehen mach es noch einmal fest:

„Du, mein guter Gott, bist Herr in meinem Leben. Und ich bin dein dankbarer, froher Diener.“

Zum Schluss möchte ich Ihnen noch etwas sehr Schönes sagen: Am Ende wird der Wert unseres Lebens klar. Der Berater von Präsident Nixon in den USA, Chuck Colson, hatte 40 Jahre lang sich selber gedient und zugleich auch mit vielen unlauteren Tricks dem Teufel.

Doch, bevor er dafür ins Gefängnis musste, hat er sich gründlich bekehrt. Und danach hat er die zweiten 40 Jahre seines Lebens Gott gedient und seinen Mitmenschen. Er hat, schon im Gefängnis und mehr noch als er wieder frei war, in den Gefängnissen der USA viele Bibel-  und Gebetskreise gegründet, wo Hunderte von Gefangenen sich bekehrt haben und sich in den Dienst Gottes stellten.

Gegen Ende seines Lebens hat er seinen Angehörigen gesagt: „Ich möchte, dass meine Beerdigung fröhlich wird. Ich möchte nicht, dass ihr traurig seid, weil ich mit jeder Faser meines Körpers davon überzeugt bin, dass der Tod ein Nach-Hause-Kommen ist und dass wir in der Gegenwart Gottes sein werden. Der Tod ist der Höhepunkt des Lebens. Er ist ein Fest“. Möge der Tod auch für jeden von uns  ein Fest werden!

Amen

Pastor Uwe Holmer, Predigt am letzten So. n. Epiphanias, 5.2.2017 und am 12.2.2017 in Langhagen und Serrahn

Drucke diesen Beitrag Drucke diesen Beitrag Artikel empfehlen Artikel empfehlen

Dieser Beitrag wurde erstellt am Donnerstag 2. März 2017 um 17:34 und abgelegt unter Predigten / Andachten.